Tragfähigkeit (Technik)

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Die Tragfähigkeit gibt im Bereich der Technik eine maximale Belastbarkeit an.

Hebezeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tragfähigkeit wird mit Working Load Limit (WLL) bezeichnet. WLL gibt die vom Hersteller angegebene maximal zulässige Belastung eines Hebezeuges oder lastaufnehmender Elemente an; ohne Berücksichtigung dynamischer Kräfte. Sie wird in Kilogramm oder Tonnen und mit einem Sicherheitsfaktor angegeben.

WLL ersetzt seit vielen Jahren die veraltete Bezeichnung „Safe Working Load (SWL)“.

Die maximal zulässige Traglast kann je nach Traghöhe und Ausladung deutlich geringer sein als die maximale Tragfähigkeit.

Anschlagmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Traglast von Anschlagmitteln wie Seilen, Ketten, aber auch den Ösen an den Anschlagpunkten, d.h. deren notwendige Tragfähigkeit hängt bei zwei oder mehreren Strängen vom Winkel der Aufhängung ab.[1][2]

Lager und Führungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tragfähigkeit von Lagern oder Führungen wird durch die statische Tragzahl und die dynamische Tragzahl ausgedrückt. Die jeweilige Tragzahl ist entscheidend für die Auswahl eines Lagers oder einer Führung im zu erwartenden Lastfall.

Bauwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Versuchsanordnung zur empirischen Messung der Tragfähigkeit von Mikropfählen mittels hydraulischen Pressen

Im Bauwesen erfolgt die Bemessung in den „Grenzzuständen der Tragfähigkeit“ (kurz GZT oder ULS für engl. ultimate limit state). Dabei richten sich die Bemessungswerte der Bauteilwiderstände nach den maximalen Schnittkräften, die sich in der ungünstigsten Kombination äußerer Einwirkungen ergeben, mit einem risikoabhängigen Sicherheitsfaktor und je nach Material ggf. mit einem Faktor für Wechsellasten. Die Tragfähigkeit ist dann entsprechend größer und ggf. zeitabhängig.

Die Tragfähigkeit eines Bodens ist ein Maß dafür, wie tief und umfangreich die Fundamente eines Bauwerks angelegt werden müssen. Die Tragfähigkeit wird zum Beispiel durch eine Rammsondierung, einen Lastplattendruckversuch oder einen dynamisch-statischen Pfahlversuch bestimmt.

Im Straßenbau wird die Tragfähigkeit einer Straßenbefestigung mit dem so genannten Benkelman-Balken ermittelt.

Transportwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Güterbeförderung ist die Tragfähigkeit der Förderfahrzeuge eine wichtige Kenngröße, insbesondere die Tragfähigkeit von Schiffen und Flugzeugen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Daia Zwicky: Zur Tragfähigkeit stark vorgespannter Betonbalken. vdf Hochschulverlag AG, 2002, ISBN 978-3-7281-2870-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • DAfStb: Tragfähigkeit von Druckstreben und Knoten in D-Bereichen. Beuth Verlag GmbH, 1997.
  • Johannes Maier: Tragfähigkeit von Stahlbetonscheiben. Birkhäuser, 1988, ISBN 978-3-7643-2292-2.
  • Horst Brunk: Über die Tragfähigkeit von Eisdecken. 1964 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Karl Helmut Rühl: Die Tragfähigkeit metallischer Baukörper in Bautechnik und Maschinenbau. W. Ernst, 1952.
  • Philipp Krapf: Formeln und Versuche über die Tragfähigkeit eingerammter Pfähle. W. Engelmann, 1906.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tragfähigkeit der Anschlagmittel. BG BAU - Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, Berlin, abgerufen am 4. Oktober 2013 (html, deutsch).
  2. Belastungstabellen für Anschlagmittel. ABZ Handels GmbH, Ramstein-Miesenbach, abgerufen am 4. Oktober 2013 (pdf; 247 kB, deutsch).