Transforming growth factor

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Der Transforming Growth Factor (Abk. TGF, deut. Transformierender Wachstumsfaktor) ist ein zu den Zytokinen zählendes Signalmolekül. Er ist namensgebend für die TGF-Signalwege. TGF spielen eine sehr wichtige Rolle bei der embryonalen Entwicklung und der Differenzierung von Zellen und Geweben. Sie werden in verschiedene Gruppen eingeteilt: in die TGFα sowie die TGFβ.

Beide Gruppen von Zytokinen sind weder strukturell miteinander verwandt, noch nutzen sie ähnliche Signalwege. Die Benennung hat historische Gründe[1].

Typen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TGFα[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TGFα wurde bislang in Nagetieren und dem Menschen nachgewiesen. Es handelt sich um ein säure- und hitzebeständiges Protein, das sich zu 33 % homolog zum Epidermal Growth Factor (EGF) verhält. TGFα wird von einer Vielzahl von veränderten Zellen, Tumoren, embryonalen und adulten Zellen produziert; es wurde auch im Urin von Krebspatienten nachgewiesen. Dieses Protein hat eine Molekülmasse von 5,5 kDa. Die genetische Information von TGFα wird im Chromosom 2 codiert.[2]

TGFβ[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TGFβ ist ein stark konserviertes Protein (Mr ca. 13 kDa), das als Homodimer vorliegt. Es wurde bislang in drei verschiedenen Typen, die sich sehr ähnlich sind (TGFβ 1 bis 3), bei Säugetieren identifiziert. Die TGFβ-Polypeptide sind multifunktional. Sie sind fähig, die Zellproliferation, Zelldifferenzierung und andere Funktionen in einem weiten Spektrum verschiedener Zellen zu beeinflussen. Dazu gehört beispielsweise die direkte anti-inflammatorische Wirkung von TGFβ auf TH1-Zellen. TGFβ wirkt über einen Membranrezeptor mit Serin/Threonin-Kinase-Aktivität. Bei TGFβ handelt es sich um ein lokales Zytokin, das im Zusammenhang mit Heilungsprozessen und Fibrosierung von Gewebe sowie mit relevanter Bedeutung beim kardialen Remodeling und beim Herzversagen nach Myokardinfarkt steht[3].

TGFβ 1 - 3 ist Teil der übergeordneten TGFβ-Familie zu der weitere Zytokine wie die BMPs zählen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Masato Morikawa, Rik Derynck, Kohei Miyazono: TGF-β and the TGF-β Family: Context-Dependent Roles in Cell and Tissue Physiology. In: Cold Spring Harbor Perspectives in Biology. Band 8, Nr. 5, Mai 2016, ISSN 1943-0264, S. a021873, doi:10.1101/cshperspect.a021873, PMID 27141051, PMC 4852809 (freier Volltext) – (cshlp.org [abgerufen am 8. Mai 2020]).
  2. J. V. Tricoli, H. Nakai u. a.: The gene for human transforming growth factor alpha is on the short arm of chromosome 2. In: Cytogenetics and cell genetics. Band 42, Nummer 1–2, 1986, ISSN 0301-0171, S. 94–98, PMID 3459638.
  3. Abed Sallam: Die Hemmung von Transforming growth factor (TGF) aggraviert Mortalität und linksventrikuläre Dilatation nach Myokardinfarkt, Dissertation, Universität Würzburg 2009.