Tracey Adams

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Dieser Artikel behandelt die Pornodarstellerin. Für den Cutter siehe Tracy Adams
Tracey Adams

Tracey Adams (* 7. Juni 1959 in Severna Park, Maryland, USA als Debra Blaisdell,[1]) ist eine US-amerikanische Schauspielerin und ehemalige Pornodarstellerin, die auch unter den Namen Tracy Adams, Deborah Blaisdell oder Debbie Blaisdell bekannt ist. In den 1980er und 90er Jahren spielte sie in mehr als dreihundert Pornofilmen mit [2]. Sie war auch als Regisseurin tätig und hatte einige Auftritte in nicht-pornographischen Filmen.

Leben[Bearbeiten]

Adams arbeitete ursprünglich als Radiomoderatorin, begann dann 1983 mit der Schauspielerei. Nach einigen Oben-Ohne-Rollen in B-Movies wie The Lost Empire (1984)[3] spielte sie 1985 in ihrem ersten Pornofilm Make My Night mit, bei dem sie auf dem Cover abgebildet war. Neben ihrer Tätigkeit als Pornodarstellerin übernahm sie unter dem Namen Deborah Blaisdell gelegentlich auch einige Rollen außerhalb der Pornoindustrie, wie in der Komödie Wimps (1986)[4], bei dem sie sogar auf dem Filmplakat abgebildet war. Außerdem war sie Gaststar in einigen italienischen Fernsehserien. (Los Angeles Times)[5]

Pornodarstellerin wurde sie in erster Linie des Geldes wegen und sie soll gesagt haben, dass jede andere Darstellerin die Unwahrheit sage, die etwas Anderes behaupte, denn alle anderen Vorteile seien nebensächlich. [6] [7]

Nach einer zweijährigen Auszeit von der Pornoindustrie folgte 1994 ein Comeback mit ihrem Film Starbangers 4. Obwohl sie seit 1992 nicht mehr regelmäßig Pornofilme drehte, übernahm sie gelegentlich Rollen bis ins Jahr 1999, in welchem sie ihre Karriere im Pornogeschäft endgültig beendete.

Ihr Lieblingsauftritt ist ihre erste Sexszene mit Peter North in dem Film Pretty Peaches 2 (1987), welcher den Preis für die beste Sexszene des Jahres gewann.[7]

Ihre Eltern wussten von ihrem Gelderwerb, zogen es aber vor, ihre aufsässige Tochter nicht darauf anzusprechen.

Tracey Adams hatte eine langjährige, lesbische Beziehung mit der Pornodarstellerin Amber Lynn, die jedoch 1999 im Wesentlichen wegen Amber Lynns anhaltender Alkohol- und Drogenprobleme endete. [6]

Tracey Adams ist bisexuell und verlor ihre Jungfräulichkeit an einen Mann im Alter von 19 Jahren und machte ihre erste sexuelle Erfahrung mit einer Frau im Alter von 22 Jahren.

Heute lebt sie mit ihrer Lebensgefährtin in einem Bungalow in West Los Angeles.[7]

Gerichtsverfahren 1987[Bearbeiten]

Tracey Adams sagte im April 1987 im San Fernando Municipal Court als Zeugin in einem Gerichtsverfahren gegen zwei Männer aus, die wegen der Produktion von Pornofilmen der Zuhälterei angeklagt wurden. Zu dieser Zeit nutzten die Strafverfolgungsbehörden die Gesetze gegen Zuhälterei, um die Pornoindustrie unter Druck zu setzen. Sie argumentierten hierzu, dass die Darstellerinnen der Prostitution nachgingen und es für den Tatbestand der Zuhälterei irrelevant sei, dass deren Handlungen dabei gefilmt wurden[1]. Die meisten Darstellerinnen und Darsteller sagten hingegen, dass sie sich selbst nicht als Prostituierte, sondern als Schauspieler betrachteten und Geschlechtsverkehr lediglich Teil der filmischen Handlung gewesen sei. Tracey Adams sagte aus, dass sie für ihre Arbeit als Schauspielerin, nicht aber für die Durchführung von Geschlechtsverkehr bezahlt wurde: "I was paid to perform, but not paid to have sex."[1].

Die Darsteller wurden von dem Unternehmen Cinderella Distributors angestellt, welches von Charles Brickman und Thomas Ingalls betrieben wurde, welche beide wegen Zuhälterei angeklagt waren. Die Anklage gegen Brickman wurde später fallen gelassen, der sich bereit erklärt hatte, als Zeuge gegen Ingalls auszusagen. Ansonsten hätte Brickman mit einer Gefängnisstrafe zwischen drei und dreizehn Jahren rechnen müssen.[8]

Tracey Adams und fünf weitere Darstellerinnen und Darsteller, darunter Stacey Donovan, Taija Rae und Steve Drake, bezeugten, dass sie dafür bezahlt wurden, um am 18. Juni 1986 ein Haus in Sand Canyon aufzusuchen und dort vor der Kamera sexuelle Handlungen durchzuführen. Das Filmmaterial war zur Verwendung in einem Film vorgesehen, der unter dem Namen "Love Potion" oder "Squeeze Play" hätte veröffentlicht werden sollen und wurde bei einer Hausdurchsuchung am Ende des Drehtages beschlagnahmt[1]. Adams und die anderen Darstellerinnen und Darsteller bezeugten weiter, dass Ingalls während der Dreharbeiten als Kameramann fungierte und sie anschließend in bar bezahlt wurden. Gemäß ihrer Zeugenaussagen lagen die Tagesgagen zwischen $300 für Steve Drake und $1000 für Stacey Donovan. Donovan bezeichnete sich selbst als Informantin der Strafverfolgungsbehörden und sagte aus, dass sie nie eine Schauspielerin hatte sein wollen, nur des Geldes wegen an Pornofilmen mitgewirkt hatte und auch nicht weiter als Pornodarstellerin auftreten wolle[1].

Auffassungen und Pressestimmen[Bearbeiten]

Tracey Adams sagte, sie behalte ihre innere Ruhe, indem sie ihre Interessen vertritt. Ihre Einstellungen lassen sich an verschiedenen Zitaten erkennen:[6] [7]

Ich drehe nur eine Sexszene pro Tag. Ich will nicht wund oder erschöpft sein. Ich bestehe darauf, dass meine Partner gesund und sauber sind. Wenn man das klar sagt, dann werden die Produzenten die Bedingungen akzeptieren. Sie sind nicht gefühllos, sondern einfach nur beschäftigt.

Ich nehme meine Arbeit ernst und bevorzuge Sexszenen, die sich daraus ergeben, dass zwei Personen sich von einander angezogen fühlen. Ich stelle nicht gerne kalten, gefühllosen Sex dar. Am liebsten mit nur einer Person, bevorzugt einem Mann.

Ich wurde nicht bekannt für meinen sexuellen Wagemut. Ich blieb auf dem schmalen Pfad des Blümchensex. Ich wurde bekannt für mein schauspielerisches Können.

In der Tat wurde ihr schauspielerisches Können gelobt:[7]

Tracey kann Rollen übernehmen, an die sich wenige Pornodarstellerinnen herantrauen: sie überzeugt als gebildete und kultivierte Frau; sie kann eine erfolgreiche Autorin spielen wie in "Lust on the Orient Express"; eine reiche Dame der Gesellschaft wie in "Sins of the Wealthy 2"; eine indische Prinzessin wie in "Soft, Warm Rain"; Mutter eines Jungen im Collegealter wie in "2002: A Sex Odyssey"; eine aalglatte Hure wie in "Jacqueline"; selbst eine Göttin der Liebe.

(Adult Film World 1/87)

An die Dreharbeiten zu ihrem ersten Pornofilm 'Make My Night' hat sie nur positive Erinnerungen[6]:

Es war ziemlich harmlos im Vergleich zu dem, was ich erwartete. Natürlich war ich vor meiner ersten Sexszene nervös. Es war immerhin das erste Mal, daß ich vor einem Publikum Geschlechtsverkehr vollziehen sollte. Ja, Sex ist etwas Natürliches, aber es ist nichts Natürliches, wenn ein Haufen fremder Leute daneben steht und dabei zusieht. Aber ich lernte das Exhibitionistische daran zu lieben. Es macht einen ziemlich an. Es fühlte sich einfach gut und richtig an. Ich hatte das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Natürlich waren da ein Haufen Leute, die mir sagten, was ich tun sollte, aber ich betrachtete das lediglich als Vorschläge, weil niemand auf etwas bestand. Wäre ich aufgefordert worden, etwas zu tun, was ich nicht wollte, dann hätte ich das auch nicht getan. An den zwei Tage, an denen ich das Video drehte, amüsierte ich mich wirklich gut. Es war alles so nett! Alle meine Vorurteile über die Pornoindustrie waren ausgeräumt. Als ich dann bezahlt wurde, sagte ich 'Wow, das hat so viel Spaß gemacht und dafür bezahlt ihr mich auch noch'. Sie brachten mich in zwei Sexszenen unter, und ich war so ein Erfolg, daß ich auf der Hülle des Videos abgebildet wurde.

Trotz des Erfolges ihres ersten Pornofilms gestand Tracey Adams [6]:

Ich glaubte nicht daran, dass ich danach noch einen [Pornofilm] machen würde, aber ich muß sagen, dass das Geld daran schuld war. Man weiß nie, wie lange man auf diese Weise Geld verdienen kann - es kann einfach so vorbei sein.

Sie war auch stets sehr ehrlich über ihre Beteiligung an Pornofilmen und gab zu, was ihre Motivation war[6]:

Das Geld. Ein Mädchen, welches etwas Anderes sagt, lügt. Alle anderen Dinge, die damit einhergehen, eine Pornodarstellerin zu sein, sind nebensächlich. Natürlich hat man Sex mit gut aussehenden Männern, die sehr geschickt darin sind, einer Frau einen abgehen zu lassen, aber unter dem Strich ist es das Geld. Für mich war es einfach nur eine körperliche Arbeit.

Dennoch war Tracey Adams sehr professionell und hatte an sich selbst den Anspruch, gute Arbeit zu leisten - auch und gerade beim Vollzug von Geschlechtsverkehr. Sie war realistisch bezüglich dieser Industrie[6]:

In diesem Geschäft ist man gezwungen mit Leuten intim zu werden, mit denen man im Privatleben nicht intim werden würde. Daher schließt man Kompromisse mit sich selbst. Ich denke, es ist wichtig das zu tun. Mangels eines besseren Ausdrucks dafür würde ich sagen, es macht ein wenig bescheiden.

Obwohl sie sich keine Illusionen machte, gefiel ihr die Arbeit[6]:

Ich mag es sehr. Während der Zeit in diesem Geschäft gewann ich bessere Freunde als sonst in meinem Leben. Es gibt da ein besonderes Verständnis unter den Leuten in diesem Geschäft. Es ist so, als wären wir alle gewissermaßen Gesetzlose und wir unterstützten uns gegenseitig. Unsere Freundschaften basierten darauf, dass wir diese Sache machten, die in unseren Leben sonst ein grosses Geheimnis wäre. Und wir machten es in aller Öffentlichkeit. Unsere Tätigkeit verband uns miteinander.

Tracey Adams wurde ausführlich beschrieben in einem langen Artikel in der Los Angeles Times über die Pornoindustrie im Februar 1991. Sie sagte, dass die Tagesgagen der Darsteller über vier Jahre hinweg kontinuierlich gefallen sind von etwa $1000 bis zu etwa $100 pro Tag.(Los Angeles Times)[5]

"Ich habe kein Problem damit, vor der Kamera Sex darzustellen", sagt sie, "Ich bin nicht der Meinung, etwas Falsches zu tun." Bei der Arbeit ist sie weder vor Leidenschaft enbrannt noch zögerlich.[...] "Es ist eine Arbeit, die ich erledige. Ich denke dabei 'Ich habe vergessen, Fingernägel anzulegen', oder 'Es ist Zeit, neue Unterwäsche zu kaufen'. Ich denke an die Figur, die ich verkörpere. Ich denke logistisch." Adams hält sich noch immer nicht für eine Berühmtheit. "Sie nennen uns Pornoqueens", sagt Adams verächtlich, "Ich hasse diese Bezeichnung. Pornographie ist das, was ich mache, nicht das, was ich bin". [...] Obwohl sie eine Freidenkerin ist, ist Adams alles Andere als die unkonventionelle Sexathletin die ihre Fans sich gerne vorstellen. Sie ist besorgt über Kriminalität und Überbevölkerung und trinkt zwei Wodkas jeden Abend um besser einzuschlafen. Sie unterstützt finanziell zwei armutsgeplagte Kinder im Ausland. Ihr gemieteter Bungalow in West Los Angeles könnte ebensogut das Heim einer ängstlichen, PBS-sehenden mittleren Managerin sein, mit Ausnahme des Katalogs ihrer Sexfilme, der versteckt ist hinter einem Holzbrett im obersten Regalfach des Hinterzimmers.

(Los Angeles Times)[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

  • Make My Night (1985)
  • Lover's Lane (1986)
  • Pretty Peaches 2 (1987)
  • Night Games (1987)
  • Sex Sluts in the Slammer (1988)
  • Fatal Seduction (1988)
  • Girls of Doble D 7 (1989)
  • Girls of Doble D 9 (1989)
  • Big Thrill (1989)
  • Busted (1989)
  • Hawaii Vice 6 (1989)
  • Legal Tender (1990)
  • Naughty Nineties (1990)
  • Eternity (1990)
  • Starbangers 4 (1993)
  • Swedish Erotica 73 (neu) (2006)


  • The Lost Empire (1984)[3]
  • Wimps (1986)[4]
  • Student Affairs (1987)[10]
  • Enrapture (1989)[11]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c d e Greg Braxton: Actors Testify at Hearing They Were Hired for Sex. In: Los Angeles Times. 22. April 1987. Abgerufen am 28. Juni 2015.
  2. Tracey Adams. IAFD.com. Abgerufen am 28. Juni 2015.
  3. a b The Lost Empire (1984) in der IMDB
  4. a b Wimps (1986) in der IMDB
  5. a b 17. Februar 1991, Seite 8, "Demand Is Strong, but Police Crackdowns and a Saturated Market Spell Trouble for One of L.A.'s Biggest Businesses" von John Johnson
  6. a b c d e f g h Tracey Adams Kurzbiographie in ihrem Fanclub
  7. a b c d e Tracey Adams bei Luke is back
  8. Patricia Klein: 16 Pandering Counts Against Producer of Sex Films Dismissed in Plea Bargain. In: Los Angeles Times. 12. Dezember 1987. Abgerufen am 28. Juni 2015.
  9. Los Angeles Times, 17. Februar 1991, Seite 8, "Demand Is Strong, but Police Crackdowns and a Saturated Market Spell Trouble for One of L.A.'s Biggest Businesses" von John Johnson
  10. Student Affairs (1987) in der IMDB
  11. Enrapture (1989) in der IMDB

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tracey Adams – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien