Trassenheide

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Trassenheide
Trassenheide
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Trassenheide hervorgehoben
Koordinaten: 54° 5′ N, 13° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Usedom-Nord
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 6,5 km²
Einwohner: 903 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 139 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17449
Vorwahl: 038371
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 133
Adresse der Amtsverwaltung: Möwenstraße 1
17454 Zinnowitz
Webpräsenz: www.seebad-trassenheide.de
Bürgermeister: Horst Freese
Lage der Gemeinde Trassenheide im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Trassenheide ist ein Ostseebad auf der Insel Usedom, etwas rückgesetzt am Ufer der Ostsee. Die Gemeinde wird vom Amt Usedom-Nord mit Sitz in Zinnowitz verwaltet. Bis 2005 war die Gemeinde Teil des Amtes An der Peenemündung.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strand

Trassenheide ist eines der kleinsten Ostseebäder auf Usedom. Es liegt zwischen Zinnowitz und Karlshagen. Die Gemeinde ist auch mit der Usedomer Bäderbahn (Bahnhof Trassenheide an der Strecke Wolgaster Fähre–Heringsdorf sowie Haltepunkt Trassenmoor an der Strecke Zinnowitz–Peenemünde) zu erreichen. Etwa acht Kilometer westlich der Gemeinde liegt die Stadt Wolgast sowie vier Kilometer östlich der Amtssitz Zinnowitz. Seit 2005 wird der besonders in den Sommermonaten starke Durchgangsverkehr Richtung Peenemünde durch eine Ampel an der größten Kreuzung des Ortes geregelt. Ein Radweg wurde neben der Straße in Richtung des Nachbarortes Karlshagen angelegt. Somit wurde dem umfangreichen Radwegenetz Usedoms ein weiteres Teilstück beigefügt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1779 wurde in der Heide nordöstlich von Mölschow ein Hammelstall genannt, der Schafherden vor einer plötzlichen Überflutung durch die Ostsee oder den Peenestrom schützen sollte. Daraus wurde 1786 eine Ansiedlung. 1824 wurde dann aus Teilen des fiskalischen Waldbezirkes und Teilen der Domäne Mölschow der Ort „Hammelstall“ gegründet.[2] 1840 gab es bereits 138 Einwohner.

Hammelstall gehörte seit dem Frieden von Stockholm im Jahr 1720 zum Königreich Preußen. Nach der Verwaltungsreform 1815 kam es zur preußischen Provinz Pommern und gehörte von 1818 bis 1945 zum Landkreis Usedom-Wollin.

Bereits vor 1880 wurde lt. MTB nördlich des Ortes ein Forstgehöft errichtet, das den Namen „Trassenmoor“ erhielt. Dieser Name wurde zu Ehren des im dortigen Moor versunkenen Försters Trassen benannt. Das war das Vorbild für die nun folgende Namensgebung des Ortes Hammelstall. Dort wo jetzt die Promenade ist, befand sich 1880 die Hammelstaller Bootsstelle.

1908 beantragte die Kolonie Hammelstall den Namen „Trassenheide“. Zu dieser Zeit begann der Tourismus, deshalb war diese Umbenennung erforderlich. 1910 wurde der Name genehmigt und seitdem hieß der Ort Trassenheide. Erst im Jahr 1928 wurde Trassenheide zur selbständigen Gemeinde ernannt.

Am 17./18. August 1943 wurde der Ort bei einem britischen Bombenangriff (Operation Hydra), der eigentlich der benachbarten Heeresversuchsanstalt Peenemünde (und den Unterkünften der Wissenschaftler in Karlshagen) galt, stark zerstört. 621 Insassen des Arbeitslagers „Trassenmoor“ und des Lagers im Südwesten Karlshagens kamen ums Leben.

Von 1945 bis 1952 bildete die Gemeinde, mit dem nach dem Zweiten Weltkrieg bei Deutschland verbliebenen Teil des Landkreises Usedom-Wollin, den Landkreis Usedom im Land Mecklenburg, welcher 1952 im Kreis Wolgast im Bezirk Rostock aufging.

Geplante Flüchtlingsunterkunft nach einem Brandanschlag im November 2015

Zu DDR-Zeiten bestand im Ort das Zentrale Pionier-ZeltlagerRaymonde Dien“ des Bezirkes Neubrandenburg. Es wurde betreut und geleitet vom VEB Reparaturwerk Neubrandenburg. Es war direkt hinter den Dünen im Wald platziert und bestand aus Baracken, Zelten und festen Sanitärgebäuden. Es war neben dem Prerower Lager eines der größten zentralen Ferienlager an der Ostseeküste. Nach der Wende wurde das Lager eingeebnet und dort die große Kurklinik gebaut.

Außerdem unterhielt eine Polytechnische Oberschule (POS) von Bad Köstritz ein Ferienlager, das seit 1990 dem Verfall preisgegeben worden ist.

Die Gemeinde gehört seit dem Jahr 1990 zum Land Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem Jahr 1994 gehörte Trassenheide zum Landkreis Ostvorpommern, der 2011 im Landkreis Vorpommern-Greifswald aufging. Im Juli 2006 wurde dem Ort der Titel „Ostseebad“ verliehen.

In den frühen Morgenstunden des 15. Novembers 2015 verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in der Strandstraße. Dem Anschlag, bei dem das bezugfertige Gebäude unbewohnbar wurde, ging ein versuchter Brandanschlag im Oktober voraus.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 führten bei einer Wahlbeteiligung von 68,5 % zu folgendem Ergebnis:[4]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Aktionsbündnis für Trassenheide 57,16 % 5
Bündnis für Trassenheide 27,71 % 2
Bürger im Zentrum 15,13 % 1

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein blauer Schildhauptpfahl, oben belegt mit einem silbernen Lachs, beseitet von zwei grünen Heidekrautstängeln mit je neun grünen Blättern und neun roten Blüten.“

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmetterlingsfarm Trassenheide
Die Welt steht kopf, auf dem Kopf stehendes Haus

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Trassenheide

  • Schmetterlingsfarm, größte Schmetterlingsfarm Europas mit einer Fläche von 5000 m²
  • Haus auf dem Kopf (Die Welt steht Kopf)
  • Abenteuer Minigolf „Piraten der Ostsee“
  • Wild Life Usedom (Mai bis Oktober)
  • Usedom Park – Kinderland Trassenheide
  • Promenade an der Ostsee
  • Mahn- und Gedenkstätte Karlshagen
  • Bahnhofsgebäude
  • Holländerwindmühle in der Mühlenstraße
  • Piraten Insel Usedom (Hotel Seeklause)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trassenheide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Trassenheide – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Manfred Niemeyer: Ostvorpommern I. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 1: Usedom. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 1), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 20 ff
  3. [1] Trassenheide: Flüchtlingsunterkunft auf Usedom ausgebrannt. Abgerufen am 15. November 2015.
  4. Amt Usedom-Nord (PDF-Datei; 8 kB)