Brigadnoje (Kaliningrad)

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Siedlung
Brigadnoje
Theut, Christoplacken und Zanderlacken

Бригадное
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Polessk
Erste Erwähnung 1371 (Theut),
1539 (Zanderlacken)
Frühere Namen Tote (1371),
Thutin (um 1376),
Thewten (um 1539),
Theweten (nach 1540),
Deuthen (vor 1785),
Teuth (nach 1785),
Theut (bis 1946);

Cristoplaucken (nach 1539),
Christophlaucken (nach 1820),
Christoplack (nach 1871),
Christoplacken (bis 1946);

Zenderlacken (1539),
Zanderlaucken (nach 1542),
Zanderlacken (bis 1946);

Swerewo (bis vor 1975)
Bevölkerung 84 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40158
Postleitzahl 238632
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 230 816 003
Geographische Lage
Koordinaten 54° 51′ N, 21° 4′ OKoordinaten: 54° 50′ 38″ N, 21° 3′ 40″ O
Brigadnoje (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
(54° 50′ 38″ N, 21° 3′ 40″O)
Lage im Westteil Russlands
Brigadnoje (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
(54° 50′ 38″ N, 21° 3′ 40″O)
Lage in der Oblast Kaliningrad

Brigadnoje (russisch Бригадное, deutsch Theut, Christoplacken und Zanderlacken) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad, der aus drei ursprünglich eigenständigen Orte zusammengesetzt wurde. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Polessk im Rajon Polessk.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brigadnoje liegt vier Kilometer westlich der Rajonsstadt Polessk (Labiau) an der Regionalstraße 27A-024 (ex A190) unweit der Einmündung der Regionalstraße 27A-028 (ex R512). Die nächste Bahnstation ist der Stadtbahnhof Polessk an der Bahnstrecke Kaliningrad–Sowetsk (Königsberg–Tilsit). Bis 1945 war es die Bahnstation in Kuth (heute Teil von Turgenewo).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der als Tote im Jahre 1371 ersterwähnte Ort Theut bestand vor 1945 aus mehreren großen Höfen.[2] Das zwei Kilometer südöstlich des Ortes Theut gelegene kleine Gutsdorf Christoplacken fand nach 1540 Erwähnung.[3] Die Ortstelle des kleinen Gutsdorf Zanderlacken liegt zwei Kilometer südwestlich von Theut an der heutigen Regionalstraße 27A-036. Es bestand vor 1945 im Wesentlichen aus zwei großen Höfen.[4]

Im Jahre 1874 wurde die Landgemeinde Theut und der Gutsbezirk Zanderlacken in den neu errichteten Amtsbezirk Legitten (heute russisch: Turgenewo) im Kreis Labiau eingegliedert,[5] während der Gutsbezirk Christoplacken in den Amtsbezirk Pareyken (heute russisch: Seljonoje), gleichfalls im Rajon Labiau, gelangte.[6] Am 30. September 1928 wurden die Gutsbezirke Zanderlacken und Christoplacken in die Landgemeinde Theut eingegliedert.

Im Jahre 1945 kam die Landgemeinde Theut in Kriegsfolge mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1950 erhielt Theut den russischen Namen Brigadnoje, während Christoplacken und Zanderlacken unter dem russischen Namen Swerewo zusammengefasst wurden, wobei Brigadnoje und Swerewo dem Dorfsowjet Mordowski selski Sowet, dem späteren Tjuleninski selski Sowet, im Rajon Polessk zugeordnet wurden.[7] Vor 1975 wurde Swerewo (wieder) an Brigadnoje angeschlossen.[8] Von 2008 bis 2016 gehörte Brigadnoje zur Landgemeinde Turgenewskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Polessk.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner[9] Bemerkungen
1910 190 Theut: 114, Christoplacken: 23, Zanderlacken: 53
1933 212
1939 213
2002 77
2010 84

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Orte Theut, Christoplacken und Zanderlacken waren vor 1945 mit ihrer fast ausnahmslos evangelischen Bevölkerung in das Kirchspiel der Kirche Legitten (in Groß Legitten, heute Turgenewo) eingepfarrt. Es gehörte zum Kirchenkreis Labiau in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Der Bezug von Brigadnoje zur Kirche Turgenewo ist geblieben. Sie ist heute Filialkirche der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) innerhalb der Propstei Kaliningrad[10] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Theut
  3. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Christoplacken
  4. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Zanderlacken
  5. Rolf Jehke, Amtsbezirk Legitten
  6. Rolf Jehke, Amtsbezirk Pareyken/Schakaulack
  7. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950)
  8. Gemäß der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf http://www.soldat.ru/ (rar-Datei)
  9. Volkszählungsdaten
  10. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info