Toralf Staud

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Toralf Staud, 2009

Toralf Staud (* 23. Juni 1972 in Salzwedel) ist ein freier Journalist und Buchautor in Berlin.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staud arbeitete während der politischen Wende 1989/1990 in Salzwedel (Sachsen-Anhalt) bei einem Informationsblatt des oppositionellen Neuen Forums mit und fasste hier den Entschluss, Journalist zu werden. Wenig später war er bei der neu gegründeten Altmark Zeitung tätig.

Nach Abschluss von Schule und Zivildienst studierte Staud von 1991 bis 1998 Journalistik (Diplom) und Philosophie (Nebenfach) in Leipzig und Edinburgh. Während und nach dem Studium arbeitete er als freier Journalist, unter anderem für AP, MDR info, die Sächsische Zeitung, Neues Deutschland, die tageszeitung und Die Zeit.

Von 1998 bis 2005 war er Politik-Redakteur der Zeit in Hamburg und später in Berlin. Derzeit arbeitet Staud als freier Journalist. Gemeinsam mit Nick Reimer erhielt er im Jahr 2012 den Otto-Brenner-Preis in der Kategogie Medienprojektpreis für die Online-Plattform Der Klima-Lügendetektor.[1]

Buchautor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stauds erstes Buch Auf dem Moped in die Freiheit – Wendegeschichten aus der Altmark erschien im Jahr 2000. 2005 veröffentlichte er Moderne Nazis, das sich mit der NPD und der aktuellen Entwicklung der extremen Rechten in Deutschland befasst. Die darin von Staud vertretene These von einer „Faschisierung des Ostens“ fand ein breites Medienecho. Gemeinsam mit dem taz-Journalisten Nick Reimer verfasste er 2007 das Buch „Wir Klimaretter – so ist die Wende noch zu schaffen“ und gründete das Webportal klimaretter.info. 2009 erschien von Staud u. a. das Buch Grün, grün, grün ist alles, was wir kaufen: Lügen, bis das Image stimmt. Gemeinsam mit Holger Kulick veröffentlichte er im selben Jahr den Ratgeberband Das Buch gegen Nazis, das wie bereits Moderne Nazis in einer Lizenzausgabe bei der Bundeszentrale für politische Bildung erschien. 2012 legte er mit Johannes Radke das Buch Neue Nazis vor, das den Wandel der extremen Rechten beschreibt. In einer Rezension des Deutschlandfunks hieß es dazu: „Auch das neue Buch ist eingängig geschrieben, ohne zu sehr zu vereinfachen, kenntnisreich und detailliert. […] Toralf Staud und Johannes Radke bleiben wohltuend sachlich, weder über- noch unterschätzen sie die Gefahr von Rechts.“[2]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auf dem Moped in die Freiheit – Wendegeschichten aus der Altmark. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2000, ISBN 3-89812-060-0.
  • Moderne Nazis. Die neuen Rechten und der Aufstieg der NPD. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2005, ISBN 3-462-03638-6 (PDF; 1,9 MB).
  • Mit Nick Reimer: Wir Klimaretter – so ist die Wende noch zu schaffen. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2007, ISBN 978-3-462-03908-5.
  • Grün, grün, grün ist alles, was wir kaufen. Lügen, bis das Image stimmt. Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-462-04106-4.
  • Mit Holger Kulick: Das Buch gegen Nazis. Rechtsextremismus – was man wissen muss und wie man sich wehren kann. Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-462-04160-6.
  • Mit Johannes Radke: Neue Nazis: Jenseits der NPD: Populisten, Autonome Nationalisten und der Terror von rechts. 250 S., Kiepenheuer & Witsch, Köln 2012, ISBN 978-3-462-04455-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Otto Brenner Preis 2012 Medienprojektpreis – Toralf Staud und Nick Reimer
  2. Deutschlandfunk, Andruck - Das Magazin für politische Literatur über das Buch "Neue Nazis" von Toralf Staud und Johannes Radke