Traum meines Lebens

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Filmdaten
Deutscher Titel Traum meines Lebens
Originaltitel Summertime
Produktionsland Großbritannien,
USA
Originalsprache Englisch,
Italienisch
Erscheinungsjahr 1955
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie David Lean
Drehbuch H. E. Bates,
David Lean
Produktion Ilya Lopert
Musik Alessandro Cicognini
Kamera Jack Hildyard
Schnitt Peter Taylor
Besetzung

Traum meines Lebens (OT: Summertime) ist ein britisch-US-amerikanisches Filmdrama des Regisseurs David Lean aus dem Jahr 1955.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jane Hudson, eine alleinstehende Frau mittleren Alters aus Ohio, erfüllt sich ihren Lebenstraum und reist nach Venedig. In Signora Fiorinas Pension muss sie feststellen, dass die anderen Gäste alle zu zweit hier sind und ihre Tage mit Touren durch die Stadt und Baden am Strand verbringen. Da sind beispielsweise die jungen Künstler Eddie und Phyl, die heftig ineinander verliebt zu sein scheinen; oder Herr und Frau Lloyd McIlhenny, ein schon zur Karikatur gewordenes reiches amerikanisches Touristenehepaar, das ständig Jane mit Ratschlägen überschüttet. Es dauert nicht lange, bis Jane ein Gefühl der Einsamkeit beschleicht. Bei einem ihrer Streifzüge durch die Stadt lernt sie schließlich den Straßenjungen Mauro kennen und freundet sich mit ihm an. Als sie auf dem Markusplatz ein Straßencafé besucht, merkt sie, wie sie von einem Herrn am Nebentisch beobachtet wird. Sie tut aber so, als merke sie nichts davon.

Am nächsten Tag sticht Jane im Schaufenster des Antiquitätengeschäfts «Renato de Rossi» ein besonders schöner Kelch ins Auge. Kaum hat sie den Laden betreten, erkennt sie in dem Inhaber jenen Italiener wieder, der sie gestern auf dem Markusplatz so aufmerksam gemustert hatte. Die beiden werden sich rasch handelseinig, und zum Schluss bittet Jane den Händler, ihr noch ein zweites Stück zu beschaffen. Renato de Rossi sichert ihr zu, es persönlich in die Pension zu bringen.

Tags darauf passiert Jane beim Fotografieren ein Missgeschick: sie stürzt rücklings in den vorbeifließenden Kanal. Nachdem Renato von Janes Unfall erfahren hat, eilt er sofort zur Pension, um sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Dabei verabreden sich die zwei zu einem gemeinsamen Abendessen. Dieses genießen sie in vollen Zügen.

Wieder einen Tag später wartet Jane am vereinbarten Platz sehnsuchtsvoll auf ihren Verehrer. Statt seiner kommt jedoch Vito an ihren Tisch, ein Junge, den sie schon in Renatos Laden gesehen und für seinen Neffen gehalten hat. Von ihm muss sie erfahren, dass dessen Vater aus verschiedenen Gründen nicht kommen könne. Nun dämmert es Jane, dass Renato verheiratet ist. Daraufhin will sie ihre Enttäuschung in einer Bar los werden. Dort trifft sie auf Phil, die ebenfalls einen unglücklichen Eindruck macht. Phil hat mit Eddie eine scharfe Auseinandersetzung gehabt und sieht schon ihre Ehe auseinanderbrechen. Als Jane in die Pension zurückkommt, sieht sie, wie Fiorina gerade mit Eddie in einer Gondel wegfährt. Außer sich vor Zorn packt sie den kleinen Mauro, den sie auf der Terrasse entdeckt und der offensichtlich die Gondel besorgt hat, zieht ihn ins Haus und beschuldigt ihn der schamlosen Kuppelei. Da taucht unerwartet Renato auf und nimmt den Jungen in Schutz. Er kann nicht verstehen, dass sie ihren Ärger auf Mauro ablädt. Nun aber lässt Jane ihre Wut an Renato aus und wirft ihm vor, ihr gegenüber absichtlich verschwiegen zu haben, dass er verheiratet sei. Nach diesen verbalen Attacken kann sich auch Renato nicht länger zurückhalten und macht Jane große Vorwürfe. So entsteht ein handfester Streit, der jedoch bald mit einer Versöhnung endet. Den Abend verbringen die beiden gemeinsam bei der venezianischen Festa del Redentore, die mit einem prächtigen Feuerwerk endet. Dabei überlässt sich Jane ganz dem märchenhaften Zauber von Licht und Farben – und aus dem Abend wird eine Nacht.

Es folgen noch ein paar weitere Tage, die das Paar – schwelgend im Glück – auf der Insel Murano verbringt, bis Jane zu der Einsicht gelangt, dass für sie jetzt die Zeit gekommen ist, um sich von Renato zu trennen und in die Heimat zurückzukehren. Der Abschied fällt jedoch beiden schwer.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film basiert auf dem preisgekrönten Bühnenstück The Time of the Cuckoo von Arthur Laurents. Die Ausstattung besorgte der ungarische Filmarchitekt Vincent Korda. Seine Weltpremiere hatte der Film am 29. Mai 1955 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Venedig. In Deutschland konnte man ihn erstmals am 30. September 1955 im Kino sehen.

Bei den Dreharbeiten zog sich Katharine Hepburn eine Bindehautentzündung zu, unter der sie den Rest ihres Lebens litt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde in den Kategorien Beste Regie und Beste Hauptdarstellerin für den Oscar nominiert. Weitere Nominierungen erhielt er für den British Film Academy Award in den Kategorien Bester Film und Beste ausländische Darstellerin.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films gelangt zu einer positiven Einschätzung: „Atmosphärisch dicht und einfühlsam, farbschön fotografiert, fesselt der bisweilen hart an der Grenze des Sentimentalen balancierende Film David Leans vor allem durch die Schauspielkunst der Kathrin Hepburn.“ [1] Keine so gute Meinung von dem Streifen hat das Film-Lexikon.com: „Vor wundervoller Kulisse inszenierte David Lean seinen Film, der allerdings in der Handlung von Anfang bis Ende vorhersehbar ist und daher jegliche Spannung vermissen lässt. Zurück bleiben zwei gute Darsteller, die im netten Ambiente turteln dürfen. 1954, wo nur die wenigsten Gelegenheit hatten, Venedig einmal ‚live‘ zu sehen, war dieser Film vielleicht schon alleine wegen der Bilder der Lagunenstadt einen Besuch wert. Heute reicht das leider nicht mehr.“[2]

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Programm zum Film: Illustrierte Film-Bühne, erschienen im gleichnamigen Verlag, München, Nr. 2982

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lexikon des internationalen Films, rororo-Taschenbuch Nr. 6322 (1988), S. 3878
  2. http://www.film-lexikon.com/film_traum-meines-lebens-1954.htm