Trauen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bauerngehöft in Trauen (Kreutzen)
Kleine Örtze bei Trauen

Trauen ist ein Ortsteil der niedersächsischen Stadt Munster in der Lüneburger Heide und liegt etwa 7 km südlich der Kernstadt. Trauen liegt an der Bahnstrecke Beckedorf–Munster.

Die Landesstraße L 240 führt durch Trauen. Im Süden des Ortes fließt die Kleine Örtze, deren Tal auf der gesamten Länge 1993 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde.[1]

Östlich von Trauen, jedoch bereits auf dem Gebiet der Gemeinde Faßberg, befindet sich der Standort Trauen des DLR zur Erprobung von Raketentriebwerken. Schon zu Beginn der 1940er Jahre machte hier Eugen Sänger Brennversuche. In den 1960er Jahren wurden hier Brennversuche mit der Oberstufe der Europa-Rakete durchgeführt.

Am 1. Februar 1971 wurde Trauen in die Stadt Munster eingegliedert.[2]

In der Zeit der "Luftbrücke - Berlin" (23. Juni 1948 bis 11. Mai 1949) wird der "Bahnhof-Trauen" weltbekannt. Täglich werden in dieser Zeit per Bahn rund um die Uhr über 4.000 Tonnen Kohle aus dem Ruhrgebiet nach Trauen transportiert. Der Tagesrekord liegt am 28. Januar 1949 bei 4.500 Tonnen. Hier wird die in Säcke abgefüllte Kohle (von Hand!) aus den Eisenbahn-Waggons heraus auf Lastwagen verladen, zum Faßberger Flughafen gefahren und dort wieder in die "Kohle-Bomber" (Typ Skymaster C-54) für den Weiterflug nach Berlin verstaut.

Insgesamt sind in dieser Zeit 539.112 Tonnen Kohle von Faßberg nach Berlin geflogen worden!

Zur Zeit der "Luftbrücke Berlin" ist eine D-Zug-Verbindung Frankfurt - Trauen eingerichtet worden. Von Frankfurt aus wurden während der Blockade überwiegend Nahrungsmittel nach Berlin geflogen ("Rosinen-Bomber").

Auch die in Trauen ansässige "Kartoffel-Zucht Böhm" wusste die Schienenstränge zu nutzen. Vom Trauener Bahnhof aus sind die Kartoffeln in alle Welt transportiert worden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Blazek: „Vor 75 Jahren begann in Trauen die Forschung in der Luft- und Raumfahrttechnik – Raketenpionier Eugen Sänger arbeitete in der Heide an der Entwicklung schubstarker Antriebe“. Sachsenspiegel 31, Cellesche Zeitung vom 4. August 2012.
  • Matthias Blazek: Die geheime Großbaustelle in der Heide – Faßberg und sein Fliegerhorst 1933–2013. Ibidem, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-95538-017-5.
  • Faßberg – Luft- und Raumfahrt in der Heide. Broschüre zum AeroSpaceDay Faßberg, Eigenverlag der Gemeinde Faßberg, Faßberg 2013, ISBN 978-3-00-042877-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NSG Tal der Kleinen Örtze mit Übersichtskarte.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. Kohlhammer Verlag, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 235.

Koordinaten: 52° 56′ N, 10° 8′ O