Toshirō Kanamori

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Logo der Hokuriku Gakuin Universität

Toshirō Kanamori (jap. 金森俊朗 Kanamori Toshirō; * 1946 in Nanao, Präfektur Ishikawa) ist ein japanischer Pädagoge, Grundschullehrer und Professor an der Hokuriku Gakuin Universität. Er wurde durch den Film Children Full of Life bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanamori wuchs auf einem Bauernhof in Nanao (früher Nakajima (Ishikawa)) in der Präfektur Ishikawa auf. Er studierte an der Pädagogischen Fakultät der Universität Kanazawa Philosophie und Pädagogik, wo er auch abschloss.

Nach dem Studium unterrichtete er 38 Jahre als Grundschullehrer an verschiedenen japanischen Schulen. Unter seinem pädagogischen Motto Fühl dich in deine Freunde ein, um glücklich zu sein erforscht Kanamori seit den 1980er Jahren verschiedene Wege der Verbindung zwischen Mensch und Natur. Seit 1989 führt er Kurse über emotionale Erziehung speziell für werdende Eltern durch. 1990 begann er mit Kursen über das Sterben für schwerkranke Menschen.

In seinem 2003 von der Japan Broadcasting Corporation (NHK) produzierten Dokumentarfilm Children Full of Life (Kinder voller Leben, glückliche Klasse der Tränen und des Lachens), zeigt er, wie er in einer seiner Klassen die Schüler auf das Leben vorbereitet. Für ihn kommt das Glück aus der Beziehung zwischen den Menschen.

Der Dokumentarfilm war sehr erfolgreich, erhielt mehrere Auszeichnungen und fand ein weltweites Echo. Dadurch erhielt seine Bildungsphilosophie und -praxis die Aufmerksamkeit der Bildungsgemeinschaft und anderer Bereiche wie dem Gesundheits- und Sozialwesen.[1]

Im März 2007 trat Kanamori als Grundschullehrer in den Ruhestand und wurde Professor in der Abteilung für frühkindliche Bildung an der Hokuriku Gakuin Universität in Kanazawa.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die japanische Kultur eher noch strenger. In der Volksschule hatte jeder Schüler das gleiche Lehrmittel und den gleichen Unterricht. Eine kleine Gruppe von freien Denkern mit Kanamori fuhr fort andere Lehr- und Ausbildungsansätze zu entwickeln. Er ließ sich von der europäischen Tradition der Bildungsreformer inspirieren, von denen ihn Johann Heinrich Pestalozzi am meisten beeindruckte. Auch Janusz Korczak gehörte zu dieser Inspirationsquelle.

Kanamori Vision ist, dass Kinder Kinder sein können, dass jeder Mensch aus seinen eigenen Fähigkeiten heraus arbeiten darf, dass man sein Schicksal nicht in die Hände anderer legen soll und dass Kinder von den Erwartungen ihrer Eltern befreit werden müssen.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1989 Preis der Erziehungswissenschaftlichen Forschungsgesellschaft
  • 1997 Chunichi Education Award der japanischen Zeitung Chūnichi Shimbun
  • 2010 wurde Toshiro Kanamori mit dem renommierten Pestalozzi-Preis der Universität Hiroshima ausgezeichnet

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Japanisch (Titel auf deutsch übersetzt):

  • Sonnenschule (Taiyō no gakkō). Geschichte der Bildungspublikationen, 1988.
  • In die Stadt springen Detektive: Erforsche Reis und Wasser (Machi ni tobidase tantei-dan: O kome to mizu o saguru). Yui Shobo 1994
  • Lehrbuch des Lebens: Grundlegende Fähigkeit, in der Schule und zu Hause zu leben (Inochi no kyōkasho: Gakkō to katei de sodatetai ikiru kiso-ryoku). Kadokawa Shoten 2003
  • Lehrbuch des Lebens: Hoffnung nähren, um zu leben (Inochi no kyōkasho: Ikiru kibō o sodateru). Bunko
  • Klassenzimmer der Hoffnung: Botschaft aus der Kanamori-Klasse (Kibō no kyōshitsu: Kanamori gakkyū kara no messēji). Kadokawa Shoten 2003
  • Die Kraft der Kinder wächst, wenn sie voneinander lernen: 38 Jahre Unterricht in der Kanamori-Klasse (Kodomo no chikara wa manabi atte koso sodatsu: Kanamori gakkyū 38-nen no oshie). Kadokawa One Theme 21 2007.
  • Kanamori Toshiros Theorie von Kindern, Klassen, Lehrern und Bildung (Kanamori toshirō no kodomo jugyō kyōshi kyōiku-ron). Die Zukunft der Kinder 2009
  • Kinder werden zu Schriftstellern: "Lebensfähigkeit" und "Akademische Fähigkeit" jenseits der Erwachsenen (Kodomo-tachi wa sakka ni naru: Otona o koeru `ikiruchikara' to `gakuryoku'). Kadokawa Shoten 2009
  • Ist das für Kinder richtig? (`Kodomo no tame ni' wa tadashī no ka). Gakken Shinsho 2010
  • Coautor mit Naoto Tsuji: Klassenzimmer zum Lernen: Kanamori-Klasse und Weltkulturerbe in Japan (Manabi au kyōshitsu: Kanamori gakkyū to Nihon no sekai kyōiku isan). Kadokawa Shinsho 2017

Niederländisch:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nickel van der Vorm: Toshiro Kanamori. In: Improving the Quality of Childhood in Europe, Volume 5, 2014[3]
  • Hiromi Tanaka-Naji: Japanische Frauennetzwerke und Geschlechterpolitik im Zeitalter der Globalisierung. Deutsches Institut für Japanstudien (Hrsg.), Band 44, 2009.[4]
  • Karin van Breugel: Meester Kanamori leert kinderen léven. CVOpen, November 2012 [1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. What Magazine on Critical Reflection: WHAT about: The future by Toshiro Kanamori
  2. Nickel van der Vorm: Toshiro Kanamori. In: Improving the Quality of Childhood in Europe · 2014, Volume 5
  3. Alliance for Childhood: Improving the Quality of Childhood in Europe
  4. Deutsches Institut für Japanstudien: Japanische Frauennetzwerke und Geschlechterpolitik im Zeitalter der Globalisierung.