Transvaal Castle (Schiff)

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Transvaal Castle
Als Festivale in Barbados, 1987
Als Festivale in Barbados, 1987
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes KönigreichVereinigtes Königreich (Handelsflagge) Vereinigtes Königreich
andere Schiffsnamen

S. A. Vaal (1966–1977)
Festivale (1977–1996)
IslandBreeze (1996–2000)
Big Red Boat III (2000–2003)
The Big Boat (2003)

Schiffstyp Passagierschiff
Heimathafen London
Reederei Union Castle Line
Bauwerft John Brown & Company, Clydebank
Baunummer 720
Stapellauf 17. Januar 1961
Übernahme Dezember 1961
Indienststellung 18. Januar 1962
Außerdienststellung September 2000
Verbleib 2003 in Indien verschrottet
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
231,7 m (Lüa)
Breite 27,5 m
Tiefgang max. 9,8 m
Vermessung 32.697 BRZ
 
Besatzung 426
Maschinenanlage
Maschine Dampfturbinen
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
32.800 kW (44.596 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
22,5 kn (42 km/h)
Propeller 2 × Festpropeller
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 728
Sonstiges
Registrier-
nummern
IMO-Nr. 5367623

Die Transvaal Castle war ein Passagierschiff, das 1961 für die britische Union-Castle Line gebaut wurde. Die Transvaal Castle war das letzte in Dienst gestellte Passagierschiff von Union-Castle. 1977 wurde es zu einem Kreuzfahrtschiff umgebaut und blieb als solches bis zum September 2000 im Dienst. Nach drei Jahren Aufliegezeit wurde das Schiff 2003 in Indien verschrottet.

Planung und Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Transvaal Castle war eines von insgesamt drei neuen Schiffen, die ab Ende der 1950er geplant wurden. Sie sollten die mittlerweile veralteten Schiffe der Flotte ersetzen, die noch aus der Vorkriegszeit stammten. Als erstes dieser Schiffe wurde 1959 die Pendennis Castle in Dienst gestellt. 1960 wurde das Schwesterschiff der Transvaal Castle, die Windsor Castle in Dienst gestellt. Im Dezember 1961 wurde schließlich die Transvaal Castle an Union-Castle abgeliefert, die bei John Brown & Company in Clydebank gebaut wurde. Während die Pendennis Castle noch eine modernisierte und vergrößerte Version der Vorkriegsschiffe von Union-Castle darstellte waren die beiden anderen Einheiten Neuentwicklungen.

Das für den Dienst nach Südafrika gebaute Schiff wurde am 17. Januar 1961 vom Stapel gelassen und war wie sein Schwesterschiff vollklimatisiert. Ungewöhnlich war außerdem, dass die Transvaal Castle nur eine Klasse hatte. Union-Castle wollte damit das Gefühl von einem schwimmenden Hotel ohne Klassentrennung vermitteln. Zuvor wurde dies bereits Anfang der 1950er auf mehreren kleineren Schiffen der Reederei mit Erfolg getestet. Ursprünglich sollte dies auch auf den zwei anderen Schiffen der Baureihe zum Einsatz kommen, was jedoch nicht durchgeführt wurde.

Dienstzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Union-Castle Line[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Januar 1962 startete die Transvaal Castle zu ihrer Jungfernfahrt von Southampton nach Durban, die ohne Zwischenfälle verlief. Das Schiff blieb bis auf einer kleineren Änderung der Route 1965 bis 1966 auf dieser Strecke in Dienst. Anschließend wurde das Schiff gemeinsam mit der Pretoria Castle an Safmarine verkauft. Somit verkaufte die Union-Castle Line sowohl ihr neuestes als auch ihr ältestes Schiff.

Safmarine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Januar 1966 begann das in S. A. Castle umbenannte Schiff den Dienst für seine neue Reederei. Dennoch blieb das Schiff weiterhin in London registriert. Auch die Route sowie ein Großteil der Besatzung wurde beim alten belassen. 1969 wurde das Schiff in Kapstadt registriert, obwohl der Betrieb des Schiffes weiterhin von London aus gesteuert wurde. Auch die bis dahin zum größten Teil britische Besatzung wurde nun ausgetauscht. Zu Beginn der 1970er fuhr das Schiff Verluste ein, was sich nach der Ölkrise 1973 noch verschlimmerte. Nach der Ausmusterung der Pendennis Castle im Juni 1976 blieben die S. A. Castle sowie ihr weiterhin für Union-Castle fahrendes Schwesterschiff Windsor Castle als letzte große Passagierschiffe im Dienst nach Durban.[1] Im Oktober 1977 wurden schließlich auch die beiden Schwesterschiffe außer Dienst gestellt. Ihre letzte Fahrt beendete die S. A. Castle am 10. Oktober 1977 in Southampton.

Carnival Cruise Lines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S. A. Castle wurde von der noch jungen Reederei Carnival Cruise Lines gekauft und in Festivale umbenannt. Anschließend wurde das Schiff für 30 Millionen US-Dollar in Japan zu einem Kreuzfahrtschiff umgerüstet. Unter anderem wurden hierbei die Laderäume des Schiffes zu zusätzlichen Kabinen oder öffentlichen Bereichen umgebaut. Anfangs war die Festivale das Flaggschiff von Carnival Cruises, doch als in den 1980ern größere und modernere Schiff in Dienst gestellt wurden sanken die Passagierzahlen. Mitte der 1990er passte das veraltete Schiff nicht mehr in das Konzept der Reederei, die sich vorwiegend auf neuere Schiffe spezialisiert hatte. 1996 wurde die Festivale daher außer Dienst gestellt.

Dolphin Cruise Line[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff wurde wenig später an die Dolphin Cruise Line verkauft und in IslandBreeze umbenannt. Die Dolphin Cruise Line hatte sich auf ältere Kreuzfahrtschiffe der 1950er und 1960er spezialisiert. Die IslandBreeze war das größte Schiff der Reederei. Nach nur zwei Jahren in Dienst wurde das Schiff jedoch wieder verkauft.

Premier Cruises[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aufgelegte Big Red Boat III im August 2001

1998 wurde das Schiff an Premier Cruises. 2000 wurde das Schiff modernisiert und in Big Red Boat III umbenannt. Außerdem bekam es den für die Reederei typischen roten Rumpf. Das Schiff wurde vorwiegend für kürzere Kreuzfahrten in der Karibik eingesetzt. Nach der Insolvenz von Premier Cruises im September 2000 wurde das Schiff in Freeport aufgelegt, wo es neben der ebenfalls zu Premier Cruises gehörenden Rembrandt lag. Das Schiff wurde zum Verkauf an andere Reedereien angeboten. Für die meisten Interessenten war das Schiff jedoch zu alt. Hinzu kam außerdem ein Maschinenschaden, den man hätte reparieren müssen.

Verschrottung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003 wurde das mittlerweile heruntergekommene Schiff zum Verschrotten ins indische Alang verkauft. Es wurde für seine letzte Fahrt in The Big Boat umbenannt und traf am 3. Juli 2003 in Alang ein.[2] Die Verschrottung war 2004 abgeschlossen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • James Kerr: Carnival Cruise Lines Festivale. In: Cruise Travel. Jahrgang 6, Nr. 6. Lakeside Publishing Company, Evanston Juni 1985, S. 34 bis 39.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die letzten Schiffe der Union-Castle Line. Abgerufen am 11. August 2015.
  2. Das Schiff auf midshipcentury.com. Abgerufen am 11. August 2015.