Totenuhr

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Die Totenuhr ist im Volksglauben ein Zeichen des nahenden Todes, der sich durch das Ticken seiner Uhr ankündigt. Dieses ist als Klopfen aus der Wand zu hören.

Der Name Totenuhr entstand aus dem Glauben, dass es sich bei dem Klopfen um die Geräusche der Uhr des vorbeikommenden Todes handelt. Derjenige, der die Totenuhr hört oder ein anderer Bewohner des Hauses waren entsprechend dem Tod geweiht. Alternativ entstand auch der Begriff des Totenhammers, der das Klopfen auf das Werk von Hausgeistern zurückführt.

Biologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Oeconomischen Encyclopädie (1773–1858) von Johann Georg Krünitz wird allerdings der wahre Verursacher des Klopfens ausführlich beschrieben: Todtenuhr, Anobium pertinax, ein Käfer, welcher zu den Holzzerstörern gehört, welche den Lateinischen Namen Deperditores führen. Er ist schwarzbraun, die Flügeldecken sind gestreift und punktiert. Die Länge beträgt 2 Linien. Die Larve hält sich in den Häusern im <185, 541> Holze auf, richtet im Hausgeräthe großen Schaden an, verursacht beim Nagen einen, dem Geräusche einer Taschenuhr ähnlichen Ton, daher der Name Todtenuhr, weil der Aberglaube darin eine Todesanzeige wähnt. -- Auch eine Benennung der Bücherlaus, Psocus pulsatorius s. Termes pulsatorium et satidicum. S. auch den Art. Papierlaus, Th. 107, S. 107.[1]

Heute tragen verschiedene Insekten im Holz den Namen Totenuhr:

  • die Totenuhr (Trogium pulsatorium), ein Vertreter der Staubläuse (Troctidae) (siehe Totenuhr (Staublaus)). Dieses kleine Insekt erzeugt ein Klopfen durch das Aufschlagen des Hinterleibes auf den Boden.
  • der Gescheckte Nagekäfer, ein Vertreter der Klopfkäfer (Anobiidae). Die männlichen Käfer trommeln mit dem Kopf auf das Holz, um Geschlechtspartner anzulocken.

Manchmal wird auch der Gemeine Nagekäfer als Totenuhr bezeichnet. Allerdings erzeugt dieser keine Klopfgeräusche.

Verwendung in der Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohl im Zuge der Pestzeit während des Dreißigjährigen Krieges wurden erste mechanische Todtenuhren errichtet, so zum Beispiel die Standuhr in der Stiftskirche Altötting (wohl um 1634), auf der eine Skelettfigur als Sensenmann im Takt der Uhr mäht. Die Figur ist als Tod von Eding weithin bekannt.

Entsprechend ihrer Bedeutung für die Menschen fand die Rede von der Totenuhr natürlich auch Eingang in die Volksdichtung, die Literatur und die Musik. Einige Beispiele dafür sind:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Todtenuhr in der Oeconomischen Encyclopädie
  2. Laurence Sterne: Tristram Shandy – Kapitel 22. In: Spiegel Online Projekt Gutenberg. 17. Januar 2015, abgerufen am 17. Januar 2015. “the poor gentleman will never get from hence, said the landlady to me,—for I heard the death-watch all night long;—and when he dies, the youth, his son, will certainly die with him; for he is broken-hearted already.” Laurence Sterne: The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman. In: gutenberg.org. 25. März 2012, abgerufen am 17. Januar 2015.