Tommy Flanagan (Musiker)

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Tommy Flanagan

Thomas „Tommy“ Lee Flanagan (* 16. März 1930 in Detroit; † 16. November 2001 in New York City) war ein amerikanischer Jazz-Pianist des Swing.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flanagans erhielt Klarinetten-Unterricht ab dem sechsten Lebensjahr; als 11-Jähriger wechselte er auf das Klavier. Noch im selben Jahr hatte Tommy Flanagan – mit nur 15 – seinen ersten professionellen Auftritt im Ensemble von Dexter Gordon. Bereits als Teenager erarbeitete er sich einen „Ruf als sensibler und stimulierender Begleiter“.[1] Danach arbeitete er mit lokalen Gruppen in Detroit, unter anderem mit Lucky Thompson, Rudy Rutherford und Billy Mitchell. Nach seinem Wehrdienst Zeit in der Army (1951-53) spielte er wieder mit Mitchell und dann mit Kenny Burrell; 1956 kam er nach New York.

Sein Debüt in New York gelang 1956, als er in letzter Minute für den kränkelnden Bud Powell einsprang. Sein Spiel beeindruckte Miles Davis so sehr, dass er ihn zu seiner nächsten Aufnahmesession einlud (Collectors’ Items).[2] Außerdem arbeitete er mit Oscar Pettiford zusammen. Erste Aufnahmen entstanden im März 1956 unter Leitung von Kenny Burrell. In den nächsten 20 Jahren kam Flanagan Alben unter eigenem Namen, insbesondere für die Label New Jazz, Prestige, Savoy und Moodsville; im August 1957 nahm er in Stockholm mit seinem Trio aus Wilbur Little und Elvin Jones erstmals unter eigenem Namen auf. Unter Sessions mit Curtis Fuller (Blues-ette, 1959), Dexter Gordon, Gigi Gryce, Coleman Hawkins (Today and Now, 1962), Freddie Hubbard und Wilbur Harden ragen seine Mitwirkung an Sonny Rollins´ Saxophone Colossus (1956), Giant Steps (1959) von John Coltrane und The Incredible Jazz Guitar of Wes Montgomery hervor.

Als Klavier-Begleiter von Ella Fitzgerald fungierte Tommy Flanagan in zwei längeren Perioden zwischen 1962 und 1965 sowie 1968 bis 1978, dazwischen arbeitete er für Tony Bennett und wirkte an der Impulse! Session von Roy Haynes (Out of the Afternoon) mit. 1978, nach einem überstandenen Herzinfarkt, beschränkte Flanagan sein Arbeit weitgehend auf das eigene Trio (teilweise mit George Mraz und Kenny Washington bzw. mit Peter Washington und Lewis Nash). Einem größeren Kreis wurde unter anderem Let's von 1993 bekannt. Im gleichen Jahr erhielt er den hochdotierten Jazzpar-Preis, 1996 die NEA Jazz Masters Fellowship. Er wirkte auch bei Aufnahmen von Steve Coleman und bei Joe Hendersons letztem Album Porgy and Bess (1997) mit.

Seinen „überraschend delikaten Anschlag in Kombination mit rhythmischer Elastizität“ würdigte Brian Priestley als „Verfeinerung des „Bebop“-Klaviers.“[1]

Lexigraphische Einträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ian Carr u.a. Jazz Rough Guide Metzler, Stuttgart 1999; ISBN 3-476-01584-X
  • Leonard Feather, Ira Gitler: The Biographical Encyclopedia of Jazz. Oxford University Press, Oxford usw. 1999; ISBN 978-0-19-532000-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Brian Priestley in Jazz Rough Guide, S. 206
  2. Tommy Flanagan (NPR)