Trans World Airlines

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TWA
Trans World Airlines
Das Logo der TWA
Eine Lockheed L-1011 der TWA
IATA-Code: TW
ICAO-Code: TWA
Rufzeichen: TWA
Gründung: 1925
Betrieb eingestellt: 2001
Sitz: St. Louis, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Drehkreuz:

St. Louis,
New York-John-F.-Kennedy

Heimatflughafen: St. Louis
Leitung: William Compton
Vielfliegerprogramm: Aviators Frequent Flyer Program
Flottenstärke: 190
Ziele: National und international
TWA
Trans World Airlines hat den Betrieb 2001 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.

Trans World Airlines, Kurzform TWA, war eine US-amerikanische Fluggesellschaft mit Sitz in St. Louis. Sie wurde im April 2001 von American Airlines aufgekauft.

Geschichte[Bearbeiten]

Ehemaliges TWA-Terminal am John F. Kennedy International Airport in New York

TWA wurde am 13. Juli 1925 als Western Air Express gegründet. 1930 schloss sie sich mit Transcontinental Air Transport zu Transcontinental and Western Air (T&WA) zusammen. 1939 wurde die Gesellschaft von Howard Hughes aufgekauft, der sie zur größten Fluggesellschaft der Welt machte. 1950 änderte TWA ihren Namen in Trans World Airlines und wollte damit auf ihren Anspruch aufmerksam machen, neben Pan Am Interkontinentalflüge anzubieten. 1964 erzielte TWA einen Gesamtumsatz von 575 Millionen US-Dollar und einen Gewinn von 37 Millionen US-Dollar. Nach einem langjährigen Rechtsstreit mit dem Management verkaufte Hughes die Gesellschaft 1966 für 546 Millionen US-Dollar. In den 1940er bis 1970er Jahren war TWA eine von drei Fluggesellschaften, die nach Europa flog; die beiden anderen waren Pan American World Airways und American Overseas Airlines, welche 1950 von Pan Am übernommen worden war.

1979 wurde ein Vielfliegerprogramm namens „Frequent Flyer Bonus Program“ aufgesetzt. Dieses wurde 1995 durch das neue Vielfliegerprogramm Aviator ersetzt. Damit war TWA nach American Airlines eine der ersten Fluggesellschaften mit einem solchen Kundenbindungsprogramm.

1985 kaufte Carl Icahn TWA von der Holding Trans World Corporation und verlegte den Firmensitz von New York nach Mount Kisco, ein Jahr später wurde Ozark Air Lines übernommen. Im Dezember 1998 bestellte TWA 50 Airbus A318, 50 Boeing 717 und 25 weitere Flugzeuge der A320-Familie. 1992 musste TWA erstmals Insolvenz anmelden und Icahn stieg wieder aus dem Unternehmen aus. 1993 verlegte TWA ihren Sitz nach St. Louis, Missouri und nutzte den nahegelegenen Lambert-Saint Louis International Airport als Drehkreuz für Inlandsflüge sowie den John F. Kennedy International Airport als internationales Drehkreuz. 1995 erklärte sich TWA erneut für insolvent.

In Deutschland wurden von TWA Berlin-Tegel, München-Riem und später Erding, Hamburg, Flughafen Stuttgart und Frankfurt angeflogen. 1994 wurden bis auf Frankfurt alle Flüge nach Deutschland eingestellt. Am 13. Januar 1997 stellt TWA alle Flüge nach Deutschland ein, der letzte Flug TWA 741 von Frankfurt nach New York.

Ende Dezember 1999 übernahm TWA die letzte fabrikneue MD-83 ab Werk in Long Beach. Im April 2001 übernahm American Airlines die faktisch zahlungsunfähige TWA. Am 1. Dezember 2001 flog TWA das letzte Mal und ging danach in American Airlines auf

TWA besaß ein eigenes Terminal (Terminal 5, auch TWA Flight Center genannt) am J.F.K-Airport in New York, das einige Jahre leer stand, bis es 2005 von JetBlue Airways übernommen wurde. Der neue Besitzer baute es für 800 Mio. Dollar um, die Wiedereröffnung erfolgte 2008.[1] TWA machte außerdem in zahlreichen Filmen durch Product Placement mit Flugzeugen, Personal oder Werbetafeln (wie auch der heute ebenfalls nicht mehr existente Konkurrent Pan Am) auf sich aufmerksam.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 16. Januar 1942 stürzte TWA-Flug 3 kurz nach dem Start in Las Vegas aufgrund eines Navigationsfehlers ab und prallte gegen einen Berg. Alle 22 Menschen an Bord kamen ums Leben, darunter auch die Filmschauspielerin Carole Lombard und ihre Mutter.
  • Im September 1970 entführen Terroristen der PFLP insgesamt vier Passagierflugzeuge; eine fünfte Entführung scheitert. Drei der Maschinen, darunter eine Boeing 707 der TWA, werden nach Zarqa in Jordanien umgeleitet. Nach einem mehrere Tage währenden Nervenkrieg werden die Flugzeuge am 12. September gesprengt.[2] Schließlich kommen alle Geiseln unversehrt frei.
  • Am 14. Juni 1985 wurde der TWA-Flug 847 durch die Organisation für die Unterdrückten der Welt, einer Gruppe, die angeblich Verbindungen zur Hisbollah hat, auf dem Flug von Athen (Griechenland) nach Rom (Italien) entführt. Für das Flugzeug einschließlich der Crew und der Passagiere begann daraufhin ein dreitägiger Irrflug durch die Mittelmeerregion, bei dem ein amerikanischer Passagier ermordet wurde. Ein paar Dutzend Passagiere wurden dann bis zu ihrer Freilassung noch zwei Wochen festgehalten. Später entstand zu diesem Zwischenfall auch der US-Spielfilm The Delta Force mit Chuck Norris und Lee Marvin in den Hauptrollen.
  • Am 17. Juli 1996 explodierte eine Boeing 747 der Trans World Airlines nach dem Start vom New Yorker JFK Airport über dem Atlantischen Ozean und riss damit 230 Menschen (212 Passagiere, 18 Crewmitglieder) in den Tod. (Siehe auch: TWA-Flug 800)

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Terminal 5 Website von Jetblue Airways
  2. Entführung einer Swissair-DC-8 nach Zerqa in: NZZ Online vom 5. September 2005

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trans World Airlines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien