Traumkraut

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Traumkraut
Calea ternifolia

Calea ternifolia

Systematik
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Heliantheae
Untertribus: Galinsoginae
Gattung: Calea
Art: Traumkraut
Wissenschaftlicher Name
Calea ternifolia
Kunth.
Kantiger Stängel, Laubblätter und Blütenstände.
Calea ternifolia

Traumkraut (Calea ternifolia) auch Aztekisches Traumgras oder Bitterkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Pflanze ist im tropischen und subtropischen Mittelamerika heimisch und besitzt psychoaktive Eigenschaften.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Traumkraut ist eine einjährige bis ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 3 m erreicht. Die Blätter sind eiförmig bis lanzettlich und gegenständig angeordnet. Sie weisen charakteristische dreizählige Blattadern auf. Der Blattstiel ist fehlend oder bis 1 cm lang. Die Blattspreite ist bis 10 cm lang und bis 7 cm breit. Die jungen Blätter sind auf der Unterseite violett gefärbt. Die Blätter sind unterseits drüsenhaarig wie die Blattstiele.

Die traubigen, corymben (schirmrispigen) Blütenstände der Pflanze sind achsel- oder endständig und die Blüten sind weißlich bis cremefarben gefärbt. Der Hüllkelch ist vier bis sechsreihig. Die schwärzliche Achäne mit Pappus ist 2 bis 3 mm lang.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 19.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Traumkraut kommt zwischen Mexiko und Kolumbien natürlich vor. Am häufigsten sieht man das Traumkraut im mexikanischen Hochland von Oaxaca, Veracruz, Chiapas, Morelos und Jalisco, aber auch im Flachland der Halbinsel Yucatán. Gelegentlich tritt die Pflanze als Unkraut auf. Dennoch ist das Traumkraut vergleichsweise schwierig zu kultivieren, die Vermehrung erfolgt über Stecklinge.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traumkraut enthält verschiedene Sesquiterpenlactone (Zacatechinoloid, Germacren und Caleocromen), die für den bitteren Geschmack verantwortlich sind.[1][2] Weitere Inhaltsstoffe sind Flavone und ein bisher nicht identifiziertes Alkaloid. Des Weiteren wurden Furanon-artige Heliangolide wie 8β-Angeloyloxy-9α-hydroxycalyculatolid in der Pflanze nachgewiesen.[3] Noch ist nicht ausreichend erforscht, welcher Stoff für die psychoaktive Wirkung verantwortlich ist. Der Wirkstoff ist in Wasser und Alkohol löslich, was wässrige und alkoholische Auszüge ermöglicht.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von indianischen Kulturen in Mittelamerika ist die Verwendung von Calea ternifolia zur Einleitung von Klarträumen bekannt. Es wird in diesen Kulturen auch genutzt, um medizinische Probleme mit dem Hormonsystem oder dem Verdauungstrakt zu beheben.[4] Von den Chontal-Indianern aus Oaxaca wird die Pflanze genutzt, um wahrsagerische Visionen zu erhalten. Sie bezeichnen die Pflanze als thle-pela-kano, das Blatt Gottes. Um wahrsagerische Träume zu erhalten, nehmen die Chontal-Indianer eine „handvoll Blätter“. L. Mayagoitia et al. schätzen diese Dosis auf ungefähr 60 Gramm frischer Blätter bzw. 1 Gramm getrocknete Blätter pro Kilogramm Körpergewicht. Diese werden als Tee konsumiert oder geraucht.[5]

Die Wirkstoffe des Aztekischen Traumgrases sind möglicherweise halluzinogen und gelten als schwach giftig. Es wurde (2016) gezeigt, dass ein Methanolextrakt von C. ternifolia nephrotoxische (nierenschädigende) Eigenschaften an proximalen HK-2 Tubuluszellen in-vitro aufweist. Ob die Calea-Inhaltsstoffe giftige Eigenschaften an Organen oder im menschlichen Körper (in vivo) aufweisen, muss zukünftige Forschung zeigen.[6] Der genaue Wirkmechanismus der Calea-Sesquiterpenlactone ist bisher (Stand: 2008) nicht aufgeklärt. Der Konsum der Blätter erhöht die Reaktionszeit sowie die Häufigkeit von erinnerbaren Träumen.[5]

Rechtslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DeutschlandDeutschland Deutschland, OsterreichÖsterreich Österreich, SchweizSchweiz Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bundesrepublik Deutschland, der Republik Österreich und der Schweiz gibt es keine Calea ternifolia betreffende gesetzliche Regelung.

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Louisiana (USA) ist Calea ternifolia illegal, wenn sie für den Konsum vorgesehen ist.

PolenPolen Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Polen sind seit März 2009 jegliche Pflanzenteile illegal.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L. Mayagoitia, J. L. Díaz, C. M. Contreras: Psychopharmacologic analysis of an alleged oneirogenic plant: Calea zacatechichi. In: Journal of ethnopharmacology. Band 18, Nummer 3, Dezember 1986, S. 229–243, ISSN 0378-8741. PMID 3821139. doi:10.1016/0378-8741(86)90002-4.
  • Wink, Michael; Ben-Erik van Wyk; Coralie Wink, Handbuch der giftigen und psychoaktiven Pflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2008. ISBN 3-8047-2425-6
  • Beschreibung bei Tropicos.
  • James Richard Wussow: A Systematic Study of the Mexican, Central American, and Jamaican Species of the Genus Calea. Dissertation, Louisiana State University and Agricultural & Mechanical College, 1981, online (PDF; 6,8 MB), bei LSU Digital Commons, Louisiana State University Research, abgerufen am 25. Oktober 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Calea ternifolia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hankui Wu, Frank Fronczek u. a.: Antileishmanial Germacranolides from Calea zacatechichi. In: Planta Medica. 77, 2011, S. 749, doi:10.1055/s-0030-1250584.
  2. Ihl-Young Lee, Frank R. Fronczek u. a.: New Germacranolides From Calea ternifolia and the Molecular Structure of 9α-Hydroxy-11,13-Dihydro-11α,13-Epoxyatripliciolide-8β-O-[2-Methylacrylate]. In: Journal of Natural Products. 45, 1982, S. 311, doi:10.1021/np50021a012.
  3. Nikolaus H. Fischer, Ihl-Young Lee u. a.: Three New Furanone-type Heliangolides from Calea ternifolia and the Molecular Structure of 8β-Angeloyloxy-9α-hydroxycalyculatolide. In: Journal of Natural Products. 47, 1984, S. 419, doi:10.1021/np50033a004.
  4. J. L. Díaz: Ethnopharmacology and taxonomy of Mexican psychodysleptic plants. In: Journal of psychedelic drugs. Band 11, Nummer 1–2, 1979 Jan-Jun, S. 71–101, PMID 392121.
  5. a b L. Mayagoitia, J. L. Díaz, C. M. Contreras: Psychopharmacologic analysis of an alleged oneirogenic plant: Calea zacatechichi. In: Journal of ethnopharmacology. Band 18, Nummer 3, Dezember 1986, S. 229–243, ISSN 0378-8741. PMID 3821139. doi:10.1016/0378-8741(86)90002-4.
  6. M. E. Mossoba, T. J. Flynn, S. Vohra, P. Wiesenfeld, R. L. Sprando: Evaluation of "Dream Herb,", for Nephrotoxicity Using Human Kidney Proximal Tubule Cells. In: Journal of toxicology. Band 2016, 2016, S. 9794570, doi:10.1155/2016/9794570, PMID 27703475, PMC 5040790 (freier Volltext).
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