Toyota Land Cruiser

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Toyota Land Cruiser
Produktionszeitraum: seit 1951
Klasse: Geländewagen
Karosserieversionen: Kombi, Pick-up
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines
Toyota Land Cruiser: Modell J45
Toyota Land Cruiser der Rally Dakar, 1992 in Paris

Der Toyota Land Cruiser ist ein seit 1951 gebauter Geländewagen. Schnell erreichte dieses japanische Auto primär in Afrika, Lateinamerika und der arabischen Welt einen Ruf von Verlässlichkeit und Haltbarkeit.

Das Fahrzeug wurde im Laufe der Zeit in unzähligen Varianten produziert. Der Toyota Land Cruiser ist neben dem Toyota Hilux das erste Kraftfahrzeug, das mit jeweils starken Modifikationen u. a. am Fahrwerk und den Rädern sowie am Motor den Nordpol erreicht hat.

In Deutschland werden derzeit zwei Modelle angeboten, der J15, in Deutschland einfach nur Land Cruiser (in Österreich Land Cruiser 300, im Rest der Welt Land Cruiser Prado oder Prado) genannt (seit 2009) und der J20, in Deutschland als Land Cruiser V8 bekannt (2008–2015). Im Ausland wird diese Version teilweise auch Land Cruiser 200 genannt. Außerdem wird der J7 nach einem Facelift 2007 weiterhin produziert, vornehmlich für Afrika und Australien.

Modellcode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Modellcode besteht aus dem Buchstaben J (für Geländewagen) und einer Zahl für die Fahrzeuggeneration. Zusätzlich kommen vor dem J ein bis zwei Buchstaben für den Motorcode und nach der Modellziffer eine Ziffer für die Variante. Zum Beispiel steht bei der Bezeichnung KDJ120 das KD für den 1KD-FTV-Motor (4 Zylinder, 3 Liter Hubraum), J12 für das Modell und 0 für das lange Modell. KDJ125 wäre dementsprechend dasselbe Modell mit demselben Motor, nur in kurzer Variante.[1]

Modellgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon von Beginn an gab es stets zwei Land-Cruiser-Modelle, die parallel gebaut wurden.

Die kleineren Modelle wurden bzw. werden unter den Namen J2, J4, J7, J9, J12 und derzeit J15 verkauft. Die größeren Modelle tragen die Bezeichnungen J3, J5, J6, J8, J10 und derzeit J20.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bantam

1941 besetzte die kaiserliche japanische Armee die Philippinen, wo sie einen Bantam Mk II erhielten und prompt nach Japan brachten. Die japanischen Militärbehörden geboten Toyota, ein ähnliches Fahrzeug zu bauen, das aber nicht dem amerikanischen Jeep ähneln sollte. Der Prototyp AK wurde von der japanischen Armee Yon-shiki Kogata Kamotsusha (四式小型貨物車, „Typ 4 kleiner Lastwagen“) genannt.

Später im Jahr 1941 forderte die japanische Regierung Toyota auf, einen leichten Lastwagen für japanische Militäraktionen zu produzieren. Daraufhin produzierte Toyota 1942 den 1/2-Tonne-Prototypen AK10. Der AK10 wurde mit Hilfe von Reverse Engineering des Bantam GP gebaut. Es gibt keine bekannten erhaltenen Fotografien des AK10. Die einzigen bekannten bildlichen Darstellungen sind einige Skizzen. Er hatte einen aufrechten Kühlergrill, flache vordere Kotflügel, die schräg nach unten und hinten gingen wie beim FJ40, Scheinwerfer, die auf den Kotflügeln auf beiden Seiten des Kühlers montiert waren und eine klappbare Windschutzscheibe.

Der AK10 besitzt einen 2259-cm³-4-Zylinder-Motor Typ C aus dem Toyota Model AE Sedan mit einem Drei-Gang-Schaltgetriebe und einem Reduktionsgetriebe. Es gibt keine mechanische Verwandtschaft zwischen dem AK10 und dem Nachkriegs-Toyota-„Jeep“ BJ. Die meisten der AK10 wurden im Gegensatz zum US-Jeep nicht aktiv genutzt und es gibt fast keine Fotos von ihm auf dem Schlachtfeld.

Anfänge nach dem Krieg (BJ und FJ)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1950 begann Toyota anlässlich einer Rüstungsausschreibung der militärischen japanischen „Nationalen Polizeireserve“ (Vorläufer der Japanischen Streitkräfte) mit den Arbeiten am Prototyp eines Geländewagens, der 1951 als „BJ“ hergestellt wurde. Da Toyota die Ausschreibung nicht gewann, wurde der BJ nur von japanischen Behörden, Forstverwaltungen und dem in Japan stationierten amerikanischen Militär[2] eingesetzt. Angetrieben wurde der Ur-BJ von einem kräftigen Dieselmotor mit 3,4 l Hubraum und 63 kW. Ausgestattet mit Blattfedern, Starrachse und großen 16-Zoll-Rädern, kam der BJ weniger komfortabel als robust auf den Markt. 298 Einheiten wurden auf Bestellung produziert, nur vier Exemplare wurden exportiert.

J2 und J3 (1954–1967)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1954 wurde der BJ in Land Cruiser umbenannt und feierte sein internationales Debüt. Er sollte für den Export ziviler aussehen als der BJ. Die markanten Scheinwerfer der J2-Typen waren bereits in die Karosserie integriert und nicht mehr frei stehend auf den Kotflügeln montiert. Er hatte auch eine stilvollere Karosserie und bessere Fahreigenschaften dank längerer Vier-Platten-Blattfedern als die im BJ, die aus dem AK10 angepasst worden waren. Außerdem ersetzte Toyota 1956 den Dieselmotor vom Typ B mit 85 PS durch einen stärkeren 3,9-Liter-Sechszylinder-Benziner mit 109 PS vom Typ F. Der Innenraum wurde komfortabler, weil der Motor um 120 mm nach vorne verschoben wurde. Die J2-Serie hatte immer noch keine Reduktion, war aber im dritten und vierten Gang synchronisiert.

1957 verdreifachte sich die Produktion auf 2887 Einheiten, von denen nur 450 Exemplare in Japan blieben. Der Land Cruiser FJ25 erschien offiziell auf dem US-Markt.

Außerdem erschienen 1957/58 neue Karosserievarianten, wie der erste Land Cruiser Station mit einem längeren Radstand von 2650 mm als FJ25 und der viertürige Stationwagen unter der Bezeichnung FJ35V. Rund die Hälfte der 1000 Land Cruiser der dritten Generation (J3) gingen in den Export.

J4 (1960–1984)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toyota Land Cruiser J45

1960 wird der J4 als Nachfolger des J2 eingeführt und bis 1984 produziert. Mit diesem Modell wird der Land Cruiser ab 1977 auch in Deutschland bekannt.

Es gibt ihn mit mehreren Radständen und Karosserieversionen, den kurzen J40, den seltenen mittleren J43/J46, den langen J45/J47 als Buschtaxi oder Pick-up, den J45 als Pick-up-Kurzpritsche und den sehr seltenen J45 Station (5-türig).

In Brasilien wurde das Fahrzeug als Lizenzbau Toyota Bandeirante bis 2001 unter der Bezeichnung OJ55 fast unverändert gebaut. Verbaut wurde ein Dieselmotor von Daimler-Benz. Als Zusatz wurde der Bandeirante auch als Doppelkabine produziert.

J5 (1967–1981)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toyota Land Cruiser J55 (1979)

Ab 1967 wurde der Landcruiser J5 gebaut. Es wurden – bis auf wenige japanische Fahrzeuge (BJ55) – die aus der J4-Serie bekannten F- (bis 1974) und 2F- (1974–1980) Motoren verbaut. Die genaue Modellbezeichnung lautet FJ55. Der J5 wurde vor allem für Nordamerika gebaut. Er entspricht technisch weitgehend dem J4, jedoch wurde das Karosseriedesign verändert. Für den deutschen Markt musste Toyota die vordere Dreiersitzbank gegen ASS-Sportsitze umtauschen, um den herrschenden Sicherheitsbestimmungen genüge zu tun. Daher gab es den FJ55 in Deutschland nur als 5-Sitzer. Er wurde von 1967 bis 1980 produziert.

J6 (1981–1990)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toyota Land Cruiser J6

Der 1981 eingeführte J6 ersetzte den J5. Das Fahrzeug wurde bis 1990 sowohl mit Benzin- als auch mit Dieselmotor angeboten, wobei der Benziner – zumeist mit Automatikgetriebe ausgestattet – vor allem für die USA gedacht war.

J7 (seit 1984)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Cruiser 70
Heckansicht
Toyota Land Cruiser HZJ79 Double Cab Pickup im Syrischen Bürgerkrieg

1984 wurde der J7 als Ersatz des J4 eingeführt als Soft-Top und Hardtop (Stoffverdeck, abnehmbares festes Verdeck), als Pick-up, als geschlossener Drei- und Fünftüriger Geländewagen sowie als Modelle mit seitlich nach innen gerichtete angebrachte Rücksitze. Der J7 hatte eine Vierrad-Spiralfeder-Achsaufhängung für bessere Fahreigenschaften. Die leichtere Version des Land Cruiser erhielt den Toyota 22R 2,4 L Benzinmotor, sowie die 2 Liter und 2 Liter Turbodiesel und 2,4 Liter Dieselmotoren aus dem Toyota Hilux. Darüber hinaus war auch ein 4,0 Liter Benzinmotor erhältlich, welcher im Laufe der Jahre auf elektronische Benzindirekteinspritzung umgestellt wurde. Ein Automatikgetriebe (A440F) wurde ebenfalls eingeführt.

Der J7 wurde in einigen Märkten als Toyota Bundera oder Landcruiser II und später als 70 Prado/Prado 70 verkauft. Der 70 Prado war sehr populär und wurde später weiter zum Prado 90 weiter entwickelt.

1990 kam eine neue Dieselmotor-Generation mit dem Fünf-Zylinder-Saugmotor 1PZ und dem Sechs-Zylinder-Saugmotor 1HZ ins Angebot.

1993 führte Toyota zusätzlich den 24-Ventiler, 4,5 Liter Sechszylinder-Benzinmotor 1FZ in der Baureihe ein.

1999 wurde die J7 Serie umfassend überarbeitet mit Schraubenfederung anstatt Blattfedern an der Vorderachse, verlängerten hinteren Blattfedern für erhöhten Fahrkomfort und Federweg. Die Räder waren nun mit fünf statt sechs Radbolzen befestigt und mehrere kleinere Modifikationen am Antriebsstrang wurden zur Erhöhung der Haltbarkeit durchgeführt.

2002 wurde das Modell HDJ79, zuerst in Australien, mit dem 1HD FTE 4,2 Liter großen Sechszylinder-24-Ventil-Turbodieselmotor mit Direkteinspritzung eingeführt.

Ab 2007 baute Toyota mit dem 4,5 Liter 1VD-FTV den ersten V8-Turbodieselmotor in der J7-Serie für einige Länder ein. Außerdem wurde ein zusätzliches 4-türiges Modell mit mittlerem Radstand (76) eingeführt und die Front für alle Modelle war nun deutlich überarbeitet.

2008 endete die Produktion der J7 Reihe in Venezuela, während die Produktion in Südafrika, für die noch verbliebenen Märkte, weiter lief.

2012 wurde ein Doppelkabinen-Pick-up in Südafrika mit dem 4,2-Liter-Dieselmotor oder 4,0-l-Benzinmotor eingeführt, welches auch nach Australien exportiert wird, dorthin jedoch mit dem 4,5-l-V8-Dieselmotor. Neben Afrika und Ozeanien wird die J7/Prado 90 Generation auch noch offiziell in Südamerika, Ländern des Nahen Osten und kleineren asiatischen Schwellenländern aus südafrikanischer Produktion angeboten.

Der Land Cruiser J7 ist oftmals in Nachrichtensendungen im Zusammenhang mit UNO-Missionen und kriegerischen Auseinandersetzungen zu sehen und wird in Deutschland auch noch zu Zwecken des Rettungsdienstes, insbesondere für die Bergwacht zugelassen.[3]

Im Bereich der leichten, allradgetriebenen Nutzfahrzeuge ist die Version des J7 mit 6-Zylinder Dieselmotor und Schaltgetriebe eines der letzten Serienfahrzeuge, das ab Werk über die Möglichkeit eines Nebenabtriebes verfügt. [4] Der ebenfalls mit PTO nachrüstbare Land Rover Defender wurde Anfang 2016 eingestellt.

J8 (1990–1997)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toyota Land Cruiser J8

Der J8 ist der Nachfolger des J6, gebaut von 1990 bis 1997. Auf dieser Basis gab es erstmals auch die Luxusversion Lexus LX.

J9 (1996–2002)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toyota Land Cruiser J9

Der 1996 eingeführte J9 ersetzt zum Teil den J7. In einigen Ländern wird hierfür die neue Modellbezeichnung Toyota Land Cruiser Prado genutzt. 2002 wurde dieses Modell eingestellt.

J10 (1998–2007)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toyota Land Cruiser J10

Der J10 wurde von 1998 bis 2007 als Nachfolger des J8 gebaut. In Deutschland hieß er Land Cruiser 100. Als Vorderachse gibt es wahlweise eine Starrachse (J105) oder Einzelradaufhängung (J100). Auch hierzu gibt es wieder einen Lexus LX. Und er ist serienmäßig mit einer Klimaanlage ausgerüstet.

J12 (2002–2009)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toyota Land Cruiser J12

Der J12 ersetzte 2002 den J9. Gebaut wurde er – oft weiterhin als Toyota Land Cruiser Prado bezeichnet – bis 2009. In vielen Ländern wird die Baureihe als Land Cruiser 120 bezeichnet.

Ein stark umgebautes Modell dieser Reihe ist eins der ersten Autos (neben zwei umgebauten Toyota Hilux), die jemals den magnetischen Nordpol erreicht haben (Details siehe Top Gear: Polar Special).

J20 (seit 2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Cruiser V8 (J20)
Toyota Land Cruiser J20 (2008–2012)

Toyota Land Cruiser J20 (2008–2012)

Produktionszeitraum: seit 2008
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotor:
4,6–5,7 Liter
(212–234 kW)
Dieselmotor:
4,5 Liter
(183–210 kW)
Länge: 4950 mm
Breite: 1970–1980 mm
Höhe: 1865–1955 mm
Radstand: 2850 mm
Leergewicht: 2585–2815 kg

Der J20 wird seit 2008 als Nachfolger des J10 gebaut. In Deutschland trägt er die Verkaufsbezeichnung Land Cruiser V8, auf anderen Märkten Land Cruiser oder Land Cruiser 200. Auf ihm basiert die dritte Generation des Lexus LX.

Der Land Cruiser V8 besitzt an der Vorderachse eine Doppelquerlenkerachse und hinten eine Starrachse. Der Allradantrieb erfolgt über ein Sechs-Stufen-Automatikgetriebe.

Als Motor kommt in Deutschland ein langhubiger V8-Dieselmotor mit 4,5 Liter Hubraum und 210 kW (286 PS) Leistung bei 3600/min zum Einsatz. Das maximale Drehmoment von 650 Nm wird bei 1600 bis 2800/min erreicht. Der kombinierte Verbrauch beträgt 10,2 l/100 km (270 g CO2-Emission/km). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 210 km/h und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgt in 8,2 Sekunden.

Auf anderen Märkten werden daneben auch Benzinmotoren mit 4,7 bzw. 5,7 l Hubraum angeboten.

Der Land Cruiser V8 verfügt vorne wie hinten über innenbelüftete Scheibenbremsen. Die mögliche Zuladung beträgt bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,3 Tonnen je nach Fahrzeugausstattung 505 bis 610 Kilogramm. Ungebremste Anhänger dürfen bis 750 Kilogramm wiegen. Die Anhängelast gebremst bis zwölf Prozent Steigung beträgt 3,5 Tonnen. Der Dieseltank fasst 93 Liter.

Wasserdurchfahrten sind bis 70 Zentimeter möglich. Die Steigfähigkeit beträgt 100 Prozent (45 Grad), der Kippwinkel 44 Grad und die Mindestbodenfreiheit 225 Millimeter. Für eine 180-Grad-Wende benötigt der Land Cruiser V8 11,9 Meter.

Modellpflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 2012 wurde der Land Cruiser V8 leicht überarbeitet. Neben einer retuschierten Optik, die u. a. Tagfahr- und Heckleuchten mit LED-Technik brachte, wurde ein neuer V8-Benziner eingeführt, der jedoch nur in bestimmten Märkten zu haben ist. In Europa wird weiterhin ausschließlich ein V8-Diesel angeboten, der nun 200 kW (272 PS) leistet.[5]

Im Herbst 2015 erhielt das Modell eine weitere optische Überarbeitung, neue Assistenzsysteme und kleinere technische Änderungen. Der V8-Diesel erfüllt allerdings nicht die seit dem 1. September 2015 vorgeschriebene Abgasnorm Euro 6, weshalb mit dem Facelift der Verkauf des J20 auf EU-Märkten sowie der Schweiz eingestellt wurde.[6]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

4.7 V8 4.6 V8 (Russland) 4.6 V8 (Ungarn) 4.5 V8 D-4D 4.5 V8 D-4D 4.5 V8 D-4D (Russland)
Bauzeitraum 03/2008–12/2009 seit 01/2010 03/2008–03/2012 04/2012–09/2015 seit 10/2015
Motorkenndaten
Motortyp V8-Ottomotor V8-Dieselmotor
Hubraum 4664 cm³ 4608 cm³ 4461 cm³
max. Leistung bei min−1 212 kW (288 PS) / 227 kW (309 PS) / 5500 234 kW (318 PS) / 5600 210 kW (286 PS) / 3600 200 kW (272 PS) / 3600 183 kW (249 PS) / 2800–3600
max. Drehmoment bei min−1 445 Nm / 439 Nm / 3400 460 Nm / 3400 650 Nm / 1600–2800 650 Nm / 1600–2800 650 Nm / 1600–2600
Kraftübertragung
Antrieb, serienmäßig Allradantrieb
Getriebe, serienmäßig 5-Gang-Automatikgetriebe 6-Gang-Automatikgetriebe
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h 205 km/h 210 km/h
Beschleunigung, 0–100 km/h 9,5 s 8,6 s 8,2 s 8,9 s
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 14,4 l Super 13,3 l Super 10,2 l Diesel 9,5 l Diesel
CO2-Emissionen(kombiniert) 340 g/km 308 g/km 270 g/km 250 g/km
Tankinhalt 93 l

J15 (seit 2009)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

J15
Toyota Land Cruiser J15 (2009–2013)

Toyota Land Cruiser J15 (2009–2013)

Produktionszeitraum: seit 2009
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotor:
2,7–4,0 Liter
(120–207 kW)
Dieselmotor:
2,8–3,0 Liter
(127–140 kW)
Länge: 4485–4780 mm
Breite: 1885 mm
Höhe: 1830–1890 mm
Radstand: 2450–2790 mm
Leergewicht: 2035–2495 kg
Heckansicht

Der J15 wird seit 2009 als Nachfolger des J12 gebaut. In Deutschland trägt er die Verkaufsbezeichnung Land Cruiser, in Österreich wird die Bezeichnung Land Cruiser 300 vom Vorgänger weitergeführt. Auf anderen Märkten wird er als Prado oder Land Cruiser Prado. Der Geländewagen wird als dreitürige und fünftürige Karosserievariante angeboten.

Der Land Cruiser besitzt an der Vorderachse eine Doppelquerlenkerachse und hinten eine Starrachse. Der Allradantrieb erfolgt über ein Fünf-Stufen-Automatikgetriebe oder ein Sechsgang-Schaltgetriebe.

Als Motor kam bis August 2015 ein langhubiger Vierzylinder-Dieselmotor mit drei Litern Hubraum und 140 kW (190 PS) Leistung bei 3400/min zum Einsatz. Das maximale Drehmoment von 420 Nm wird bei 1600 bis 2800/min erreicht. Der kombinierte Verbrauch beträgt beim Dreitürer bei Einsatz des Schaltgetriebes 8 l/100 km (210 g/km CO2-Emission) und bei Einsatz des Automatikgetriebes 8,4 l/100 km (220 g/km). Der Fünftürer verbraucht 0,1 l/100 km mehr. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 175 km/h und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgt mit dem Schaltgetriebe in 11,7 Sekunden (Automatikgetriebe: 12,4 Sekunden).

Der Land Cruiser verfügt vorn wie hinten über innenbelüftete Scheibenbremsen. Die mögliche Zuladung beträgt bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,6 Tonnen/2,99 Tonnen (Dreitürer/Fünftürer) je nach Fahrzeugausstattung 385 bis 835 Kilogramm. Ungebremste Anhänger dürfen bis 750 Kilogramm wiegen. Die Anhängelast gebremst bis zwölf Prozent Steigung beträgt drei Tonnen. Der Dieseltank fasst 87 Liter.

Modellpflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2013 gab Toyota ein Facelift bekannt. Dieses betrifft die äußere Optik, den Innenraum und einige technische Merkmale. Unter anderem wurden das Fahrwerk überarbeitet, die Antischlupfregelung weiterentwickelt und die Fahrmodi geändert.[7]

Im Frühjahr 2014 wird der Land Cruiser ein weiteres Mal überarbeitet. Fortan verfügt das Modell optional über LED-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht sowie über einen neu gestalteten Stoßfänger. Dadurch ist das Fahrzeug in der Länge um zwei Zentimeter gewachsen.

Im August 2015 folgte ein weiteres Facelift mit welchem ein neuer Motor Einzug hält. Der neue Vierzylinder-Dieselmotor hat 2755 cm³ Hubraum und leistet 130 kW (177 PS) bei 3400/min sowie in Verbindung mit einer 6-Gangautomatik 450 Nm zwischen 1.600 und 2.400/min. In Verbindung mit einem manuellen 6-Ganggetriebe beträgt das Drehmoment 420 Nm zwischen 1.400 und 2.600/min. Weiterhin beträgt die Höchstgeschwindigkeit 175 km/h, auf 100 km/h beschleunigt er in 12,1 Sekunden (Automatikgetriebe: 12,7 Sekunden). Der Verbrauch des Dreitürers liegt bei 7,2 l auf 100 km (190 g/km CO2-Emission) und beim Fünftürer jeweils bei 7,4 l (194 g/km).[8]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2.7 VVT-i (Russland) 4.0 VVT-i (Russland) 2.8 D-4D 3.0 D-4D 3.0 D-4D
Bauzeitraum seit 12/2009 seit 08/2015 12/2009–12/2010 01/2011–07/2015
Motorkenndaten
Motortyp R4-Ottomotor V6-Ottomotor R4-Dieselmotor
Hubraum 2694 cm³ 3956 cm³ 2775 cm³ 2982 cm³
max. Leistung bei min−1 120 kW (163 PS) / 5200 207 kW (282 PS) / 5600 130 kW (177 PS) / 3400 127 kW (163 PS) / 3400 140 kW (190 PS) / 3400
max. Drehmoment bei min−1 248 Nm / 3800 387 Nm / 4400 420 Nm / 1400–2600
[450 Nm / 1600–2400]
410 Nm / 1600 420 Nm / 1600–2800
Kraftübertragung
Antrieb, serienmäßig Allradantrieb
Getriebe, serienmäßig 5-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Automatikgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
Getriebe, optional [6-Gang-Automatikgetriebe] [6-Gang-Automatikgetriebe] 5-Gang-Automatikgetriebe
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit 165 km/h [160 km/h] 175 km/h
Beschleunigung, 0–100 km/h 13,8 s [13,9 s] 8,8 s 12,1 s [12,7 s] k.A. 14,4 s
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 11,6 l Super [11,7 l Super] 10,6 l Super 7,2 l Diesel 8,2 l Diesel 8,1 l Diesel
CO2-Emissionen(kombiniert) 288 g/km [292 g/km] 248 g/km 190 g/km 217 g/km 214 g/km
Tankinhalt 87 l

Technical – Kriegseinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Technical (Kampfwagen)

Der Toyota Land Cruiser wird, besonders in Asymmetrischen Konflikten, häufig als sogenannter „Technical“ eingesetzt.[9] Die Präsenz des Land Cruisers und des Toyota Hilux in den vom Islamischen Staat besetzten Gebieten im Irak, in Syrien und Libyen ist so auffällig, dass sich das US-Finanzministerium an den Hersteller gewendet hat. Der Autobauer soll bei der Klärung der Frage behilflich sein, wie der Islamische Staat an die vielen Fahrzeuge gekommen sei.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabelle der Motorcodes für Landcruiser
  2. www.off-road.com
  3. Landcruiser bei der Bergwacht, www.bergwacht-bayern.org
  4. http://www.power-trax.de/produkte/ptos/ptos.htm Informationen über Nebenabtriebe J4, J6, J7
  5. www.4wheelfun.de
  6. Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG (2015): Toyota Land Cruiser 200 V8 Facelift 2016. abgerufen am 27. September 2015.
  7. www.auto-motor-und-sport.de
  8. Toyota (2015): Neuer 2,8-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel für den Toyota Land Cruiser. abgerufen am 6. September 2015.
  9. Thomas Gutschker, Boris Schmidt und Thomas Scheen: Die Kavallerie des kleinen Mannes. Toyotas „Pick-ups“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. April 2011, abgerufen am 11. April 2011 (deutsch, Der Toyota in der Asymmetrischen Kriegführung).
  10. Spiegel Online vom 7. Oktober 2015: Fuhrpark des IS: Toyotas Problem mit den Terror-Trucks.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Toyota Land Cruiser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien