Trabrennbahn Krieau

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Trabrennbahn Krieau im Jahr 2011
Trabrennbahn Krieau im Jahr 2011
Die Stallungen

Die Trabrennbahn Krieau ist eine 1878 eröffnete Anlage für den Trabrennsport im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zielrichterturm (2014)

Die Trabrennbahn befindet sich in der namensgebenden Krieau, einem Teil des Wiener Praters. Sie hat eine Länge von 1000 Metern und eine Breite von acht Pferden je Startreihe. Ihr Belag ist Sand.[1]

Die in den 1910er Jahren erbauten Tribünen sind sachlich gestaltete, dreigeschoßige Stahlbetonbauten. Auf der Ehrentribüne sind bunte Majolika-Reliefs im Stil der Wiener Werkstätte angebracht. Gegenüber befindet sich ein Verwaltungsgebäude mit Fachwerk-Elementen, das Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Der Zielrichterturm ist ein fünfgeschoßiger Stahlskelettbau, der von einem dreigeschoßigen, laternenförmigen Aufbau gekrönt wird.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trabrennbahn Krieau, Zeichnung aus dem Jahr 1888

1874 wurde der Wiener Trabrenn-Verein mit Graf Kálmán Hunyady als erstem Präsidenten gegründet. Die Rennen wurden zunächst in der Hauptallee abgehalten. Die Trabrennbahn Krieau wurde am 29. September 1878 eröffnet und im Jahr 1882 wurde die erste Tribüne erbaut. Die Reformideen des Sportjournalisten Viktor Silberer trugen zur Popularisierung des Trabrennsports bei. Das erste Derby in der Krieau fand 1884 statt.

Von 1911 bis 1913 erfolgte ein Neubau der Tribünen nach Plänen der Architekten Emil Hoppe, Marcel Kammerer und Otto Schönthal. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war der Großgrundbesitzer und Politiker Ernst Rüdiger von Starhemberg Präsident des Trabrenn-Vereins. 1919 wurde der Zielrichterturm errichtet. Ende des Zweiten Weltkriegs war der Rennbetrieb vorübergehend eingestellt. Die Bombenschäden an der Anlage konnten rasch beseitigt werden und bereits im November 1945 fand wieder ein Rennen in der Krieau statt.

Von 1949 bis zu seinem Tod im Jahr 1981 war der Unternehmer Manfred Mautner Markhof senior Präsident des Wiener Trabrenn-Vereins. In seine Amtszeit fällt der Umbau von 1960/1961, bei der unter anderem die Haupttribüne verglast wurde.

Die Trabrennbahn heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Jahrtausendwende wurde die Trabrennbahn renoviert. Seit 2004 ist der Politiker Anton Gaál Präsident des Wiener Trabrenn-Vereins.

In den Jahren 2007–2010 entstand in der Krieau mit dem Viertel Zwei ein neues Büro- und Wohnviertel. In den kommenden Jahren soll das Viertel Zwei erweitert werden, wobei großteils auf der Fläche der Trabrennbahn weitere Büroflächen, sowie Wohnflächen für 1.800 Menschen entstehen sollen. Die Trabrennbahn ist denkmalgeschützt und bleibt erhalten. Im Osten sollen die Stallungen bis zur Meiereistraße renoviert und für eine kommerzielle Nutzung adaptiert werden. Die derzeit desolaten Tribünen werden renoviert. Die Tribüne 1 bleibt in ihrer Funktion erhalten, die Tribünen 2 und 3 sollen für eine gewerbliche Nutzung adaptiert werden. Die Architektenwettbewerbe wurden im Mai 2014 abgeschlossen,[3] mit den Bauarbeiten wurde 2015 begonnen.[4] Das 36.700 m² große Areal entlang der Trabrennstraße soll 2017 fertiggestellt sein.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Information zur Trabrennbahn auf der Website des Wiener Trabrenn-Vereins, abgerufen am 25. September 2013.
  2. Dehio-Handbuch Wien. II. bis IX. und XX. Bezirk. Hrsg. v. Bundesdenkmalamt. Anton Schroll, Wien 1993, ISBN 3-7031-0680-8, S. 42–43.
  3. Ergebnis des Architektenwettbewerbs auf /www.meinbezirk.at, abgerufen am 15. Februar 2015
  4. Viertel Zwei Plus auf www.gat.st, abgerufen am 15. Februar 2015

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Reichebner: 125 Jahre Wiener Trabrenn-Verein. 1874–1999. Turf, Wien 1999, ISBN 3-9500769-1-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trabrennbahn Krieau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 12′ 39″ N, 16° 24′ 51″ O