Transsiberian

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Filmdaten
Deutscher Titel Transsiberian
Originaltitel Transsiberian
Produktionsland Großbritannien, Deutschland, Spanien, Litauen, USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2008
Länge 111 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Brad Anderson
Drehbuch Brad Anderson
Will Conroy
Produktion Julio Fernández
Musik Alfonso Vilallonga
Kamera Xavi Giménez
Schnitt Jaume Martí
Besetzung
Pressekonferenz zum Film auf der Berlinale 2008

Transsiberian ist ein britisch-deutsch-spanisch-litauischer und US-amerikanischer Thriller aus dem Jahr 2008. Regie führte Brad Anderson, der gemeinsam mit Will Conroy auch das Drehbuch schrieb.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung spielt in einem bzw. mehreren Zügen der Transsibirischen Eisenbahn, mit denen das arglose US-amerikanische Ehepaar Jessie und Roy von Peking nach Moskau reist. Sie teilen sich mit einem jungen, lockeren Liebespaar die Kabine, der amerikanischen Tramperin Abby und dem Spanier Carlos, mit denen sie sich beim Wodka schnell anfreunden. Carlos übt auf Jessie eine gewisse sexuelle Anziehungskraft aus. Seine Blicke irritieren sie und sie versucht, sich nichts anmerken zu lassen. In einem Moment, in dem sie allein im Abteil sind, zeigt Carlos ihr in seinem Rucksack befindliche Matrjoschkas und gibt vor, sie daheim verkaufen zu wollen.

Bei einem Zwischenstopp verschwindet der Eisenbahnliebhaber Roy, was Jessie erst bemerkt, als der Zug wieder die Fahrt aufgenommen hat. Zuletzt waren Carlos und Roy zusammen gewesen. Zusammen mit den anderen beiden steigt Jessie beim nächsten Halt aus, sie quartieren sich in einem Hotel ein und warten auf den nächsten Zug, in dem sie Roy vermuten. Währenddessen zeigt Carlos sein Interesse an der Hobbyfotografin Jessie und überredet sie zu einem Ausflug. In einer kleinen verfallenen Kapelle der sibirischen Landschaft kommen sich die beiden nahe und küssen sich leidenschaftlich. Nachdem sie durch einen herunterfallenden Balken jäh unterbrochen werden, erkennt Jessie, dass sie einen Fehler begangen hat, entschuldigt sich und will die Kapelle verlassen. Der noch immer erregte Carlos will sie aufhalten und das Liebesspiel fortsetzen, doch Jessie reißt sich los, bekommt Angst und läuft davon. Carlos setzt ihr nach. Nachdem er sie zu Fall gebracht hat, wehrt sie sich mit einer zufällig in die Hände bekommenen Zaunlatte. Der verletzte Carlos ist wütend und verfolgt die wieder zu fliehen versuchende Jessie. Kurz bevor er sie erreicht, schlägt sie ein weiteres Mal auf ihn ein. Obwohl Carlos versucht, ihr zu verstehen zu geben, dass er ihr nichts tun will, erschlägt sie ihn in ihrer Panik.

Wieder angekommen im Hotel trifft sie auf Roy, verschweigt das Geschehene und beide setzen die Zugfahrt fort. Zurück bleibt die nach Carlos suchende Abby, die dem Zug noch vergeblich hinterher läuft. Roy und Jessie machen Bekanntschaft mit dem russischen Inspektor Grinko, der ein Bett in ihrem Abteil belegt und angeblich auf dem Weg zu einer Konferenz nach Moskau ist. Grinko war zu Beginn des Films als Polizist eingeführt worden, der seinen Kollegen gegenüber angab, im Zusammenhang mit Ermittlungen in einem Drogenfall zu einer Dienstreise aufbrechen zu müssen. Während Grinkos Schilderungen über seinen Beruf – dem Aufspüren von Drogenschmugglern – überkommt Jessie ein ungutes Gefühl. Tatsächlich findet sie in ihrem Rucksack die Matrjoschkas, die ihr Carlos in einem günstigen Moment untergeschoben hat. Auf der Toilette des Abteils muss sie erkennen, dass es sich bei dem Material der angeblichen Souvenirs um Heroin handelt.

Jessie vertraut den Fund Roy an und beide liefern die Ware bei Grinko ab. Doch dieser und sein ihm mittlerweile zur Seite stehender Helfer Kolzak sind weiter auf der Suche nach Carlos. Jessie löscht alle Fotos auf ihrer Kamera, auch diejenigen, die belegen, dass sie mit Carlos bei der Kapelle war. Nachdem sie von Jessie keine zufriedenstellenden Antworten bekommen, entführen sie kurzerhand das Paar, indem sie mehrere Abteile des Zuges abkoppeln und verhören sie schließlich in einem abgelegenen ehemaligen militärischen Lager. Dort treffen sie auch auf Abby, die zusammengeschlagen auf einem Tisch liegt. Sie wird im weiteren Verlauf von Grinkos Helfer Kolzak weiter gefoltert. Grinko will wissen, wo Carlos ist, da dieser eine große Geldmenge bei sich habe. Jessie und Roy werden nach ersten Verhörversuchen kurz alleine gelassen und nutzen dies – barfuß im Schnee – zur Flucht, wenngleich es Jessie schwer zu fallen scheint, Abby zurückzulassen. Mit dem nicht weit entfernt auf den Gleisen stehenden Zug, den Roy aufgrund seiner Leidenschaft für Lokomotiven immerhin im Rückwärtsgang in Bewegung setzen kann, kommen sie jedoch nicht weit. Sie werden von Grinko und Kolzak gestellt, und Jessie gesteht schließlich, Carlos getötet zu haben. Darauf folgend stößt ein ihnen entgegenkommender Zug der russischen Armee mit dem entführten Zug zusammen. Grinko erkennt die Ausweglosigkeit, sein Vorhaben fortzusetzen und erschießt kurzerhand Kolzak. Bei Eintreffen der Soldaten zeigt er seine Polizeimarke und gibt vor, das amerikanische Pärchen gerettet zu haben.

In Moskau haben sich Jessie und Roy von den Strapazen erholt. Beim Treffen mit Vertretern der Botschaft erfahren sie, das Grinko einem Schmugglerring angehörte, der mit Hilfe eines durch Jessie zufällig geschossenen Fotos enttarnt werden konnte, das sie nach dem Löschen der vorherigen Fotos angefertigt hatte. Ihr Geheimnis über den an Carlos verübten Totschlag behält sie zunächst für sich. Noch bevor sie in die USA zurückfliegen, besucht sie Abby im Krankenhaus. Am Schluss des Films sieht man Abby, wie sie die Leiche von Carlos findet und aus einem Versteck in seiner Jacke mehrere verpackte Geldbündel an sich nimmt.

Kritiken[Bearbeiten]

Todd McCarthy schrieb in der Zeitschrift Variety vom 19. Januar 2008, der Film sei ein engagierendes, aktuelles Melodrama. McCarthy lobte die Darstellung von Emily Mortimer, die den einzigen vollständig entwickelten Charakter verkörpere. Der stereotype Charakter von Roy als „Landei“ („simple country boy“) enttäusche.[1]

Kirk Honeycutt stellte bei der Nachrichtenagentur Thomson Reuters am 21. Januar 2008 fest, die Story „entfaltet sich auf eine ganz logische Weise“.[2]

„Die Überraschungen liegen in den Was, Wies, Warums und mit Wem, und Anderson und sein Mitautor Will Conroy halten das bis zum Ende durch.“

Maitland McDonagh: TV Guide[3]

„‚Transsiberian‘ ist die Quintessenz dessen, was Kritikerin Judith Crist liebevoll als movie-movie bezeichnet hat: ein Film, der Unterhaltung durch jedes Zelluloid-Führungsloch atmet, und dabei ohne jede Rührung oder Großspurigkeit die Filmgeschichte in ihrer Gesamtheit beinhaltet.“

Jan Stuart: Los Angeles Times[4]

„Schielt da einer auf die große Leinwand? Der Schuss könnte nach hinten los gehen.“

Mark Stöhr: Die Zeit[5]

Bei Rotten Tomatoes steht der Film am 13. September 2008 bei hohen 89 Prozent bei 56 ausgewerteten Kritiken (100 Prozent von 5 Topkritikern), bei Metacritic bei 72 Prozent bei 21 Beiträgen.

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film wurde in Vilnius und in Peking gedreht.[6] Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 15 Millionen US-Dollar.[7] Die Weltpremiere fand am 18. Januar 2008 auf dem Sundance Film Festival statt,[1] dem einige weitere Filmfestivals folgten.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Filmkritik von Todd McCarthy in der Variety, abgerufen am 2. Juni 2008
  2. Kirk Honeycutt: "Transsiberian" a thrill ride. In: Thomson Reuters. 21. Januar 2008, abgerufen am 13. September 2008 (englisch): „the story […] unfolds in such a logical fashion […]“
  3. Maitland McDonagh: Transsiberian: Review. In: TV Guide. Abgerufen am 13. September 2008 (englisch): „The surprises are in the whats, hows, whys and with whoms, and Anderson and co-writer Will Conroy keep them coming until the end“
  4. Jan Stuart: Review: 'Transsiberian'. In: Los Angeles Times. 8. August 2008, abgerufen am 13. September 2008 (englisch): „"Transsiberian" is the quintessence of what critic Judith Crist affectionately refers to as a movie-movie: a picture that breathes entertainment through every celluloid sprocket hole while seeming, without affect or pomposity, to encapsulate the entirety of film history“
  5. Mark Stöhr: Schrecken in kleinen Dosen. In: Die Zeit. 14. Februar 2008, abgerufen am 13. September 2008.
  6. Filming locations for Transsiberian, abgerufen am 2. Juni 2008
  7. Box office / business for Transsiberian, abgerufen am 2. Juni 2008
  8. Release dates for Transsiberian, abgerufen am 2. Juni 2008