Transferrinsättigung

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Die Transferrinsättigung (TFS) ist ein abgeleiteter Parameter des Eisen-Stoffwechsels, der sich aus der Konzentration von Eisen und Transferrin im Serum errechnet. Eisen wird im Plasma nicht frei, sondern gebunden an das Eisen-Transportprotein Transferrin transportiert. Der Wert der Transferrinsättigung erlaubt eine Aussage über den Füllungszustand der Eisenspeicher des Körpers warmblütiger Säugetiere. Eine erniedrigte Transferrinsättigung (ungenügende Beladung des Transferrins mit Eisen) spricht für einen Eisenmangel, eine erhöhte Transferrinsättigung spricht für eine Eisenüberladung (Hämochromatose) oder eine vermehrte Eisenfreisetzung (Hämolyse).

Für die Beantwortung der Frage, ob ein Eisenmangel vorliegt kann die Bestimmung der Transferrinsättigung unter Umständen hilfreich sein. Ein Nachteil der reinen Ferritin-Bestimmung ist, dass Ferritin als Akute-Phase-Protein bei Infektionen, chronisch-entzündlichen Erkrankungen und Niereninsuffizienz auch bei Eisenmangel falsch-normal, oder sogar erhöht sein kann. Transferrin verhält sich Akut-Phase-Reaktionen eher umgekehrt, d. h. die Synthese ist vermindert. Bei TFS-Bestimmung soll daher der Wert für C-reaktives Protein nicht erhöht sein, da ansonsten ein fehlerhafter Wert gemessen wird. Da Transferrin in Hepatozyten synthetisiert wird, steigt der Transferrinwert bei Leberschädigung an und beeinflusst damit auch den Wert der TFS. Der Patient soll bei der Blutentnahme nüchtern sein und diese soll morgens erfolgen. Ein Nachteil der TFS ist auch, dass der Parameter relativ unempfindlich ist. Eisenmangelzustände ohne deutliche Anämie werden nicht erfasst.

Die Transferrinsättigung TFS errechnet sich wie folgt aus den Werten für Eisen (Fe) [µg/dl] und Transferrin (TF) [mg/dl]:

Der Normalwert der Transferrinsättigung liegt zwischen 16 und 45 %.

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Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]