Torsten Kienass

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DeutschlandDeutschland  Torsten Kienass Eishockeyspieler
Geburtsdatum 23. Februar 1971
Geburtsort Berlin, DDR
Spitzname Keenee
Größe 182 cm
Gewicht 91 kg
Position Verteidiger
Schusshand Rechts
Draft
NHL Entry Draft 1991, 12. Runde, 260. Position
Boston Bruins
Karrierestationen
bis 1992 EHC Dynamo Berlin
1992–1993 EC Ratingen
1993–1996 Düsseldorfer EG
1996–1997 Nürnberg Ice Tigers
1997–2000 Moskitos Essen
2000–2003 DEG Metro Stars
2003–2008 Füchse Duisburg

Torsten Kienass (* 23. Februar 1971 in Berlin, DDR) ist ein ehemaliger deutscher Eishockeyspieler, der in seiner aktiven Zeit von 1988 bis 2008 unter anderem für die Düsseldorfer EG, Nürnberg Ice Tigers, Moskitos Essen und Füchse Duisburg in der Deutschen Eishockey Liga spielte.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kienass begann seine Eishockeykarriere in der Nachwuchsabteilung von Dynamo Berlin. Im Alter von 20 Jahren wurde er im NHL Entry Draft 1991 von den Boston Bruins aus der National Hockey League in der zwölften Runde an insgesamt 260. Stelle ausgewählt. Er entschied sich jedoch gegen ein Engagement bei den Nordamerikanern, da er zu diesem Zeitpunkt seine Lehre abschließen wollte.[1] In der Herrenmannschaft des EHC Dynamo spielte Kienass bis 1992, ehe er zunächst für ein Jahr zu den Ratinger Löwen ging. 1993 erfolgte schließlich der Wechsel zur Düsseldorfer EG, bei denen sich der Verteidiger einen Stammplatz erkämpfte und in der Saison 1995/96 die den deutschen Meistertitel mit den Rheinländern gewann.

Nach einem kurzen Gastspiel bei den Nürnberg Ice Tigers verpflichteten die Moskitos Essen den Rechtsschützen, mit denen er unter anderem 1999 die Deutsche Zweitligameisterschaft gewann und den Aufstieg in die DEL erreichte. Nach dem sportlichen Abstieg aus der DEL ein Jahr später – dem die Essener am „Grünen Tisch“ entgehen konnten – ging Kienass zur Düsseldorfer EG zurück und spielte dort weitere drei Jahre. Die letzte Station seiner aktiven Karriere waren die Füchse Duisburg, zu denen er 2003 ging und bis 2008 auf dem Eis stand. Sportlich konnte er hierbei 2005 die Deutsche Zweitligameisterschaft und den Aufstieg in die DEL erreichen. Aufgrund einer langwierigen Schulterverletzung musste Kienass schließlich 2008 seine Karriere beenden.[2]

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die DDR nahm Kienass an den B-Weltmeisterschaften 1989 und 1990 teil. Für die deutsche Nationalmannschaft nahm er an den A-Weltmeisterschaften 1993, 1994, 1995, 1996 und 1997 teil. Zudem stand er im Aufgebot Deutschlands bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville und 1994 in Lillehammer, wobei er bei den Winterspielen 1992 ohne Einsatz blieb sowie 1996 beim World Cup of Hockey. Insgesamt bestritt er 97 A-Länderspiele für Deutschland.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEL-Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saisons Spiele Tore Assists Punkte Strafminuten
Hauptrunde 10 401 20 56 76 136
Playoffs 4 37 4 9 13 14
Relegation 2 17 1 3 4 4

Das „Kienass-Urteil“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Namen wurde ein sportrechtlich richtungsweisendes Gerichtsurteil benannt, dass häufig in einem Atemzug mit dem Bosman-Urteil genannt wird.

Kienass wurde 1992 von seinem damaligen Verein EHC Dynamo Berlin außerordentlich gekündigt und sein neuer Verein mit einer Forderung von etwa 140.000 DM Ablöse konfrontiert. Diese Transfersumme wurde gerichtlich angefochten und letztlich 1996 vom Bundesarbeitsgericht für rechtswidrig erklärt.

Nach dem Bosman-Urteil, welches 1995 Ablösesummen bei Wechseln von Profisportlern nach deren Vertragsende in andere EU-Länder für rechtswidrig erklärte, setzte dieser Spruch eine entsprechende Regelung auch für innerdeutsche Transfers in die Rechtspraxis um.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. del.org: Torsten Kienass – Ballacks Glück (Memento vom 20. Oktober 2007 im Internet Archive), Zugriff am 15. November 2011.
  2. Klaus Offergeld in derwesten.de: Das pure Glück, Zugriff am 31. Juli 2009.
  3. Prof. Dr. Bernhard Pfister, Bayreuth: Das Bosman-Urteil des EuGH und das Kienass-Urteil des BAG (PDF; 84 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]