Tonkori

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Tonkori im Ainu-Kulturmuseum Nibutani

Tonkori ist ein Saiteninstrument, das vom Volk der Ainu auf der japanischen Nordinsel Hokkaidō gespielt wird. Der Korpus besteht aus einem etwa einen Meter langen, schmalen Holzstück, das innen ausgehöhlt wurde. Die Saiten verlaufen über zwei Stege bis zu einem Wirbelkasten zu langen gegenständigen Wirbeln. Nach der Bauform gehört die tonkori zu den Schalenzithern.

Die Saitenanzahl der etwas über ein Meter langen tonkori variiert zwischen drei und fünf, die Saiten bestehen aus Tiersehnen oder auch pflanzlichen Fasern. Der Korpus wird aus der heimischen Ajan-Fichte (Picea jezoensis) gefertigt. Beim Spielen wird die tonkori ungefähr senkrecht oder schräg vor dem Oberkörper gehalten, wobei der Hals über die linke Schulter reicht. Der Spieler zupft die unverkürzten Saiten mit beiden Händen von den Seiten. Die tonkori dient der Gesangsbegleitung.

Entwicklungsgeschichtlich lässt sich die tonkori auf die in Ost- und Südostasien weit verbreiteten Bambusröhrenzithern zurückführen, zu denen die beiden unterschiedlichen Typen guntang auf Bali und kolitong im Norden der Philippinen gehören. Aufgrund der japanischen Kolonisation gibt es heute nur wenig Dokumentation über die Ainu-Kultur und die tonkori. Der Musiker Oki Kano, ein Nachkomme der Ainu, veröffentlichte mit seinem Album Tonkori eine Rekonstruktion der Spielweise und des Klangs.

Ein anderes seltenes Musikinstrument der Ainu ist die hölzerne Rahmenmaultrommel mukkuri.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alison Tokita: The Ashgate research companion to Japanese music. Ashgate Publishing, Burlington 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tonkori – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien