Torija

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Gemeinde Torija
Wappen Karte von Spanien
100x150px|Wappen von Torija
Torija (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilienla ManchaKastilien-La Mancha Kastilien-La Mancha
Provinz: Guadalajara
Comarca: La Alcarria
Koordinaten 40° 45′ N, 3° 2′ WKoordinaten: 40° 45′ N, 3° 2′ W
Höhe: 958 msnm
Fläche: 35,28 km²
Einwohner: 1.424 (1. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 40,36 Einw./km²
Postleitzahl: 19190
Gemeindenummer (INE): 19274 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Ayuntamiento de Torija www.torija.com/ Ayuntamiento de Torija
Torija – Burg (castillo)

Torija ist eine Kleinstadt in der Provinz Guadalajara in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-La Mancha (Spanien).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torija liegt auf einer Höhe von etwa 960 Metern ü. d. M. am Ende eines fruchtbaren Tales im gebirgigen Westen der Provinz Guadalajara. Die Provinzhauptstadt Guadalajara liegt etwa 20 Kilometer in nordöstlicher Richtung entfernt; die spanische Hauptstadt Madrid befindet sich gut 75 Kilometer in südwestlicher Richtung.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 2009 2012
Einwohner 1.283 1.660

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher war Torija das handwerkliche und merkantile Zentrum der von der Landwirtschaft geprägten Region. Mit der Mechanisierung und dem Niedergang der Landwirtschaft erhofften sich viele ein besseres Leben in der Stadt, in der jedoch nur Kleinunternehmen entstanden sind – industrielle Arbeitsplätze fehlen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl archäologische Funde bislang fehlen, ist davon auszugehen, dass das Tal von Torija bereits in prähistorischer Zeit besiedelt war. Auch von Römern, Westgoten und aus der Zeit der islamischen Herrschaft fehlen entsprechende Zeugnisse.

Die Burg - Castillo de Torija[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Castillo de Torija

Im 14. und 15. Jahrhundert, also der Spätzeit der Reconquista, siedelte sich hier eine der bedeutendsten Familien Kastiliens an – die Mendozas. Diese ließen die imposante Burg erbauen, die zum Wahrzeichen der Stadt wurde. Auf dem Platz vor der Burg fanden im ausgehenden Mittelalter und in der frühen Neuzeit regionale Viehmärkte und Stierkämpfe (corridas) statt. Im 16. Jahrhundert beherbergte sie Karl V. und Philipp II. als Gäste; danach wurde sie nicht mehr genutzt und verfiel allmählich. Während des Spanischen Bürgerkrieges bezogen die republikanischen Generäle Enrique Líster und Hans Kahle während der Schlacht von Guadalajara in der Burgruine Quartier über die Dauer des März 1937.

Ende der 1950er Jahre begann man den Wiederaufbau des Castillo de Torija zu planen und die Finanzierung einzuschätzen. 1960 folgten die ersten Schritte zur Umsetzung des Rekonstruktionsvorhabens; im Jahr 1961 wurde mit den ersten Arbeiten begonnen, die über acht Jahre bis 1968 fortdauerten. Allerdings erachtete man auch, einige nicht dringliche Arbeiten zur Ausführung im 21. Jahrhundert vorzusehen.

Die Größenordnungen der zeitlich gestreckten Bauphasen betrugen für den Wiederaufbau bzw. die Rekonstruktion des Castillo und die zugehörigen Aussenanlagen:

  • 1961 Rekonstruktionsphase Nr. 1 mit 499.840 Pesetas
  • 1962 Rekonstruktionsphase Nr. 2 mit 997.980 Pesetas
  • 1962 Rekonstruktionsphase Nr. 3 mit 497.750 Pesetas
  • 1963 Rekonstruktionsphase Nr. 4 mit 1.488.220 Pesetas
  • 1964 Für die Restaurierung des Turmes 3.643.050 Pesetas
  • 1968 Aussenanlagen, Rampe, Gehwege 720.910 Pesetas

Die Gesamtsumme betrug 7.847.750 Pesetas, was unter Berücksichtigung der spanischen Inflationsrate einen Geldwert von etwas über 600.000 Euro (2018) bedeutet. Diese Arbeiten von 1961 bis 1968 waren so erfolgreich abgeschlossen, das 1969 die Anerkennung als geschütztes Denkmal in Spanien erfolgen konnte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Burg (castillo) ist ein imposanter Bau aus spätmittelalterlicher Zeit, von welchem beinahe nur noch die Außenmauern (Kurtinen) und die runden Ecktürme erhalten sind, zwischen die Wehrgänge (maschikulis) gespannt sind, die sowohl über die Ecktürme als auch über kleine mittige Wendeltreppen erreicht werden konnten. In der Nordostecke erhebt sich der von vier engen Treppentürmchen eingefasste Donjon (torre de homenaje). Die Burg steht auf felsigem Untergrund mitten im Ort.
  • Die dreischiffige Maria-Himmelfahrt-Kirche (Iglesia de la Asunción de Nuestra Señora) stammt ursprünglich aus dem frühen 16. Jahrhundert – aus dieser Zeit stammen noch das Portal auf der Südseite und die Außenmauern der Kirche und des Turms. Das Innere der Kirche wurde jedoch im 18. und im 20. Jahrhundert gründlich überarbeitet.
  • Der Hauptplatz (plaza de la villa) ist von zweigeschossigen Arkaden- bzw. Holzständerhäusern umstellt. In einer Ecke des Platzes erhebt sich der viereckige Bergfried der Burg.
  • Eine Gerichtssäule (rollo jurisdiccional oder picota) hat sich ebenfalls erhalten; sie scheint aus antiken Spolien zusammengefügt worden zu sein.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Torija – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).