Tradate

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Tradate
Tradate (Italien)
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Varese (VA)
Lokale Bezeichnung Tradàa
Koordinaten 45° 42′ N, 8° 55′ OKoordinaten: 45° 42′ 0″ N, 8° 55′ 0″ O
Höhe 303 m s.l.m.
Fläche 21,19 km²
Einwohner 19.087 (31. Dez. 2019)[1]
Fraktionen Abbiate Guazzone, Ceppine
Postleitzahl 21049
Vorwahl 0331
ISTAT-Nummer 012127
Volksbezeichnung tradatesi
Schutzpatron Stephanus (26. Dezember)
Website Tradate
Gemeinde Tradate in der Provinz Varese
Propsteikirche Santo Stefano
Düsenjäger Aermacchi

Tradate ist eine Gemeinde (comune) in der Provinz Varese in der Region Lombardei.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt etwa 15 Kilometer südöstlich von Varese etwa 30 Kilometer nordwestlich von Mailand und bedeckt eine Fläche von 21,19 km². Zu Tradate gehören die Fraktionen Abbiate Guazzone und Ceppine. Durch Präsidentialerlass führt die Gemeinde seit 1958 die Bezeichnung (Città – Stadt).

Die Gemeinde Tradate grenzt an die Provinz Como. Die Nachbargemeinden sind Appiano Gentile (CO), Cairate, Carbonate (CO), Castelnuovo Bozzente (CO), Locate Varesino (CO), Lonate Ceppino und Venegono Inferiore.

Toponomastik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes soll entweder vom Namen Theodorus, möglicherweise auch von Teuderad als Bezeichnung eines Gotenstamms herrühren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Tradatum (römischer Namen für Tradate) führte die Via Varesina, die Mediolanum (Mailand) mit Luganum (Lugano) verband, durch Baretium (Varese), daher der Name der Straße, und die Via Gallaratese, die Novaria (Novara) mit Comum (Como) verband.

Im Jahr 1256 werden in einer Verkaufsurkunde die Konsuln der Nachbarn und der Adligen von Tradate erwähnt. Der Ort Tradate wurde in den Statuten der Straßen und Gewässer der Grafschaft Mailand in der Form El locho de Tradà per li nobili e vicini erwähnt und war Teil der Pieve von Castelseprio. Sie gehörte zu den Gemeinden, die zur Instandhaltung der Bollate-Straße beitrugen (1346). In den Registern des Estimo (Grundbuch) des Herzogtums Mailand von 1558 und den nachfolgenden Aktualisierungen im 18. Jahrhundert wird Tradate immer noch zur gleichen Pieve gezählt. Nach den Antworten auf die 45 Fragen von 1751 durch die II. Junta der Volkszählung hatte Tradate, das damals etwa 1450 Einwohner hatte, keinen Feudalherrn, da es von der Fehde befreit war. Die Zuständigkeit lag beim königlichen Richter von Varese, Massimiliano Pusterla, und der Eid wurde vom Konsul bei der Strafbank desselben Amtes geleistet. Die Gemeinde hatte weder einen allgemeinen noch einen besonderen Rat. Die Entscheidungen wurden auf dem Kongress der Schätzer getroffen, an dem auch andere interessierte Personen teilnehmen konnten. Die Schöffen wählten einen zivilen Abgeordneten, während das Volk, das durch den Klang der Glocke auf dem öffentlichen Platz gerufen wurde, zwei Bürgermeister durch balotazione wählte, die alle zwei Jahre erneuert wurden. Die Bürgermeister konnten keine Entscheidungen ohne die Zustimmung des bürgerlichen Abgeordneten treffen, der über die Interessen der Gemeinde und die Gerechtigkeit der Steuerverteilungen wachte. Die Gemeinde hatte einen Kanzler, der sich um die öffentlichen Akten kümmerte und das Archiv in seinem Haus aufbewahrte. Der Schreiber erhielt jährlich 200 Lira, zuzüglich sechs Lira für Papier und Tinte.

Infolge des Gesetzes vom 26. März 1798 zur Organisation des Departements Verbano (Gesetz 6 germinale anno VI b) wurde die Gemeinde Tradate zur Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks mit der Nummer 18. Als das Departement Verbano abgeschafft wurde (Gesetz 15 fruttidoro anno VI c), mit dem darauf folgenden Gesetz vom 26. September 1798 über die territoriale Aufteilung der Departements Olona, Alto Po, Serio und Mincio (Gesetz 5 vendemmiale anno VII), blieb Tradate an der Spitze seines eigenen Bezirks, der zum 19. des Departements Olona wurde. Mit der territorialen Aufteilung von 1801 wurde die Gemeinde in den Bezirk II von Varese des Departements Lario eingegliedert (Gesetz 23 fiorile Jahr IX). Im Jahr 1805 wurde Tradate an die Spitze des Kantons II von Tradate des Bezirks II von Varese des Departements Lario gestellt. Die Gemeinde gehörte zur Klasse III und hatte 1588 Einwohner (Dekret vom 8. Juni 1805 a). Nach der Zusammenlegung der Gemeinden des Departements Lario (Dekret vom 4. November 1809 b), in Übereinstimmung mit dem bereits 1807 vorgesehenen und in den folgenden zwei Jahren teilweise überarbeiteten Plan, wurde die Gemeinde Tradate genannt, bestehend aus den konzentrierten Gemeinden Tradate und Lonate Ceppino, war der Hauptort mit insgesamt 2156 Einwohnern des Kantons VII des Bezirks I von Como und wurde als solcher bestätigt, eine Gemeinde dritter Klasse, mit der folgenden territorialen Aufteilung des Departements Lario (Dekret vom 30. Juli 1812).

Mit der Aktivierung der Gemeinden in der Provinz Como auf der Grundlage der territorialen Aufteilung des Königreichs Lombardo-Venetien (Mitteilung vom 12. Februar 1816) wurde Tradate als Hauptort in den Bezirk XXII aufgenommen. Tradate, eine Gemeinde mit Stadtrat, wurde durch die spätere territoriale Aufteilung der lombardischen Provinzen (Mitteilung vom 1. Juli 1844) als Hauptstadt des Bezirks XXII bestätigt. Im Jahr 1853 (Mitteilung vom 23. Juni 1853) wurde Tradate, eine Gemeinde mit einem Stadtrat ohne eigenes Büro und 2482 Einwohnern, an die Spitze des Bezirks XVIII gesetzt.

Nach dem zeitweiligen Anschluss der lombardischen Provinzen an das Königreich Sardinien wurde die Gemeinde Tradate mit 2579 Einwohnern, die von einem fünfzehnköpfigen Gemeinderat und einem zweiköpfigen Stadtrat verwaltet wurde, gemäß der durch das Gesetz vom 23. Oktober 1859 festgelegten Gebietsaufteilung in den achten Bezirk Tradate, Bezirk II von Varese, Provinz Como, eingegliedert. Bei der Gründung des Königreichs Italien im Jahr 1861 hatte die Gemeinde 2654 Einwohner (Volkszählung 1861). Nach dem Gemeindegesetz von 1865 wurde die Gemeinde von einem Bürgermeister, einer Junta und einem Rat verwaltet. Im Jahr 1867 wurde die Gemeinde in denselben Bezirk, Kreis und dieselbe Provinz eingegliedert (Verwaltungsbezirk 1867).

Im Jahr 1924 wurde die Gemeinde in den Bezirk Varese der Provinz Como eingegliedert. Nach der Gemeindereform von 1926 wurde die Gemeinde von einem Podestà verwaltet. Im Jahr 1927 wurde die Gemeinde der Provinz Varese zugeschlagen. Im Jahr 1928 wurde die Gemeinde Tradate mit der Gemeinde Abbiateguazzone zusammengelegt (Königlicher Erlass Nr. 1112 vom 6. Mai 1928).

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1751 1805 1812 1853 1871 1881 1901 1921 1951 1971 1991 2001 2011 2021
Einwohner 1.450 1.588 *2.156 2.482 4.561 4.341 4.888 7.205 10.608 16.023 15.921 15.960 17.729 18.635
  • 1812 Fusion mit Lonate Ceppino
Villa Castiglioni Park
Rotonda des Museums Fisogni
Museum Frera

Parks und Einrichtungen der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tradate liegt westlich des Parco Pineta di Appiano Gentile. Das Observatorium FOAM13 befindet sich hier. Regelmäßig findet das sogenannte Tradate Iron Fest mit zahlreichen Heavy-Metal-Konzerten statt.

Giuseppe Ettore Viganò

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Saronno–Laveno. Durch die Gemeinde selbst führt die ehemalige Staatsstraße 233.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tradate unterhält Beziehungen zu vier Gemeinden im französischen Kanton Loriol-sur-Drôme im Département Drôme:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Propsteikirche Santo Stefano
  • Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo in der Fraktion Abbiate Guazzone
  • Kirche Santa Maria in Castello erbaut von Familie Pusterla
  • Kirche San Bernardo bewahrt den Fresko San Bernardo 1522
  • Kirche Madonna Assunta
  • Wallfahrtskirche Madonna delle Vigne
  • Wallfahrtskirche Santissimo Crocifisso mit Orgel und Gemälde des Malers Pier Francesco Mazzucchelli genannt Il Morazzone
  • Museum Fisogni
  • Museum Frera
  • Parco di Villa Centenari
  • Parco di Villa Inzoli

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anna Ferrari-Bravo, Paola Colombini: Guida d’Italia. Lombardia (esclusa Milano). Milano 1987, S. 202.
  • Lombardia – Touring club italiano, Touring Editore (1999), ISBN 88-365-1325-5, Tradate Online auf italienisch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tradate – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Tradate (italienisch) auf lombardiabeniculturali.it
  • Abbiate Guazzone (italienisch) auf lombardiabeniculturali.it/luoghi/
  • Tradate (italienisch) auf tuttitalia.it/lombardia/
  • Tradate (italienisch) auf lombardia.indettaglio.it/ita/comuni/va
  • Tradate (italienisch) auf /www.comuni-italiani.it

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2019.
  2. Lara Broggi: Antonio da Tradate. In: Sikart (abgerufen am: 18. August 2015).