Traisa

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Traisa
Gemeinde Mühltal
Wappen von Traisa
Koordinaten: 49° 50′ 25″ N, 8° 42′ 0″ O
Höhe: 204 (194–230) m ü. NHN
Fläche: 2,27 km²[1]
Einwohner: 3030 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.335 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 64367
Vorwahl: 06151
Blick auf die evangelische Kirche von Traisa

Traisa (mundartlich: Traase)[2] ist ein Ortsteil der Gemeinde Mühltal im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traisa liegt im vorderen Odenwald im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald im Granitgebiet. Im Westen führt die Bundesstraße 449 am Ort vorbei. Der Ort hat an der Odenwaldbahn einen süd-östlich gelegenen, nahen Haltepunkt „Bahnhof Mühltal“[3] im Norden des Mühltaler Ortsteils Nieder-Ramstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird das Dorf im Jahre 1316 als die Vogtei mit allem Zubehör unwiderruflich dem Kloster Höchst verkauft wird.
Vor 1376 verpfändet Kloster Höchst das Dorf den Schenken von Erbach.
1420 verkaufen Hademar zu Laber und seine Ehefrau Walpurga, geb. Schenk zu Erbach, das Dorf an Pfalzgraf Ludwig.
1527 gibt Landgraf Philipp seinen Anteil an Seeheim Schenk Eberhard von Erbach in Tausch gegen Traisa.[4]

Anfangs gab es drei Siedlungen, nämlich Nieder-, Mittel- und Ober-Traisa.[5] 1927 kommt die Gemarkung Dippelshof nordöstlich von Traisa zu Traisa. Im Bereich des Dippelshofes wurde die Lage des zur Wüstung gewordenen Obertraisa vermutet.

Die evangelische Kirche des Ortes wurde 1957 eingeweiht.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schloss sich am 1. Januar 1977 die bis dahin selbstständige Gemeinde Traisa mit den Gemeinden Frankenhausen, Nieder-Beerbach und Nieder-Ramstadt per Gesetz zur neuen Gemeinde Mühltal zusammen.[6]

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Traisa unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[4]

  • Nieder-Treyse an der Trüssbruckin (1316)
  • Treyse (1420)
  • Obern Treysan; Nyddern Treysan (1451)
  • Dreyß; Dreiß (1506)
  • Niedern-Treyse; Ober-Treyse; Mittel-Treyse (1512)
  • Niederntreyßa; Obertreyßa (1527)
  • Nidern Treysa; Treysa (1571)
  • Traysa; Nieder-Traysa (1730)
  • Ober-Trayßer Hofgemarkung (1730)
  • Obertraisa

Verwaltung und Gerichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die übergeordneten Verwaltungseinheiten sind wie folgt dokumentiert:[4]

1783: Nieder-Treysa zum Amt Darmstadt, ebenso Ober-Treysa, jetzt Dippelshof
bis 1820: Amt Pfungstadt, das ab 1806 zur Provinz Starkenburg des Großherzogtums Hessen gehörte.
1821 bis 1832: Landratsbezirk Reinheim der Provinz Starkenburg.
1832 bis 1848: Kreis Dieburg, mit der Einführung von Kreisen im Großherzogtum Hessen.
1848 bis 1852: Regierungsbezirk Dieburg, während der Einteilung der Provinz Starkenburg in Regierungsbezirke.
1852 bis 1938: Kreis Darmstadt mit der Wiedereinführung von Kreisen in der Provinz Starkenburg.
1938 bis 1977: Landkreis Darmstadt. Im Zuge der Gebietsreform 1938 werden die drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen in Kreise aufgelöst.
ab 1977: Landkreis Darmstadt-Dieburg, in den der Landkreis Dieburg im Zuge der Gebietsreform in Hessen aufgeht.

Die zuständige Gerichtsbarkeit war:[4]

vor 1821: Zentgericht: Pfungstadt
1821: Landgericht Lichtenberg
1848: Landgericht Reinheim
1853: Landgericht Darmstadt
1879: Amtsgericht Darmstadt II
1932: Amtsgericht Darmstadt

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[4]

1629: 11 Hausgesesse
1961: 1873 evangelische (= 76,54 %), 462 katholische (= 18,88 %) Einwohner
Traisa: Einwohnerzahlen von 1829 bis 1970
Jahr  Einwohner
1829
  
476
1834
  
499
1840
  
514
1846
  
546
1852
  
541
1858
  
578
1864
  
599
1871
  
623
1875
  
632
1885
  
651
1895
  
712
1905
  
891
1910
  
1.051
1925
  
1.148
1939
  
1.336
1946
  
2.031
1950
  
2.157
1956
  
2.179
1961
  
2.447
1967
  
2.720
1970
  
2.576
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [4]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Traisa.svg

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Traisa
Blasonierung: „In Blau über einem goldenen, von drei roten fünfstrahligen Sternen belegten Querbalken oben eine goldene Brezel, unten drei von Silber und Rot geschachte Schräglinksbalken.“[7]

Das Wappen wurde durch den Heraldiker Heinz Ritt gestaltet und der der Gemeinde Traisa im Landkreis Darmstadt am 13. Juni 1966 verliehen.

Die geschateten Schräglinksbalken in blau stammen aus dem Wappen der alten Ortsherren, den Groschlag von Dieburg. Die Brezel ist auch im Wappen von Nieder-Ramstadt und von Mühltal zu finden. Sie verweist auf die Bäcker, die im Ort ansässig waren und eine gemeinsame Zunft mit Nieder-Ramstadt bildeten. Die Drei Sterne sollen an „die drei Dreysen“ (Ober-, Mittel- und Unter-Traisa), aus denen Traisa hervorging erinnern.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Wappenverleihung wurde gleichzeitig auch eine Flagge genehmigt, die wie folgt beschrieben wird: „Auf breiter weißen Mittelbahn beseitet von schmalen roten Seitenbahnen, im oberen Teil aufgelegt das Gemeindewappen.“ [8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Traisa

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Traisa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mühltal in Zahlen: EWZ mit NW. Gemeinde Mühltal, abgerufen am 23. November 2017.
  2. Mädels mischen bei der Olympiade mit. In: Darmstädter Echo. 19. August 2014, S. 20.
  3. Bahnhof Mühltal. Archiviert vom Original am 8. Januar 2014; abgerufen am 25. Januar 2016.
  4. a b c d e f Traisa, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. Ober-Traisaer Gemarkung: Vergleich zwischen der Gemeinde Nieder-Traisa, der Landgrafschaft und der Gemeinde Ober-Ramstadt. Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, A 1, 218/1, 28. September 1730.
  6. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt (GVBl. II Nr. 330–334) vom 26. Juli 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 318 ff., § 7 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  7. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens und einer Flagge der Gemeinde Traisa, Landkreis Darmstadt (Punkt 597) vom 13. Juni 1966. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1966 Nr. 26, S. 850 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,9 MB]).
  8. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens und einer Flagge der Gemeinde Traisa, Landkreis Darmstadt (Punkt 597) vom 13. Juni 1966. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1966 Nr. 26, S. 850 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,9 MB]).
  9. Darmstädter Echo, Montag, 22. August 2016, S. 21