Bahnstrecke Traunstein–Garching

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Traun-Alz-Bahn)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Traunstein–Traunreut/Garching (Alz)
Bahnhof Hörpolding
Streckennummer:5730
Kursbuchstrecke (DB):947
Streckenlänge:33,9 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Höchstgeschwindigkeit:80 km/h
Strecke – geradeaus
von Salzburg
Bahnhof, Station
0,0 Traunstein 597 m
   
nach Ruhpolding
   
nach Rosenheim
Haltepunkt, Haltestelle
1,7 Traunstein Klinikum (seit 2016)
   
2,0 Traunstein Nord
   
2,7 Bad Empfing (bis 2016)
   
2,9 Anst Kreiller
   
3,7 Anst Stadt Traunstein
   
4,5 Anst Weiderting
Haltepunkt, Haltestelle
9,2 Matzing 563 m
Bahnhof, Station
13,2 Hörpolding 522 m
   
Traun
BSicon BS2+l.svgBSicon BS2+r.svg
Zweigstrecke nach Traunreut
BSicon KMW.svgBSicon STR.svg
13,2
0,0
BSicon BHF.svgBSicon STR.svg
2,9 Traunreut 551 m
BSicon KDSTe.svgBSicon STR.svg
4,0 Traunreut Siemens
BSicon BS2c2.svgBSicon BS2r.svg
Haltepunkt, Haltestelle
16,1 Stein (Traun)
   
Traun
Haltepunkt, Haltestelle
18,1 Altenmarkt (Alz)
   
Traun
Bahnhof, Station
21,4 Trostberg 486 m
   
Alz
   
25,5 Schalchen Degussa, Linde
Haltepunkt, Haltestelle
25,6 Schalchen
Haltepunkt, Haltestelle
27,8 Tacherting 476 m
Haltepunkt, Haltestelle
31,0 Wiesmühl (Alz)
   
von Freilassing
Bahnhof, Station
33,9 Garching (Alz) 460 m
   
Werksbahn AlzChem, nach Hart
Strecke – geradeaus
nach Mühldorf

Die Bahnstrecke Traunstein–Garching ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte 33,9 km lange Bahnstrecke zwischen Traunstein, Trostberg und Garching an der Alz. Sie wird im Kursbuch als Teil der Verbindung Traunstein–Mühldorf am Inn geführt. In Hörpolding zweigt ein vier Kilometer langer Nebenast nach Traunreut ab.

Auf der Strecke verkehren Regionalbahnen der Südostbayernbahn (DB) unter der KBS 947[1] als Traun-Alz-Bahn. Regelmäßiger Güterverkehr erfolgt zwischen Traunstein und Hörpolding (–Traunreut) sowie Trostberg und Garching.

Betrieb und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein – Trostberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eröffnung des Streckenabschnitts Traunstein – Trostberg erfolgte am 31. August 1891. Am 14. November 1910 wurde die bisherige Stichbahn nach Trostberg mit der Strecke Mühldorf – Garching (Alz) verbunden und damit die durchgehende Verbindung Mühldorf – Traunstein geschaffen.

Die Bahnlinie diente hauptsächlich zur Anbindung der Großbetriebe im südlichen Raum des Bayerischen Chemiedreiecks in Trostberg, Tacherting und Garching an der Alz/Hart sowie des Anlagenbauers Linde AG.

Es ist eine Beseitigung der Bahnübergänge in St. Georgen geplant.[2]

(Traunstein–) Hörpolding – Traunreut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug der Südostbayernbahn im Bahnhof Traunreut

1938 wurde mit dem Bau der Heeresmunitionsanstalt (Muna) St. Georgen begonnen und diese 1942 an das Bahnnetz der Reichsbahn angeschlossen.

Die erst nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der Muna entstandene Stadt Traunreut liegt am Ende der zwei Kilometer langen Stichstrecke, die in Hörpolding abzweigt. Am 28. September 1952 fuhr der erste Personenzug nach Traunreut. Zum Einsatz kamen damals meist Dampfloks der Baureihe 70. Die Aufgabe des Personenzugverkehrs erfolgte am 27. September 1963. Die Strecke wurde dann lange Zeit nur von Güterzügen befahren, um die in Traunreut ansässigen Werke der BSH Hausgeräte und Heidenhain zu versorgen.

Am 21. Juli 2001 fuhr wieder ein Personenzug auf der Strecke, ein Sonderzug zum Stadtfest nach Traunstein.

Bedienungsangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Reaktivierung der Strecke Hörpolding – Traunreut verbinden seit dem Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2006 werktags 15 und sonntags 10 Züge pro Tag Traunreut mit Traunstein über Hörpolding. Vorher wurde die Strecke umfassend für 5 Millionen Euro modernisiert, u. a. erhielt der Bahnhof Traunreut einen barrierefreien Bahnsteig, die bestehenden Bahnsteige in Hörpolding und Matzing eine Asphaltdecke.[3] Die Fahrzeit beträgt 23 Minuten. Die kostenfreie Fahrradmitnahme wird durch den Tourismusverband Chiemgau finanziert. Zum 11. September 2016 wurde der Haltepunkt Bad Empfing durch einen neuen Haltepunkt Traunstein Klinikum am Klinikum Traunstein ersetzt. Der Bau des Bahnsteigs nördlich des Bahnübergangs Wolkersdorfer Straße sowie eines bauzeitlichen Behelfsbahnsteigs auf der gegenüber liegenden Seite, die Anpassungsarbeiten an der Bahnübergangssicherungsanlage sowie der Rückbau des Bahnsteigs Bad Empfing kosteten 1,5 Millionen Euro.[4] Außerdem wurde der Bahnübergang Kotzinger Straße erneuert.[5]

Im Gegenzug wurde der Betrieb auf der Strecke zwischen Hörpolding und Trostberg von 2006 bis 2008 ausgedünnt. Zwischenzeitlich verkehrten zum Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wieder fünf Zugpaare zwischen Mühldorf – Trostberg – Hörpolding (– Traunstein). Eine weitreichendere Ausweitung des Fahrplans auf diesem Abschnitt wurde aufgrund von Bedenken des Straßenbauamts bezüglich der Stauanfälligkeit eines Bahnübergangs der B 304 nicht realisiert. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 wurde der Betrieb wieder zurückgefahren. Zwischen Trostberg – Hörpolding (– Traunstein) verkehrten seitdem nur noch zwei Zugpaare. Mit dem ab 11. September 2016 gültigen Fahrplan verkehren montags bis freitags vier Zugpaare durchgehend zwischen Hörpolding und Garching, sechs weitere ab/bis Trostberg, wochenends herrscht Betriebsruhe.[6]

Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 sollen stündlich Züge von Traunstein nach Hörpolding fahren, dann abwechselnd zweistündlich nach Traunreut und Garching. Zubringerbusse sollen den Stundentakt in der Relation Traunreut–Traunstein erhalten.[2]

Erwähnenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. September 1988 stürzte der mit Altmetall beladene Waggon eines Rangiergespanns, das von Traunstein kommend führerlos nach Hörpolding rollte, in die Traun. Um das Gespann nicht aus dem für die Rangierarbeiten gesperrten Streckenblock fahren zu lassen, wurde es dort auf ein Stumpfgleis geleitet, an dessen Ende der voraus laufende Waggon den Prellbock und eine Betonmauer durchschlug und in den Fluss stürzte; die Lokomotive blieb an der Kante hängen.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Armin Franzke: Die Traun-Alz-Bahn Traunstein – Garching a. d. Alz. Rückkehr des Schienenpersonenverkehrs nach Traunreut. Broschüre, 2006, ISBN 978-3-9809568-5-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Traun-Alz-Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bahnstrecke stärken. In: Traunsteiner Tagblatt. 20. Dezember 2018, abgerufen am 18. Januar 2019.
  2. Stationsdatenbank. In: bahnland-bayern.de. Abgerufen am 18. Januar 2019.
  3. Neuer Bahnhaltepunkt »Traunstein Klinikum« eingeweiht. In: Traunsteiner Tagblatt. 12. September 2016, abgerufen am 10. Januar 2018.
  4. Xaver Eichstädter: Traunstein-Traunreut: "Den Zug sollte man einfach einstampfen". In: chiemgau24.de. 7. Dezember 2016, abgerufen am 18. Januar 2019.
  5. Fahrpläne ab 11. September 2016: hin (Memento vom 20. Juli 2016 im Internet Archive) und zurück (Memento vom 20. Juli 2016 im Internet Archive), abgerufen jeweils am 31. August 2016
  6. 29.09.1988 Zug stürzt in die Traun. Freiwillige Feuerwehr Traunreut, abgerufen am 18. Januar 2019.