Toruń

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Toruń
Wappen von Toruń
Toruń (Polen)
Toruń
Toruń
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Kreisfreie Stadt
Fläche: 115,75 km²
Geographische Lage: 53° 1′ N, 18° 36′ OKoordinaten: 53° 0′ 37″ N, 18° 36′ 26″ O
Höhe: 65 m n.p.m.
Einwohner: 202.521
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 87-100 bis 87-120
Telefonvorwahl: (+48) 56
Kfz-Kennzeichen: CT
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Posen–Toruń–Olsztyn
Bydgoszcz–Toruń–Warschau
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 115,75 km²
Einwohner: 202.521
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 1750 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0463011
Verwaltung (Stand: 2015)
Stadtpräsident: Michał Zaleski[2]
Adresse: Wały Sikorskiego 8
87-100 Toruń
Webpräsenz: www.torun.pl



Toruń ([ˈtɔruɲ] Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i), deutsch Thorn, ist – neben Bydgoszcz (Bromberg) – eine der beiden Hauptstädte der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Die kreisfreie Stadt mit vielen Gebäuden der norddeutschen Backsteingotik ist Sitz des Woiwodschaftsparlaments (Sejmik), des Woiwodschaftsmarschalls mit seiner Regierung, der Universität Toruń sowie des römisch-katholischen Bistums Thorn.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im Kulmerland im breiten Flusstal der schiffbaren Weichsel, 45 Kilometer südöstlich von Bydgoszcz (Bromberg), 57 km südlich von Grudziądz (Graudenz) und 39 Kilometer südlich von Chełmno (Culm). Sie ist umgeben von ausgedehnten Waldgebieten, die besonders im Südwesten geschlossen sind. Die Landschaft ist flach und nur wenig gegliedert, die Höhenunterschiede liegen bei 10 Meter.

Das Stadtgebiet beträgt mit zugehörigen Stadtteilen und eingemeindeten Ortschaften 115 km² zu beiden Seiten des Flusses. Von Norden nach Süden dehnt sie sich auf 12,7 km und von West nach Ost auf 17,5 km aus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptsiegel der Altstadt Thorn aus dem 13./14. Jahrhundert. Es zeigt die Mutter Jesu, die Schutzherrin des Deutschen Ordens, unter einem von zwei Türmen flankierten Torbogen auf einem Thron sitzend, mit der Umschrift SIGILLVM BURGENSIUM IN THORVN.[3]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thorn entstand 1231 als erste Siedlung im Kulmerland unter Verwaltung des Deutschen Ordens. Ursprünglich lag diese im Bereich des späteren Dorfes Alt-Thorn (poln. Stary Toruń, seit dem Ende des 20. Jahrhunderts Stadtteil Starotoruńskie Przedmieście), rund 7,5 km westlich der heutigen Stadt, wurde jedoch aufgrund der permanenten Überschwemmungsgefahr 1236 an den heutigen Standort verlegt. Der Deutsche Orden war vom polnischen Herzog Konrad von Masowien ins Land gerufen worden, um die in der Gegend wohnenden heidnischen baltischen Pruzzen zu christianisieren. Aktiv wurde der Orden aber erst, nachdem Kaiser Friedrich II. ihm 1226 das Herrschaftsrecht über das zu erobernde Land zugesichert hatte. Den Grundstein zu der Stadt Thorn legte 1231 der Landmeister Hermann von Balk. Einwanderer aus Westfalen bevölkerten die Stadt, die am 28. Dezember 1233 mit der Kulmer Handfeste das Stadtrecht erhielt. Thorn ist die älteste Stadt Preußens.[4] 1260 wurde die Burg Thorn erbaut. Ihren Namen erhielt die Stadt angeblich nach der Festung und Baronie Toron, einer Kreuzfahrerburg des Deutschen Ordens im Heiligen Land. In alten Dokumenten heißt die Stadt Thoren.

Im 14. Jahrhundert trat Thorn der Hanse bei und gehörte somit wie Elbing, Danzig, Königsberg und Kulm zu den Hansestädten. 1367 trat Thorn der Kölner Konföderation von Hansestädten bei. Das Bestreben des Ordens, gleichzeitig seine Landesherrschaft auszudehnen und den Handel zu kontrollieren, führte zu kriegerischen Konflikten und einer Allianz der deutschen Handelsstädte mit dem Königreich Polen. 1411 wurde der Erste Thorner Frieden zwischen dem polnischen König Władysław II. Jagiełło und dem Deutschen Orden geschlossen. Bei neuen Auseinandersetzungen wurde 1454 die Ordensburg in Thorn vom Preußischen Bund erobert und von seinen Bürgern zerstört.

Nach dem Dreizehnjährigen Städtekrieg wurde am 19. Oktober 1466 der Zweite Thorner Frieden mit dem Deutschen Orden geschlossen. Danach musste der Ordensstaat große Gebiete rund um die untere Weichsel an das autonome Preußen Königlichen Anteils abtreten, das sich freiwillig der Oberhoheit der polnischen Krone unterstellt hatte. Die Städte Thorn, Danzig und Elbing wurden als „Quartierstädte“ des Hansebundes polnisch-preußische Stadtrepubliken mit politischer Vertretung im Sejm.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lageplan von Thorn an der Weichsel (Matthäus Merian, 1641)

Als Sohn einer Kaufmannsfamilie wurde 1473 der berühmteste Sohn der Stadt, der spätere Astronom Nikolaus Kopernikus, hier geboren und besuchte die ortsansässige Johannis-Schule, eine Lateinschule.

Zeitweilige Versuche des Hochmeisters Albrecht von Brandenburg-Ansbach, die königlich-polnischen Gebiete Preußens für den Deutschen Orden zurückzuerobern, endeten nach dem erfolglosen Reiterkrieg mit dem Waffenstillstand zu Thorn am 5. April 1521. Auf einer anschließenden Reise nach Süddeutschland fand Albrecht keine Unterstützung für seine bisherigen Pläne und entschloss sich, im Ordensstaat Preußen die Reformation einzuführen und ihn fortan als Herzog zu regieren. Weil er dafür die Unterstützung König Sigismunds I. von Polen, seines Onkels, brauchte, schloss er mit diesem am 8. April 1525 den Vertrag von Krakau, huldigte ihm, wurde von ihm als weltlicher Herzog in Preußen anerkannt und erhielt zudem eine privilegierte Stellung im polnischen Senat.

1557 nahmen Rat und Bürgerschaft die Reformation an. Die Marienschule wurde 1558 zu einem Gymnasium erhoben. Auf Veranlassung des polnischen Königs Władysław IV. Wasa wurde 1645 unter dem Vorsitz des polnischen Kanzlers Jerzy Ossoliński das Thorner Religionsgespräch (Colloquium charitativum) zur Verständigung von Katholiken und Protestanten veranstaltet.[5] Daran nahmen unter anderem Georg Calixt und Michael Behm teil. Im späten 17. Jahrhundert war der aus Lyck (Ełk) stammende Christoph Hartknoch, ein bedeutender Historiker der Geschichte des Ordensstaates Preußen und Polen-Litauens, Direktor des 1568 gegründeten Thorner Gymnasiums.

Kupferstich von Christoph Hartknoch: Thorn. In: Alt- und neues Preussen, 1684

Während des Großen Nordischen Krieges sah sich Toruń vom 26. Mai bis 14. Oktober 1703 einer Belagerung durch die Armee des schwedischen Königs Karl XII. ausgesetzt. Die 6.000 Mann zählende Garnison, die aus sächsischen Soldaten Augusts des Starken, des Kurfürsten von Sachsen und Königs von Polen, bestand, konnte den Fall der Stadt letztlich nicht verhindern.[6] Durch den schwedischen Beschuss hatten nicht nur die Befestigungsanlagen der Stadt, sondern auch ihre Häuser schwere Schäden erlitten. Das altstädtische Rathaus war infolge des Beschusses ausgebrannt, ebenso fast die gesamte Westseite des altstädtischen Marktes und weitere Häuser. Zahlreiche andere Gebäude waren zum Teil schwer beschädigt worden. Die Stadtbefestigung wurde nach der Einnahme von den Schweden geschleift. Die Kriegsschäden und die in den Folgejahren mehrmals zu zahlenden Kontributionen ließen die Stadt für lange Zeit verarmen. Überdies wurde Thorn im August und September 1708 von einer Pestepidmenie heimgesucht, die bis 1710 andauerte und in der Stadt und ihrer Umgebung rund 4.000 Todesopfer forderte.[7][8][9]

Bei der Fronleichnamsprozession am 16. Juli 1724 kam es zu Streitigkeiten zwischen den Jesuitenzöglingen und den Schülern des protestantischen Gymnasiums. Aus diesem Tumult heraus wurde das Jesuitenkloster gestürmt und verwüstet. Die Regierung des polnischen Königs August der Starken führte daraufhin ein Verfahren gegen die Stadt, ließ den Bürgermeister Johann Gottfried Rösner und neun weitere Bürger am 7. Dezember 1724 enthaupten (Thorner Blutgericht) und bestimmte, dass der Magistrat künftig zur Hälfte aus Katholiken bestehen müsse und die Marienkirche den Katholiken zu übergeben sei.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dambski-Palais
Stadttheater in Thorn, um 1915

Wie Danzig kam Thorn 1793 im Rahmen der Teilungen Polens zum Königreich Preußen.[10] Durch den Frieden von Tilsit kam Thorn 1807 zum vorübergehend als Herzogtum Warschau wiederhergestellten Polen. Am 16. April 1813 kapitulierte die Besatzung Thorns unter dem französischen General Pointcoin[11] nach mehrtägiger Belagerung. 100 französische, 400 polnische und 3500 bayerische Soldaten legten vor den russischen und preußischen Truppen die Waffen nieder; die Stadt hatte unter dem vom 10. bis zum 16. April andauernden Bombardement der Belagerer sehr gelitten.[12] Durch die Wiener Kongressakte von 1815 kam es wiederum an Preußen, das es ab 1818 zur Festung ausbaute. Am 21. Juni 1815 hatte die preußische Regierung Thorn dem westpreußischen Regierungspräsidenten in Marienwerder unterstellt. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts verfügte Thorn über ein Gymnasium mit angeschlossener Realschule.[13]

Im Jahr 1864 war die Besatzung der Festung Thorn 2111 Mann stark.[14] Im Jahr 1905 bestand die Garnison aus drei Infanterieregimentern (Nr. 21, Nr. 61 und Nr. 176), dem Ulanen-Regiment von Schmidt (1. Pommersches) Nr. 4, je einem Bataillon des 1. Westpreußisches Fußartillerie-Regiment Nr. 11 und des 2. Pommersches Fußartillerie-Regiment Nr. 15 und Westpreußisches Pionierbataillon Nr. 17.[15]

Zum Ende des 19. Jahrhunderts erlebte Thorn nach dem Bau der Preußischen Ostbahn einen wirtschaftlichen Aufschwung. Eine Spezialität waren die Thorner Kathrinchen (Pfefferkuchen). Im Jahr 1885 hatte Thorn mit der Garnison 23.906 – überwiegend evangelische – Einwohner. Die Einwohnerzahl wuchs bis zur Volkszählung von 1910 auf 46.000, davon waren etwa 67 Prozent deutschsprachig und etwa 32 Prozent polnischsprachig. Weil er von Deutschen bzw. Polen hartnäckig als Angehöriger der eigenen Ethnie beansprucht wurde, beging man den 400. bzw. 450. Geburtstag des größten Sohnes der Stadt, Nikolaus Kopernikus, in den Jahren 1873 und 1923 in Thorn jeweils separat bei den deutschen und polnischen Stadtbewohnern.

Józef-Piłsudski-Brücke

Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde Thorn mit dem größten Teil der Provinz Westpreußen aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1920 an die Zweite Polnische Republik abgetreten (Polnischer Korridor). In dieser Zeit war Thorn Hauptstadt der Woiwodschaft Großpommern (Województwo Wielkopomorskie). Aufgrund starker Abwanderung von Deutschen in der Zwischenkriegszeit sowie anhaltender Polonisierung sank der Anteil der deutschen Bevölkerung in der Stadt auf vier Prozent 1939. Im Jahr 1934 wurde aus Stahlfachwerkbögen der 1929 demontierten Münsterwalder Weichselbrücke (siehe Abschnitt Verkehr: Brücken) in Thorn eine neue Weichselbrücke fertiggestellt.

Nach dem Überfall auf Polen im September 1939 wurde Thorn zusammen mit dem Polnischen Korridor vom Deutschen Reich annektiert; die Stadt Thorn wurde dem Regierungsbezirk Bromberg im Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet. 1940 wurde die Ingenieurschule für Luftfahrttechnik (IfL) nach Thorn verlegt.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region und die weitgehend von Kriegsschäden verschonte Stadt. Die Stadt wurde wieder Teil Polens. Bei der Wiederherstellung der Woiwodschaft Großpommern ab 14. März 1945 blieb Toruń zunächst die Hauptstadt. Im Zuge der Verkleinerung der Woiwodschaft am 7. April 1945, wobei auch das ‚Groß‘ im Namen fortfiel, wurde der Hauptstadtsitz nach Bromberg (Bydgoszcz) verlegt. Die deutsche Bevölkerung floh oder wurde vertrieben.

1997 wurde die mittelalterliche Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.[16]

Seit 1999 ist Toruń Sitz des Sejmik der Woiwodschaft Kujawien-Pommern, der Woiwode hat seinen Sitz in Bydgoszcz.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1768 etwa 1.000 meistens Protestanten, nach starker Bevölkerungsverminderung durch Pest 1708–1710[17]
1793 05.570 [18]
1806 08.954 [18]
1815 07.095 nach der Bevölkerungsverminderung durch die Napoleonischen Kriege[18]
1828 11.265 [18]
1831 08.631 [19]
1852 13.113 [20]
1864 14.106 ohne das Militär (2.111 Personen),[14] davon 7.977 Protestanten und 5.134 Katholiken[21]
1871 16.620 davon 9.200 Evangelische, 6.200 Katholiken und 1.100 Juden (2.780 Polen)[22]
1875 18.631 [23]
1880 20.617 [23]
1885 23.906 [23]
1890 27.018 davon 15.681 Protestanten, 10.014 Katholiken, 1.271 Juden und 52 Sonstige (3.500 Polen)[23]
1900 29.635 davon 16.752 Protestanten, 11.571 Katholiken und 1.312 Sonstige einschl. der Juden[23]
1905 31.801 mit der Garnison[24][15], davon 17.510 Protestanten, 13.023 Katholiken und 1.092 Juden (nach Einverleibung des Dorfes Mocker 1906: 43.435 Einwohner)[24]
1910 46.227 davon 22.967 Protestanten, 21.742 Katholiken und
1.518 Sonstige einschl. der Juden[23] (30.510 Deutsche)[25]
1931 54.280 davon etwa 3.000 Deutsche, im Vergleich zu 30.510 Deutschen im Jahr 1910[25]
1943 78.224 [18]
Einwohnerzahlen seit 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
2009 205.934

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Altstadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Bis auf einen Straßenzug aus dem späten 19. Jahrhundert ist fast die gesamte Bebauung mittelalterlich. Der historische Bereich besteht aus der Altstadt (Stadtrecht 1231/33) und der als eine Handwerkersiedlung entstandenen Neustadt (Stadtrecht 1246). Später wurde letztere in die Altstadt eingemeindet. Zwischen beiden liegt das Schloss (jetzt Ruine) des Deutschen Ordens.

Altstädtisches Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Der große Bau auf dem Altstadtmarkt in der Backsteingotik wurde im 13. Jahrhundert errichtet und im Laufe der Jahre bis ins 18. Jahrhundert im Barockstil umgebaut. Während der Belagerung von Thorn durch Karl XII. von Schweden brannte das Rathaus am 14. September 1703 nieder, und ein Großteil der darin aufbewahrten Dokumente wurde ein Raub der Flammen. So verbrannten die Acta consularia, die seit 1345 geführt worden waren, ferner die Bürgerbücher, das Kürbuch und viele andere für die Geschichte der Stadt und für die Biographie des Kopernikus wichtige Dokumente.[26] Bedingt durch die Kriegsschäden, die immer wieder zu zahlenden Kontributionen und die 1708 ausgebrochene Pest, welche die Stadt verarmen ließen, zog sich die Wiederherstellung des Rathauses über einen langen Zeitraum hin. Der Beschluss zur Wiederherstellung war 1722 gefasst worden, doch erst fünf Jahre später konnte das Gebäude wieder mit einem Dach versehen werden. Endgültig abgeschlossen waren die Wiederherstellungsarbeiten erst im Jahr 1737.[27] Im 19. Jahrhundert wurde das Rathaus um eine Etage aufgestockt, so einfühlsam, dass dies nur Eingeweihten auffällt. Früher war es ein Verwaltungs- und Handelszentrum, gegenwärtig befindet sich dort das Heimatmuseum. Zum Rathaus gehört ein 40 Meter hoher Turm, der zur Stadtbesichtigung zugänglich ist. Das Gebäude ist das architektonische Vorbild für das Rote Rathaus in Berlin. Vor dem Rathaus befindet sich ein Nikolaus-Kopernikus-Denkmal und die Darstellung eines Flissaken; diese Weichselflößer rasteten bis ins frühe 20. Jahrhundert auf den Stufen des Kopernikusdenkmals.

Dom St. Johannes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sowohl Johannes dem Täufer als auch dem Evangelisten Johannes geweihte Kirche aus dem 13. Jahrhundert ist eines der ältesten Sakralgebäude im Kulmerland. Schon immer war diese Kirche die wichtigste in der Stadt, zunächst als Pfarrkirche der Toruńer Altstadt, dann als Hauptgotteshaus der vereinigten Alt- und Neustadt und schließlich als Dom der neu eingerichteten Toruńer Diözese. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Kirche fortlaufend ausgebaut. Die Arbeiten wurden kurzzeitig unterbrochen, weil 1351 ein Brand einen Teil des Gotteshauses zerstörte. Am Nord- und Südschiff wurden einige Kapellen angebaut. Auf diese Weise wurde die Kirche verbreitert und bis auf 56,2 Meter verlängert und sie erhielt eine Arkade an der Westseite und einen Turm. Das Gotteshaus wurde auf die gegenwärtige Höhe von 27,3 Metern gebracht. Im Jahre 1406 stürzte der Kirchturm ein. Bald begann der Bau des neuen Turmes mit einer Höhe von 52 Metern. Die Arbeiten standen unter Leitung des Baumeisters Johann Gotland und waren bis 1433 vollendet. Im 15. Jahrhundert erhielt Baukörper der Kirche, der mit seiner Größe und Dekorationsfülle imponiert, seine endgültige Gestalt. Charakteristisch ist der Klang der Kirchenglocke, 1500 in einer Toruńer Glockengießerei hergestellt, die Tuba Dei[28] genannt wird. Sie hat einen Durchmesser von 2,17 Meter und ein Gewicht von 7200 Kilogramm. Sie ist jetzt die zweitgrößte Glocke Polens. Im Jahr 1530 übernahmen Protestanten infolge der Reformation die Kirche. Von 1583 bis 1596 nutzten Protestanten und Katholiken sie gemeinsam. In diesen Jahren wurde das Innere der Kirche verputzt und übertüncht, wobei die Wandgemälde des 14. und 15. Jahrhunderts verschwanden. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind die Gemälde teilweise wieder freigelegt und sichtbar (hauptsächlich im Presbyterium und an der Ostwand). Sie zeugen vom Reichtum der mittelalterlichen Ausschmückung der Wände. Als Eingang in die Kirche dient die mit einer zierlichen Ziegel-Attika geschmückte Nordvorhalle. Das Innere wird von den gewaltigen Kirchenschiffen, den Sterngewölben und einer reichen Ausstattung beherrscht.

Marienkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gotteshaus heißt mit vollständigem Namen: Kirche der Himmelfahrt der Jungfrau Maria (poln.: Kościoł Wniebowzięcia WNP)[29] Gotische Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit historischen Wandgemälden (um 1380). Dort befindet sich auch das Mausoleum von 1636 für Prinzessin Anna Wasa von Schweden (* 7. Mai 1568; † 26. Februar 1625), Schwester des polnischen und schwedischen Königs Sigismund III. Wasa. Die Kirche ist 27 m hoch und ein Beispiel der so genannten „Hohen Halle“. Sie hat drei gleich hohe Schiffe mit Sterngewölben. Die Kirche wurde ohne Turm ausgeführt, weil die bauausführenden Franziskaner das als Ordensregel hatten. Das erhaltene Chorgestühl stammt aus dem 15. Jahrhundert. Aus der Klosterzeit hat sie im Zugangsbereich noch die Reste eines Kreuzganges.

Weitere bedeutende Einzelbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jakobskirche
Ordensburg mit restauriertem Dansker
Wilhelminische Hauptpost
  • Jakobskirche, als Pfarrkirche der Neustadt 1309 errichtet
  • Heilig-Geist-Kirche, dreischiffiges spätbarockes Bauwerk, ehemals evangelische Stadtpfarrkirche. Wegen der städtischen Auflagen wurde der Kirchturm erst Ende des 19. Jahrhunderts von Hugo Hartung neobarock ergänzt. Seit 1945 ist die Kirche im Besitz der Jesuiten.
  • Artushof
  • Ruine der Ordensburg Thorn des Deutschen Ritterordens aus dem 14. Jahrhundert, wobei älteste Gebäudeteile archäologisch um 1240 datiert werden. Ungewöhnliche Dreiecksform mit östlich vorgelagertem Dansker, der als Wehrturm aber auch mit der Brücke über dem Kanal als Toilette diente.
  • Junkerhof
  • „Haus zum Stern“ am Altstadtmarkt, barockes Bürgerhaus des 15. Jahrhunderts, eines der besterhaltenen Gebäude dieser Epoche mit filigraner Fassadengestaltung.
  • Das „Esken-Palais“, auch „Roter Speicher“, wegen der roten Backsteine genannt, stammt von 1590. Das Palais wurde im 19. Jahrhundert zum Speicher umgebaut
  • Das „Dambski-Palais“ aus dem Barock, erbaut 1693 als Sitz des Bischofs. Mit reichen Fassadengliederungen und figürlichen Elementen
  • Das „Nikolaus-Kopernikus-Museum“, im Stil der Backsteingotik im 14. Jahrhundert erbautes Giebelhaus, in dem 1473 Kopernikus geboren wurde.
  • verschiedene Kornspeicher vom 14. bis 17. Jahrhundert
  • Verteidigungssystem aus dem 13. und 14. Jahrhundert mit Stadtmauer, einigen Basteien, Türmen und Stadttoren:
    • Nonnentor
    • Seglertor
    • Brückentor[30], auch Fährtor genannt
    • Schiefer Turm
    • Junkerhof
    • Bastei Monstranz
    • Bastei Katzenkopf
  • Befestigungsringe im Stadtvorfeld von 1824 und 1910 mit 12 Forts
  • Hauptpost
  • Stadttheater (jetzt Teatr im. Wilama Horzycy), erbaut 1903–1904 im Wiener Jugendstil vom Büro Fellner & Helmer, 842 Plätze

Baudenkmäler außerhalb der Altstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dybów

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtmuseum im Altstadtrathaus Muzeum Okręgowe – Ratusz Staromiejski, Adresse: Rynek Staromiejski 1
    • Ruine der Burg des Deutschen Ordens Ruiny Zamku Krzyżackiego in der Przedzamcze-Straße
    • Kopernikus-Haus Dom Kopernika in der Kopernika-Straße 15/17
    • Esken-Palais Czerwony Spichrz, war Sitz der angesehenen Thorner Bürgerfamilie
      Die Familie wurde von Erasm Esken, der im 15. Jahrhundert aus Friesland nach Thorn gekommen war, gegründet. Seit den 1990er Jahren ist es Museum für Stadtgeschichte.
  • Völkerkunde-Museum Muzeum Etnograficzne mit einem Artillerie-Zeughaus von 1824 am Rande der Altstadt in einer Parkanlage
    Es ist eine Freiluftsammlung von historischen bäuerlichen Holzgebäuden, überwiegend im 18. und 19. Jh. in Pommern entstanden und nun hier aufgestellt. Adresse: Wały, gen. Sikorskiego-Straße 19
  • Universitätsmuseum für Naturkunde in der Gagarina-Straße 9, präsentiert Ausstellungen zu den Themenbereichen:
    • Fauna- und Florasammlungen mit Exponaten aus aller Welt
    • Erdgeschichte
    • Zoologie mit Tierexponaten, unter anderem eine Überseefischzucht von Buntbarschen
  • Freilichtmuseum der Panzerfortifikation Festung Thorn
  • Pfefferkuchen-Museum (Muzeum Toruńskiego Piernika)

Regelmäßige Kulturveranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Es gibt ein regelmäßiges Musikfestival Probaltika, zu dem jedes Jahr im Mai Konzerte und Ausstellungen stattfinden.
  • Ein weiteres Musikfestival, Musik und Architektur, findet im Sommer statt. Die Konzerte werden aufgeführt, u. a. im Bürgerhaus Unter dem Stern am Altstadtmarkt, im Rathaus, im Artushof sowie in den Kirchen.
  • In Torun findet das Internationale Filmfestival „TOFIFEST“ statt, am 19. – 27. Oktober 2019 findet das Festival des unabhängigen Kinos zum 17ten Mal statt.[31]
  • Gemeinsam mit der Partnerstadt Göttingen verleiht Toruń alljährlich den Samuel-Bogumil-Linde-Preis zur Erinnerung an den Sohn der Stadt Samuel Bogumil Linde.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe von Toruń, in der Ortschaft Piwnice, befinden sich zwei Radioteleskope, eines mit 15 Metern Durchmesser, errichtet 1976, und eines mit 32 Metern Durchmesser, errichtet 1987. Letzteres wird auch im Rahmen von VLBI-Beobachtungen eingesetzt.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Thorner Katrinchen, ein Lebkuchengebäck, sollen im 16. Jahrhundert im Kloster von Thorn erfunden worden sein.

Stadtteile und Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtbezirke von Torún
polnischer Name Nr. im Plan deutscher Name
Starotoruńskie Przedmieście 01 noch als Dorf: Alt-Thorn
Barbarka 02 Barbarken (1942–1945 Barbarahof)
Bielany 03 Weißhof
Bydgoskie Przedmieście 04 Bromberger Vorstadt
Wrzosy 05 Schönwalde
Koniuchy 06
Chełmińskie Przedmieście 07 Culmer Vorstadt (1939–1945 Kulmer V.)
Rybaki (mit Port Drzewny) 08 Holzhafen
Stare Miasto 09 Altstadt
Katarzynka 10 Katharinenflur
Mokre 11 Mocker
Jakubskie Przedmieście 12 Jakobsvorstadt
Rubinkowo 13 Rubinkowo (1905–1945 Bachau)
Winnica 14 Weinberg
Grębocin nad Strugą 15 Gremboczyn (1909–1945 Gramtschen)
Bielawy 16 Austrieb
Na Skarpie 17 Treposch
Kaszczorek 18 Kaschorek (1942–1945 Hohenkloster)
Piaski (Kluczyki und Kępa Bazarowa) 19 Bazarkämpe
Podgórz 20 Podgorz (1942–1945 Amberg)
Glinki 21 Glinke
Stawki 22 Stewken
Rudak 23 Rudak (1942–1945 Rodeck)
Czerniewice 24 Czernewitz (1942–1945 Schwarzwalde)

Brücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücke Anfang des 20. Jahrhunderts
Piłsudski-Brücke, Altstadt und Nordende der Eisenbahnbrücke

Im 21. Jahrhundert gibt es in und bei Toruń vier Weichselbrücken:

  • Eisenbahnbrücke Ernest Malinowski am Ostrand der Innenstadt
  • Józef-Piłsudski-Straßenbrücke am Westrand der Altstadt
  • Autobahnbrücke 11 km stromaufwärts der Eisenbahnbrücke
  • Bau der vierten Brücke 2010–2013

Die erste Brücke über die Weichsel in der Stadt wurde 1500 gebaut und war damals die längste Holzbrücke Polens und eine der längsten in Europa. Ihr Nordende lag an der Grenze von Altstadt und Neustadt in der späteren Ulica Mostowa (Brückenstraße). 1872/1873 wurde am Ostrand der Innenstadt die stählerne Eisenbahnbrücke als kombinierte Bahn- und Straßenbrücke errichtet, mit einem Gleis und einer schmalen Fahrbahn. Ihre Stützpfeiler am Ufer waren mit gemauerten Türmchen und in Nischen eingestellte Skulpturen geschmückt.[32] Die Gestaltung erfolgte durch den Architekten Johann Heinrich Strack. Die Holzbrücke aus dem Jahr 1500 fiel 1877 einem Brand zum Opfer und wurde nicht wieder aufgebaut. Über fünf Jahrzehnte gab es wieder nur eine Weichselbrücke in der Stadt.

Pläne für den Bau einer neuen Straßenbrücke gab es schon vor 1918. Sie sollte am Nordende in die Seglerstraße (seit 1919 Źeglarska) in der Altstadt münden. Die Józef-Piłsudski-Brücke wurde aber erst 1928 bis 1934 am Westrand der Altstadt gebaut. Anschließend wurde die Eisenbahnbrücke für den Straßenverkehr gesperrt. Die Stahlkonstruktion der Straßenbrücke stammte von einer 1905–1909 gebauten Eisenbahnbrücke zwischen dem gerade polnisch gewordenen Opalenie (Münsterwalde) und der Stadt Marienwerder (eingemeindet als Kwidzyn), die durch ihre neu entstandene Grenzlage bedeutungslos geworden war und deren Material für zwei neue Brücken reichte. Aus der anderen Hälfte wurde in Konin eine Brücke über die Warthe gebaut.

Im Zweiten Weltkrieg wurden beide Thorner Weichselbrücken zweimal gesprengt, 1939 von der abrückenden polnischen Armee 15 Stunden vor der deutschen Besetzung, 1945 von der Wehrmacht, die vor der Roten Armee zurückweichen musste. Zwischenzeitlich war die Eisenbahnbrücke wieder hergerichtet und anstelle der stählernen Straßenbrücke provisorisch eine hölzerne errichtet worden. Nach dem Krieg wurde die Eisenbahnbrücke 1948 wieder aufgebaut, die Straßenbrücke 1950.

Die dritte Brücke, die Autobahnbrücke der polnischen A1 von Danzig nach Krakau liegt genau genommen südlich von Toruń knapp außerhalb der Stadtgrenzen. Sie wurde von 1992 bis 1998 zwischen den Dörfern Brzoza (Balkau) im Westen und Grabowiec (Grabowitz) im Osten bisher erst in halber Breite gebaut und nach der Polnische Heimatarmee (Armia Krajowa) benannt. Seit 2010 wurde sie auf die volle Breite ausgebaut, aber in der A1 klafft südlich der Brücke immer noch eine Lücke von Toruń bis hinter Kowal.

Im Herbst 2010 ist der Spatenstich für eine vierte Weichselbrücke zwischen den Stadtteilen Winnica (Weinberg) am rechten und Rudak am linken Weichselufer erfolgt. Diese Brücke wurde am Wochenende 6. bis 8. Dezember 2013 mit einem Brückenfest eingeweiht.[33]

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten Bahnhöfe der Stadt sind

  • Toruń Główny (Hauptbahnhof, ursprünglich „Thorn Vorstadt“, links der Weichsel gegenüber der Altstadt)
  • Toruń Miasto (Stadtbahnhof, rechts der Weichsel am Ostrand der Altstadt)

Bis 1920 führte die kürzeste Bahnverbindung von Berlin nach Warschau über Thorn.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenbahnhaltestelle in Thorn, 1913
Liniennetz der Toruńer Straßenbahn im Jahr 2014

Die Straßenbahn Toruń und Stadtomnibusse in Toruń werden von dem städtischen Verkehrsbetrieb Miejski Zakład Komunikacji w Toruniu (MZK Toruń) betrieben. Gemäß einem Vertrag vom 1. August 1890 eröffnete die in Berlin ansässige Gesellschaft Havestadt & Contag am 16. Mai 1891 die erste Straßenbahnlinie in Thorn als Pferdebahn. Die Linie verband den Stadtbahnhof (späterer Toruń Miasto) mit der damaligen Bromberger Vorstadt. Die Spurweite beträgt seitdem 1000 mm. Ab dem 1. Februar 1899 verkehrte auf derselben Linie die erste Elektrische. Neben den ersten fünf Triebwagen fuhren zunächst weiterhin von Pferden gezogene Wagen. Am 21. Dezember 1901 ging die Lizenz zum Betrieb der Thorner Straßenbahn an die Elektrizitätswerke Thorn über. Die Werke verlegten zwei weitere Linien Ende 1899, die am 23. Oktober 1907 in Betrieb genommen wurden. Im Jahr 1908 standen 15 Triebwagen und 3 Beiwagen zur Verfügung. Sogar während des Ersten Weltkriegs wurde der Wagenpark erweitert und eine Linie verlängert. Bald nach dem Übergang der Stadt unter polnische Hoheit wurden weitere neue Straßenbahnwagen gekauft. Ab dem 16. November 1924 kamen auch Stadtomnibusse zum Einsatz. Im ersten Quartal 1939 hatte das Straßenbahnnetz in Toruń eine Gesamtlänge von 19,5 km, davon 2,5 km ohne Linienverkehr.[34]

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Straßenbahnlinie zum Hauptbahnhof durch die Zerstörung der Józef-Piłsudski-Brücke unterbrochen, nach Bau einer hölzernen Behelfsbrücke durch eine Buslinie ersetzt. Nach dem Ende des Krieges, schon am 1. Mai 1945 konnte der Straßenbahnverkehr in der kaum zerstörten Stadt wieder aufgenommen werden, bis zum Ende des Monats wieder auf drei Linien. Ab dem 9. Februar 1946 wurden auch wieder Autobusse in Betrieb genommen. Die Beschaffung neuer Busse begann 1952. Ende der 1950er Jahre hatte Toruń drei Buslinien, Ende der 1960er derer acht.

In den Jahren 1969 bis 1972 wurde eine neue Straßenbahnstrecke zu dem Textilwerk Merinotex gebaut, 1970 die Strecke durch die Altstadt, Teil der allerersten Strecke, stillgelegt. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat das Straßenbahnnetz eine Länge von 22 km, auf denen vier Taglinien und eine Nachtlinie verkehren. Das städtische Busnetz umfasst 37 Tag- und 3 Nachtlinien. Die Fahrgastzahlen sind derzeit rückläufig: Im Jahr 1990 wurden 99,5 Millionen Personen befördert, im Jahre 2000 waren es 76 Millionen, 2008 nur noch 46,5 Millionen. Die neueste Strecke im Netz ist der 2014 eröffnete Abzweig zur Universität im Nordwesten der Stadt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Krajowa Spółka Cukrowa hat seinen Sitz in der Stadt und ist einer der größten Zuckerproduzenten Polens mit einem Produktionsanteil von 39,4 Prozent (Stand 2004/2005).
  • Der Elektronikkonzern Sharp betreibt in Toruń eine LCD-TV-Fabrik.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plaketten der Partnerstädte am Verwaltungsgebäude Torun

Toruń hat zwölf Partnerstädte:[35]

Stadt Land seit
Angers Blason d'Angers.svg FrankreichFrankreich Pays de la Loire, Frankreich 2016
Čadca Coat of arms of Čadca.png SlowenienSlowenien Kysuce, Slowenien 1996
Göttingen DEU Goettingen COA.svg DeutschlandDeutschland Niedersachsen, Deutschland 1978
Guilin China VolksrepublikVolksrepublik China Guangxi, Volksrepublik China 2010
Hämeenlinna Hämeenlinna.vaakuna.svg FinnlandFinnland Kanta-Häme, Finnland 1989
Kaliningrad Coat of arms of Kaliningrad.svg RusslandRussland Nordwestrussland, Russland 1995
Kaunas Coat of arms of Kaunas.svg LitauenLitauen Litauen 2016
Leiden Leiden wapen.svg NiederlandeNiederlande Südholland, Niederlande 1988
Luzk Herb Lutsk.svg UkraineUkraine Wolyn, Ukraine 2008
Novo Mesto COA-Novo mesto.gif SlowenienSlowenien Unterkrain, Slowenien 2009
Philadelphia Seal of Philadelphia, Pennsylvania.svg Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Pennsylvania, Vereinigte Staaten 1976
Swindon Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich England, Vereinigtes Königreich 2003

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekanntester Sohn Thorns ist Nikolaus Kopernikus, einer der bedeutendsten Astronomen der Neuzeit, der in seinem Hauptwerk De revolutionibus orbium coelestium das heliozentrische Weltbild des Sonnensystems formulierte.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Bergenroth (1817–1896), Altphilologe, Oberlehrer am Thorner Gymnasium, Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1331–1791[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1792–1918[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1919–1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1946[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Stadt verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Reihenfolge des Erscheinens

  • Erich Weise (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Ost- und Westpreußen (= Kröners Taschenausgabe. Band 317). Kröner, Stuttgart 1966, DNB 456882979, S. 221–225 (unveränderter Nachdruck 1981, ISBN 3-520-31701-X).
  • Horst Ernst Krüger: Thorn: Stadt und Land. Geschichte, Geschichten, Namen, Erinnerungen 1231–1981. Artushof-Vereinigung, Lüneburg 1981.
  • Peter Bansleben: Thorn – Königin der Weichsel, 1231–1981. Aus der 750jährigen Geschichte einer deutschen Stadt. Landsmannschaft Westpreußen, Landesgruppe Baden-Württemberg Stuttgart 1981 (= Begleitheft zur Jubiläumsausstellung „Thorn – Königin der Weichsel“).
  • Marian Biskup (Hrsg.): Toruń dawny i dzisiejszy. Zarys dziejów. Państwowe Wydawnictwo Naukowe, Warszawa 1983.
  • Marian Biskup (Hrsg.): Historia Torunia. Towarzystwa Naukowego w Toruniu (TNT), Toruń 1992–2006
    • Bd. 1: W czasach średniowiecza (do roku 1454). 1999.
    • Bd. 2/1: U schyłku średniowiecza i w początkach odrodzenia (1454–1548). 1992.
    • Bd. 2/2: W czasach renesansu, reformacji i wczesnego baroku (1548–1660). 1994.
    • Bd. 2/3: Mied̜zy barokiem i oświeceniem (1660–1793). 1996.
    • Bd. 3/1: W czasach zaboru pruskiego (1793–1920). 2003.
    • Bd. 3/2: W czasach Polski odrodzonej i okupacji niemieckiej (1920–1945). 2006.
  • Bohdan Rymaszewski, Stanisław Klimek: Thorn. Architektur und Geschichte. Via Nova, Toruń 1994, ISBN 83-901314-3-9.
  • Marian Arszyński, Tadeusz Zakrzewski: Toruń – Miasto i ludzie na dawnej fotografii (do 1939 roku) / Thorn – Stadt und Menschen auf alten Fotos. Towarzystwa Naukowego w Toruniu, Toruń 1995. ISBN 83-85196-61-7.
  • Antoni Czacharowski (Hrsg.): Atlas historyczny miast Polskich. Tom 1: Prusy Królewskie i Warmia, zeszyt 2: Toruń. Uniw. Mikołaja Kopernika 1995, ISBN 83-231-0664-9.
  • Bogusław Uziembło, Michał Woźniak: Thorn 1793–1920. Eine Stadt im Grenzraum. Muzeum Okręgowe, Toruń 1998. ISBN 83-87083-14-3.
  • Christofer Herrmann: Thorn – Stadtführer. Imhof, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-504-9 (D), ISBN 978-83-61049-36-4 (PL)
  • Frieder Monzer: Posen, Thorn, Bromberg, mit Großpolen, Kujawien und Südostpommern. Trescher, Berlin 2012, ISBN 978-3-89794-201-1.
  • Thorner Nachrichten, hrsg. von Michael Sodtke, Halbjahreszeitschrift, Lüneburg (seit 1967).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Toruń – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Thorn – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Website der Stadt, Prezydent Torunia, abgerufen am 7. Februar 2015
  3. Friedrich August Voßberg: Münzen und Siegel der preußischen Städte Danzig, Elbing, Thorn, so wie der Herzöge von Pomerellen im Mittelalter. Mit vielen Münz- und Siegel.Abbildungen. Berlin 1841, S. 29–30.
  4. Anton Friedrich Büsching: Auszug aus einer Erdbeschreibung. Erster Theil, welcher Europa und den nordlichen Theil von Asia enthält. Hamburg 1771, S. 162–166 (books.google.de).
  5. Beata Lakeberg: Thorn/Toruń. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. 10. Juli 2012.
  6. Tony Jaques: Dictionary of Battles an Sieges: A Guide to 8,500 Battles from Antiquity, S. 1014.
  7. H. Haeser: Historisch-pathologische Untersuchungen. Als Beiträge zur Geschichte der Volkskrankheiten. Band 2, Dresden und Leipzig 1841, S. 330 (books.google.de).
  8. Manasse Stöckel; Anmerckungen, welche bei der Pest, die Anno 1709. in Dantzig grassirte, beobachtet. Hamburg 1710, Abschnitt Von der Pest in genere ff.
  9. Jacob Heinrich Zernecke: Das verpestete Thorn, oder summarischer Auszug der Pestlilentz-Seuchen, womit nach Gottes Willen die Stadt Thorn von Anfang ihrer Erbauung biß an gegenwärtige Zeiten heimgesuchet ist. Thorn 1710, S. 23–27 (books.google.de).
  10. Leopold Prowe: Die Wiedervereinigung Thorn’s mit Preußen. In: Neue Preußische Provinzial-Blätter. Dritte Folge. Band 10, Königsberg 1865, S. 93–103 (books.google.de).
  11. napoleon-online.de
  12. napoleon-online.de
  13. L. Wiese: Das höhere Schulwesen in Preußen. Historisch-statistische Darstellung. Berlin 1864, S. 81 f. (books.google.de).
  14. a b Steinmann: Der Kreis Thorn – Statistische Beschreibung. Thorn 1866, S. 47 (books.google.de).
  15. a b Paul von Abeln: Stammliste der Königlich Preußischen Armee. Berlin 1905.
  16. whc.unesco.org
  17. Anton Friedrich Büsching: Neue Erdbeschreibung. Teil II, Schaffhausen 1768, S. 362–364, Nr. 4 (books.google.de).
  18. a b c d e Ernst Bahr et al. (1981), S. 225.
  19. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 413–416, Nr. 30 (books.google.de).
  20. Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 625 (books.google.de).
  21. E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder, Danzig 1868, S. 214–215, Nr. 248 (books.google.de).
  22. Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 51–52, Ziffer 6 (books.google.de).
  23. a b c d e f Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Provinz Westpreußen, Stadt- und Landkreis Thorn. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  24. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 19, Leipzig/Wien 1909, S. 501–502 (zeno.org).
  25. a b Der Große Brockhaus. 15. Auflage, Band 18, Leipzig 1934.
  26. Leopold Prowe: Zur Biographie von Nicolaus Copernicus. 1853.
  27. Antoni Czacharowski (Hrsg.): Atlas historyczny miast Polskich. Band 1: Prusy Królewskie i Warmia, zeszyt 2: Toruń. Uniw. Mikołaja Kopernika 1995, S. 17.
  28. Die Tuba Dei – eine berühmte Großglocke im polnischen Toruń
  29. MARIENKIRCHE (Eintrag zur Kirche auf der Stadt-Website [poln.])
  30. Historische Ansichtskarte des Brückentores, abgerufen am 26. Oktober 2015.
  31. TOFIFEST (offizielle Website, engl./poln.)
  32. Ansicht Detail der Weichsel-Eisenbahnbrücke im Jahr 1876 In: Zeitschrift für Bauwesen, Berlin, 1876; S. 16ff.
  33. Gazeta Pomorska (17. Dezember 2013): kritischer Bericht über die neue Weichselbrücke
  34. Geschichte des MZK Toruń (Memento vom 13. März 2012 im Internet Archive) (polnisch)
  35. Miasta bliźniacze Torunia ǀ www.torun.pl. Abgerufen am 24. April 2019.
  36. Max Rosenheyn: Ueber den Gymnasiallehrer Ernst Gottfried Garbe (gestorben zu Thorn 1839) als Dichter. In: Preußische Provinzial-Blätter. Band 24, Königsberg 1840, S. 264–271.
  37. P. Koch Jensen: Isidor Henius. In: Svend Cedergreen Bech, Svend Dahl (Hrsg.): Dansk biografisk leksikon. Begründet von Carl Frederik Bricka, fortgesetzt von Povl Engelstoft. 3. Auflage. Band 5: Frille–Hanssen. Gyldendal, Kopenhagen 1980, ISBN 87-01-77403-4 (dänisch, denstoredanske.dk – Stand: 18. Juli 2011).