Transzendentalismus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Transzendentalismus ist eine in der Mitte des 19. Jahrhunderts unter dem Einfluss von Kant, Schelling und Coleridge in den Vereinigten Staaten von Intellektuellen um Ralph Waldo Emerson, George Ripley, Amos Bronson Alcott, Theodore Parker, Henry David Thoreau, Elizabeth Palmer Peabody und Margaret Fuller gegründete neuidealistische Bewegung. Basis war die humanistisch geprägte Religion des Unitarismus. Der von Außenstehenden Transcendental Club genannte Gesprächskreis traf sich anfangs bei Emerson in Concord (Massachusetts), später bei Peabody in Boston.[1]

Allgemeines[Bearbeiten]

Der Transzendentalismus vereinigte – auf der Grundlage der Transzendentalphilosophie des deutschen Idealismus – Einflüsse der englischen Romantik, mystische Vorstellungen und indische Philosophien. Mit seiner optimistischen Weltsicht wandte er sich sowohl gegen dogmatische Religionen als auch gegen materialistisches und übertrieben rationalistisches Denken. Die Transzendentalisten traten für eine freiheitliche, selbstverantwortliche und naturzugewandte Lebensführung ein. Von ihnen gingen wesentliche Impulse für die Sklavenbefreiung (Abolitionismus), die Entstehung der Frauenbewegung und der Naturschutzbewegung aus.

Der Transzendentalismus hatte einen prägenden Einfluss auf die Entwicklung einer eigenständigen amerikanischen Nationalliteratur. Ihre wichtigsten Vertreter waren Ralph Waldo Emerson, Margaret Fuller und Henry David Thoreau. Auch auf Schriftsteller der American Renaissance wie Walt Whitman, Emily Dickinson, Nathaniel Hawthorne und Herman Melville hatte der Transzendentalismus erhebliche Wirkung.

Wichtige Werke des Transzendentalismus[Bearbeiten]

  • Ralph Waldo Emerson: The American Scholar (1837), Nature (1836)
  • Margaret Fuller: Women in the Nineteenth Century (1844) 
  • Henry David Thoreau: Walden (1854) – dt. Walden
  • Henry David Thoreau: Aus den Tagebüchern (1837–1861) – deutschsprachige Auszüge der Tagebücher, 1996

Literatur[Bearbeiten]

  • Anne C. Rose: Transcendentalism as a Social Movement, 1830–1850. Yale University Press, New Haven 1986, ISBN 978-0-300-03757-9.
  • Hubert Zapf (Hrsg.): Amerikanische Literaturgeschichte. J. B. Metzler, Stuttgart 1996, ISBN 3-476-01203-4, S. 98–110.
  • Dieter Schulz: Amerikanischer Transzendentalismus. Ralph Waldo Emerson, Henry David Thoreau, Margaret Fuller. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1997, ISBN 3-534-09407-7.
  • Dieter Schulz: Emerson and Thoreau or Steps Beyond Ourselves. Studies in Transcendentalism. Mattes, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-86809-057-4.
  • Barbara L. Packer: The Transcendentalists. The University of Georgia Press, Athens (Georgia) 2007, ISBN 978-0-8203-2958-1.
  • Philip F. Gura: American Transcendentalism: A History. Hill and Wang, New York 2007, ISBN 0-8090-3477-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brockhaus Enzyklopädie. F. A. Brockhaus, Mannheim 1993, Bd. 22, S. 327