Tony Iommi

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Dieser Artikel behandelt den Gitarristen der Metal-Band Black Sabbath. Für das Album siehe Iommi (Album).
Tony Iommi 2007

Frank Anthony „Tony“ Iommi (* 19. Februar 1948 in Birmingham, England) ist ein britischer Gitarrist und Gründungsmitglied der Metal-Band Black Sabbath.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Gitarrespielen fing der Sohn italienischer Einwanderer als Teenager an, inspiriert wurde er hierzu vor allem durch die bahnbrechende Instrumentalgruppe The Shadows mit ihrem Gitarristen Hank Marvin. Vor seiner Zeit bei Black Sabbath spielte er in etlichen Bluesrockbands. In der Gründungsphase der Band, als diese sich noch Earth nannte, hatte er 1968 ein kurzes Engagement bei Jethro Tull, die er jedoch nach nur einem Auftritt wieder verließ. In dieser Besetzung von Jethro Tull spielte Iommi mit beim Auftritt im Rolling Stones-Film „Rock and Roll Circus“. Iommi ist als einziger Musiker niemals bei Black Sabbath ausgestiegen, und man kann ihn mit Recht als die treibende Kraft hinter dieser Band bezeichnen.

Ein folgenschwerer Unfall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem schweren Arbeitsunfall in einer Stahl- und Walzblechfabrik verlor er Teile der Fingerkuppen am Mittel- und Ringfinger der rechten Hand: Er war unkonzentriert und geriet mit der Hand in eine Maschinenpresse, worauf er diese reflexartig zurückzog und so die Fingerkuppen der beiden Finger verlor. Ein derartiger Unfall der Greifhand bedeutet für Gitarristen normalerweise das Karriereende; dennoch machte Tony Iommi weiter. Die Motivation dafür bezog er aus dem Hinweis eines Freundes auf Django Reinhardt, der sich trotz der Verkrüppelung von Ring- und kleinem Finger seiner linken Hand durch eine schwere Verbrennung zu einem der besten Jazzgitarristen aller Zeiten entwickelte. Deshalb trägt Tony Iommi Plastikfingerkuppen und verwendet nur sehr dünne Saiten, um überhaupt spielen zu können. Früher musste er sich deshalb seine Saitensätze aus dünnen Banjosaiten zusammensetzen. Zudem stimmte die Band nun Gitarre und Bass eine kleine Terz tiefer, um den Saitendruck zu verringern.

Eurovision Song Contest 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tony komponierte den Armenischen Beitrag Lonely Planet für die Band Dorians zum Eurovision Song Contest 2013 in Malmö. Zwei Tage später konnten sie sich für das Finale qualifizieren und erreichten den 18. Platz.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iommi war bisher 4 mal verheiratet.[1] Anfang der 70er heiratete er Susan Snowden, die Ehe hatte 8 Jahre lang bestand.[2]

1980 heiratete er ein Model namens Melinda[3], 1983 bekam sie sein einziges leibliches Kind, die Tochter Toni-Marie Iommi. Die Ehe hielt nur kurz, laut seiner Biografie hatte er sie verlassen, nachdem sie ihm über hunderttausend Dollar an Kreditkartenschulden verursachte. Sie ließen sich Mitte der 80er Jahre scheiden. Iommi focht damals vor Gericht sogar die Rechtmäßigkeit der Ehe an, da sie damals keinen echten Trauzeugen hatten. Als Trauzeuge agierte – auf dem Papier – lediglich ein Teddybär. Das Gericht erkannte aber dennoch die Rechtmäßigkeit an.[4]

1986 lernte er eine Engländerin namens Verlery kennen, die er sechs Jahre später heiratete. Sie brachte ihren Sohn mit in die Ehe. Iommi bezeichnet ihn jedoch auch als seinen Sohn. Die Ehe ging Ende der 90er Jahre in die Brüche.[2]

Seit 2005 ist er in vierter Ehe mit der Sängerin Maria Sjöholm verheiratet.[5]

In der Mitte der 80er Jahre hatte er außerdem eine Beziehung mit Lita Ford, mit der er sogar verlobt war. Laut ihrer 2016 erschienenen Biografie, musste sie ihn verlassen, nachdem er sie fast tot geschlagen hätte. Die häufigsten Gewaltausbrüche schob Ford jedoch selbst auf dessen sehr hohen Drogenkonsum und bezeichnet Tony Iommi trotz allem immer noch als ihren Helden.[6]

Krankheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Januar 2012 gab der Pressesprecher von Black Sabbath bekannt, dass bei Iommi ein malignes Lymphom im frühen Stadium („early stages of lymphoma“) diagnostiziert wurde.[7]

Musikalischer Einfluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tony Iommi (2009)

Der Einfluss seines Gitarrenspiels auf die moderne Rockmusik ist immens. Seine kurzen, düsteren und prägnanten Riffs in Molltonarten verbindet er mit zu damaliger Zeit innovativen Soli im Stile des Blues, oder auch des Hard Rock. Als Komponist war und ist er bei Black Sabbath der Hauptlieferant des Songmaterials. Sein größtes Kennzeichen ist die häufige variierte Wiederholung kurzer Riffs.

Der durch die tiefe Saitenstimmung entstehende Sound führte zusammen mit dem exzessiven Einsatz von Verzerrern zum charakteristischen vollen Klang der Musik von Black Sabbath; das Herunterstimmen der Gitarre wurde speziell in den 1990er Jahren zu einem wichtigen Markenzeichen moderner Metalbands.

Am 19. November 2013 verlieh die Coventry University Iommi einen Ehrendoktor der Künste für die Erfindung des Heavy-Metal.[8]

Soloalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben seiner Tätigkeit bei Black Sabbath, die seit 1985 teilweise schon als Solokarriere gelten kann, veröffentlichte Iommi 2000 sein selbstbetiteltes Debüt, auf dem er mit etlichen Gastmusikern (u. a. Ozzy Osbourne, Serj Tankian, Henry Rollins, Billy Corgan, Phil Anselmo, aber auch Billy Idol und Ian Astbury) größtenteils im Black-Sabbath-Stil der 70er Jahre musizierte. Die folgenden beiden Soloalben 1996 DEP Sessions und Fused spielte er zusammen mit dem Sänger und Bassisten Glenn Hughes ein.

Sein Markenzeichen war die schwarze „John Birch“-SG-Gitarre, die speziell für ihn mit Kreuzen als Inlays angefertigt wurde. Momentan spielt er Gibson „Tony Iommi“-Signature-Modelle (SG mit Kreuzinlays) und verstärkt diese über einen Laney GH100TI Amp, ebenfalls ein Signature-Produkt.

Solo-Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tracks: Gone; From Another World; Don't You Tell Me; Don't Drag The River; Fine; Time Is The Healer; I'm Not The Same Man; It Falls Through Me
Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1996, wurde jedoch nicht offiziell veröffentlicht. 1996/97 tauchten die Aufnahmen jedoch bereits als Bootleg unter dem Namen Eighth Star auf. 2004 entschied man sich daher, die Aufnahmen auch offiziell zu veröffentlichen, lediglich das Schlagzeug wurde neu eingespielt, da der damalige Schlagzeuger Dave Holland 2004 wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt worden war.
Tracks: Dopamine; Wasted Again; Saviour Of The Real; Resolution Song; Grace; Deep Inside a Shell; What You're Living For; Face Your Fear; The Spell; I Go Insane

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tony Iommi: Iron Man - Von Black Sabbath bis Heaven & Hell. Hannibal Verlag, Höfen 2012, ISBN 978-3-85445-383-3 (Originalausgabe: Iron Man)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tony Iommi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Iommi on Rockschool. YouTube. Abgerufen am 5. August 2011.
  2. a b Tony Iommi: Iron Man: My Journey through Heaven and Hell with Black Sabbath. De Capo Press, , S. 312.
  3. LunarMile's Biography at Myspace. In: Web. Abgerufen am 3. August 2011.
  4. Tony Iommi: Iron Man: My Journey through Heaven and Hell with Black Sabbath. De Capo Press, .
  5. http://wwwc.aftonbladet.se/puls/9907/09/drain.html
  6. Lita Ford: Living Like a Runaway: A Memoir.
  7. Andy Greene: Black Sabbath Guitarist Tony Iommi Diagnosed With Lymphoma, auf der Webseite des „Rolling Stone“. Abgerufen am 14. Januar 2012.
  8. focus.de: Tony Iommi: Ehrendoktor für Erfindung des Heavy Metal