Trappstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Trappstadt
Trappstadt
Deutschlandkarte, Position des Marktes Trappstadt hervorgehoben
Koordinaten: 50° 19′ N, 10° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Rhön-Grabfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Bad Königshofen im Grabfeld
Höhe: 310 m ü. NHN
Fläche: 25,8 km2
Einwohner: 997 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97633
Vorwahl: 09765
Kfz-Kennzeichen: NES, KÖN, MET
Gemeindeschlüssel: 09 6 73 174
Marktgliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Josef-Sperl-Str. 3
97631 Bad Königshofen i.Grabfeld
Webpräsenz: www.trappstadt.de
Bürgermeister: Michael Custodis (Wählerblock Trappstadt)
Lage des Marktes Trappstadt im Landkreis Rhön-Grabfeld
FladungenHausen (Rhön)Bundorfer ForstBurgwallbacher ForstForst Schmalwasser-NordForst Schmalwasser-SüdMellrichstadter ForstSteinacher Forst rechts der SaaleSulzfelder ForstWeiglerWillmarsNordheim vor der RhönSondheim vor der RhönStockheim (Unterfranken)MellrichstadtMellrichstadtOstheim vor der RhönOberelsbachBischofsheim an der RhönBischofsheim an der RhönSandbergSchönau an der BrendHohenrothNiederlauerBurglauerStrahlungenSalz (Unterfranken)BastheimOberstreuUnslebenWollbach (Unterfranken)Bad Neustadt an der SaaleHeustreuHendungenHollstadtRödelmaierWülfershausen an der SaaleHöchheimSaal an der SaaleAubstadtHerbstadtTrappstadtGroßeibstadtGroßbardorfSulzfeld (im Grabfeld)Bad Königshofen im GrabfeldBad Königshofen im GrabfeldSulzdorf an der LederheckeThüringenLandkreis HaßbergeLandkreis SchweinfurtHessenLandkreis Bad KissingenKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Trappstadt ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Bad Königshofen im Grabfeld.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trappstadt liegt in der Region Main-Rhön. Der Ort grenzt direkt an den Freistaat Thüringen (Gompertshausen, Straufhain, Schlechtsart und Gleichamberg im Landkreis Hildburghausen).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trappstadt gliedert sich in zwei Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Alsleben und Trappstadt. In der Gemarkung Alsleben befindet sich die Wüstung Eschelhorn.

Die Naturschutzgebiete Altenburg in Trappstadt mit einer Fläche von 307 Hektar und Trockenrasen am Kapellenberg in Alsleben mit 25 Hektar liegen im Naturpark Haßberge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trappstadt war ein Kondominatsort. Die Rechte des Hochstiftes Würzburg fielen 1803 an das Großherzogtum Würzburg des Erzherzog Ferdinand von Toskana. Die Rechte der Grafschaft Sachsen-Römhild (vertreten durch die Herzogtümer Sachsen-Meiningen und Sachsen-Gotha) fielen per Vertrag 1808 an das Großherzogtum. Das Großherzogtum Würzburg kam 1814 zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Im Jahr 1778 haben sämtliche Ganerben dem Ort Trappstadt die Erlaubnis erteilt, vier Jahr- und Viehmärkte abzuhalten. Die Ganerben, eine Art Erbengemeinschaft, waren damals die Herrschaft Römhild, das Hochstift Würzburg und der Graf von und zu Eltz. Mit „Cunradus de Trapstat“, einem Mönch im Kloster Theres, wurde Trappstadt aber schon 1269 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 2005 wurde das über 225 Jahre alte Marktrecht wieder belebt. Am Sonntag nach dem 26. Juli findet seitdem alljährlich das Anna-Marktfest statt. Über 70 Händler und Kunsthandwerker sowie über 4000 Besucher suchen an diesem Tag die Marktgemeinde auf.

Geschichte der Ganerbschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ganerbendorf Trappstadt hat eine äußerst interessante Besitzgeschichte. Im 13. Jahrhundert teilten sich die Grafen von Henneberg und die Klöster Theres und Veilsdorf die Güter der Ortschaft. 300 Jahre später waren es bereits zwölf Ganerben, die 1524 eine gemeinsame Dorfordnung erließen. Um 1600 war das Dorf in vier Ganerbenviertel aufgeteilt, deren jedes im Wechsel ein Jahr den Schultheißen stellen durfte.[3] Das Schloss war im Besitz der Freiherren von Bibra.

Der Besitz der Ganerbenviertel verteilte sich wie folgt:

  • Würzburger Untertanen (ehemaliges Kloster Theres) saßen in 22 Häusern.
  • Kloster Veilsdorf (ab 1699 Domkapitel Würzburg) hatte 28 Häuser.
  • Hennebergische (ab 1584 sächsische) Vasallen besaßen 22 Häuser.
  • Weitere 9 Häuser waren seit 1524 im Besitz folgender Geschlechter: Schott (bis 1585), Echter (bis 1665), Faust von Stromberg (bis 1738), Grafen von Eltz (bis 1824).[4]

1656 wurde der Amtmann von Römhild als Vertreter des hennebergisch-sächsischen Teils zum Direktor der Ganerbenschaft gewählt.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Gemeinde im Ort gehört zum Evangelisch-Lutherischen Dekanat Bad Neustadt an der Saale.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Alsleben eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 1166[5] 1112[5] 1022 1010 1016 1065 1033 1012 991

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte zu folgender Zusammensetzung des Gemeinderats:

Rathaus
Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Wählergemeinschaft Alsleben 50,3 % 6
Liste Trappstadt 49,7 % 6

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1. Mai 2014 Michael Custodis (Wählerblock Trappstadt). Vorgänger war Kurt Mauer (Wählergemeinschaft Alsleben).

Gemeindefinanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 446.000 Euro, davon waren 27.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto). Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt deutlich unter dem bayrischen Durchschnitt.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In Silber mit blauen Schildfuß ein silberner Wellenbalken, eine schwarze Trappe mit goldenen Füßen und einem goldenen Getreidehalm im Schnabel haltend.

Kommunale Allianz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Trappstadt ist Mitglied in der Kommunalen Allianz Fränkischer Grabfeldgau.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2015 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe acht und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort keine Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 403. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine Betriebe, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 34 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von kinsgesamt 1869 Hektar, davon waren 1758 Hektar Ackerfläche und 110 Hektar Dauergrünfläche.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neues Schloss Trappstadt, um 1710 Joseph Greissing
Nirvard-Kirchner-Haus
  • Wasserschloss Trappstadt (Neues Schloss) um 1710 Joseph Greissing
  • Altes Schloss
  • Kapelle St. Ursula bei Alsleben
  • Kirche St. Kilian mit Seuffert-Orgel in Alsleben
  • Pfarrkirche St. Burkard mit Büste aus der Werkstatt Tilman Riemenschneiders (heute durch Kopie ersetzt) in Trappstadt
  • Torhaus in Trappstadt
  • Baudenkmal Alte Burg in Alsleben
  • Naturschutzgebiet Magerrasen am Kapellenberg bei Alsleben
  • Naturschutzgebiet Altenburg bei Trappstadt
  • Wanderweg Grenzgänger zu Geschichte und Ökologie der ehemaligen innerdeutschen Grenze
  • Die Gemeinde wird auf gleicher Trasse durchquert von den Europäischen Fernwanderwegen E3 und E6.
  • Durch Trappstadt verläuft der Keltenradweg. Der Saalbrunnen bei Alsleben ist eine der beiden Quellbäche der Fränkischen Saale und gleichzeitig Startort des Fränkischen-Saale-Radweges.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt einen Kindergarten mit 12 Krippenplätzen für ein-bis dreijährige Kinder und mit 33 Plätzen für Dreijährige bis zum Schulalter.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Großer Faschingszug des TCV am Faschingssonntag
  • Anna-Marktfest am Samstag und Sonntag nach dem 26. Juli (Annatag)

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marcus Goldman (1821–1904), Gründer der Investmentbank Goldman Sachs in Amerika
  • Bernhard Hellmuth (1725–1810), fränkischer Stuckateur

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trappstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111121/185608&attr=OBJ&val=1617
  3. Trappstadt im Rhönlexikon
  4. Ganerbenviertel von Trappstadt im Rhönlexikon
  5. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 741.
  6. Gemeindeblatt Markt Trappstadt-Alsleben Nr. 84 • April 2018, abgerufen am 4. Juni 2018