Tramin

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Dieser Artikel behandelt eine italienische Gemeinde. Zum österreichischen Schriftsteller siehe Peter von Tramin.
Tramin an der Weinstraße
(ital.: Termeno sulla strada del vino)
Wappen
Wappen von Tramin an der Weinstraße
Karte
Location of Tramin (Italy).png
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Überetsch-Unterland
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2015)
3.311/3.348
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
96,37 % deutsch
3,44 % italienisch
0,20 % ladinisch
Koordinaten 46° 20′ N, 11° 14′ OKoordinaten: 46° 20′ N, 11° 14′ O
Meereshöhe: 213–2116 m s.l.m. (Zentrum: 276 m s.l.m.)
Fläche: 18,61 km²
Dauersiedlungsraum: 10,6 km²
Fraktionen: Rungg, Söll
Nachbargemeinden: Amblar-Don, Auer, Predaia, Kaltern, Kurtatsch, Montan, Neumarkt, Pfatten, Sfruz
Partnerschaft mit: Mindelheim (D), Rödermark (D), Schwaz (A)
Postleitzahl: 39040
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021098
Steuernummer: 80011130210
Bürgermeister (2015): Wolfgang Oberhofer (SVP)

Tramin an der Weinstraße ([traˈmiˑn]; italienisch Termeno sulla Strada del Vino) ist eine Gemeinde mit 3348 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) im Unterland in Südtirol (Italien).

Bekannt ist das Weindorf Tramin für Weine aus der Rebsorte Gewürztraminer und den traditionellen Egetmann-Umzug, der am Faschingsdienstag in ungeraden Jahren durchgeführt wird. Das an der Südtiroler Weinstraße gelegene Tramin ist wegen seines historischen Dorfkerns, des Weinbaus, der Nähe zum Kalterer See und der wöchentlichen Weinfeste im Sommer und Herbst ein beliebter Ferienort, traditionell vor allem für Gäste aus dem deutschsprachigen Ausland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorfzentrum von Tramin mit Blickrichtung Nordosten

Die Gemeinde Tramin, insgesamt 18,61 km² groß, befindet sich im Unterland, einem Abschnitt des Etschtals im Süden Südtirols, auf der orographisch rechten (westlichen) Talseite. Nördlich von Tramin liegt der Kalterer See, hinter dem sich das Etschtal zur Hügellandschaft des Überetsch mit den Gemeinden Kaltern und Eppan anhebt; im Süden folgen als nächste Gemeinden auf der westlichen Talseite des Unterlands Kurtatsch und Margreid. Der Hauptort, Tramin (240–360 m s.l.m.), sowie die südlich davon gelegene Fraktion Rungg (290–320 m) erstrecken sich am sanft ansteigenden Hangfuß des Mendelkamms; die Fraktion Söll (400–750 m) nördlich des Hauptorts liegt auf einer etwas höher gelegenen Hangterrasse.

Unterhalb der Siedlungsflächen besitzt Tramin Anteile an der Unterländer Talsohle, die an die Nachbargemeinden Kurtatsch, Neumarkt, Montan, Auer, Pfatten und Kaltern grenzen, und als territoriale Exklave bis an die Etsch in die östlichen Talhälfte hinüberreichen. Westlich über Tramin gewinnt der zur Nonsberggruppe gerechnete Mendelkamm rasch an Höhe. Das Gemeindegebiet erreicht dort am Gipfel des Roen (2116 m), über den die Grenze zum Trentino verläuft, seinen höchsten Punkt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die günstige Ortslage von Tramin weist frühe Siedlungsspuren auf. In Rungg wurde bereits im 19. Jahrhundert ein frühebronzezeitlicher Figurenmenhir entdeckt. Der sogenannte Vigiliusbrief berichtet vom Bau einer den Heiligen Quiricus und Julitta geweihten Kirche in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts und von deren Eingliederung in die Marienpfarrkirche Kaltern.[1] Die urkundlich 1241 als „communitas Tremini“ bezeichnete Dorfgemeinschaft von Tramin erstreckte sich räumlich über das gesamte, bereits im Mittelalter hauptsächlich weinwirtschaftlich genutzte Gebiet von Penon, Graun, Kurtatsch, Entiklar und Söll. Als zweiter Gründer Tramins gilt der Trienter Bischof Friedrich von Wangen, der die Ortssiedlung ausbauen, eine Burg auf dem Kastelaz-Hügel erbauen und ein erbliches Weinbergrecht einführen ließ. Unter Graf Meinhard II. von Tirol kam es zu einem weiteren Siedlungsausbau.[1] Die bis 1777 (als Tramin auch formell an den Tiroler Landesfürsten vertauscht wurde) dauernde enge Bindung an das Hochstift Trient, führte bereits im späten 13. Jahrhundert zur engen rechtlichen Anlehnung an die Stadt Trient, deren Immobiliarrecht im Jahr 1297 in Tramin als „ius et consuetudo domorum mercatus Tridenti“ rezipiert wurde.[2] Der florierende Weinhandel trug Tramin bereits 1451 die Qualifizierung als „oppidum“ und „marcht“ ein; auch das aus dem 17. Jahrhundert stammende Ortswappen weist in diese Richtung. Eine eigene, von Kaltern losgelöste Seelsorge wurde erst 1414 erlangt, wobei jedoch bereits 1230 ein eigener Friedhof und 1328 ein Kirchpropst bezeugt sind; der von den gotischen Steinmetzen Hans Feur von Sterzing und Peter Ursel von Tramin errichtete, hohe Kirchturm unterstreicht den Bedeutungsgewinn Tramins seit dem 15. Jahrhundert.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliothek und Tourist-Info

Die prächtig ausgeschmückten Kirchen zeugen von der wirtschaftlichen Bedeutung der Marktgemeinde Tramin im Spätmittelalter.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1952:[4]

  • Franz Stofferin: 1952–1956
  • Fritz Morandell: 1956–1969
  • Oswald Oberhofer: 1969–1985
  • Erwin Bologna: 1985–1995
  • Meinrad Oberhofer: 1995–2000
  • Werner Dissertori: 2000–2015
  • Wolfgang Oberhofer: 2015–

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Wirtschaftszweige sind der Weinbau auf den sonnigen Hängen (Leiten), der Obstbau, der vor allem auf dem im 18. Jahrhundert trockengelegten Traminer Moos in der Talsohle betrieben wird, und der Tourismus.

Panoramabild mit Blick von der Kellereigenossenschaft Tramin auf die Weinstraße und in nördliche Richtung zum Kalterer See

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Kraftverkehr ist Tramin in erster Linie durch die Weinstraße erschlossen, die nahe am Dorfzentrum vorbeiführt. Die östliche Seite der Talsohle wird von der A22 und der Brennerbahn durchquert. Auf Traminer Gemeindegebiet befinden sich dort sowohl die Ein- und Ausfahrt Neumarkt-Auer-Tramin der Autobahn als auch der Bahnhof Neumarkt-Tramin.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tramin ist Sitz eines deutschsprachigen Schulsprengels. Dieser umfasst auf dem Gemeindegebiet eine Grundschule und eine Mittelschule. Dem Sprengel angeschlossen sind auch die drei Grundschulen der Nachbargemeinde Kurtatsch.[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mindelheim ist seit 1994 offizielle Partnerstadt von Tramin. Zwischen der Stadtkapelle Mindelheim und der Bürgerkapelle Tramin bestehen bereits seit 1958 enge freundschaftliche Beziehungen.
  • Rödermark, südlich von Frankfurt am Main gelegen, ist seit 1978 Partnergemeinde.
  • Schwaz in Nordtirol ist seit 1998 offizielle Partnerstadt von Tramin.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Schweiggl: An der südlichen Weinstraße: Tramin, Kurtatsch, Margreid, Kurtinig. Land und Leute zwischen Kalterer See und Salurner Klause (Südtiroler Gebietsführer 17), Bozen: Athesia 1978. ISBN 88-7014-055-5
  • Roland Zwerger: Tramin an der Weinstraße. Dorfführer und Weinbaugeschichte, Auer: Arcadia 2001. ISBN 88-8300-014-5
  • Othmar Parteli: 100 Jahre Pfarrkirche von Tramin. Der Schlern, Sonderausgabe Oktober 2011, Bozen: Athesia 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tramin an der Weinstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Franz Huter: Alpenländer mit Südtirol (Handbuch der historischen Stätten Österreich 2). 2. Auflage. Stuttgart: Kröner 1978, ISBN 3-520-27902-9, S. 628–629.
  2. Hannes Obermair: Il notariato nello sviluppo della città e del suburbio di Bolzano nei secoli XII–XVI. In: Il notariato nell'arco alpino. Produzione e conservazione delle carte notarili tra medioevo e età moderna (Studi storici sul notariato italiano, Bd. XVI). Milano: Giuffrè, 2014. ISBN 978-88-14203794. S. 293–322, Bezug S. 301.
  3. Magdalena Hörmann-Weingartner: Kastellatz. In: Magdalena Hörmann-Weingartner (Hrsg.), Tiroler Burgenbuch. X. Band: Überetsch und Südtiroler Unterland. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 2011, ISBN 978-88-8266-780-1, S. 307–308.
  4. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015 (PDF; 15 MB).
  5. Schulsprengel Tramin. Südtiroler Bürgernetz, abgerufen am 25. Oktober 2014.