Tom Koenigs

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Tom Koenigs (2009)

Tom Koenigs (Thomas Carl Joerge Koenigs; * 25. Januar 1944 in Damm, Pommern) ist ein deutscher Politiker und Bundestagsabgeordneter der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Er ist Obmann seiner Fraktion im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und ist Ordentliches Mitglied im Unterausschuss Vereinte Nationen, Internationale Organisationen und Globalisierung. Koenigs ist seit November 2013 menschenrechtspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koenigs entstammt einer Kölner Bankiersfamilie. Nach seinem altsprachlichen Abitur auf dem Internat Schule Birklehof und einer Banklehre in Düren leistete Koenigs seinen Grundwehrdienst; nachträglich verweigerte er noch den Kriegsdienst. An der Freien Universität Berlin studierte er Betriebswirtschaftslehre, später in Frankfurt am Main. Dort beteiligte er sich an der Studentenbewegung und nahm an Hausbesetzungen und Straßenkämpfen teil. In dem Zusammenhang soll Koenigs Anfang der 1970er Jahre in der maßgeblich von Joschka Fischer organisierten Putzgruppe aktiv gewesen sein[2]. Nach seinem Studium arbeitete eineinhalb Jahre im Schichtbetrieb als Schweißer bei Opel.[3][4] 1973 schenkte er sein Erbe dem Vietcong und chilenischen Widerstandskämpfern, nach seinen Angaben „irgendwas zwischen 500.000 und fünf Millionen Mark“. Er arbeitete dann als Buchhändler.[4]

Koenigs war von 1993 bis 1997 Stadtkämmerer und von 1989 bis 1999 Dezernent für Umwelt, Energie und Brandschutz der Stadt Frankfurt am Main.

Anschließend wurde er für die Vereinten Nationen tätig. Als stellvertretender Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs im Kosovo war er für den Aufbau der örtlichen Zivilverwaltung zuständig. 2002 wurde Koenigs als Sonderbeauftragter nach Guatemala geschickt, um als Leiter der UN-Friedenssicherungsmission MINUGUA die Einhaltung des Friedensabkommens durch die ehemaligen Bürgerkriegsparteien zu überwachen.

2005 wechselte er als Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe ins Auswärtige Amt.

Von Februar 2006 bis 2007 war er Sonderbeauftragter der UN für die United Nations Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA).

Am 11. April 2008 wurde Koenigs in den Vorstand von UNICEF Deutschland gewählt.

Im November 2016 übernahm Koenigs eine fünfjährige Bürgschaft für die legale Einreise eines syrischen Kriegsflüchtlings im Rahmen der Initiative der Flüchtlingspaten Syrien[5].

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. März 2009 wählte ihn die Landesmitgliederversammlung von Bündnis90/Die Grünen auf Platz 4 der hessischen Landesliste zur Bundestagswahl 2009. Bei der Wahl zum 17. Deutschen Bundestag am 27. September 2009 gelang ihm der Einzug in den Deutschen Bundestag. Bei der Wahl zum 18. Deutschen Bundestag am 22. September 2013 gelang ihm der Einzug erneut.

Im 18. Bundestag ist Koenigs Obmann seiner Fraktion im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und Ordentliches Mitglied des Unterausschusses Vereinte Nationen, internationale Organisationen und Globalisierung.[6]

Koenigs war von 2009 bis 2013 Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und Ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuss.[7] Koenigs kündigte 2017 an, nicht erneut für die Bundestagswahl 2017 als Abgeordneter zu kandidieren.[8] "Wir brauchen auch neue Ideen", sagte der damals 73-jährige Koenigs.[4]

Koenigs ist Vater dreier Kinder. Sein Bruder Wolf Koenigs ist Bauforscher und Denkmalpfleger.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Machen wir Frieden oder haben wir Krieg? Auf UN-Mission in Afghanistan. Klaus Wagenbach, Berlin 2011, ISBN 978-3-8031-3637-4.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tom Koenigs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Tom Koenigs – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitglieder des Bundestages - Biografien - 18. Bundestag Bundestag, online, abgerufen am 28. September 2014
  2. Lexikon: Putzgruppe berliner-zeitung.de, abgerufen am 23. Dezember 2016
  3. Lisa Nienhaus, Christian Siedenbiedel: Besuch am Fließband: Als Opel noch revolutionär war. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 25. März 2009, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 4. August 2017]).
  4. a b c Frankfurter Rundschau: Nicht immer freiwillig. Ausscheidende Bundestagsabgeordnete 2017. S. 6, 4. August 2017
  5. Bericht über Koenigs’ Engagement auf der Webseite der Flüchtlingspaten Syrien, abgerufen am 14. November 2016
  6. Mitglieder des Unterausschusses Vereinte Nationen, internationale Organisationen und Globalisierung - 18. Bundestag Bundestag, online, abgerufen am 28. September 2014
  7. Mitglieder des Bundestages - Biografien - 18. Bundestag Bundestag, online, abgerufen am 28. September 2014
  8. Der Bundestag verliert viele bekannte Gesichter, Neue Osnabrücker Zeitung am 23. Juni 2017
  9. Rezension von Nils Minkmar