TransferWise

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Logo von TransferWise

TransferWise Ltd. ist ein britischer Peer-to-Peer-Online-Geldtransfer-Service für Fremdwährungen mit Sitz in London-Shoreditch. Zu den Investoren gehören Peter Thiels Wagniskapitalgesellschaft Valar Ventures,[1] Errol Damelin, Max Levchin,[1] David Yu, Richard Branson[2] und Andreessen Horowitz[3]. Das Unternehmen wurde im Januar 2011 von Kristo Käärmann und Taavet Hinrikus gegründet.

Geschäftskonzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Geld-Transfers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peer-to-Peer-Konzept von TransferWise im Vergleich zu herkömmlichen Banken

TransferWise versucht, herkömmliche Banken bei Gebühren für internationale Überweisungen mit unterschiedlicher Sender- und Empfänger-Währung in Preis und Wartezeit zu unterbieten.

Vor der Gründung von TransferWise war der heutige CEO Kristo Käärmann frustriert, weil ihm bei Überweisungen von seinem Wohnsitzland England in sein Geburtsland Estland etwa 5 % des überwiesenen Geldes durch ungünstige Wechselkurse und Bankgebühren von HSBC verlorengingen und bezeichnete dies gegenüber Forbes als „skandalös“.[4]

Die Transfergebühren betragen gewöhnlich 0,5 %. TransferWise wirbt jedoch auch mit kostenlosen Transferierungen.

Geschäftsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ersten Jahr wurden 10 Millionen Euro transferiert.[5] Seit Oktober 2013 ist TransferWise in Deutschland verfügbar.[6] In den ersten drei Jahren wurden über TransferWise eine Milliarde US-Dollar an Kundengeldern transferiert,[7] Ende 2015 waren es laut Eigenangaben 700 Millionen Euro pro Monat.[1] Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen 400 Mitarbeiter.[1]

Multi-Währungskonto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Screenshot: Überblick über Guthaben in mehreren Währungen

Transferwise bietet Multi-Währungskonten an, auf Englisch auch Borderless Account genannt, also grenzenloses Konto. Als Besitzer eines solchen Multi-Währungskontos hat man Guthaben in mehreren verschiedenen Währungen.[8] Normalerweise wird von TransferWise nur die Identität überprüft. Der Nachweis eines Wohnsitzes ist nur in Einzelfällen nötig.[9]

Zu einigen Währungen kann man Bankverbindungen mit einer individuellen Kontonummer erhalten, so dass man Überweisungen aus den jeweiligen Ländern in der entsprechenden Landeswährung empfangen kann. Somit können die sonst üblichen Bankgebühren oder ungünstige Wechselkurse für eine internationale Überweisung vermieden werden. Als Kunde eröffnet das die Möglichkeit, eine Bankverbindung auch außerhalb seines Wohnsitzlandes zu haben. Verfügbar sind:[10]

  • australische Kontonummer mit BSB-Code, für den Empfang von Zahlungen in Australischen Dollar
  • britische Kontonummer mit Sort-Code, für den Empfang von Zahlungen in Britischem Pfund
  • europäische IBAN, für den Empfang von Zahlungen in Euro
  • US-Kontonummer und Routing Number, für den Empfang von Zahlungen in US-Dollar
  • Kontonummer in Neuseeland, für den Empfang von Zahlungen in Neuseeländischen Dollar

Zum Konto erhält man eine Mastercard-Debitkarte, mit der Zahlungen an POS-Terminals und bei Online Shops ohne Kartengebühr möglich sind, wenn das Multi-Währungskonto das entsprechende Guthaben in der jeweiligen Währung aufweist.

Diese Kombination eröffnet zum Beispiel einem Kunden mit Wohnsitz Deutschland, aber ohne Wohnsitz in Großbritannien die Möglichkeit, Zahlungen in Britischem Pfund zu empfangen und dieses Geld vor Ort in Großbritannien wieder vollständig auszugeben, ohne Gebühren zu zahlen.

Ein Wechsel von Guthaben von einer Währung zu einer anderen Währung erfolgt zum Devisenmittelkurs[11], also dem Mittelwert des aktuellen Wechselkurses an den Finanzmärkten, allerdings werden üblicherweise 0,4 % des umgetauschten Geldes als Wechselgebühr von TransferWise erhoben.

Das Multi-Währungs-Konto unterscheidet sich von einem herkömmlichen Bankkonto dadurch, dass für ersteres im Falle einer Insolvenz keine Einlagensicherung greift.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d TransferWise auf Partnersuche. In: Gründerzeit (Berliner Morgenpost). 23. Dezember 2015, abgerufen am 30. Januar 2016.
  2. http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/transferwise-das-startup-dem-richard-branson-millionen-anvertraut-a-974366.html
  3. http://www.bhorowitz.com/learning_from_my_mistakes
  4. https://www.forbes.com/sites/jeffkauflin/2018/09/09/heres-how-transferwise-has-nearly-quadrupled-revenue-in-two-years-reaching-151-million/#18ec9572c69d
  5. http://thenextweb.com/insider/2012/02/28/peer-to-peer-currency-exchange-service-transferwise-handles-13-4m-in-its-first-year
  6. "Skype für Überweisungen" startet in Deutschland. In: sueddeutsche.de. 21. Oktober 2013, abgerufen am 6. September 2018.
  7. http://www.gruenderszene.de/allgemein/transferwise-richard-branson-kristo-kaarmann
  8. https://transferwise.com/de/borderless/
  9. https://transferwise.com/de/help/20/verifizierung/2949782/wie-funktioniert-die-verifizierung-bei-transferwise
  10. https://transferwise.com/de/borderless/
  11. https://transferwise.com/de/mid-market-rate
  12. https://transferwise.com/terms-of-use-eea