Tommaso Landolfi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Tommaso Landolfi (* 9. August 1908 in Pico Farnese; † 8. Juli 1979 in Ronciglione bei Rom) war ein italienischer Schriftsteller.

Kurzbiographie[Bearbeiten]

Einer adligen Familie entstammend, verbringt Tommaso Landolfi seine Kindheit und Jugend abwechselnd in Pico Farnese, Rom und Florenz, wo er 1932 seinen Universitätsabschluss mit einer Arbeit über die russische Schriftstellerin Anna Achmatowa erlangt. Seine profunde Kenntnis der russischen, französischen und deutschen Literatur schlägt sich in einer äußerst produktiven Übersetzertätigkeit nieder, die Landolfi zeit seines Lebens aufrechterhalten wird. In Florenz, wo er sich den Intellektuellen im berühmten Literatencafé „Le Giubbe Rosse“ anschließt, arbeitet er für mehrere literarische Zeitschriften (unter anderen Letteratura und Campo di Marte), bevor 1937 seine erste Erzählsammlung unter dem Titel Dialogo dei massimi sistemi erscheint. Es folgen weitere Erzählbände (Il mar delle blatte e altre storie, 1939; La spada, 1942) und Romane (La pietra lunare. Scene della vita di provincia, 1939; Le due zittelle, 1946), in denen stets das Fantastische und Groteske im Zentrum des Erzählens steht. Diese Spannung wird charakteristisch für Landolfis Werk bleiben und den Autor in der Literaturkritik - wohl nicht ganz zu Recht - in eine Reihe von Erzählern einordnen, die einen möglichen „italienischen Surrealismus“ begründet haben (Buzzati, Savinio, Delfini).

Tommaso Landolfi zählt zu den wohl bedeutendsten und originellsten italienischen Autoren des 20. Jahrhunderts, obgleich er mit seinem Werk keine große Popularität erlangte.

1996 wurde von Landolfis Tochter das Centro Studi Landolfiani ins Leben gerufen.

Werke in deutscher Übersetzung[Bearbeiten]

  • Erzählungen, übersetzt von Charlotte Jenny, Frankfurt, Suhrkamp 1966.
  • Nachtschatten, übersetzt von Heinz Riedt, Reinbek, Rowohlt 1987.
  • Der Mondstein, Freiburg, Beck, 1989.
  • LA BIERE DU PECHEUR. Das Bier des Fischers oder die Bahre des Sünders, übersetzt von Heinz Riedt, Reinbek, Rowohlt 1994.
  • Zwei späte Jungfern, übersetzt von Heinz Riedt, Reinbek, Rowohlt, 1996.
  • Rien va, übersetzt von Ragni Maria Gschwendt, Reinbek, Rowohlt 1999.

Werke[Bearbeiten]

  • Dialogo dei massimi sistemi, 1937.
  • La pietra lunare, 1939.
  • Il Mar delle blatte e altre storie, 1939.
  • La spada, 1942.
  • Il principe infelice, 1943.
  • Le due zittelle, 1946.
  • Racconto d'autunno, 1947." Herbst - Erzählung " Rowohlt 1990 .
  • Cancroregina, 1950.
  • La bière du pecheur, 1953.
  • Ombre, 1954.
  • La raganella d'oro, 1954.
  • Ottavio di Saint-Vincent, 1958.
  • Mezzacoda, 1958.
  • Landolfo VI di Benevento, 1959.
  • Se non la realtà, 1960.
  • Racconti, 1961.
  • In società, 1962.
  • Rien va, 1963.
  • Scene della vita di Cagliostro, 1963.
  • Tre racconti, 1964.
  • Un amore del nostro tempo, 1965.
  • Racconti impossibili, 1966.
  • Des mois, 1967.
  • Colloqui, 1967.
  • Un paniere di chiocciole, 1968.
  • Filastrocche, 1968.
  • Faust '67, 1969.
  • Breve canzoniere, 1971.
  • Gogol a Roma, 1971.
  • Viola di morte, 1972.
  • Le labrene, 1974.
  • A caso, 1975.
  • Il tradimento, 1977.
  • Del meno, 1978.

Literatur[Bearbeiten]

  • Barbara Villiger Heilig, Leidenschaft des Spiels. Untersuchung zum Werk Tommaso Landolfis, Tübingen, Stauffenburg, 1989.
  • Tarcisio Tarquini (Hg.), Landolfi. Libro per libro, Alatri, Hetea Editrice, 1988.

Weblinks[Bearbeiten]