Transporthubschrauberregiment 6

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Heeresfliegerregiment 6
— HflRgt 6 —
HFlgRgt 6.png
Verbandsabzeichen
Aktiv 1980 bis 2003 (feierliche Außerdienststellung: 25. Februar 2004)
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr Kreuz Black.svg Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Kreuz Black.svg Heer
Truppengattung BW Barettabzeichen Heeresflieger.jpg Heeresfliegertruppe
Typ Kampfunterstützungstruppen
Unterstellung LBwglBrig 1.png Luftmechanisierte Brigade 1
Stationierungsort Itzehoe (ETHI)
Spitzname „Hungriger Wolf“
Rotorblätter der Bell UH-1D vor dem Rathaus in Hohenlockstedt als Erinnerungsmal

Das Heeresfliegerregiment 6 ist ein ehemaliges Heeresfliegerregiment der Bundeswehr.

Es wurde 1980 aus dem Vorgängerverband, dem Heeresfliegerbataillon 6, aufgestellt. Es erhielt am 1. Januar 1998 im Rahmen der Verleihung der Gemeinde Hohenlockstedt den offiziellen Beinamen „Hungriger Wolf“. Es war der ehemaligen Heeresfliegerbrigade 3 in Mendig unterstellt und war die vorgesetzte Dienststelle des Standortsanitätszentrums 105 in Kellinghusen und ehemals Itzehoe (Langer Peter); das Regiment wurde durch die Heeresfliegerregimenter 10 und 15 in Faßberg und Celle Anfang der 1970er Jahre (zuerst als Übungsraum Nord) im ehemaligen Lockstedter Lager neu aufgestellt. Mitte der 1980er Jahre wurde aus der Heeresflugplatzkommandantur das Heeresfliegerregiment 6 mit der Unterstellung zur 6. Panzergrenadierdivision. Untergebracht waren die Einheiten des Regiments in der „Waldersee-Kaserne“, benannt nach Generalmarschall von Waldersee, direkt angrenzend an das Flugplatzgelände.

In seiner Geschichte hat das Regiment und seine Vorgängerverbände an zahlreichen Hilfs- und Rettungseinsätzen mitgewirkt, zum Beispiel bei der Sturmflut 1962, der Schneekatastrophe in Schleswig-Holstein 1978 und dem NATO-Einsatz im ehemaligen Jugoslawien Mitte der 1990er Jahre und von 1993 bis 1994 unter UN-Führung mit der Teilnahme an der United Nations Operation in Somalia II. Die „Hungrigen Wölfe“ verfügten über die Alouette II, Bo 105 und Bo 106 (Aufklärungshubschrauber) sowie den leichten Transporthubschrauber Bell UH-1D, auch „Huey“ genannt.

Da die Bell UH-1D außer Dienst gestellt wurden, wurde das Heeresfliegerregiment 6 ab 2003 schrittweise aufgelöst. Die letzten Hubschrauber verließen am 6. Juni 2003 den Flugplatz und wurden zum Heeresfliegerregiment 10 nach Fassberg verlegt. Das Regiment wurde am 25. Februar 2004 offiziell außer Dienst gestellt; der Heeresflugplatz wurde für die zivile Nutzung an den Luftsportverein Itzehoe e.V. übergeben, und es siedelten sich im Rahmen eines Konversionsprojektes mehrere Firmen im Bereich an.

Gliederung und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einheiten nahmen vielfältige Aufgaben wahr, daher kann hier nur ein grober Überblick über das Tätigkeitsfeld vermittelt werden.

  • Die Stabsstaffel und die Heeresfliegerversorgungsstaffel versorgten das Regiment mit Betriebsstoff, Munition und Verpflegung und unterstützten den Stab bei der Führung des Regiments und ihm unterstellten Einheiten (z. B. StandortSanZentrum 105).
  • Die Fliegenden Abteilungen 61 und 62 bestanden aus je einer Stab/Flugbetriebsstaffel und zwei (bis 1980: drei) Hubschrauberstaffeln, die sich wiederum in jeweils vier Schwärme untergliederten.
  • Die Luftfahrzeugtechnische Abteilung 62 bestand aus der Stabsstaffel, der Wartungsstaffel (1. LfzTAbt 62) und der Instandsetzungsstaffel (2. LfzTAbt 62); sie war für die Kontrolle, Wartung und Instandhaltung der Hubschrauber verantwortlich.
  • Die beiden gekaderten Sicherungsstaffeln sicherten das Regiment. Die Feldersatzstaffel war für die Zuführung und die Ausbildung des Personals verantwortlich sowie bis 2003 für die Durchführung der Ausbildung der Reservisten des Verbandes.

Die Kernaufgabe des Regimentes war die Unterstützung der Kampftruppe mit Truppen- und Versorgungstransporten mittels Transporthubschraubern vom Typ Bell UH-1D. Es leistete aber auch Katastrophen- und Feuerlöschhilfe aus der Luft und führte Evakuierungseinsätze im Notfall durch.

Besondere Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Heeresfliegerregiment 6 wurde der erste Kommandeur der Luftmechanisierten Brigade der Division Luftbewegliche Operationen ausgebildet (Oberst a.D. Holste). Des Weiteren wurde im Regiment 6 der Vater von Philipp Rösler auf der Bell UH-1D geschult (Major a.D. Rösler). Ein weiterer bekannter Angehöriger des Regiments war der spätere General der Heeresflieger Fritz Garben.

Traditionsverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Auflösung des Regiments 2003 wurde durch Ehemalige und Reservisten des Regiments ein Traditionsverein in Hohenlockstedt gegründet.

Gedenksteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Vetter und Frank Vetter: Die deutschen Heeresflieger: Geschichte, Typen und Verbände. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3613021463
  • Fritz Garben: Fünf Jahrzehnte Heeresflieger: Typen, Taktik und Geschichte. Stedinger-Verlag, Lemwerder 2006, ISBN 3927697451

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Transporthubschrauberregiment 6 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien