Tom Jones

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem britischen Popsänger Tom Jones. Für Personen mit gleichen Namen oder zu anderen Bedeutungen, siehe Tom Jones (Begriffsklärung).
Tom Jones in Düsseldorf (2009)
Tom Jones und Janis Joplin 1969
Tom Jones auf dem Walk of Fame Europe in Rotterdam

Sir Thomas Jones Woodward OBE (* 7. Juni 1940 in Trefforest, Pontypridd, Wales), kurz Tom Jones, ist ein britischer Popsänger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jones war ursprünglich Staubsaugervertreter, versuchte aber schon 1963 eine Karriere als Sänger mit der Beat-Band Tommy Scott and the Senators. In jenem Jahr nahm er insgesamt sieben Stücke in Joe Meeks Studio auf, die aber erst 1965 nach seinem ersten großen Erfolg veröffentlicht wurden. Die Band war nicht sehr erfolgreich, und so entschloss sich Jones zu einer Solokarriere.

Als Clubsänger tingelte er zunächst abends unter dem Pseudonym „Tiger Tom“ (der Spitzname „Tiger“ ist ihm bis heute geblieben) durch die Arbeiterkneipen von Wales und ab 1964 durch die Londoner Bars. Dort fiel er dem Manager Gordon Mills auf, der mit ihm Platten produzierte. Die erste Single Chills and Fever floppte, doch schon der Nachfolgetitel It’s Not Unusual landete als Nummer 1 in den britischen Charts. Viele Hits folgten. Im Jahr 1965 sang er die Titelsongs zu den Filmen Was gibt’s Neues, Pussy? (What’s New, Pussycat?) und Feuerball (Thunderball). Auch in Deutschland erzielte Jones große Erfolge. Er kam 1968 mit Delilah und Help Yourself zweimal auf Platz 1 der deutschen Hitlisten. Jones spielte erfolgreich mit seiner erotischen Ausstrahlung. Er trat in hautengen Hosen und mit sehr weit geöffneten Hemden auf, die seine üppige Brustbehaarung zeigten. Live-Konzerte waren ausverkauft und mit kreischenden Mädchen und Frauen überfüllt.

Anfang der 1970er Jahre zog er nach Las Vegas, wo er in Clubshows auftrat. In jener Zeit hatte er sich auf Country-Pop spezialisiert, was ihm einige Hits einbrachte. Danach wurde es etwas stiller um ihn. 1987 tauchte er mit dem Song A Boy from Nowhere erneut in der englischen Hitparade auf. 1988 coverte Jones zusammen mit den Electronic-Avantgardisten Art of Noise die Prince-Komposition Kiss. Im Jahr 1991 sang Jones im Duett mit Van Morrison Carrying a Torch.

Sein Gastauftritt 1993 in der NBC-Fernsehserie Der Prinz von Bel-Air (Staffel 3, Folge 18) als Carltons Schutzengel sorgte unter den amerikanischen und deutschen Serienfans allgemein für Aufsehen.

Im Jahr 1994 moderierte Jones die ersten MTV Europe Music Awards in Berlin, und 1996 hatte er einen selbstironischen Auftritt in dem Film Mars Attacks! von Tim Burton. Im Jahr 2000 landete er den von Mousse T. geschriebenen und produzierten Hit Sex Bomb und bot mit dem Album Reload 1999/2000 eine Mischung von Duetten, so mit Nina Persson von den Cardigans, Robbie Williams, den Stereophonics oder den Manic Street Preachers. Die Coverversion des Talking-Heads-Titels Burning Down the House zusammen mit Nina Persson wurde international erfolgreich und erreichte Platz 10 in den englischen Charts.

Tom Jones wurde 2006 von Königin Elisabeth II. zum Knight Bachelor geschlagen. Durch seine Nobilitierung heißt er jetzt Sir Thomas.

Im November 2008 veröffentlichte Tom Jones sein 25. Studioalbum, 24 Hours. Für dieses Album war Tom Jones erstmals selbst als Songschreiber tätig. Kara DioGuardi steuerte mit Give a Little Love ein Stück bei, und mit The Hitter von Bruce Springsteen findet sich ein weiterer Coversong auf dem Album.

Jones ist seit der ersten Staffel im Jahr 2012 Jurymitglied und Coach in der britischen Gesangs-Castingshow The Voice UK, die auf BBC One ausgestrahlt wird.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jones war seit 1957 mit Melinda Rose Woodward verheiratet. Die beiden haben einen Sohn. Lady Woodward erlag im April 2016 einem Krebsleiden.[1]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben

Jahr Titel Chartplatzierungen[2][3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1965 Along Came Jones
It’s Not Unusual (nur US)
11 Gold
(5 Wo.)
54
(42 Wo.)
US-Version enthält 11 der 16 Titel des UK-Albums plus einen zusätzlichen Titel
What’s New, Pussycat? 114
(5 Wo.)
1966 From the Heart 23
(8 Wo.)
1967 Green, Green Grass of Home 35
(1 Mt.)
3
(49 Wo.)
65 Gold
(45 Wo.)
13 Smash Hits 6
(2 Mt.)
5
(49 Wo.)
1968 Delilah 2
(2 Mt.)
1
(29 Wo.)
The Tom Jones Fever Zone 14 Gold
(82 Wo.)
Help Yourself 7
(1 Mt.)
4
(9 Wo.)
5 Gold
(54 Wo.)
1969 This Is Tom Jones 9
(1 Mt.)
2
(20 Wo.)
4 Gold
(43 Wo.)
1970 Tom 4
(18 Wo.)
6 Gold
(26 Wo.)
I Who Have Nothing 10
(10 Wo.)
23 Gold
(40 Wo.)
1971 She’s a Lady 34
(½ Mt.)
9
(7 Wo.)
17 Gold
(20 Wo.)
1972 Close Up 17
(4 Wo.)
64
(20 Wo.)
1973 The Body and Soul of Tom Jones 31
(1 Wo.)
93
(10 Wo.)
1977 Say You’ll Stay Until Tomorrow 76
(16 Wo.)
1978 I’m Coming Home 12 Gold
(9 Wo.)
1981 Darlin’ 179
(3 Wo.)
1989 At This Moment 34
(3 Wo.)
After Dark 46
(4 Wo.)
1991 Carrying a Torch 44
(4 Wo.)
1994 The Lead and How to Swing It 81
(5 Wo.)
35
(3 Wo.)
55
(2 Wo.)
1999 Reload 3 Platin
(47 Wo.)
3 Platin
(38 Wo.)
5 Platin
(39 Wo.)
1 4-fach-Platin
(69 Wo.)
2002 Mr. Jones 78
(1 Wo.)
58
(3 Wo.)
62
(6 Wo.)
36
(3 Wo.)
2004 Tom Jones & Jools Holland 5
(15 Wo.)
2008 24 Hours 70
(3 Wo.)
61
(2 Wo.)
94
(1 Wo.)
32 Gold
(7 Wo.)
105
(3 Wo.)
2010 Praise & Blame 37
(7 Wo.)
9
(8 Wo.)
51
(4 Wo.)
2 Gold
(15 Wo.)
79
(3 Wo.)
2012 Spirit in the Room 95
(1 Wo.)
60
(3 Wo.)
8
(5 Wo.)
2015 Long Lost Suitcase 17
(4 Wo.)

Livealben

Jahr Titel Chartplatzierungen[2][3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1967 Live at the Talk of the Town
(US: Tom Jones Live!)
6
(91 Wo.)
13 Gold
(58 Wo.)
in US erst 1969 in den Charts
1969 Tom Jones Live in Las Vegas 23
(1 Mt.)
2
(45 Wo.)
3 Gold
(51 Wo.)
aufgenommen im The Flamingo
1971 Live at Caesars Palace 27
(5 Wo.)
43 Gold
(14 Wo.)
aufgenommen im Caesars Palace in Las Vegas

Kompilationen

Jahr Titel Chartplatzierungen[2][3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1974 Tom Jones’ Greatest Hits 15
(13 Wo.)
185
(4 Wo.)
1975 20 Greatest Hits 1 Gold
(21 Wo.)
1977 Tom Jones Greatest Hits [London] 191
(3 Wo.)
1978 Seine 20 größten Erfolge! 12
(1½ Mt.)
1987 The Greatest Hits 16 Silber
(12 Wo.)
1992 The Complete Tom Jones 8 Gold
(7 Wo.)
1998 The Ultimate Hits Collection 26 Gold
(11 Wo.)
2000 Best of the Tiger 53
(5 Wo.)
50
(1 Wo.)
49
(5 Wo.)
Silber
2003 Greatest Hits 96
(3 Wo.)
2 Platin
(20 Wo.)
2004 Reloaded: Greatest Hits 127
(10 Wo.)
2010 Greatest Hits – Rediscovered 49
(2 Wo.)
Delilah, 1968

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[2] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1965 It’s Not Unusual 1
(14 Wo.)
10
(12 Wo.)
Once Upon a Time 32
(4 Wo.)
Little Lonely One 42
(9 Wo.)
What’s New, Pussycat? 11
(10 Wo.)
3
(12 Wo.)
With These Hands 13
(11 Wo.)
27
(8 Wo.)
Thunderball 10
(1 Mt.)
35
(4 Wo.)
25
(9 Wo.)
1966 Promise Her Anything 74
(4 Wo.)
Once There Was a Time 18
(9 Wo.)
Not Responsible 58
(6 Wo.)
This and That 44
(3 Wo.)
Green, Green Grass of Home 6
(2½ Mt.)
2
(4 Mt.)
1
(22 Wo.)
11
(12 Wo.)
1967 Detroit City 35
(½ Mt.)
14
(2 Mt.)
8
(10 Wo.)
27
(8 Wo.)
Funny Familiar Forgotten Feelings 38
(½ Mt.)
7
(15 Wo.)
49
(6 Wo.)
I’ll Never Fall in Love Again 31
(½ Mt.)
19
(1 Mt.)
2
(25 Wo.)
6 Gold
(23 Wo.)
Sixteen Tons 68
(4 Wo.)
I’m Coming Home 39
(½ Mt.)
16
(2 Mt.)
2
(16 Wo.)
57
(5 Wo.)
1968 Delilah 1
(3½ Mt.)
3
(4 Mt.)
1
(19 Wo.)
2
(17 Wo.)
15
(15 Wo.)
Help Yourself 1
(2½ Mt.)
3
(6 Mt.)
3
(13 Wo.)
5
(26 Wo.)
35
(8 Wo.)
A Minute of Your Time 9
(1 Mt.)
8
(2 Mt.)
9
(1 Wo.)
14
(15 Wo.)
48
(10 Wo.)
1969 Love Me Tonight 11
(1 Mt.)
16
(1 Mt.)
9
(12 Wo.)
13
(11 Wo.)
Without Love (There Is Nothing) 29
(1 Mt.)
10
(12 Wo.)
5 Gold
(11 Wo.)
1970 Daughter of Darkness 15
(1 Mt.)
15
(2 Mt.)
5
(15 Wo.)
13
(9 Wo.)
I (Who Have Nothing) 16
(11 Wo.)
14
(8 Wo.)
Can’t Stop Loving You 25
(8 Wo.)
She’s a Lady 7
(17 Wo.)
12
(1 Mt.)
13
(10 Wo.)
2 Gold
(14 Wo.)
1971 Puppet Man 36
(5 Wo.)
49
(2 Wo.)
26
(10 Wo.)
Resurrection Shuffle
Till 40
(2 Wo.)
2
(15 Wo.)
41
(7 Wo.)
1972 The Young New Mexican Puppeteer 35
(3 Wo.)
6
(12 Wo.)
80
(7 Wo.)
1973 Letter to Lucille 49
(1 Wo.)
31
(8 Wo.)
60
(8 Wo.)
1974 Something ’Bout You Baby I Like 36
(5 Wo.)
1977 Say You’ll Stay Until Tomorrow 40
(3 Wo.)
15
(16 Wo.)
1987 A Boy from Nowhere 2 Silber
(14 Wo.)
It’s Not Unusual 1987 17
(8 Wo.)
1988 I Was Born to Be Me 61
(5 Wo.)
Kiss 16
(18 Wo.)
4
(3½ Mt.)
11
(10 Wo.)
5 [4]
(7 Wo.)
31
(11 Wo.)
(The Art of Noise feat. Tom Jones)
1989 Move Closer 49
(3 Wo.)
1991 Couldn’t Say Goodbye 51
(2 Wo.)
Carrying a Torch 57
(3 Wo.)
1992 Delilah 1992 68
(2 Wo.)
1993 All You Need Is Love 19
(4 Wo.)
1994 If I Only Knew 82
(8 Wo.)
30
(1 Wo.)
11
(12 Wo.)
1995 I Wanna Get Back with You 94
(1 Wo.)
(feat. Tori Amos)
1999 Burning Down the House 27
(14 Wo.)
21
(7 Wo.)
31
(16 Wo.)
7
(7 Wo.)
(mit den Cardigans)
Baby, It’s Cold Outside 17
(8 Wo.)
(mit Cerys Matthews)
Sex Bomb 3 Gold
(17 Wo.)
3 Gold
(14 Wo.)
1 Gold
(32 Wo.)
3 Silber
(10 Wo.)
(mit Mousse T.)
2000 Mama Told Me Not to Come 73
(8 Wo.)
51
(11 Wo.)
4
(8 Wo.)
(mit den Stereophonics)
You Need Love Like I Do 100
(1 Wo.)
56
(8 Wo.)
24
(3 Wo.)
(mit Heather Small)
2002 Tom Jones International 47
(6 Wo.)
30
(18 Wo.)
31
(2 Wo.)
2003 Black Betty / I Who Have Nothing 49
(6 Wo.)
14
(12 Wo.)
50
(2 Wo.)
2004 It’ll Be Me 84
(1 Wo.)
(mit Jools Holland)
She’s a Lady 96
(1 Wo.)
(vs. Funkstar Deluxe feat. DJ The Wave)
2006 Stoned in Love 7
(17 Wo.)
(Chicane feat. Tom Jones)
2008 If He Should Ever Leave You
2009 Give a Little Love
(Barry) Islands in the Stream 1 [5]
(5 Wo.)
(mit Vanessa Jenkins, Bryn West und Robin Gibb)

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Silver disc icon.png Silber Gold record icon.svg Gold Platinum disc icon.png Platin Quellen
DeutschlandDeutschland Deutschland 0 1 1 musikindustrie.de
OsterreichÖsterreich Österreich 0 1 1 ifpi.at
SchweizSchweiz Schweiz 0 1 1 swisscharts.com
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 0 13 0 riaa.com
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 4 7 5 bpi.co.uk
Insgesamt 4 23 8

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tom Jones' wife Lady Melinda Rose Woodward dies, The Guardian vom 11. April 2016
  2. a b c d Chartquellen: DE AT CH UK US1 US2
  3. a b c The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7
  4. http://www.officialcharts.com/artist/25596/art-of-noise-featuring-duane-eddy/
  5. http://www.officialcharts.com/artist/5435/jenkins-west-jones-gibb/

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tom Jones: Over the Top and Back: Die Autobiografie. Heyne Verlag, 2016, ISBN 978-3453201125
  • Lucy Ellis, Bryony Sutherland: Tom Jones, der Tiger aus Wales (engl. Tom Jones close up). Hannibal Verlag, 2000, ISBN 3-85445-183-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tom Jones – Sammlung von Bildern