Traganth

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Traganth

Traganth (auch Tragant, Tragantgummi, Gummitragant) ist ein Gummiharz aus Stämmen und Zweigen von strauchigen Vertretern der Schmetterlingsblütler-Gattung Tragant (Astragalus) Astragalus gummifer, Astragalus bustillosii und Astragalus tragacantha, sowie von Astracantha adscendens, Astracantha microcephala, Astracantha kurdica, Astracantha strobilifera welche vormals zur Gattung Astralagus gehörten.

Astragalus gummifer und eingeschnittener Zweig mit Ausscheidungen

Der Name setzt sich aus dem altgriechisch τράγος (trágos; Ziegenbock) und ἄκᾰνθος (ákanthos, lateinisch „acanthus“; Dornblume) zusammen, es bezieht sich auf die dornigen Stammpflanzen und deren ziegenbockhörnigen Ausscheidungen.

Ähnliches Harz liefert Karaya (Indischer Traganth) welches von (Sterculia spp.) stammt, sowie Kutira-Gummi (Cochlospermum spp.), diese werden oft als Surrogat verwendet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Bibel findet Traganth eine Erwähnung (vgl. 1. Buch Mose 37,25 und 43,11).

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das gummiartige Gemisch setzt sich aus Polysacchariden und Estern zusammen und wird als säure- und hitzestabiles Verdickungsmittel in Lebensmitteln eingesetzt.[1] Traganth ist gummiartig. Es besteht zu 60–70 % aus Tragacanthin (auch Tragacanthinsäure oder Traganthin) und zu 30–40 % aus Bassorin (auch Traganthinsäure). Tragacanthin ist ein wasserlösliches Polysaccharid und besteht in der Hauptkette aus D-Galacturonsäure und D-Xylose, L-Fucose sowie D-Galactose in den Seitenketten. Das wasserunlösliche, aber in Wasser gut quellbare Bassorin ist aus L-Arabinose, D-Galactose, L-Rhamnose und dem Methylester der D-Galacturonsäure aufgebaut.[1]

Es ist farblos bis dunkelbraun, durchscheinend, geruch- und geschmacklos, zäh, er ist schwer pulverbar. Er besteht aus blattartigen, bandartigen oder sichelförmigen, flachen, nur etwa 1 bis 3 mm dicken und mindestens 0,5 cm breiten, oft gestreiften Stücken (diese werden Maftuli genannt). Oder als ovale und spröde Flocken, mit einer Dicke von 10 bis 50 mm (diese werden Kharmani genannt). Jede Sorte wird in mehrere Grade auf der Grundlage von Farbe, Viskosität und Dicke klassifiziert. Große Flocken und lange Bänder mit heller Farbe, sind die besten Sorten. Nur eine Sorte wird üblicherweise pro Standort hergestellt.[2][3][4]

Er stammt hauptsächlich aus dem Iran, der Türkei, Indien und Afghanistan.

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Füllstoff, Stabilisator, Verdickungsmittel oder Geliermittel wird es z. B. Salatsaucen, Backwarenfüllungen und Speiseeis zugesetzt. Es wird Dekormassen wie Blüten- und Modellierpasten beigefügt, um ihnen die erforderliche Elastizität zu verleihen.

Im Tierversuch zeigte es sich problematisch im Hinblick auf Allergien.[5]

Es ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 413 ohne Höchstmengenbeschränkung (quantum satis) für Lebensmittel allgemein zugelassen.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eintrag zu Tragant. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 22. Februar 2013.
  2. Robert Jaretzky: Lehrbuch der Pharmakognosie. 2. Auflage, Vieweg, 1949, ISBN 978-3-663-03153-6, S. 20 ff.
  3. Roy L. Whistler, James N. BeMiller: Industrial Gums: Polysaccharides and Their Derivatives. 3nd. Ed., Academic Press, New York, 1993, ISBN 978-0-12-746253-0, S. 289-99.
  4. Raymond E. Kirk, Donald F. Othmer: Kirk-Othmer Encyclopedia of Chemical Technology. Vol. XII, 4th. Ed., Wiley, New York, 1994, ISBN 978-0-471-52681-0, S. 853.
  5. a b Datenbank Zusatzstoffe: Traganth.