Topfseifersdorf

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Topfseifersdorf
Koordinaten: 50° 59′ 50″ N, 12° 52′ 2″ O
Fläche: 4,56 km²
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Eingemeindet nach: Königshain-Wiederau
Postleitzahl: 09306
Vorwahl: 03727
Topfseifersdorf (Sachsen)
Topfseifersdorf

Lage von Topfseifersdorf in Sachsen

Topfseifersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Königshain-Wiederau im sächsischen Landkreis Mittelsachsen. Er schloss sich am 1. Januar 1994 mit Königshain und Wiederau zur Gemeinde Königshain-Wiederau zusammen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Topfseifersdorf ist der nördlichste Ortsteil der Gemeinde Königshain-Wiederau. Der durch den Ort fließende Bach entwässert über den Erlbach in die Zwickauer Mulde. In den westlichen Nachbarorten Wiederau und Zschoppelshain verläuft die Bundesstraße 107, im nördlichen Nachbarort Neugepülzig die Staatsstraße 250. Durch Topfseifersdorf verläuft die Via Porphyria und der Lutherweg Sachsen.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winkeln, Großstädten, Zetteritz Neugepülzig
Zschoppelshain Nachbargemeinden Thalheim
Wiederau Königshain

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Topfseifersdorf
Topfseifersdorfer Altar

Das Waldhufendorf Topfseifersdorf wurde erstmals urkundlich im Jahr 1208 als "Sifridersdorf" erwähnt. Seinen heutigen Namen erhielt der Ort im Jahr 1766 aufgrund des damals im Ort ansässigen Töpferhandwerks. Die Kirche von Topfseifersdorf wurde in den Jahren 1160 bis 1180 im Stil der Romanik erbaut. Sie enthält einen wertvollen Altar von 1400. Der Dichter Paul Fleming lebte zwischen 1616 und 1628 im Pfarrhaus von Topfseifersdorf.[1] Zur Parochie Topfseifersdorf gehören neben dem Ort selbst die Orte Winkeln, Zschoppelshain, und Nieder-Thalheim.

Topfseifersdorf gehörte ursprünglich zum Besitz des Klosters Zschillen. Dieses kam im Jahr 1543 mit dem gesamten Besitz an Herzog Moritz von Sachsen, der es umgehend säkularisierte und an die Herren von Schönburg gegen die Orte Hohnstein, Wehlen und Lohmen in der heutigen Sächsischen Schweiz vertauschte. Daher kam für den Ort und die Klosteranlage der Name Wechselburg auf. Seitdem wurde Topfseifersdorf als Amtsdorf der schönburgischen Herrschaft Wechselburg geführt, welche den Herren von Schönburg unter wettinischer Oberhoheit gehörte.[2][3]

Im Rahmen der administrativen Neugliederung des Königreichs Sachsen wurde Topfseifersdorf als Teil der schönburgischen Lehnsherrschaft Wechselburg im Jahr 1835 der Verwaltung des königlich-sächsischen Amts Rochlitz unterstellt.[4] Im Jahr 1856 kam Topfseifersdorf zum Gerichtsamt Mittweida und 1875 an die neu gegründete Amtshauptmannschaft Rochlitz.[5]

Durch die zweite Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde die Gemeinde Topfseifersdorf dem Kreis Rochlitz im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt) angegliedert, der 1990 zum sächsischen Landkreis Rochlitz kam und 1994 im Landkreis Mittweida bzw. 2008 im Landkreis Mittelsachsen aufging.

Am 1. Januar 1994 schloss sich Topfseifersdorf mit Königshain und Wiederau zur Gemeinde Königshain-Wiederau zusammen.[6]

Kulturdenkmale und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Topfseifersdorf, Steinkreuz
  • Kirche mit gotischem Turm und Altar aus dem 15. Jahrhundert
  • Fachwerkhäuser

Personen, die im Ort gelebt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Fleming (1609–1640), deutscher Arzt und Schriftsteller, lebte zwischen 1616 und 1628 im Pfarrhaus Topfseifersdorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Topfseifersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Kirche Topfseifersdorf auf der Webseite der Gemeinde Königshain-Wiederau
  2. Topfseifersdorf im Buch „Geographie für alle Stände“, S. 907f.
  3. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 82 f.
  4. Die Herrschaft Wechselburg im Staatsarchiv des Freistaats Sachsen
  5. Die Amtshauptmannschaft Rochlitz im Gemeindeverzeichnis 1900
  6. Topfseifersdorf auf gov.genealogy.net