Tosca (Software)

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Tosca Testsuite
TOSCA Logo.jpg
Entwickler Tricentis GmbH [1]
Aktuelle Version 10.0 [2]
(2016-11-02)
Betriebssystem Microsoft Windows
Programmiersprache Java, C#, VB6, C++
Kategorie Testautomation, Continuous Integration
Lizenz proprietär
deutschsprachig Ja
www.tricentis.com

Die Tosca Testsuite ist ein Software-Tool für die automatisierte Durchführung von Funktional- und Regressions-Tests an Software. Neben den Funktionen der Testautomatisierung beinhaltet Tosca ein integriertes Testmanagement, eine grafische Benutzeroberfläche (GUI) und eine Anwendungsprogrammierschnittstelle (API). Die Tosca Testsuite wird von dem österreichischen Softwareunternehmen TRICENTIS Technology & Consulting GmbH mit Sitz in Wien entwickelt. Tosca wurde 2011 als „Visionär“ in Gartner Inc.sMagic Quadrant for Integrated Software Quality Suites“ ausgezeichnet.[3] Den Status „Visionär“ bekam Sie bis 2014.[4] 2015 wurde der Tricentis Tosca Testsuite von Gartner im Magic Quadrant der Status „Leader“ verliehen.[5]

Architektur und Funktionsumfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tosca ist ein Toolset für Testmanagement, Testdesign, Testausführung und Testdatengenerierung für funktionale und Regressionstests.[6] Die Tosca Testsuite besteht aus:

  • dem Tosca Commander, das Ausführungstool der Testsuite dient dem Aufbau, der Verwaltung, Ausführung und Analyse von Testfällen.[7]
  • der Tosca TBox, die Ausführungsschicht die zur Erstellung automatisierter Tests und deren Ausführung dient.
  • Tosca OSV, das zur Virtualisierung von Webservices dient
  • Einer API, die als native .NET API oder als REST Service zur Verfügung steht

Einige Technologien, die nicht über die TBox Ausführungsschicht abgedeckt sind, können über folgende Legacy Komponenten automatisiert werden:

  • dem Tosca Wizard, in dem technische Informationen in sogenannten Modulen (XML-GUI Maps) abgelegt werden, um ein Modell der Applikation aufzubauen.[8] Zur Erstellung von Testfällen werden Module über Drag & Drop zusammengeführt, und mit Werten und Aktionen zur Verifizierung versehen.[6]
  • dem Tosca Executor, der die Testfälle nach der Erstellung ausführt und die Ergebnisse im Tosca Commander abbildet.

Das Test Repository ist Teil der Versionsführung der Tosca Testsuite und speichert alle protokollierten Testobjekte ab.

Funktionsumfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Business-dynamische Steuerung: das Konzept des Tosca Commander ist ein modell-basierter Ansatz um „den gesamten Test und nicht nur die Eingabedaten, dynamischer zu machen“.[6] Die Dynamisierung des Tests soll eine fachliche Beschreibung von manuellen und automatisierten Testfällen ermöglichen; somit können Testfälle von fachlichen Benutzern (KMUs) erstellt, spezifiziert, automatisiert und verwaltet werden.[9]

Generierung von dynamischen synthetischen Testdaten, hochautomatische, Business-dynamische Steuerung der Testfallerstellung und die Zusammenführung von manuellen und automatischen sowie GUI und non-GUI-Tests zählen zu den wesentlichen Funktionsmerkmalen der Tosca Testsuite.[10]

Die unterschiedlichen Testfälle lassen sich zudem nach ihrer Bedeutung für die reibungslose Abwicklung eines Geschäftsvorgangs gewichten. Damit bietet Tosca ein detailliertes Reporting, das die Auswirkung bestehender technischer Schwachstellen auf die Anforderungserfüllung aufzeigt. fecher setzt das Testwerkzeug bei Neuentwicklungen und Projekten zur Anwendungs- und Datenbankmigration ein.[11]

Als Defizite im Vergleich zu anderen Test-Automatisierungslösungen wurden bezeichnet:

  • Kein Last- oder Stresstest[12]
  • Keine Active-X Komponenten

Erweiterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Erweiterungen der Basis-Software existieren:

  • Requirements: Anforderungen werden importiert, exportiert, bearbeitet und verwaltet. Die Anforderungen werden risikogewichtet und nach dem TestCase-Design mit den Testfällen verknüpft.
  • TestCase-Design Workbench: definiert anhand von Requirements welche Testfälle zur Abdeckung des spezifischen Testobjekts benötigt werden und erstellt daraufhin Testfälle, in denen alle Kombinationen enthalten sind: paarweise, orthogonale Anordnung und lineare Erweiterung.[6][13]
  • Reporting: Testergebnisse werden erfasst, analysiert und dargestellt. Individuelle Reports können unter Verwendung von List&Label erstellt werden bzw. als PDF oder XML Datei exportiert werden.[14]
  • Tosca Easy Entrance: erstellt wiederverwendbare Bausteine über Drag & Drop..
  • Benutzerverwaltung: Multiuser Konzept mit integrierten CheckIn- und CheckOut-Mechanismen und Versionierung..
  • PDF-Vergleich und bidirektionale Anbindung von Microsoft Word und Microsoft Excel.
  • Certified SAP Solution Manager Ready: Integration von Tosca Testsuite mit SAP GUI für Windows und eCATT[15]
  • Orchestrated Service Virtualisierung für virtualisierte Schnittstellen.

Integration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tosca Connect ist eine Integrationslösung, die als OEM Produkt vertrieben wird.[16] Hiermit lassen sich Defects und Requirements aus Tosca mit mehr als 20 ALM Lösungen synchronisieren.

Unterstützte Technologien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Automatisierung von Software-Tests wird für die folgenden Technologien unterstützt:

Systemumgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tosca Testsuite unterstützt die Betriebssysteme Microsoft Windows XP, SP 2 und später, Microsoft Windows Vista SP 2 und Microsoft Windows 7 (sowohl 32-bit als auch 64-bit Versionen)[17]

Als Datenbanken für den Multiuser-Betrieb werden Microsoft SQL Server 2005, Oracle 10g, und DB2 v.9.1 unterstützt.

Anwender und Branchen- und Best-Practice-Lösungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand November 2008 setzten 140 Kunden Tosca bei sich ein, 70 Prozent davon in Deutschland. Darunter ist die Deutsche Börse, bei denen Tosca im permanenten Testbetrieb läuft. In Österreich wird das Programm bei zahlreichen Banken und Versicherungen, Telekom- und Industrieunternehmen wie etwa OMV oder EVN (Energieversorgung Niederösterreich) eingesetzt.[18]

Es existieren verschiedene Branchen- bzw. Best-Practice-Lösungen:

  • Tosca@SAP ist eine Best Practice-Lösung für den Einsatz der Tosca Testsuite in SAP-Umgebungen.
  • Tosca@data ist eine Best Practice-Lösung für das TestCase-Design und die automatische Generierung von synthetischen Testdaten mit der Tosca Testsuite. Im Gegensatz zu anderen Lösungen werden hier keine Echtdaten verwendet.[19][20]
  • Tosca@energy ist eine Best Practice-Lösung für Energieversorger, die die Tosca Testsuite zur Erfüllung der EU-Richtlinien und nationalen Vorschriften verwenden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Tosca Testsuite von TRICENTIS. In: Harry M. Sneed, Manfred Baumgartner, Richard Seidl: Der Systemtest: Von den Anforderungen zum Qualitätsnachweis, Hanser, München 2009, ISBN 978-3-446-41708-3, S. 224–229.
  • Edward Bishop: Changing tests weakens them (PDF; 1,1 MB). In: Professional Tester, September 2010, ISSN 1742-8742, S. 13–15. (Bishop war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Chefredakteur der Zeitschrift.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.tricentis.com/legal-information
  2. https://support.tricentis.com/community/lifecycle.do
  3. http://www.gartner.com/technology/media-products/reprints/microfocus/vol4/article1/article1.html
  4. http://www.tricentis.com/news-posts/gartner-recognizes-tricentis-as-visionary/
  5. Tricentis Named a Leader in Gartner 2015 Magic Quadrant for Software Test Automation. Abgerufen am 11. Juli 2016.
  6. a b c d Edward Bishop: Changing tests weakens them (PDF; 1,1 MB). In: Professional Tester, September 2010, S. 13–15.
  7. Harry M. Sneed, Manfred Baumgartner, Richard Seidl, Der Systemtest: Von den Anforderungen zum Qualitätsnachweis, (München: Carl Hanser Verlag München, 2009), 226
  8. http://www.iceteagroup.com/LinkClick.aspx?fileticket=ixGsyqQuv0g%3D&tabid=272
  9. Harry M. Sneed, Manfred Baumgartner, Richard Seidl, Der Systemtest: Von den Anforderungen zum Qualitätsnachweis, (München: Carl Hanser Verlag München, 2009), 225
  10. http://www.it-media.at/article.php?articleid=2973&backbuttonurl=%2Fittbusiness-section.php%3Fsectionid%3D46
  11. http://www.innovations-report.de/html/berichte/cebit_2008/bericht-104677.html
  12. http://www.xqual.com/qa/tools.html
  13. Harry M. Sneed, Manfred Baumgartner, Richard Seidl, Der Systemtest: Von den Anforderungen zum Qualitätsnachweis, (München: Carl Hanser Verlag München, 2009), 225
  14. http://www.computerwelt.at/detailArticle.asp?a=115726&n=2
  15. http://www.sdn.sap.com/irj/sdn/icc?rid=/webcontent/uuid/00fb8758-b9c4-2d10-c189-af655c06b054
  16. Technology Integration. In: Tricentis. 19. April 2016, abgerufen am 6. August 2016.
  17. http://www.microsoft.com/windows/compatibility/Windows-7/en-us/Details.aspx?type=Software&p=TOSCA%20TestSuite&v=Tricentis%20Technology%20%26%20Consulting&uid=7&pf=5&pi=8&c=Development%20Tools&sc=all&os=64-bit
  18. http://derstandard.at/1226067135107
  19. http://www.it-media.at/article.php?articleid=2973&backbuttonurl=%2Fittbusiness-section.php%3Fsectionid%3D46
  20. http://www.wirtschaftsblatt.at/home/schwerpunkt/itnews/TechNews/426206/index.do (Memento vom 28. Juni 2010 im Internet Archive)