Traben-Trarbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Trarbach ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum deutschen Landwirt und Politiker siehe Otto Trarbach.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Traben-Trarbach
Traben-Trarbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Traben-Trarbach hervorgehoben
49.9511111111117.1166666666667110Koordinaten: 49° 57′ N, 7° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Traben-Trarbach
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 31,35 km²
Einwohner: 5740 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 183 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56841
Vorwahl: 06541
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 124
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Markt 3
56841 Traben-Trarbach
Webpräsenz: www.traben-trarbach.de
Stadtbürgermeisterin: Heide Pönnighaus (CDU)
Lage der Stadt Traben-Trarbach im Landkreis Bernkastel-Wittlich
Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Landkreis Vulkaneifel Trier Landkreis Trier-Saarburg Rhein-Hunsrück-Kreis Bernkastel-Kues Brauneberg Burgen (Hunsrück) Erden Gornhausen Graach an der Mosel Hochscheid Kesten Kleinich Kommen Lieser (Gemeinde) Lösnich Longkamp Maring-Noviand Minheim Monzelfeld Mülheim an der Mosel Neumagen-Dhron Piesport Ürzig Veldenz Wintrich Zeltingen-Rachtig Bausendorf Bengel (Mosel) Diefenbach (bei Wittlich) Flußbach Hontheim Kinderbeuern Kinheim Kröv Reil Willwerscheid Bettenfeld Dierfeld Eckfeld Eisenschmitt Gipperath Greimerath (Eifel) Großlittgen Hasborn (Eifel) Karl (Eifel) Laufeld Manderscheid Meerfeld Musweiler Niederöfflingen Niederscheidweiler Oberöfflingen Oberscheidweiler Pantenburg Schladt Schwarzenborn (Eifel) Wallscheid Berglicht Breit Büdlich Burtscheid (Hunsrück) Deuselbach Dhronecken Etgert Gielert Gräfendhron Heidenburg Hilscheid Horath Immert Lückenburg Malborn Merschbach Neunkirchen (Hunsrück) Rorodt Schönberg (bei Thalfang) Talling Thalfang Burg (Mosel) Enkirch Irmenach Lötzbeuren Starkenburg (Mosel) Traben-Trarbach Altrich Arenrath Bergweiler Binsfeld Bruch (Eifel) Dierscheid Dodenburg Dreis Esch (bei Wittlich) Gladbach (Eifel) Heckenmünster Heidweiler Hetzerath (Eifel) Hupperath Klausen (Eifel) Landscheid Minderlittgen Niersbach Osann-Monzel Platten (bei Wittlich) Plein Rivenich Salmtal Sehlem (Eifel) Morbach WittlichKarte
Über dieses Bild

Traben-Trarbach ist eine Stadt an der Mittelmosel im Landkreis Bernkastel-Wittlich, Rheinland-Pfalz und Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Die Stadt ist ein staatlich anerkanntes Heilbad und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Traben-Trarbach befindet sich etwa 40 km nordöstlich von Trier und etwa 60 km südwestlich von Koblenz im Tal der Mittelmosel; nördlich der Stadt befindet sich der Moselschleifenberg Mont Royal. Der Flughafen Hahn im Hunsrück liegt etwa 10 km (jeweils Luftlinie) entfernt in östlicher Richtung. Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 31.350.000 m² mit großem Waldanteil. Damit ist Traben-Trarbach flächenmäßig die größte Stadt an der Mittelmosel.

Traben liegt links der Mosel am Fuße der ehemaligen Festung Mont Royal, und Trarbach rechts des Flusses auf der Hunsrück-Seite. Während Traben auf einer großen Breite am Moselufer liegt, erstreckt sich Trarbach länglich zwischen den recht steilen Bergen, vor allem ins Kautenbach-Tal. In diesem befindet sich in Bad Wildstein eine Quelle, deren Wasser mit einer Temperatur von 33° aus den Tiefen des Schiefergesteins zutage tritt und von einem Thermalbad genutzt wird.

Panorama von der Grevenburg aus auf Trarbach (links), Traben und die Mosel


Stadtgliederung[Bearbeiten]

Neben Traben und Trarbach sind Litzig, Wolf, Bad Wildstein, Rißbach, Kautenbach und Hödeshof weitere Stadtteile Traben-Trarbachs.

Geschichte[Bearbeiten]

Aacher Hof, Text der Gedenktafel: „Urkundlich 830 erwähnt als Lehen an das Aachener Marienstift durch Ludwig den Frommen.“

Schon 830 wurde der Aacher Hof urkundlich erwähnt. Kaiser Ludwig der Fromme (814–840), Sohn Karls des Großen, schenkte Traben mit all seinen Gerechtsamen und Anhängseln Traben, Litzig, Rißbach, Irmenach und Beuren dem Münster zu Aachen (Aachener Marienstift), in dem die deutschen Könige gekrönt wurden.

Alle heutigen Ortsteile (mit Ausnahme eines Teils von Kautenbach) gehörten zur Hinteren Grafschaft Sponheim, deren Hauptort Trarbach auch nach dem Aussterben der Grafen blieb, wenngleich die beiden jeweils regierenden Landesherren (die Grafschaft war ein pfälzisch-badisches Kondominium) ihre Residenz innerhalb der Grafschaft andernorts hatten, nämlich in Birkenfeld und in Kastellaun. Zugleich war Trarbach jedoch auch der Hauptort des gleichnamigen Oberamtes. 1815 wurde das Gebiet um Trarbach nach Preußen eingegliedert und Trarbach wurde Sitz einer Bürgermeisterei. Entgegen den Erwartungen wurde allerdings Zell und nicht Trarbach Kreisstadt, obwohl Trarbach der größte Ort des neuen Kreises Zell war. Die Bürgermeisterei Trarbach wurde 1884 aufgelöst. Trarbach gehörte keiner Bürgermeisterei mehr an und wurde fortan in Personalunion mit der neuen Bürgermeisterei Traben verwaltet.

Bei dem Großbrand vom 21. Juli 1857 wurde fast ganz Trarbach ein Opfer der Flammen. Von den 1700 Einwohnern wurden 1400 obdachlos.[3]

1898 wurde eine erste Brücke zwischen beiden Orten nach einem Entwurf des Architekten Bruno Möhring gebaut. Diese Brücke, die in den letzten Kriegstagen 1945 gesprengt wurde, war gleichzeitig die erste Straßenbrücke zwischen Bernkastel und Koblenz. Die nächsten Brücken wurden erst 1924 in Cochem und 1951–1953 in Zell gebaut.

Traben und Trarbach waren zudem Ende des 19. Jahrhunderts neben Reichenhall die ersten Orte in Deutschland, die statt Gaslampen eine elektrische Straßenbeleuchtung von der Edison-Gesellschaft, der heutigen AEG, bauen ließen, nachdem zuvor in Berlin einzelne Straßenzüge damit ausgestattet worden waren.

Nahaufnahme der Moselbrücke, von der Fußgängertreppe auf Trarbacher Seite aus betrachtet

Im Jahr 1904 erfolgte schließlich die Vereinigung der Gemeinde Traben und der Stadt Trarbach zur neuen Stadt Traben-Trarbach. Die nächsten Veränderungen ergaben sich am 7. Juni 1969, als die Gemeinden Kautenbach und Wolf nach Traben-Trarbach eingemeindet wurden.[4] Ein Jahr später wurde die Verbandsgemeinde Traben-Trarbach neu gebildet. Sie hat ihren Verwaltungssitz in der Stadt, Traben-Trarbach ist eine verbandsangehörige Gemeinde.

Aufgrund der Zugehörigkeit zur Hinteren Grafschaft Sponheim wurde im Jahr 1557 auch in Trarbach und Traben die Reformation eingeführt, so dass der Ort bis heute überwiegend evangelisch geprägt ist, auch wenn vor allem durch Zuzug im 19. und 20. Jahrhundert der Anteil der katholischen Bevölkerung deutlich gestiegen ist. Die Leitung der evangelischen Kirche in der Hinteren Grafschaft Sponheim wurde zunächst von der Birkenfelder Kanzlei ausgeübt, 1672 wurde dann in Trarbach ein hintersponheimisches lutherisches Konsistorium eingerichtet, dessen Aufgaben ab 1776 an das Konsistorium in Zweibrücken übergingen. 1818 wurde die Synode Trarbach errichtet, deren Hauptort Trarbach bis 1972 blieb. Wegen der Größe – die Synode umfasst die Landkreise Bernkastel, Zell und Trier – wurde diese 1825 geteilt. Kurioserweise gehörte der Ortsteil Wolf bis 1892 zur Synode Trier, welche bis 1843 nach dem Wohnort des Superintendenten den Namen „Synode Wolf“ führte.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Traben-Trarbach besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Stadtbürgermeisterin als Vorsitzende.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:[5]

Parteien 2009 2004
Anteil Sitze ±Anteil ±Sitze Anteil Sitze
CDU 47,4 % 10 −0,8 % −1 48,2 % 11
SPD 27,4 % 6 +2 % +1 25,4 % 5
WGR 16,7 % 4 −1,5 % ±0 18,2 % 4
FDP 8,5 % 2 +0,4 % ±0 8,1 % 2
Wahlbeteiligung 49,0 % +11,2 % 37,8 %

Bürgermeisterin[Bearbeiten]

Stadtbürgermeisterin ist Heide Pönnighaus.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Das Wappen zeigt auf dem rot-silbernem Schachbrett der Grafschaft Sponheim in der oberen Hälfte ein schwarzes, trabendes Pferd. Es versinnbildlicht den Stadtteil Traben, dessen keltischer Name „Traven“ bezeichnet eine kleine Siedlung, hat allerdings nichts mit einem Pferd zu tun. In der unteren Hälfte steht der Turm für die „Stadt Trarbach“.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Traben-Trarbach unterhält eine Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Wangen bei Olten in der Schweiz und die Verbandsgemeinde Traben-Trarbach eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Selles-sur-Cher.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadtteil Traben: Postamt und Lorettahaus
Die Moselstädte Trarbach (im Vordergrund) mit der Grevenburg und Traben (im Hintergrund). Aquatinta von Karl Bodmer um 1831.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Ruine der Grevenburg, um 1350 erbaut, nach mehreren Belagerungen 1734 zerstört
  • Starkenburg, 250 Meter über der Mosel mit dem Burgfelsen am Ortsende Richtung Enkirch
  • Festung Mont Royal (1687-1698) (gigantische französische Festung unter Ludwig XIV. von Vauban gebaut)
  • Rathaus Trarbach, 1833 von Ferdinand Nebel
  • Mittelmoselmuseum zur Geschichte des Moseltals, der Grafschaft Sponheim, der Festung Mont Royal und der Grevenburg
  • Brückentor der Moselbrücke, 1899 von Bruno Möhring
  • ehemaliges Hotel „Clauss-Feist“ (heute Bellevue), 1903 von Bruno Möhring
  • Villa Huesgen, Am Bahnhof, 1904 von Bruno Möhring
  • Wohnhaus Dr. Breucker, An der Mosel, 1905 von Bruno Möhring
  • Buddha-Museum im Gebäude der ehemaligen Weinkellerei Julius Kayser & Co. (seit 2009), 1906–1907 von Bruno Möhring
  • Parkschlösschen Bad Wildstein, ehemaliges Kur- und Badehaus der Stadt gebaut von Bruno Möhring, heute Ayurveda-Hotel
  • ehemalige Schiefer- und Erzgrube Gondenau
  • Stadtturm in Trarbach mit Aussicht über die Dächer von Trarbach

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Traben-Trarbach

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Auf der Mosel wurden jahrzehntelang Motorbootrennen ausgetragen, die 32. und bislang letzte Veranstaltung fand 1996 statt. Dabei wurden zahlreiche Welt- und Europameister gekrönt, darunter 1964 der bekannte Berliner Rennfahrer und Motorenbauer Dieter König. Für das Jahr 2014 haben sich Organisatoren gefunden, die das legendäre Motorbootrennen im engen Moseltal wieder aufleben lassen wollen. Hierzu werden zur Zeit Gespräche mit den Genehmigungsbehörden und dem ADAC geführt.

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Durch Traben-Trarbach führte bis zum 31. Dezember 1962 die Moseltalbahn, genannt „Saufbähnchen“. Das Bahnhofsgebäude auf der Trarbacher Seite wurde beim Ausbau der B 53 abgerissen.

Im Stadtteil Traben (linkes Flussufer) befindet sich der Endbahnhof der Moselwein-Bahn nach Bullay. Das 1904 nach dem Vorbild alter Trabener Fachwerkhäuser errichtete alte Bahnhofsgebäude ist noch heute erhalten und dient jetzt als Sitz der Bürgermeisterin und als Veranstaltungszentrum. Die neue Haltestelle wurde 150 m moselabwärts in den Bereich des ehemaligen Güterbahnhofs zurückverlegt.

Traben-Trarbach, Flugplatz

Flugverkehr[Bearbeiten]

1956 erfolgte die Errichtung eines Sportflugplatzes auf dem Trabener Berg Mont Royal (ICAO-Code: EDRM).

Stadtansichten[Bearbeiten]

Panorama von Traben

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietmar Flach, Günter Böse (Hg.): Traben-Trarbach. Geschichte einer Doppelstadt. Traben-Trarbach 1984.
  • Johann Hofmann: Trorbachische Ehren-Säul. Faks.-Nachdr. der Ausg. Stuttgart 1669. Cäsar, Traben-Trarbach 1968.
  • Arne Houben (Hg.): Mit Carl Bodmer von Trier nach Koblenz. Eine Moselreise um das Jahr 1830; Alf/Mosel: Rhein-Mosel-Verlag, 2006; ISBN 978-3-89801-033-7 (Das Buch enthält 31 farbige Reproduktionen kolorierter Aquatinten von Karl Bodmer, deren Originale sich in dem Mittelmoselmuseum Traben-Trarbach befinden).
  • Ernst Schütz: Trarbach in alter Zeit. Bilder aus der Geschichte der Stadt von der Reformation bis zur Niederlegung der Grevenburg; Traben-Trarbach, 1909
  • Albert Rosenkranz (Hg.): Das Evangelische Rheinland. Ein rheinisches Gemeinde- und Pfarrerbuch, Band 1: Die Gemeinden; Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte, 3; Düsseldorf: Kirche in der Zeit, 1956.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Traben-Trarbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Traben-Trarbach – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
  3. Freiwillige Feuerwehr Traben-Trarbach 15. August 2007
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 197 (PDF; 2,6 MB)
  5. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Stadtrat