Transalpine Ölleitung

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Markierungspfahl (ohne Hut) im Verlauf der TAL bei der Bietigheim-Bissingener Kammgarnspinnerei (Sept. 2007)

Die Transalpine Ölleitung (TAL, auch Transalpine Pipeline) ist eine Erdöl-Pipeline vom Hafen Triest in der Bucht von Muggia über Ingolstadt nach Karlsruhe und eine von vier zentralen Ölversorgungslinien Deutschlands.[1]

Die Pipeline führt über insgesamt 465 Kilometer mit einem Durchmesser von 40 Zoll (1,016 Meter) von Triest nach Lenting bei Ingolstadt und in weiterer Folge mit einem Durchmesser von 26 Zoll (66 Zentimeter) über 21 Kilometer nach Neustadt an der Donau und über 266 Kilometer nach Karlsruhe. Sie überquert auf diesem Wege die Alpen und kommt an der italienisch-österreichischen Grenze beim kärntnerischen Kötschach-Mauthen nach Österreich. Hier zweigt bei Würmlach die Adria-Wien Pipeline nach Schwechat ab. An der österreichisch-bayrischen Grenze bei Kufstein gelangt die Pipeline nach Deutschland.

Im Winter ist der Verlauf bei bestimmten Witterungsbedingungen deutlich sichtbar

Der Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1963 wurde von der US-amerikanischen Firma Bechtel innerhalb von vier Monaten die Realisierbarkeit einer Ölleitung über die Alpen festgestellt. Eineinhalb Jahre wurden dann benötigt, um die Wegerechte von mehr als 6000 Eigentümern zu erlangen. Nach drei Jahren Bauzeit konnte die Leitung 1967 in Betrieb genommen werden. Die Gesamtkosten betrugen 192 Millionen US-Dollar. Die durchschnittliche Überdeckung der Leitung beträgt einen Meter, sie erreicht eine geografische Höhe von bis zu 1500 m und durchquert den Alpenhauptkamm unter dem Felbertauern in einem 7,3 Kilometer langen Stollen. Darüber hinaus führt sie weiter südlich durch den 6,9 Kilometer langen Plöcken-Stollen und nördlich des Felbertauern durch den Hahnenkamm-Stollen (6,8 Kilometer) bei Kitzbühel.

Die geschweißten Stahlrohre wurden zur Vermeidung von Korrosion mit einer Umhüllung von Bitumen(jute)matten ausgestattet. Zum Schutz gegen Erweichung dieser Matten durch Sonneneinstrahlung bei der Lagerung oder beim Transport wurden sie mit weißem Kalk bestrichen. Der weiße Belag wirkt nicht nur als Strahlungsschild, sondern auch als Trennmittel gegen Zusammenkleben übereinander liegender Rohre oder mit Anschlagmitteln und wirkt korrosionsreduzierend, indem das basische Calciumoxid Huminsäuren neutralisiert.

Markierungspfahl bei Burgrain, Oberbayern, km 72,049 (September 2011)

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Überwachung der Pipeline obliegt drei Kontrollzentren in Triest, Kienburg bei Matrei in Osttirol und in Lenting. Das italienische Kontrollzentrum wird betrieben durch die „Societá Italiana per l’Oleodotto Transalpino S.p.A.“, während die Niederlassung in Österreich die „Transalpine Ölleitung in Österreich Ges.m.b.H“ ist. In Deutschland ist die „Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH“ für den Betrieb zuständig.

Zehn Pumpstationen zwischen Triest und Karlsruhe sorgen für den Transport des Erdöls. In Lenting und Triest stehen darüber hinaus Tanklager zur Zwischenlagerung des Rohöls zur Verfügung.

Pipeline-Kraftwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Frühjahr 2015 wird mit Kosten von 10 Mio. Euro das weltweit erste Öl-Pipeline-Kraftwerk errichtet. Es funktioniert analog einem Trinkwasserkraftwerk, jedoch mit dem Medium Rohöl. Die TAL wird auf der Gefällestrecke Felbertauern-Mittersill ab Ende 2016 den Druckaufbau durch die Topologie des Alpenpasses nutzen um jährlich 10 GWh elektrische Energie zurückzugewinnen, 1/8 des Pumpaufwandes der TAL in Österreich.[2]

Anbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abzweigungen anderer Betreiber führen nach Schwechat (bei Würmlach in Kärnten zweigt die AWP der OMV ab), Burghausen (Abzweig der 12" OMV-Leitung an der Pumpstation Steinhöring), Vohburg an der Donau und Litvínov.

Seit der Schließung der Central European Line (CEL) 1997 liefert die TAL das gesamte Rohöl für die Erdölraffinerien in Bayern und das bayerische Chemiedreieck an. 2010 wurden 34,5 Millionen Tonnen befördert, seit Betriebsbeginn 1967 insgesamt über 1,18 Milliarden Tonnen.

Überquerung des Isar-Kanals bei Berglern, Oberbayern, km 96,739 (August 2011)

Pipeline-Gesellschafter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anteile der Gesellschafter der Transalpinen Ölleitung teilen sich derzeit (2011) wie folgt auf:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Transalpine Ölleitung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Passauer Neue Presse, 28. April 2017, Seite 5
  2. Öl-Pipeline als Stromerzeuger, Tiroler Tageszeitung Online, tt.com, 22. November 2014, abgerufen am 20. Jänner 2015.


Koordinaten: 48° 46′ 4,2″ N, 11° 35′ 20,3″ O