Ternberg

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Ternberg
Wappen von Ternberg
Ternberg (Österreich)
Ternberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Steyr-Land
Kfz-Kennzeichen: SE
Fläche: 62,07 km²
Koordinaten: 47° 57′ N, 14° 21′ OKoordinaten: 47° 56′ 47″ N, 14° 21′ 27″ O
Höhe: 341 m ü. A.
Einwohner: 3.389 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 55 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 4452,4453
Vorwahl: 07256
Gemeindekennziffer: 4 15 17
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenplatz 12
4452,4453 Ternberg
Website: www.ternberg.at
Politik
Bürgermeister: Leopold Steindler (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
11
10
3
1
11 10 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Ternberg im Bezirk Steyr-Land
Adlwang Aschach an der Steyr Bad Hall Dietach Gaflenz Garsten Großraming Laussa Losenstein Maria Neustift Pfarrkirchen Reichraming Rohr im Kremstal Schiedlberg Sierning Steyr St. Ulrich bei Steyr Ternberg Waldneukirchen Weyer Wolfern OberösterreichLage der Gemeinde Ternberg im Bezirk Steyr-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ternberg ist eine Marktgemeinde mit 3389 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) in Oberösterreich im Bezirk Steyr-Land. Der zuständige Gerichtsbezirk ist Steyr.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ternberg liegt im Traunviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,5 km, von West nach Ost 11,7 km. 51,4 % der Fläche sind bewaldet, 39,6 % landwirtschaftlich genutzt.

In Ternberg weitet sich das Ennstal, und die Landschaft geht von einer bergigen in eine hügelige über. Die Entfernung zum nächsten Ballungszentrum, in diesem Fall die Stadt Steyr, beträgt 13 km.

Unweit des Ortes befindet sich das Nixloch, eine nach ihrem weißen Sinter (Nix) benannte Höhle.

Die Orte Trattenbach (Plz: 4453) und Dürnbach (keine eigene Plz) sind Nebenorte, die ebenfalls zu Ternberg gerechnet werden.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologisch gesehen ist Ternberg eine Grenzgemeinde, denn sie befindet sich genau an der Trennlinie zwischen rhenodanubischen Flysch und den nördlichen Kalkalpen. Die rhenodanubische Flyschzone charakterisiert sich durch ihre sanft hügelige, sandstreichende Mittelgebirgslandschaft. Als Folge der alpinen Gebirgsbildung wurde die Flyschzone im Süden her von den Kalkalpen überfahren und im Norden auf das Helvetikum überschoben.[1] Die Nördlichen Kalkalpen prägen das Landschaftsbild vor allem im Süden von Ternberg. Die höchste Erhebung ist hier der Schoberstein mit 1278m, der mit seinem schroffen fünfteiligen Gipfelzug als perfektes Beispiel für Kalkstein dient. An seinem wuchtigen Bergstock schließen Mittelgebirgslandschaften aus sandigen, mergeligen und schiefrigen Gesteinen an.[2] Die Bildung der Kalkalpen erfolgte in mehreren Teilabschnitten. Beginnend von der ausklingenden Jurazeit bis ins Jungtertiär kam es zur Entstehung verschiedener Gesteinsdecken. Man unterscheidet hier die drei große Deckensysteme der Bajuvarischen-, Tirolerischen- und Juvavischen-Decken. Ternberg ist namensgebend für einen Teil der Bajuvarischen Decken, die einen mehr oder minder intensiven internen Faltenbau besitzen. Die sogenannte „Ternberger Decke“ charakterisiert sich durch das Vorkommen des Reiflingerkalks sowie des Wettersteinkalkes.[3] Das dritte bestimmende Element neben Feuer und Erde ist in Ternberg das Wasser. Die Enns, seit jeher Grenzfluss, Transportweg oder landschaftsbildendes Element der Phyrn-Eisenwurzen Region, ist ein fester Bestandteil des Ternberger Ortsbildes. Im ganzen Ennstal besteht ein verbreiteter Talboden. Dieser wurde im großen Interglazial durch eine sehr kräftige Tiefenerosion der Enns, die das Tal bis ungefähr auf das heutige Niveau ausschürfte, eingetieft. Während dieser Periode dürfte es im Bereich der Nördlichen Kalkalpen noch zu kleinen Bewegungen gekommen sein, die sich in einem Aufgleiten dieser auf die Flyschzone äußerte. Die Enns legte Schotterterrassen an, die man in Hoch- und Niederterrassen unterscheidet. Ab Ternberg kann man eine Dreiteilung der Terrassen in zwei Nieder- und eine Hochterrasse feststellen.[4]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst die Ortschaft Ternberg. Katastralgemeinden sind Bäckengraben, Ternberg und Trattenbach.

Nachbargemeinden

Aschach an der Steyr Garsten
Steinbach an der Steyr Nachbargemeinden Laussa, Losenstein
Reichraming Molln

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ternberg erfuhr besonders durch die Position am Ennsfluss den Einzug in historische Prozesse. Die Enns erfüllte als Grenzfluss zwischen Ost und West eine bedeutende Aufgabe. Im Jahr 791 zog das fränkische Heer unter Karl dem Großen gegen die Awaren und lagerte am Limes Certus (die Enns war damals vertraglich gesicherte Grenze zwischen Franken und Awaren) um drei Tage lang zu fasten und zu beten. Karl der Große lagerte zwar vermutlich nicht in Ternberg, jedoch waren die Orte an der Enns inkl. Ternberg über Jahrhunderte lang fest in die geo-strategische Bedeutung des Grenzflusses eingebunden.[5] Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich.

Durch die Präsenz der Eisenstraße begünstigt, siedelten sich an den Ufern des Trattenbaches schon sehr früh Messerschmiede an. Bis heute wird dort das "Trattenbacher Zauckerl" erzeugt. Eine sehr große Attraktion stellt der größte Taschenfeitel der Welt dar, der am Eingang des Trattenbachtales aufgestellt ist. Eine Innung der Feitelproduzenten gibt es seit 1680 (von Leopold I. 1682 bestätigt). Bis vor dem Ersten Weltkrieg waren Manufakturen mit wasserkraftgetriebenen Hämmern in Betrieb. Heute kann man auf einer geführten, 1,5 km langen Wanderung im "Museumsdorf Trattenbach" die historischen Produktionsstätten besichtigen und seinen eigenen Feitel anfertigen. Die Tradition der Feitelerzeugung ist seit 2015 immaterielles UNESCO Weltkulturerbe.

Die Kirche Ternbergs wird um 1100 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, und zwar als Besitz des Klosters Garsten. Die Errichtung einer Kirche bzw. einer Kapelle erfolgte aber sicherlich schon früher. Als Pfarre wird Ternberg erstmals am Beginn des 14. Jahrhunderts erwähnt – in dieser Zeit aber immer noch zum Kloster Garsten gehörend.

Seit 1490 wird Ternberg dem Fürstentum 'Österreich ob der Enns' zugerechnet.

Reformation, Bauernkriege, Türkeneinfälle sind auch an der Pfarre nicht spurlos vorübergegangen. Plünderungen und Zerstörungen haben auch die Kirche im Laufe der Geschichte immer wieder getroffen.

Erst 1789, während der Regierungszeit des Kaisers Joseph II., der die Aufhebung des Klosters Garsten verfügte, wurde Ternberg eine selbständige Pfarre.

Aus der Zeit der Gotik des 15. Jahrhunderts stammen die zwei Chorfenster mit den wertvollen Glasgemälden. In den Jahren 1688 bis 1690 schuf Marian Rittinger, Laienbruder des Stiftes Garsten, den barocken Hochaltar der Kirche. Das Altarbild, das die Auferstehung Christi darstellt, ist ein Werk des Carl von Reslfeld.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum "Gau Oberdonau". Von 14. Mai 1942 bis 18. September 1944 befand sich ein KZ-Außenlager des KZ Mauthausen in Ternberg. Bis zu 400 Häftlinge wurden hier beim Bau des Ennskraftwerkes sowie beim Straßen- und Brückenbau eingesetzt.

Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der metallverarbeitenden Industrie sowie der Land- und Forstwirtschaft gibt es in Ternberg eine kleine Anzahl an Sommertouristen (24.743 Übernachtungen jährlich).[6] Außerdem herrscht reger Pendlerverkehr zu den näheren Städten, besonders nach Steyr.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgermeister ist Leopold Steindler von der SPÖ.
  • Vizebürgermeister ist Jürgen Felberbauer von der ÖVP.
  • Fraktionsobleute sind Franz Wasserbauer (ÖVP), Günther Steindler (SPÖ), Edgar Blasl (FPÖ) und Marco Vanek (Die Grünen).
  • Obmann der Jungen ÖVP Ternbergs ist Josef Pörnbacher.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • lt. Volkszählung vom 7. März 1923: 2618[7]
  • lt. Personenstandsaufnahme vom 10. Oktober 1987: 3227
  • lt. Volkszählung vom 10. Mai 1991: 3242
  • lt. Gemeinderatswahl vom 5. Oktober 1997: 3326
  • lt. Volkszählung 15. Mai 2001 3341[8]
  • lt. Statistik-Austria 1. Jänner 2002 3325
  • lt. Statistik-Austria 1. Jänner 2003 3274
  • lt. Statistik-Austria 1. Jänner 2004 3273
  • lt. Statistik-Austria 1. Jänner 2005 3293
  • lt. Statistik-Austria 1. Jänner 2006 3307
  • lt. Statistik-Austria 1. Jänner 2007 3310[9]
  • lt. Statistik-Austria 1. Jänner 2008 3340
  • lt. Statistik-Austria 1. Jänner 2009 3360[10]
  • lt. Statistik-Austria 1. Jänner 2013 3330

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volksschule Ternberg
  • Neue Mittelschule Ternberg

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ternberg
Weltrekordfeitel Trattenbach

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Feuerwehrmusik Trattenbach
  • Musikverein Ternberg

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Goldene Stimmgabel & die kunterbunte MiniMusicShow am 25. und 26. Oktober
  • 1. Mai bis 31. Oktober "Museumsdorf Trattenbach- im Tal der Feitelmacher"
  • Ternberger Marktfest (Termin: jährlich am ersten vollen Juli-Wochenende; Samstag und Sonntag)
  • Ortsfußballmeisterschaft (Termin: Pfingstwochenende)
  • Ortsmeisterschaften im Stockschießen im Winter und Sommer
  • Musikball des Musikvereins Ternberg beim GH Mandl in der Faschingszeit

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • RC Ternberg- Reiten
  • FC Siro Ternberg – Fußball
  • TC Ternberg – Tennis
  • ÖTB Turnverein Ternberg
  • Wintersportverein Trattenbach
  • Cumulus Paragleiter Eisenwurzen
  • Stockschützenverein
  • Naturfreunde Ternberg-Trattenbach
  • Smokin Aces – Pokerverein Ternberg
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Für die folgenden zwei Sportvereine hätte ich gerne Belege, keine brauchbaren Google Treffer, kein Eintrag im ZVR. --Herzi Pinki (Diskussion) 01:16, 3. Apr. 2016 (CEST)
  • Iron Fist Ternberg
  • T.H.E. Ternberger Hardcore Elite

Freiwillige Feuerwehren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Reitnerberg
  • Freiwillige Feuerwehr Schattleiten
  • Freiwillige Feuerwehr Schweinsegg-Zehetner
  • Freiwillige Feuerwehr Trattenbach
  • Freiwillige Feuerwehr Ternberg

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographische Bildungsanstalt, Rocky Austria (Wien 2013) S. 29.
  2. Geographische Bildungsanstalt, Rocky Austria (Wien 2013) S. 25.
  3. Al Baba M. N., Geologie der Nördlichen Kalkalpen-Randzone zwischen Leonstein und Micheldorf im Bereich der Ternberger-Reichraminger Decke (Oberösterreich) (Wien 1983).
  4. Van Husen D., Zum Quartär des unteren Ennstales. Von Großraming bis zur Donau. In: Verh. Geol. B.-A. (Hrsg.) Heft 3. (Wien 1971) S. 511.
  5. Walter Pohl, Die Awaren. Ein Steppenvolk in Mitteleuropa 578-822 n. Chr. (München 1988) 308.
  6. U. Ramnek, Der sozio-ökonomische Strukturwandel der Gemeinde Ternberg in Oberösterreich nach 1945. Diplomarbeit (Innsbruck, 1993). zitiert nach http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.t/t215246.htm aeiou.at
  7. digi.landesbibliothek.at
  8. root.riskommunal.net
  9. statistik-austria.at
  10. statistik.at

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ternberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien