Total (Unternehmen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Total S.A.
Logo
Rechtsform Société Anonyme
ISIN FR0000120271
Gründung 1924
Sitz Courbevoie, Frankreich
Leitung Patrick Pouyanné (CEO)[1][2]
Mitarbeiter 99.000 (2016)[3]
Umsatz 115,85 Mrd. EUR (2016)[4]
Branche Chemieindustrie
Website www.total.com

Tankstelle von Total bei Bodenheim
Struktur der Großkonzerne in der Erdölbranche

Die Total S.A. ist ein französisches Mineralölunternehmen mit Hauptsitz im Tour Total Coupole im Hochhausviertel La Défense in Courbevoie bei Paris.

Mit einem Umsatzvolumen von 236,12 Mrd. US-Dollar[5] (Stand: 2014) ist es das viertgrößte Mineralölunternehmen und das insgesamt achtgrößte Industrieunternehmen der Welt. Total beschäftigt in 130 Ländern etwa 99.000 Angestellte[3] (2016). In 30 Ländern fördert das Unternehmen Öl und Gas. Die Aktie der Total S.A. gehört dem Börsenindex CAC 40 an und ist an der New York Stock Exchange und der Euronext in Paris notiert.

Unternehmensstruktur Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptmarke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Europa betreibt Total ein Netzwerk von 12.062 Total-Tankstellen in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Deutschland und Großbritannien. In Spanien und Portugal hält Total eine Beteiligung in Höhe von 48,83 % an der CEPSA und in Italien 49 % an der TotalErg.

Hauptsächlich in Frankreich betreibt das Unternehmen neben der Marke „Total“ verschiedene Niedrigpreismarken.

Weitere Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Total betreibt in Frankreich ein Netzwerk von 579 „AS24“-Tankstellen vorzugsweise für den gewerblichen Transport. Weiter betreibt das Unternehmen 280 „Elf“- und vorwiegend in ländlichen Bereichen 1900 „Elan“-Tankstellen.

Seit 2010 werden auch in Deutschland zunehmend Total-Tankstellen unter der Marke „Elan“ (sog. „T-Station“ oder „Tankcenter“) betrieben.

Tochterunternehmen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitz der Total Deutschland GmbH ist der Tour Total Berlin im neuen Stadtquartier am Hauptbahnhof.

Das deutsche Tankstellennetz umfasst mit über 1000 Stationen das viertgrößte Tankstellennetz in Deutschland. Für die Total Deutschland GmbH arbeiten ungefähr 4000 Menschen, davon etwa 1800 Mitarbeiter im Bereich Chemie, rund 1500 Mitarbeiter im Vertrieb und ca. 700 Mitarbeiter in der Verarbeitung.[6]

Die Total Raffinerie Mitteldeutschland wurde 1997 nach dreijähriger Bauzeit in Betrieb genommen. Sie besitzt eine Rohölverarbeitungskapazität von 12 Millionen Tonnen pro Jahr und produziert jährlich rund drei Millionen Tonnen Benzin, fünf Millionen Tonnen Diesel sowie etwa die gleiche Menge leichtes Heizöl. Etwa 1300 Tankstellen im Einzugsbereich der Raffinerie werden mit Produkten aus Leuna versorgt. Die Raffinerie verarbeitet auf einer Fläche von rund 320 Hektar am Tag durchschnittlich 30.000 Tonnen Rohöl, das über Pipelines vorwiegend aus Russland in die Vorratstanks geleitet wird.[7]

Ein weiteres Tochterunternehmen in Deutschland war die Atotech Deutschland GmbH mit Hauptsitz in Berlin, Anlagenfertigung in Feucht sowie Chemieproduktion in Werder und in Trebur. Dieses Unternehmen hat sich hauptsächlich auf die Galvanoindustrie spezialisiert. Atotech entstand unter anderem aus der Chemiebranche des Pharmaherstellers Schering und wurde durch Elf aufgekauft. Ende 2016 wurde Atotech von Total an die Carlyle Group verkauft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1980 betrieb Total in Westdeutschland 313 Tankstellen, davon 173 mit Selbstbedienung.

1999 übernahm die französische Total den belgischen Konkurrenten Petrofina. Im Jahr 2000 fusionierte schließlich die entstandene Totalfina mit dem alten französischen Rivalen Elf Aquitaine. Das Unternehmen hieß für kurze Zeit TotalFinaElf. Die Aktivitäten von Total umfassen die Rohöl- und Erdgasförderung, Energieerzeugung und -transport sowie die Produktion verschiedener Chemikalien. Während des Bürgerkriegs in Syrien kündigte die Total S.A. an, dass sie ihre Tätigkeiten in Syrien vorübergehend einstellen will.[8]

Das Hauptbüro Tour Total wurde ursprünglich zwischen 1983 und 1985 für Elf Aquitaine gebaut. Nach der Fusion mit Elf im Jahre 2000 kam die Total S.A. in den Besitz des Gebäudes.[9]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Bau einer Gaspipeline von Myanmar nach Thailand durch Total und Unocal im Yadana-Projekt sollen, um die Pipeline vor Überfällen zu schützen, die Dörfer in diesem Gebiet weiträumig zerstört und die Bevölkerung umgesiedelt worden sein.[10] Die belegten Fälle von Zwangsarbeit, Vertreibung und Mord führten zu einem Prozess gegen Total in den Vereinigten Staaten. Der Dokumentarfilm Total Denial zeigt die Hintergründe.[11] Die Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi bezeichnete Total als beste Stütze des Militärregimes.[12]

Laut dem Schwarzbuch Markenfirmen ist Total der größte Ölförderer in Afrika. Zusammen mit ExxonMobil und Royal Dutch Shell pumpt das Unternehmen vor der Küste Angolas Erdöl aus der Tiefsee und bedroht damit Korallenriffe sowie das sensible Ökosystem der Tiefsee.[12]

Greenpeace und andere NGOs stellen TotalFinalElf und die Schweizer Elf-Trading in die Verantwortung der Ölpest in Westsibirien, da sie ihr Öl über die Druschba-Pipeline beziehen, über die der Großteil des dort geförderten Öles vermarktet wird.[13] Die Beschwerde von Greenpeace bei der OECD wurde jedoch aus formalen Gründen nicht angenommen.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Total – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Patrick Pouyanné wird neuer Total-Chef In: Handelsblatt. 22. Oktober 2014, abgerufen 29. Dezember 2014.
  2. Biographies des membres du conseil d'administration. In: total.com. Abgerufen am 13. Juli 2016 (französisch).
  3. a b Total Karriereinformationen. In: total.de. Abgerufen am 17. März 2016.
  4. Total S.A. – Bilanz GuV. In: finanzen.net. Abgerufen am 31. Mai 2017.
  5. Total S.A. – Umsatz bis 2014. In: statista.com. Abgerufen am 17. März 2016.
  6. Das Unternehmen. In: total.de. Archiviert vom Original am 18. Oktober 2010; abgerufen am 26. Februar 2011.
  7. TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland GmbH. In: total.de. Archiviert vom Original am 16. Oktober 2010; abgerufen am 26. Februar 2011.
  8. Syrien will Beobachter akzeptieren. In: euronews.net.
  9. Total: l’héritage de la fusion. In: journaldunet.com.
  10. kurier.at (Memento vom 12. Oktober 2007 im Internet Archive)
  11. Film „Total Denial“. In: totaldenialfilm.com. (englisch).
  12. a b Klaus Werner-Lobo, Hans Weiss: Schwarzbuch Markenfirmen. Die Welt im Griff der Konzerne. Deuticke Verlag, 2014, ISBN 978-3-552-06259-7, S. 298.
  13. Igor Gavrilov (Autor), Greenpeace Deutschland (Hrsg.): Erdöl – Sibirien versinkt im Öl. In: Gefahr für Umwelt, Klima, Menschen Die schmutzige Spur des schwarzen Goldes. 2002. (PDF, S. 11.)
  14. Nicht zur vertieften Prüfung angenommene Beschwerden bei der deutschen Nationalen Kontaktstelle für die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen. Veröffentlichung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, 30. Juli 2014 (PDF).

Koordinaten: 48° 53′ 33″ N, 2° 14′ 37″ O