Traunstein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Traunstein
Traunstein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Traunstein hervorgehoben
Koordinaten: 47° 52′ N, 12° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Traunstein
Höhe: 591 m ü. NHN
Fläche: 48,55 km2
Einwohner: 19.983 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 412 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83278
Vorwahl: 0861
Kfz-Kennzeichen: TS, LF
Gemeindeschlüssel: 09 1 89 155
Stadtgliederung: 63 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadtplatz 39
83278 Traunstein
Webpräsenz: www.traunstein.de
Oberbürgermeister: Christian Kegel (SPD)
Lage der Stadt Traunstein im Landkreis Traunstein
ChiemseeLandkreis Berchtesgadener LandLandkreis RosenheimLandkreis AltöttingLandkreis Mühldorf am InnWaginger SeeWonnebergWaging am SeeVachendorfUnterwössenÜbersee (Chiemgau)TrostbergTraunsteinTraunreutTittmoningTaching am SeeTachertingSurbergStaudach-EgerndachSiegsdorfSeeon-SeebruckSchnaitseeSchlechingRuhpoldingReit im WinklPittenhartPetting (Gemeinde)PallingObingNußdorf (Chiemgau)MarquartsteinKirchanschöringKienberg (Oberbayern)InzellGrassauGrabenstättFridolfingEngelsbergChiemingBergen (Chiemgau)Altenmarkt an der AlzÖsterreichÖsterreichÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Traunstein von Nordosten

Traunstein ist eine Große Kreisstadt in Oberbayern. Sie liegt am Fluss Traun im Chiemgau und ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

Traunstein ist eine Einkaufs- und Behördenstadt, die als Sitz des Amts- und Landgerichts Traunstein sowie von 17 Schulen mit insgesamt fast 10.000 Schülern überregionale Bedeutung besitzt und eines von 23 bayerischen Oberzentren ist.

Weithin bekannt ist der traditionelle Georgiritt alljährlich am Ostermontag.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein ist der Hauptort des Chiemgaus und liegt etwa zehn Kilometer östlich des Chiemsees und 15 km nördlich der Chiemgauer Alpen. Die Stadt wird in ihren östlichen Teilen von dem Fluss Traun durchflossen. Im Südosten liegt der Ortsteil Hochberg, der zugleich der Traunsteiner Hausberg ist. Südlich von Traunstein unterhalb des Hochbergs an der Traun liegt das 1978 eingemeindete Pfarrdorf Haslach. Im Norden liegt durch den Stadtwald und den früheren Standortübungsplatz Kammer getrennt das 1972 eingemeindete Pfarrdorf Kammer mit dem Ort Rettenbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Traunstein gehören 63 Stadtteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwar nennen kirchliche Güterverzeichnisse schon um 790 Besitzungen ad Trun und auch mittelalterliche Wehranlagen (Burgställe) sind ab dem 10. Jahrhundert in der näheren Umgebung nachweisbar (Burg Traunstein, Burgstall Traunstein, Burgstall Hochberg und Burgstall Lenzisburg). Trauwenstain selbst aber wird erstmals 1245 in einer Schrift des Klosters Baumburg erwähnt. Der Name bedeutet Burg an der Traun und mit einiger Wahrscheinlichkeit befand sich hier der Sitz der Herren de Truna, umgeben von einer kleinen Ansiedlung. Erst die Wittelsbacher bauten diese planmäßig aus, befestigten sie und kontrollierten so den Traunübergang der wichtigen Salzstraße von Reichenhall nach München an der Grenze zum Erzstift Salzburg.

Im Jahre 1120 ließen sich die Edlen ‚von Truna‘, Ministerialen der Grafen von Kraiburg-Ortenburg, im heutigen Stadtgebiet nieder, wohl wegen der strategisch günstigen Lage: Sie erbauten die Burg am Rande des Stadtplateaus, das zum großen Teil vom Fluss umgeben wird – nahe an der Handelsstraße. Die Herren „de Truna“ werden zum letzten Mal in Quellen aus dem Jahr 1242 genannt.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Traunstein im Jahr 1245. Im ersten Vertrag von Erharting (1254) verzichtete der Salzburger Erzbischof auf den Erwerb der Grafschaften und Gerichte im Chiemgau. Der Chiemgau mit Traunstein fiel an die Wittelsbacher. Traunstein wurde Anfang des 14. Jahrhunderts zur Stadt erhoben. Bereits 1493 waren die Straßen und Gassen erstmals gepflastert worden. 1526 wurde der Lindlbrunnen mit Rossschwemme als Abschluss der städtischen Wasserversorgung errichtet. Ab 1431 verfügte Traunstein über ein „Leprosenhaus“ genanntes Leprosorium, dessen Standort jedoch unklar ist.[3]

Traunstein ist eine der insgesamt 102 Ansichten von Städten, Märkten, Burgen und Schlössern, die das Gewölbe des Antiquariums der Münchner Residenz zieren.

Die Produktion von Salz infolge des Baus der Soleleitung von Reichenhall von 1616 bis 1619 durch den Hofbaumeister Hanns Reiffenstuel war lange Zeit der wichtigste Wirtschaftszweig und brachte der Stadt großen Wohlstand. Von den Gräueltaten des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) blieb Traunstein weitgehend verschont. Am 25. und 26. Juli 1704 besetzten österreichische Truppen im Zuge des Spanischen Erbfolgekriegs Traunstein. Dabei veränderte ein verheerender Stadtbrand das mittelalterliche Stadtbild erheblich (s. u.). Trotz langjähriger österreichischer Besatzung gelang der Wiederaufbau. Die 1786/87 fertiggestellte neue Saline sicherte den Fortbestand der Salzproduktion in Traunstein.

In der Nacht vom 25. zum 26. April 1851 zerstörte abermals ein Großbrand nahezu die gesamte Stadt (s. u.).

Traunstein, Postkarte aus dem 19. Jahrhundert

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das städtebauliche Bild und Geschichte des bayerisch-katholischen Verwaltungsortes wurde wesentlich in den Jahren zwischen 1890 und 1914 geprägt, so dass die Stadt heute einen bedeutenden Bestand an Gründerzeit- und Jugendstilbauten aufweist. Im Jahr 1912 wurde die letzte Traunsteiner Saline in der Au aufgelassen.

Am 1. Januar 1914 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Au nach Traunstein eingemeindet, die Saline diente im Ersten Weltkrieg sowohl als Lager für mehr als 1000 Zivil- und Kriegsgefangene wie auch als Lazarett; Adolf Hitler war dort Anfang 1919 einige Wochen zur Bewachung der Gefangenen eingesetzt.[4] Nach dem Ersten Weltkrieg kam es aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1923 zu Hyperinflation und auch in Traunstein kursierte Notgeld mit Milliardenbeträgen.

Traunsteiner Notgeld von 1923

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Traunsteiner Bahnhofsgelände viermal Ziel amerikanischer Bombenangriffe: am 11. November 1944, am 21. Januar 1945, am 18. April 1945 und schließlich am 25. April 1945. Die schweren Bombenangriffe im April 1945 zerstörten das Bahnhofsviertel, mehr als 100 Menschen starben. Wenig später, am 2. Mai 1945, durchquerten jüdische KZ-Häftlinge auf einem Todesmarsch Traunstein. 61 von ihnen wurden tags darauf bei Surberg erschossen (eine Gedenkstätte dort erinnert an sie). Die kampflose Übergabe der Stadt erfolgte am 3. Mai 1945.

Mit den Kommunalwahlen im Januar 1946 begann die Demokratisierung, die an Strukturen vor 1933 anknüpfte. Vertriebene mussten versorgt und integriert werden. Von 1948 bis 1972 (wie schon zwischen 1876 und 1935) war Traunstein kreisfreie Stadt. Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde Traunstein am 1. Juli 1972 in den Landkreis Traunstein eingegliedert und erhielt den Status einer Großen Kreisstadt.

Das Stadtbild änderte sich durch den 1998 wiedererbauten Jacklturm, der dem Stadtbrand 1851 zum Opfer gefallen war.

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Zensus am 9. Mai 2011 wurden 18.635 Einwohner gezählt. Zum 1. September 2013 wurde die Stadt Traunstein als Oberzentrum eingestuft.

Stadtbrände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrer über 750-jährigen Geschichte wurde die Stadt Traunstein mindestens zweimal von Stadtbränden heimgesucht: 1704, als im Verlauf des spanischen Erbfolgekrieges ungarische Panduren die Stadt in Brand setzten, und 1851. Der vielen Traunsteinern als Schulwissen geläufige „erste Stadtbrand“ von 1371 hingegen ist bislang nicht bestätigt. Ob Traunstein tatsächlich schon vor 1400 ein Brandunglück erleiden musste, können allein archäologische Grabungen klären. Kürzlich erfolgte Grabungen auf dem Gebiet der ehemaligen Veste (Burg) bekräftigen die mündliche Überlieferung, jedoch sind abschließende Analysen der Grabungsfunde bislang noch ausständig. Schriftliche Quellen geben darüber keine Auskunft. Sie berichten lediglich von einem viel späteren Feuer im Jahr 1586, dem jedoch nicht die gesamte Stadt, sondern „nur“ zehn Häuser in der unteren Zwerchzeile (Hofgasse) zum Opfer fielen. Im Jahr darauf wurde erstmals eine Feuerordnung für das Stadtgebiet erlassen.

Der Stadtplatz von Traunstein vor dem letzten Stadtbrand 1851.

Dieses Relikt der frühen Neuzeit hatte nach wie vor Gültigkeit, als in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1851 Traunstein Opfer eines Brandes wurde, der das frühneuzeitliche Stadtbild nahezu vollständig zerstörte. Wie schon nach 1704 gelang es auch diesmal, Traunstein innerhalb weniger Jahre neu aufzubauen. Insgesamt 90 Häuser und 30 Ökonomiegebäude im Bereich der Innenstadt fielen den Flammen zum Opfer, unter ihnen das Rathaus, das Landgericht, das Hauptsalzamt und das Rentamt, die Kirche und sämtliche Tore und Türme (mit Ausnahme des oberen). Lediglich das heutige Heimathaus, „Zieglerwirtschaft und Brothausturm“, die Schaumburgerstraße und fünf Häuser der Stadtplatz-Nordseite gegenüber der Kirche blieben verschont. Das Feuer brach in einem Stadel neben dem im Bau befindlichen Pfarrhof am Maxplatz aus und nahm, begünstigt durch starken Wind, mit rasender Geschwindigkeit seinen Weg über die mit Holzschindeln gedeckten Dächer. Sämtliche Bemühungen der heimischen und auswärtigen Lösch- und Spritzenmannschaften waren vergebens, denn: „Wenn das Feuer einmal eine gewisse Grenze überschritten, keine menschliche Gewalt mehr im Stande ist, ihm Einhalt zu Thun.“.[5] Viele Bürger verloren alle ihre Habe und kamen nur mit dem nackten Leben davon.

Als Brandursache vermutete man zunächst einen Racheakt erzürnter Haslacher, hervorgerufen durch die gerade erfolgte Verlegung des Pfarrsitzes von ihrem Dorf nach Traunstein. Später gab es Gerüchte, die Fahrlässigkeit eines Dienstboten habe den Brand verursacht. Bewiesen werden konnte beides nicht.

An die 700 Bürger waren obdachlos, doch unverzüglich wurde der Stadt geholfen. König Maximilian besuchte schon am 27. April Traunstein und wies mehrere tausend Gulden aus seiner Kabinettskasse an. In vielen Städten gründeten sich Hilfskomitees, die Geld- und Sachspenden sammelten. Auch dank der raschen Auszahlung der Brandversicherungsgelder konnten die Bewohner bald mit dem Wiederaufbau beginnen. Der mittelalterliche Grundriss des Stadtplatzes blieb dabei weitgehend erhalten, jedoch erhielten die Häuser historisierende Fassaden, dem Zeitgeschmack entsprechend. Mit der Errichtung eines neuen Rathauses in den Jahren 1855 bis 1857 – auf den Grundmauern der Stallechnerschen Brandruine – war der Wiederaufbau nach nur sechs Jahren weitgehend abgeschlossen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1914 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Au eingegliedert. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern kamen am 1. Juli 1972 die bisherige Gemeinde Kammer und Teile der aufgelösten Gemeinde Hochberg (nördlicher Teil) hinzu,[6] Wolkersdorf und der größte Teil der aufgelösten Gemeinde Haslach folgten am 1. Mai 1978.[7]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Oswald-Kirche vom Stadtplatz aus
Innenraum der Kirche St. Oswald

Es gibt eine römisch-katholische Stadtkirche mit den Pfarreien: Traunstein Sankt Oswald, Haslach Mariä Verkündigung, Traunstein Heilig Kreuz und Kammer Johannes der Täufer.

Neben den Pfarrkirchen St. Oswald, Heilig-Kreuz, Haslach und Kammer, in denen regelmäßig Gottesdienste stattfinden, gehören zur Stadtkirche Traunstein einige Nebenkirchen / Filialkirchen, die zu besonderen Anlässen benutzt werden:

  • Die Salinenkapelle (Aukirche) wird in den Sommermonaten regelmäßig für Gottesdienste, Hochzeiten und Andachten benutzt.
  • In St. Georg und Katharina im Stadtpark findet neben röm.-kath. Gottesdiensten, Andachten und Vespern regelmäßig ein Gottesdienst der griechisch-katholischen Gemeinde statt. Während der Sommermonate steht das Portal der ehem. Friedhofskirche (bis 1908) jeden Samstagnachmittag offen.
  • Das „Ettendorfer Kircherl“ steht auf einem kleinen Hügel nordöstlich der Stadt über dem Trauntal; es liegt als Filialkirche der Stadtpfarrei St. Oswald Traunstein auf dem Gebiet der Gemeinde Surberg. Viele Jahrhunderte war Ettendorf bekannter Wallfahrtsort. Traditionell ist die Kirche am Ostermontag Zielort des „Traunsteiner Georgiritts“ (s. u.). In den Sommermonaten finden im Kircherl von Zeit zu Zeit auch Gottesdienste statt, als Hochzeitskirche ist es sehr gefragt; der Verein Orgelfreunde St. Oswald Traunstein e. V. veranstaltet dort die Konzertreihe „Musik im Kircherl“.
  • Auf der Anhöhe östlich der Stadt und der ehem. Salinengemeinde Au erhebt sich neben dem Institut der Englischen Fräulein Sparz – die Schule wurde vom Orden mittlerweile in kirchliche Trägerschaft übergeben – die Kirche „St. Josef“ Sparz, das sogenannte Sparzer Kircherl.
  • Die Klosterkirche des ehemaligen Kapuzinerklosters Traunstein, seit einigen Jahrzehnten im Eigentum der Stadt, dient in der Trägerschaft der Kulturfördergemeinschaft ARTS als „Kunstraum Klosterkirche“ für Konzerte und Kunstausstellungen.

Weiterhin gibt es eine größere evangelisch-lutherische Gemeinde (Auferstehungskirche in der Crailsheimstraße), eine bekannte evangelische Freikirche (Mennoniten) sowie seit 2012 eine Freie evangelische Gemeinde.

Daneben existieren noch andere Religionsgemeinschaften, so die Zeugen Jehovas und die Neuapostolische Kirche.

Georgiritt, Traunstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Georgi-Ritt in Traunstein, mit über 400 Pferden eine der größten Pferdewallfahrten in Bayern, findet seit 1892 alljährlich am Ostermontag statt.[8]

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die am 9. Dezember 1869 gegründete Sektion Traunstein des Deutschen Alpenvereins ist mit knapp 6800 Mitgliedern der größte Sportverein in Traunstein. Sie besitzt zwei Hütten (die Neue Traunsteiner Hütte auf der Reiteralpe und die Traunsteiner Skihütte auf der Winkelmoosalm) und betreibt ein DAV-Kletterzentrum.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen am 2. März 2008 und 16. März 2014 ergaben folgende Sitzverteilungen:[9]

Partei / Liste CSU SPD GRÜNE Unabhängige
Wähler
Traunsteiner
Liste
Gesamt
Sitze 2008 8 5 2 7 2 24
Sitze 2014 8 5 4 5 2 24

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der seit 1990 amtierende Oberbürgermeister Fritz Stahl (SPD) trat zu den Kommunalwahlen 2008 altersbedingt nicht mehr an. Der neu gewählte Oberbürgermeister von Traunstein, Wilfried Arsan (Unabhängige Wähler – UW), wurde am 7. April 2008 tot aufgefunden.[10] Die staatliche Kommunalaufsicht hatte daher auf Vorschlag der Stadt für die Zeit vom 1. Mai 2008 bis zur konstituierenden Stadtratssitzung am 8. Mai den bisherigen 2. Bürgermeister Hans Zillner als Beauftragten für unaufschiebbare Amtsgeschäfte bestellt. Zillner wurde in der Sitzung vom Stadtrat erneut als 2. Bürgermeister gewählt; er leitete die Amtsgeschäfte bis zur Wahl eines neuen Oberbürgermeisters durch die Bevölkerung am 13. Juli 2008. Hier wurde abermals der Kandidat der Unabhängigen Wähler, Manfred Kösterke, mit 54,66 % der Stimmen zum neuen OB gewählt.[11]

Bei den Kommunalwahlen 2014 traten insgesamt fünf Bewerber an; in der Stichwahl gewann der Bewerber der SPD, Christian Kegel, mit 50,76 % und löste Manfred Kösterke (49,24 %) ab.

Stadtwappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Stadtwappen existiert seit Jahrhunderten in der jetzigen Form (Drei Hügel und zwei Lilien). Im Mittelalter sah das Wappen jedoch anders aus: Über drei Toren befanden sich zwei Hellebarden. Daraus lässt sich schließen, dass die Niederlassung ursprünglich vor allem als eine befestigte Anlage und unter militärischen Gesichtspunkten geplant und errichtet wurde. Reste der ehemaligen Stadtbefestigung zeugen heute noch davon.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein hat vier Partnerstädte:

Es finden immer wieder Schüleraustausch und gegenseitige Besuche zwischen Traunstein und seinen Partnerstädten statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultureinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • das Heimatmuseum (Am Stadtplatz 2/3)
  • die Städtische Galerie (Ludwigstraße 12; Zeichnungen, Buchillustrationen, Holzschnitte usw.)
  • das Städtische Kulturzentrum im Stadtpark

Regelmäßige Kulturveranstaltungen sind unter anderem

  • die Sinfonischen Konzerte Traunstein
  • die Traunsteiner Sommerkonzerte
  • der Musiksommer zwischen Inn und Salzach
  • der Chiemgauer Musikfrühling
  • das Traunsteiner Lindl-Singen und -Musizieren
  • die Traunsteiner Musikkulturnächte (je einmal im Frühjahr und im Herbst)

Regelmäßige Konzerte und Theatervorstellungen finden auch in Nuts – die Kulturfabrik statt. Ein Kulturträger ist das Trompe-Bläserensemble Die Bayerischen Jungwölfe

Von 1996 bis 2013 bestand am Ort das Katzenmuseum Traunstein, eine private Sammlung von Katzen-Figuren.[12]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der „Traunstein“
  • Reste der Stadtbefestigung (Brothausturm, Löwentor, Teile der Stadtmauer)
  • Ehemalige Wohn- und Sudhäuser der Salinenanlage
  • die Salinenkapelle St. Rupertus im Stadtteil Au (bedeutende frühbarocke Fresken)
  • der „Traunstein“, ein großer, halb im Fluss liegender Sturzblock aus mindeleiszeitlicher Nagelfluh[13]
  • der Lindl-Brunnen mit dem Wappner (auf dem Stadtplatz)
  • der Jacklturm (neu erbaut 1998, nachdem er dem Stadtbrand 1851 zum Opfer gefallen war)
  • die Pfarrkirche St. Oswald (barocke Gemälde, alte Fresken)
  • die evangelische Auferstehungskirche (neugotisch)
  • der Hochberg, einer der schönsten Aussichtspunkte des Chiemgaus
  • die Kapelleneiche bei Abstreit mit einem BHU von 6,55 m (2015).[14]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtplatz Traunstein mit Jacklturm
Stadtplatz im Winter

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Kreis Traunstein Platz 98 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten „mit Zukunftschancen“.[15]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein hat traditionell einen Ruf als Einkaufsstadt. Neben zahlreichen Boutiquen und traditionsreichen kleineren Geschäften im Stadtkern existiert das Gewerbegebiet Haslach, wo sich hauptsächlich überregionale Handelsketten angesiedelt haben. Auf dem Gelände der abgerissenen Prinz-Eugen-Kaserne liegt der Gewerbepark Kaserne.

Das Hofbräuhaus Traunstein ist mit einem Ausstoß von rund 100.000 hl Bier und Limonade die größte Brauerei Traunsteins. Weitere Brauereien sind die Privatbrauerei Schnitzlbaumer und der Wochinger-Bräu. Die Privatbrauerei Schnitzelbaumer ist die älteste Brauerei der Stadt. Die Brauerei Wochinger ist mit einem Jahresausstoß von rund 8.000 hl die kleinste Brauerei des Ortes. Die Brauereien Kiesel und Weissbräu haben ihre Produktion eingestellt.

Überregional bedeutende Betriebe sind die Gesellschaft für Wolfram Industrie mbH, die mit mehr als 50 Mitarbeitern Hochleistungsmaterialien aus Wolfram und Molybdän für den Extremeinsatz herstellt, die Leimer KG als deutscher Marktführer für Paniermehl mit über 90 Mitarbeitern, und auf dem Feld der Orthopädietechnik die stark expandierende Pohlig GmbH mit gegenwärtig (2014) rund 300 Mitarbeitern allein im Stammsitz Traunstein.

Die Bayerische Vermögen AG (1998–2013: Neue Vermögen AG) ist mit einem verwalteten Vermögen von 1,2 Milliarden Euro einer der führenden bankenunabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland.

Die österreichische Firma Swietelsky Baugesellschaft m.b.H. hat seit 1962 eine Niederlassung in Traunstein.[16]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Traunsteiner Lokalzeitung heißt Traunsteiner Tagblatt (früher: Traunsteiner Wochenblatt). Außerdem befand sich in Traunstein Radio Chiemgau, das von dort aus in den ganzen Chiemgau sendete, es wurde zum 1. Januar 2009 mit Untersberg live zum Radiosender Bayernwelle SüdOst mit Sitz in Freilassing fusioniert, der heute die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein einschließlich angrenzender Gebiete abdeckt.

Bildungseinrichtungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergärten: Städtischer Kindergarten; St. Oswald-Kindergarten (katholisch); Hl.-Kreuz-Kindergarten (katholisch); Kindergarten St. Josef (im Kinderheim); Pfarrkindergarten Haslach; Waldkindergarten
  • Grund- und Hauptschulen: Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule; Ludwig-Thoma-Grundschule; Grundschule Haslach
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum in den Bereichen Lernen, Sprache und sozial-emotionale Entwicklung
  • Realschulen:
    • Maria-Ward-Mädchenrealschule Sparz (katholisch, Trägerschaft: Erzbistum München und Freising, früherer Schulträger: Englische Fräulein)
    • Reiffenstuel-Realschule;
    • Private Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer
  • Gymnasien: Annette-Kolb-Gymnasium, Chiemgau-Gymnasium
  • Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule
  • Kaufmännische, gewerbliche und hauswirtschaftliche Berufsschulen
  • Volkshochschule mit umfangreichem Programm
  • Montessori-Schule
  • Städtische Bibliothek
  • Städtische Musikschule
  • Handwerkskammer für München und Oberbayern – Bildungszentrum Traunstein
  • Katholisches Studienseminar St. Michael – Internat des Erzbistums München und Freising

Justiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Landgerichts.

Das Amtsgericht Traunstein verfügt neben der Straf- und Zivilgericht über ein Registergericht, ein Nachlassgericht, ein Familiengericht, ein Vollstreckungsgericht sowie ein Vormundschaftsgericht.

Das Landgericht Traunstein ist zuständig für die Landkreise Traunstein, Rosenheim, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf am Inn sowie die Kreisfreie Stadt Rosenheim. Ihm unterstehen die Amtsgerichte in Altötting, Laufen, Mühldorf am Inn, Rosenheim und Traunstein.

Fernmeldeturm Traunstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fernmeldeturm Traunstein (47° 51′ 32″ N, 12° 36′ 44″ O) beim Stadtteil Einham ist ein 35 Meter hoher Stahlbetonturm der Deutschen Telekom AG in Fertigbetonbauweise, der neben dem Richtfunk und dem Mobilfunk auch zur Verbreitung der folgenden Radioprogramme im UKW-Bereich dient:

Programm Frequenz Sendeleistung (ERP) RDS PS
Deutschlandradio Kultur 88,3 MHz 0,1 kW DKULTUR
Bayernwelle SüdOst 99,4 MHz 0,3 kW BAYWELLE
Antenne Bayern 103,7 MHz 5 kW ANTENNE

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein ist ein Verkehrsknotenpunkt im östlichen Oberbayern.

Südlich von Traunstein besteht Anschluss an die Bundesautobahn 8 (E 52) von München nach Salzburg. In Traunstein zweigt die Bundesstraße 306 nach Inzell von der Bundesstraße 304 (Dachau-Freilassing) ab. Weitere überregionale Verbindungen führen unter anderem an den Chiemsee und den Waginger See.

Seit dem 7. Dezember 2012 ist mit der symbolischen Verkehrsfreigabe des „Ettendorfer Tunnels“ die sogenannte Nordostumgehung eingeweiht worden, wodurch die B304 nun an Traunstein vorbeiführt und nicht mehr durch die Innenstadt verläuft. Die neue, rund 4,5 Kilometer lange Nordostumgehung verbindet die Kreuzung der beiden Bundesstraßen B304/B306 direkt mit dem Stadtnorden.[17][18][19]

Der Bahnhof Traunstein liegt an der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg und ist Haltestelle von InterCity-Zügen. Eine Anbindung Traunsteins an die S-Bahn Salzburg wird in Betracht gezogen. Zudem beginnen hier die Nebenstrecken nach Waging, Mühldorf am Inn (die Traun-Alz-Bahn) und Ruhpolding.

Internationale Flughäfen befinden sich in München (Flughafen Franz Josef Strauß, MUC, Entfernung circa 120 km) oder Salzburg (Salzburg Airport W. A. Mozart, SZG, Entfernung circa 35 km). 21 km nördlich von Traunstein und 2 km nordöstlich von Kienberg befindet sich der Flugplatz Schönberg der Fliegergruppe Traunstein e.V. Er ist als Sonderlandeplatz eingestuft und wird überwiegend für den Luftsport mit Motorflugzeugen, Segelflugzeugen und Ultraleicht-Flugzeugen genutzt.

Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein ist Sitz des kommunalen Klinikverbundes Kliniken Südostbayern und dessen zentralen Klinikums Traunstein.

Ehemalige Garnison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein erhielt 1935 bei der Aufrüstung der Wehrmacht mit dem Neubau einer Kaserne erstmals eine Garnison. Dort wurde vor dem Zweiten Weltkrieg ein Teil des Infanterie-Regiments 61 stationiert. Die Bundeswehr nutzte von 1956 bis 1997 die Prinz-Eugen-Kaserne, die mittlerweile abgerissen wurde. Lange war Traunstein Standort des Gebirgsflugabwehrregiments 8.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Kasenbacher: Traunstein. Chronik einer Stadt in Wort und Bild, Grabenstätt 1986
  • Götz von Dobeneck: Der Jacklturm, in: Festschrift „10 Jahre Förderverein Alt-Traunstein 1983–1993“, Traunstein 1993, S. 41–61
  • Friedbert Mühldorfer: Widerstand und Verfolgung in Traunstein 1933–1945, Ingolstadt 1992
  • Rainhard Riepertinger: Die Saline Traunstein, in: Salz Macht Geschichte (Aufsätze), Augsburg 1995, S. 103–110
  • Heinrich Letzing: Der Gasthof „Sternbräu“ und das Hofbräuhaus Traunstein: zwei Brauereien unterschiedlicher Tradition in einer Hand, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für den Chiemgau zu Traunstein 9 (1997), S. 57–90
  • Gerd Evers: Traunstein 1918–1945, Ein Beitrag zur Geschichte der Stadt und des Landkreises Traunstein, Grabenstätt 1991
  • Gerd Evers: Befreiung Besatzung Erneuerung, Kreis und Stadt Traunstein 1945–1949, Ising 1996
  • Gerd Evers: Ich habe doch nichts als meine Pflicht getan, Ising 2008
  • Johann Josef Wagner: Topographische Geschichte der Stadt Traunstein. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 19, München 1858–1860, S. 167–246 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Traunstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Traunstein – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Traunstein, GKSt. Abgerufen am 25. Juni 2018.
  3. siehe Daten der Gesellschaft für Leprakunde über Leprosorien in Bayern, abgerufen 15. Oktober 2016
  4. Adolf Hitler: Aufriß über meine Person, 1. Fortsetzung In: Der Spiegel, 9. April 1973.
  5. Anton Miller, einer der geistigen Väter der 1859 als Reaktion auf den Stadtbrand ins Leben gerufenen Freiwilligen Feuerwehr Traunstein
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 602.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 593.
  8. Fotografien von 2002 aus dem Zyklus Heimat von Andreas Bohnenstengel
  9. Das Wahlergebnis 2008. Abgerufen im April 2014. und Stadt Traunstein: Vorl_Ergbnis_Stadtratswahl_2014.pdf, abgerufen am 10. Juli 2014
  10. Regionales. In: Die Welt. 8. April 2008, abgerufen am 25. Juni 2018.
  11. Oberbürgermeisterneuwahl 2008. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 25. Juni 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.traunstein.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  12. Skurrile Museen in Bayer: Katzenmuseum, Traunstein. In: Süddeutsche Zeitung vom 13. Februar 2012
  13. Bayerisches Geologisches Landesamt
  14. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017
  15. Zukunftsatlas 2016. (Memento vom 2. Oktober 2017 im Internet Archive)
  16. swietelsky.at: Geschichte
  17. rfo.de („Regionalfernsehen Oberbayern“) − „Symbolische Streckenfreigabe der Traunsteiner Ortsumfahrung“ (abgerufen am 9. Dezember 2012, 13:08 Uhr)
  18. br.de („Bayerischer Rundfunk“) – „Ettendorfer Tunnel − Eröffnung der Traunsteiner Umfahrung“ (Memento vom 10. Dezember 2012 im Internet Archive) (abgerufen am 9. Dezember 2012 – 13:11 Uhr).
  19. chiemgau24.de − „Ortsumfahrung Traunstein im Ettendorfer-Tunnel feierlich eingeweiht“ (abgerufen am 9. Dezember 2012, 13:13 Uhr)