Traunstein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Traunstein
Traunstein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Traunstein hervorgehoben
Koordinaten: 47° 52′ N, 12° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Traunstein
Höhe: 591 m ü. NHN
Fläche: 48,55 km2
Einwohner: 20.172 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 415 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83278
Vorwahl: 0861
Kfz-Kennzeichen: TS, LF
Gemeindeschlüssel: 09 1 89 155
Stadtgliederung: 63 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadtplatz 39
83278 Traunstein
Webpräsenz: www.traunstein.de
Oberbürgermeister: Christian Kegel (SPD)
Lage der Stadt Traunstein im Landkreis Traunstein
ChiemseeLandkreis Berchtesgadener LandLandkreis RosenheimLandkreis AltöttingLandkreis Mühldorf am InnWaginger SeeWonnebergWaging am SeeVachendorfUnterwössenÜbersee (Chiemgau)TrostbergTraunsteinTraunreutTittmoningTaching am SeeTachertingSurbergStaudach-EgerndachSiegsdorfSeeon-SeebruckSchnaitseeSchlechingRuhpoldingReit im WinklPittenhartPetting (Gemeinde)PallingObingNußdorf (Chiemgau)MarquartsteinKirchanschöringKienberg (Oberbayern)InzellGrassauGrabenstättFridolfingEngelsbergChiemingBergen (Chiemgau)Altenmarkt an der AlzÖsterreichÖsterreichÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Traunstein von Nordosten

Traunstein ist eine Große Kreisstadt und Oberzentrum an der Traun mit über 20.000 Einwohnern. Die Stadt ist Hauptort des Chiemgaus und Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

Traunstein ist als Behördenstadt mit dem Landgericht Traunstein für die Landkreise Traunstein, Rosenheim, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf zuständig. Sie bildet außerdem mit 25 Schulen und über 10.600 Schülern[2] einen wichtigen Bildungsstandort in Südostbayern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein, der Hauptort des Chiemgaus, liegt etwa zehn Kilometer östlich des Chiemsees und 15 km nördlich der Chiemgauer Alpen. Die Stadt wird in ihren östlichen Teilen vom Fluss Traun durchflossen. Im Südosten liegt der Ortsteil Hochberg, der zugleich der Traunsteiner Hausberg ist. Südlich von Traunstein unterhalb des Hochbergs an der Traun liegt das 1978 eingemeindete Pfarrdorf Haslach. Im Norden liegt, durch den Stadtwald und den früheren Standortübungsplatz Kammer getrennt, das 1972 eingemeindete Pfarrdorf Kammer mit dem Ort Rettenbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Traunstein gehören 63 Stadtteile:[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1914 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Au eingegliedert. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern kamen am 1. Juli 1972 die bisherige Gemeinde Kammer und Teile der aufgelösten Gemeinde Hochberg (nördlicher Teil) hinzu,[4] Wolkersdorf und der größte Teil der aufgelösten Gemeinde Haslach folgten am 1. Mai 1978.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwar nennen kirchliche Güterverzeichnisse schon um 790 Besitzungen ad Trun, und auch mittelalterliche Wehranlagen (Burgställe) sind ab dem 10. Jahrhundert in der näheren Umgebung nachweisbar (Burg Traunstein, Burgstall Traunstein, Burgstall Hochberg und Burgstall Lenzisburg). Trauwenstain selbst aber wird erstmals 1245 in einer Schrift des Klosters Baumburg erwähnt. Der Name bedeutet Burg an der Traun, und mit einiger Wahrscheinlichkeit befand sich hier der Sitz der Herren de Truna, umgeben von einer kleinen Ansiedlung. Erst die Wittelsbacher bauten diese planmäßig aus, befestigten sie und kontrollierten so den Traunübergang der wichtigen Salzstraße von Reichenhall nach München an der Grenze zum Erzstift Salzburg.

Im Jahr 1120 ließen sich die Edlen ‚von Truna‘, Ministerialen der Grafen von Kraiburg-Ortenburg, im heutigen Stadtgebiet nieder, wohl wegen der strategisch günstigen Lage: Sie erbauten nahe an der Handelsstraße die Burg am Rand des Stadtplateaus, das zum großen Teil vom Fluss umgeben wird. Die Herren „de Truna“ werden zum letzten Mal in Quellen aus dem Jahr 1242 genannt.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Traunstein im Jahr 1245. Im ersten Vertrag von Erharting (1254) verzichtete der Salzburger Erzbischof auf den Erwerb der Grafschaften und Gerichte im Chiemgau. Der Chiemgau mit Traunstein fiel an die Wittelsbacher, die in dem Ort einen wichtigen strategischen und wirtschaftlichen Knotenpunkt direkt an der Grenze zum Erzstift Salzburg sahen. Traunstein lag ideal auf einer Anhöhe direkt an der Traun und damit an der Handelsroute von Reichenhall nach München. Von hier aus ließ sich der gesamte Warenverkehr über die Traun kontrollieren. Die Wittelsbacher ließen Traunstein daher befestigen und ausbauen. Sie gaben ihr Handels, - und Zollprivilegien bis Traunstein schließlich im Jahre 1300 erstmals als Stadt bezeichnet wurde. Die neue Rolle als "Wächter der Salzstraße" brachte Traunstein schon früh großen Wohlstand. Das Salz aus Bad Reichenhall wurde hier gelagert und umgeschlagen um es weiter nach München oder Wasserburg zu transportieren. Den Händlern war es verboten, Umschlagplätze wie Traunstein zu umfahren und so verdiente die Stadt bei jeder Lieferung über die Traun mit. Bereits 1493 waren die Straßen und Gassen gepflastert. Ab 1431 verfügte Traunstein über ein „Leprosenhaus“ (Leprosorium), dessen Standort jedoch unklar ist.[6] 1526 wurde der Lindlbrunnen mit Rossschwemme als Endpunkt der städtischen Wasserversorgung errichtet.

Traunstein in einer der insgesamt 102 Ansichten von Städten, Märkten, Burgen und Schlössern, die das Gewölbe des Antiquariums der Münchner Residenz zieren.

1587 verstaatlichte Herzog Wilhelm schließlich die Salzproduktion, wodurch Traunstein für die reichen Salzsender plötzlich unrentabel wurde. Sie verließen daraufhin die Stadt die bis dahin wirtschaftlich stark vom Salzhandel abhängig war. Aufgrund der guten Verkehrsanbindung und dem Ruf als Handwerker - und Marktzentrum, überstand Traunstein diesen Umbruch aber weitestgehend unbeschadet. 1613 wurde in Bad Reichenhall eine weitere Solequelle entdeckt welche von der Stadt aufgrund von Rohstoffmängeln aber nicht erschlossen werden konnte. Herzog Maximilian beschloss daher 1616 die Sole über ein Rohrsystem ins rohstoffreiche Traunstein zu pumpen. Sieben Pumpstationen und 31 km Rohre aus mehr als 8000 Deichseln waren für den Bau notwendig. Möglich machte diese technische Meisterleistung die von Hanns Reiffenstuel und seinem Sohn Simon entwickelte Reiffenstuelpumpe. In Traunstein errichtete man während dessen ein neues Stadtviertel in der Au bestehend aus einer Saline, Sudstätten, Härtehäusern und Arbeiterwohnungen für den neu gewonnenen Wirtschaftszweig. Nach drei Jahren Bauzeit wurde die Saline 1619 in Betrieb genommen.

Von den Gräueltaten des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) blieb Traunstein zwar weitgehend verschont, nicht aber von der darauf folgenden Pest an der zwischen 1631 und 1635 knapp ein Zehntel der Bevölkerung verstarb. Am 25. und 26. Juli 1704 besetzten österreichische Truppen im Zuge des Spanischen Erbfolgekriegs Traunstein. Dabei veränderte ein verheerender Stadtbrand das mittelalterliche Stadtbild erheblich (s. u.), dass aber trotz langjähriger österreichischer Besatzung wieder aufgebaut werden konnte.

1782 beauftragte Kurfürst Karl Theodor die Sanierung der Saline in Traunstein. Dies hatte unter anderen den Neubau des kreuzförmigen Sudhauses 1787 zur Folge. Die jährliche Salzproduktion und die Effizienz der Herstellung stieg daraufhin rapide an. Die Fertigstellung der neuen Saline sicherte den Fortbestand der Salzproduktion in Traunstein für weitere 100 Jahre.

1808 verlor Traunstein in Folge der ersten bayerischen Verfassung nahezu alle Rechte. Trotzdem blieb die Stadt Verwaltungs - und Handelszentrale des Chiemgaus die vor allem mit Bayerns drittgrößtem Getreidemarkt überregionale Bedeutung besaß. In der Nacht vom 25. zum 26. April 1851 zerstörte abermals ein Großbrand nahezu die gesamte Stadt (s. u.).

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Luftbildfotografie aus dem Protokollbuch der Traunsteiner akademischen Studiengenossenschaft, zum Jahr 1920, handschriftlich untertitelt „Traunstein aus dem Flugzeug. Aufnahme v. (Graf = gestrichen) Czermak, Ising
Traunstein, Chromolithographie; um 1900, Photochrom Zürich (P.Z)

Das städtebauliche Bild und Geschichte des bayerisch-katholischen Verwaltungsortes wurde wesentlich in den Jahren zwischen 1890 und 1914 geprägt, so dass die Stadt heute einen bedeutenden Bestand an Gründerzeit- und Jugendstilbauten aufweist. Im Jahr 1912 wurde die letzte Traunsteiner Saline in der Au aufgelassen.

Am 1. Januar 1914 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Au nach Traunstein eingemeindet, die Saline diente im Ersten Weltkrieg sowohl als Lager für mehr als 1000 Zivil- und Kriegsgefangene wie auch als Lazarett; Adolf Hitler war dort Anfang 1919 einige Wochen zur Bewachung der Gefangenen eingesetzt.[7] Nach dem Ersten Weltkrieg kam es aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1923 zu Hyperinflation und auch in Traunstein kursierte Notgeld mit Milliardenbeträgen.

Traunsteiner Notgeld von 1923

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Traunsteiner Bahnhofsgelände viermal Ziel amerikanischer Bombenangriffe: am 11. November 1944, am 21. Januar 1945, am 18. April 1945 und schließlich am 25. April 1945. Die schweren Bombenangriffe im April 1945 zerstörten das Bahnhofsviertel, mehr als 100 Menschen starben. Wenig später, am 2. Mai 1945, durchquerten jüdische KZ-Häftlinge auf einem Todesmarsch Traunstein. 61 von ihnen wurden tags darauf bei Surberg erschossen (eine Gedenkstätte dort erinnert an sie). Die kampflose Übergabe der Stadt erfolgte am 3. Mai 1945.

Mit den Kommunalwahlen im Januar 1946 begann die Demokratisierung, die an Strukturen vor 1933 anknüpfte. Vertriebene mussten versorgt und integriert werden. Von 1948 bis 1972 (wie schon zwischen 1876 und 1935) war Traunstein kreisfreie Stadt. Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde Traunstein am 1. Juli 1972 in den Landkreis Traunstein eingegliedert und erhielt den Status einer Großen Kreisstadt.

Das Stadtbild änderte sich 1998 durch den Wiederaufbau des Jacklturms, der dem Stadtbrand 1851 zum Opfer gefallen war.

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2012 feiert Traunstein die Fertigstellung der von Dr. Peter Ramsauer als "Jahrhundertbauwerk" bezeichneten Nordumfahrung B304. Das 4,5 km lange Projekt nahm über 40 Jahre und Kosten von 77 Millionen € in Anspruch. Für die Umfahrung war der Bau einer 385 Meter langen Talbrücke über die Traun und des 725 Meter lange Ettendorfer Tunnels notwendig. Sie dient nun der Entlastung der Innenstadt die täglich von ca. 26.000 Fahrzeugen durchfahren wurde.[8]

Zum 1. September 2013 wurde die Stadt Traunstein von der Landesplanung zum Oberzentrum eingestuft. Damit ist Traunstein nun als Behörden - und Bildungszentrum für die umliegenden Mittel- und Unterzentren zuständig. Der Einflussbereich umfasst die Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting, Mühldorf und Teile von Rosenheim.

2017 überschritt die Stadt erstmals die Grenze von 20.000 Einwohnern und wurde damit von der Klein- zur Mittelstadt.

Stadtbrände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrer über 750-jährigen Geschichte wurde die Stadt Traunstein mindestens zweimal von Stadtbränden heimgesucht: 1704, als im Verlauf des spanischen Erbfolgekrieges ungarische Panduren die Stadt in Brand setzten, und 1851. Der vielen Traunsteinern geläufige „erste Stadtbrand“ von 1371 hingegen ist bislang nicht bestätigt. Ob Traunstein tatsächlich schon vor 1400 ein Brandunglück erlitt, können allein archäologische Grabungen klären. Kürzlich erfolgte Grabungen auf dem Gebiet der ehemaligen Veste (Burg) bekräftigen die mündliche Überlieferung, jedoch sind abschließende Analysen der Grabungsfunde bislangnoch ausständig. Schriftliche Quellen über diesen Brand gibt es nicht, lediglich Berichte von einem viel späteren Feuer im Jahr 1586, dem jedoch nicht die gesamte Stadt, sondern „nur“ zehn Häuser in der unteren Zwerchzeile (Hofgasse) zum Opfer fielen. Im Jahr darauf wurde erstmals eine Feuerordnung für das Stadtgebiet erlassen.

Der Stadtplatz von Traunstein vor dem letzten Stadtbrand 1851.

Dieses Relikt der frühen Neuzeit hatte nach wie vor Gültigkeit, als in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1851 Traunstein Opfer eines Brandes wurde, der das frühneuzeitliche Stadtbild nahezu vollständig zerstörte. Wie schon nach 1704 gelang es auch diesmal, Traunstein innerhalb weniger Jahre neu aufzubauen. Insgesamt 90 Häuser und 30 Ökonomiegebäude im Bereich der Innenstadt fielen den Flammen zum Opfer, unter ihnen das Rathaus, das Landgericht, das Hauptsalzamt und das Rentamt, die Kirche und sämtliche Tore und Türme (mit Ausnahme des oberen). Lediglich das heutige Heimathaus, „Zieglerwirtschaft und Brothausturm“, die Schaumburgerstraße und fünf Häuser der Stadtplatz-Nordseite gegenüber der Kirche blieben verschont. Das Feuer brach in einem Stadel neben dem im Bau befindlichen Pfarrhof am Maxplatz aus und nahm, begünstigt durch starken Wind, mit rasender Geschwindigkeit seinen Weg über die mit Holzschindeln gedeckten Dächer. Sämtliche Bemühungen der heimischen und auswärtigen Lösch- und Spritzenmannschaften waren vergebens, denn: „Wenn das Feuer einmal eine gewisse Grenze überschritten, keine menschliche Gewalt mehr im Stande ist, ihm Einhalt zu Thun.“.[9] Viele Bürger verloren alle ihre Habe.

Als Brandursache vermutete man zunächst einen Racheakt erzürnter Haslacher, hervorgerufen durch die gerade erfolgte Verlegung des Pfarrsitzes von ihrem Dorf nach Traunstein. Später gab es Gerüchte, die Fahrlässigkeit eines Dienstboten habe den Brand verursacht. Beide Annahmen sind unbewiesen.

An die 700 Bürger waren obdachlos, doch unverzüglich wurde der Stadt geholfen. König Maximilian besuchte schon am 27. April Traunstein und wies mehrere tausend Gulden aus seiner Kabinettskasse an. In vielen Städten gründeten sich Hilfskomitees, die Geld- und Sachspenden sammelten. Auch dank der raschen Auszahlung der Brandversicherungsgelder konnten die Bewohner bald mit dem Wiederaufbau beginnen. Der mittelalterliche Grundriss des Stadtplatzes blieb dabei weitgehend erhalten, jedoch erhielten die Häuser historisierende Fassaden, dem Zeitgeschmack entsprechend. Mit der Errichtung eines neuen Rathauses in den Jahren 1855 bis 1857 – auf den Grundmauern der Stallechnerschen Brandruine – war der Wiederaufbau nach nur sechs Jahren weitgehend abgeschlossen.

Heutiges Stadtbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Architektur der Stadt Traunstein wurde durch Stadtbrände und Kriege stark geprägt und brachte so eine Mischung verschiedener Epochen mit sich. So findet man rund um den Stadtplatz noch wenige Bauten aus dem Spätmittelalter. Ein Großteil der Gebäude der oberen Altstadt mussten nach Stadtbränden allerdings neu errichtet werden und stammen daher meist aus dem 19. Jahrhundert. Die untere Altstadt entstand im 17. Jahrhundert rund um die Saline. Zwar ist das Sudhaus selbst heute nicht mehr erhalten, zahlreiche Arbeiterhäuser befinden sich aber heute noch in einem guten Zustand. Eine weitere wichtige Epoche ist die Zeit zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert. Hier wuchs Traunstein in kurzer Zeit stark an und verdreifachte damit fast seine Einwohnerzahl. Die Stadt erreichte dieses Wachstum durch eine gezielte Anwerbung wohlhabender Pensionisten, um Traunstein zur Kurstadt zu machen[10]. Das Ergebnis sind nun zahlreiche Vorstadtvillen unterschiedlichste Baustile die bis heute das Traunsteiner Stadtbild prägen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr: 1840 1925 1950 2010 2018
Einwohner: 3.931 10.178 18.003 18.707 21.523

Die Einwohnerentwicklung Traunsteins wurde über die Jahre von unterschiedlichsten Wachstumsraten geprägt. Während sich die Bevölkerung von 1840 bis 1950 mehr als vervierfachte, begann danach eine über 50 Jahre andauernde Stagnation im Bereich um 18.000 Einwohner.[2] Seit 2014 erlebt Traunstein wieder einen Wachstumsschub, der die Stadt 2017 erstmals über die 20.000-Einwohner-Grenze anhob und sie zur Mittelstadt machte. Die Prognosen gehen auch in den kommenden Jahren von einem anhaltend starken Wachstum aus. Die durchschnittliche Kaltmiete in Traunstein stieg 2018 auf ca. 10 €/qm[11] und ist damit die höchste in der gesamten Region.

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein verzeichnet im Jahr 2018 einen Ausländeranteil von 12,61 % und eine Arbeitslosenquote von 2,7 %.[12] 2011 waren 61,3 % der Bevölkerung römisch-katholisch und 13,7 % evangelisch.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
34,49 %
20,68 %
19,17 %
16,61 %
9,05 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+0,19 %p
-0,42 %p
-8,43 %p
+6,81 %p
+1,85 %p

Die Kommunalwahlen am 2. März 2008 und 16. März 2014 ergaben folgende Sitzverteilungen:[13]

Partei / Liste CSU SPD GRÜNE Unabhängige
Wähler
Traunsteiner
Liste
Gesamt
Sitze 2008 8 5 2 7 2 24
Sitze 2014 8 5 4 5 2 24

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der seit 1990 amtierende Oberbürgermeister Fritz Stahl (SPD) trat zu den Kommunalwahlen 2008 altersbedingt nicht mehr an. Der neu gewählte Oberbürgermeister von Traunstein, Wilfried Arsan (Unabhängige Wähler – UW), wurde am 7. April 2008 tot aufgefunden.[14] Die staatliche Kommunalaufsicht hatte daher auf Vorschlag der Stadt für die Zeit vom 1. Mai 2008 bis zur konstituierenden Stadtratssitzung am 8. Mai den bisherigen 2. Bürgermeister Hans Zillner als Beauftragten für unaufschiebbare Amtsgeschäfte bestellt. Zillner wurde in der Sitzung vom Stadtrat erneut als 2. Bürgermeister gewählt; er leitete die Amtsgeschäfte bis zur Wahl eines neuen Oberbürgermeisters durch die Bevölkerung am 13. Juli 2008. Hier wurde abermals der Kandidat der Unabhängigen Wähler, Manfred Kösterke, mit 54,66 % der Stimmen zum neuen OB gewählt.[15]

Bei den Kommunalwahlen 2014 traten insgesamt fünf Bewerber an; in der Stichwahl gewann der Bewerber der SPD, Christian Kegel, mit 50,76 % und löste Manfred Kösterke (49,24 %) ab.

Stadtwappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtwappen Traunstein

Das heutige Stadtwappen existiert seit Jahrhunderten in der jetzigen Form (Drei Hügel und zwei Lilien). Im Mittelalter sah das Wappen jedoch anders aus: Über drei Toren befanden sich zwei Hellebarden. Daraus lässt sich schließen, dass die Niederlassung ursprünglich vor allem als eine befestigte Anlage und unter militärischen Gesichtspunkten geplant und errichtet wurde. Reste der ehemaligen Stadtbefestigung zeugen heute noch davon.

Der Lindl. Die Wappenfigur Traunsteins.

Neben dem Wappen steht auch der Lindl als Wappenfigur symbolisch für die Stadt Traunstein. Der 1526 erbaute "märbelsteinerne Mann auf dem Brunnen" steht noch heute als Teil des Lindlbrunnens auf dem Stadtplatz. Er stellt einen Ritter in Maximiliansharnisch da und stand einst für die Stadtfreiheit Traunsteins.[10]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein hat vier Partnerstädte:

Es finden immer wieder Schüleraustausch und gegenseitige Besuche zwischen Traunstein und seinen Partnerstädten statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Traunsteiner Heimatmuseum von 1572.

Kultureinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • das Heimatmuseum (Am Stadtplatz 2/3)
  • die Städtische Galerie (Ludwigstraße 12; Zeichnungen, Buchillustrationen, Holzschnitte usw.)
  • das Städtische Kulturzentrum im Stadtpark

Regelmäßige Kulturveranstaltungen sind unter anderem:

  • die Sinfonischen Konzerte Traunstein
  • die Traunsteiner Sommerkonzerte
  • der Musiksommer zwischen Inn und Salzach
  • der Chiemgauer Musikfrühling
  • das Traunsteiner Lindl-Singen und -Musizieren
  • die Traunsteiner Musikkulturnächte (je einmal im Frühjahr und im Herbst)

Regelmäßige Konzerte und Theatervorstellungen finden auch in Nuts – die Kulturfabrik statt. Ein Kulturträger ist das Trompe-Bläserensemble Die Bayerischen Jungwölfe

Von 1996 bis 2013 bestand am Ort das Katzenmuseum Traunstein, eine private Sammlung von Katzen-Figuren.[16]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reste der Stadtbefestigung (Brothausturm, Löwentor, Teile der Stadtmauer)
  • Ehemalige Wohn- und Sudhäuser der Salinenanlage
  • die Salinenkapelle St. Rupertus im Stadtteil Au (bedeutende frühbarocke Fresken)
  • der „Traunstein“, ein großer, halb im Fluss liegender Sturzblock aus mindeleiszeitlicher Nagelfluh[17]
  • der Lindl-Brunnen mit dem Wappner (auf dem Stadtplatz)
  • der Jacklturm (neu erbaut 1998, nachdem er dem Stadtbrand 1851 zum Opfer gefallen war)
  • die Pfarrkirche St. Oswald (barocke Gemälde, alte Fresken) die evangelische Auferstehungskirche (neugotisch)
  • der Viadukt von 1860 mit 105 Meter Länge und 25 Meter Höhe.
  • der Hochberg, einer der schönsten Aussichtspunkte des Chiemgaus
  • die Kapelleneiche bei Abstreit mit einem BHU von 6,55 m (2015).[18]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Stadtpfarrkirche St. Oswald.

Traunstein ist aufgrund seiner geographischen Lage in Südostbayern traditionell römisch-katholisch geprägt und weist daher vor allem Gotteshäuser dieser Glaubensgemeinschaft auf. Die Geschichte der heutigen Traunsteiner Kirchengebäude reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück und ist jeher ein wichtiger Teil des Stadtbildes gewesen. Die katholische Stadtkirche Traunstein setzt sich aus insgesamt 4 Stadtpfarrkirchen zusammen:

  • Die Stadtpfarrkirche St. Oswald am Traunsteiner Stadtplatz ist die Primizkirche des ehem. Papst Benedikt XVI und ein Wahrzeichen Traunsteins.
  • Die Mariä Verkündigung im Stadtteil Haslach aus dem 14. Jahrhundert ist die zweite von vier Stadtpfarrkirchen in Traunstein.
  • Die Stadtpfarrkirche Heilig Kreuz von 1954 ist die jüngste aller Kirchen in Traunstein und diente nach dem Krieg der Unterstützung Vertriebener.
  • Die Stadtpfarrkirche St. Johannes dem Täufer im Stadtteil Kammer gehörte ehemals zur im Rupertiwinkel liegenden Pfarrei Otting. Sie stammt aus dem Jahre 1452 und hat bis heute eine weitestgehend original erhaltene Bausubstanz.[19]
Evangelische Auferstehungskirche von 1899.

Zusätzlich befinden sich in Traunstein weitere katholische Kirchen die nicht Teil der Stadtkirche sind aber zu unterschiedlichen Anlässen genutzt werden:

  • Die Salinenkapelle (Aukirche) wird in den Sommermonaten regelmäßig für Gottesdienste, Hochzeiten und Andachten benutzt.
  • In St. Georg und Katharina im Stadtpark findet neben röm.-kath. Gottesdiensten, Andachten und Vespern regelmäßig ein Gottesdienst der griechisch-katholischen Gemeinde statt. Während der Sommermonate steht das Portal der ehem. Friedhofskirche (bis 1908) jeden Samstagnachmittag offen.
  • Das „Ettendorfer Kircherl“ steht auf einem kleinen Hügel nordöstlich der Stadt über dem Trauntal; es liegt als Filialkirche der Stadtpfarrei St. Oswald Traunstein auf dem Gebiet der Gemeinde Surberg. Viele Jahrhunderte war Ettendorf bekannter Wallfahrtsort. Traditionell ist die Kirche am Ostermontag Zielort des „Traunsteiner Georgiritts“ (s. u.). In den Sommermonaten finden im Kirchlein von Zeit zu Zeit auch Gottesdienste statt, als Hochzeitskirche ist es sehr gefragt; der Verein Orgelfreunde St. Oswald Traunstein e. V. veranstaltet dort die Konzertreihe „Musik im Kircherl“.
  • Auf der Anhöhe östlich der Stadt und der ehem. Salinengemeinde Au erhebt sich neben dem Institut der Englischen Fräulein Sparz – die Schule wurde vom Orden mittlerweile in kirchliche Trägerschaft übergeben – die Kirche „St. Josef“ Sparz, das sogenannte Sparzer Kircherl.
  • Die Klosterkirche des ehemaligen Kapuzinerklosters Traunstein, seit einigen Jahrzehnten im Eigentum der Stadt, dient in der Trägerschaft der Kulturfördergemeinschaft ARTS als „Kunstraum Klosterkirche“ für Konzerte und Kunstausstellungen. Die Klosterkirche wird derzeit bis voraussichtlich 2019 für ca. 10,8 Millionen € von der Stadt Traunstein saniert und danach als Veranstaltungsgebäude genutzt.

Neben den katholischen Kirchen gibt es in Traunstein auch eine evangelisch-lutherische Gemeinde. Diese setzt sich aus den evangelischen Kirchen in Chieming und Waging sowie der neugotischen Auferstehungskirche in Traunstein zusammen.[20] Seit 2012 existiert auch eine Freie evangelische Gemeinde.

Daneben haben auch andere Religionsgemeinschaften einen Sitz in Traunstein, so die Zeugen Jehovas und die Neuapostolische Kirche.

Georgiritt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ettendorfer Kircherl während des Georgiritts.

Der Georgiritt in Traunstein, mit über 500 Pferden eine der größten Pferdewallfahrten in Bayern, findet ununterbrochen seit 1892 alljährlich am Ostermontag statt.[21] Historische Belege gehen zurück bis in das Jahr 1762. Ein wichtiger Zielort ist dabei das Ettendorfer Kircherl auf einem Hügel im Nordosten der Stadt. Der Traunsteiner Georgiritt, welcher der Ehrung des Heiligen Georg dient, gilt seit 2016 als UNESCO Kulturerbe.

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die am 9. Dezember 1869 gegründete Sektion Traunstein des Deutschen Alpenvereins ist mit knapp 6800 Mitgliedern der größte Sportverein in Traunstein. Sie besitzt zwei Hütten (die Neue Traunsteiner Hütte auf der Reiteralpe und die Traunsteiner Skihütte auf der Winkelmoosalm) und betreibt ein DAV-Kletterzentrum.

Der SB Chiemgau Traunstein, beheimatet im Stadtteil Empfing, ist einer der größten und mit seiner Fußball- und Handballabteilung einer der erfolgreichsten Sportvereine in der Region. Er entstand aus den beiden Traditionsvereinen 1. FC Traunstein und ESV Traunstein.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtplatz Traunstein mit Jacklturm.
Der Maxplatz in Traunstein.

Laut dem Landkreis-Ranking 2017 des Wirtschaftsmagazins „Focus-Money“ belegte der Kreis Traunstein Platz 10 unter allen Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland. So konnte sich der Landkreis im Vergleich zum Vorjahr um 3 Plätze verbessern und ist damit Spitzenreiter in der Region.[22] Traunstein bildet dabei mit 14.000 Arbeitsplätzen den wichtigsten Wirtschaftsstandort des Landkreises.

Einzelhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein hat traditionell einen Ruf als Einkaufsstadt. Neben zahlreichen Boutiquen und traditionsreichen kleineren Geschäften im Stadtkern existiert das Gewerbegebiet Haslach, wo sich hauptsächlich überregionale Handelsketten angesiedelt haben. Auf dem Gelände der abgerissenen Prinz-Eugen-Kaserne liegt der Gewerbepark Kaserne.

Im Jahr 2017 lagen die Einzelhandelsumsätze bei 305,64 Mio. €, die einzelhandelsrelevante Kaufkraft bei 139,91 Mio. €. Die Kaufkraft lag bei 7.448 € je Einwohner und der Kaufkraftindex bei 107,6 %.[23]

Überregional bedeutende Traunsteiner Unternehmen sind:

  • die Kliniken Südostbayern AG mit 3300 Mitarbeitern, davon 2000 in Traunstein.
  • die Pohlig GmbH auf dem Feld der Orthopädietechnik mit rund 300 Mitarbeitern im Stammsitz Traunstein.
  • die J.N. Kreiller AG als Großhändler und Hersteller von Baustoffen mit 300 Mitarbeitern.
  • die Spedition Eberl GmbH & Co KG mit 270 Mitarbeitern.
  • die Bäckerei Kotter GmbH mit 23 Filialen und 250 Mitarbeitern.
  • die Haumann + Fuchs Ingenieure AG mit 125 Mitarbeitern.
  • die Osenstätter Kraftfahrzeuge GmbH mit 3 Autohäusern und 170 Mitarbeitern.
  • die Gesellschaft für Wolfram Industrie GmbH, mit 120 Mitarbeitern als Hersteller für Hochleistungsmaterialien aus Wolfram und Molybdän.
  • die Leimer KG als deutscher Marktführer für Paniermehl mit über 90 Mitarbeitern.
  • das Gesundheitszentrum Chiemgau mit 66 Mitarbeitern.
  • die Murschhauser GmbH als Großhändler für Farben und Lacke mit 60 Mitarbeitern.
Gebäude des Wochinger-Bräu von 1901.

Brauereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Brauwesen ist kulturell tief mit der Geschichte Traunsteins verankert und auch heute noch ein wichtiger wirtschaftlicher Bestandteil. Die Stadt gibt sich selbst den inoffiziellen Namen "Bierstadt Traunstein". Grund dafür ist die hohe Brauereidichte die Traunstein seit Jahrhunderten prägt. Das Hofbräuhaus Traunstein von 1612 ist mit einem Ausstoß von rund 100.000 hl Bier und Limonade die größte und bekannteste Brauerei Traunsteins. Weitere Betriebe sind die älteste Brauerei Schnitzlbaumer von 1575 und die kleinste Brauerei das Wochinger-Bräu von 1587 mit 8.000 hl Jahresausstoß. Die Betriebe Kiesel und Weissbräu haben ihre Produktion eingestellt.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein liegt in einer Erholungsregion rund um den Chiemsee und ist daher auch vom Tourismus geprägt. Im Jahr 2017 verzeichnete die Stadt mit ihren 278 Gästebetten insgesamt 34.515 Übernachtungen und 24.656 Gästeankünfte.[23]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Traunsteiner Lokalzeitung heißt Traunsteiner Tagblatt (früher: Traunsteiner Wochenblatt). Außerdem befand sich in Traunstein Radio Chiemgau, das von dort aus in den ganzen Chiemgau sendete, es wurde zum 1. Januar 2009 mit Untersberg live zum Radiosender Bayernwelle SüdOst mit Sitz in Freilassing fusioniert, der heute die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein einschließlich angrenzender Gebiete abdeckt.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergärten: Städtischer Kindergarten; St. Oswald-Kindergarten (katholisch); Hl.-Kreuz-Kindergarten (katholisch); Kindergarten St. Josef (im Kinderheim); Pfarrkindergarten Haslach; Waldkindergarten
  • Grund- und Hauptschulen: Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule; Ludwig-Thoma-Grundschule; Grundschule Haslach
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum in den Bereichen Lernen, Sprache und sozial-emotionale Entwicklung
  • Realschulen:
    • Maria-Ward-Mädchenrealschule Sparz (katholisch, Trägerschaft: Erzbistum München und Freising, früherer Schulträger: Englische Fräulein)
    • Reiffenstuel-Realschule;
    • Private Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer
  • Gymnasien: Annette-Kolb-Gymnasium, Chiemgau-Gymnasium
  • Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule
  • Kaufmännische, gewerbliche und hauswirtschaftliche Berufsschulen
  • Volkshochschule mit umfangreichem Programm
  • Montessori-Schule
  • Städtische Bibliothek
  • Städtische Musikschule
  • Handwerkskammer für München und Oberbayern – Bildungszentrum Traunstein
  • Katholisches Studienseminar St. Michael – Internat des Erzbistums München und Freising

Justiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Landgerichts.

Das Amtsgericht Traunstein verfügt neben der Straf- und Zivilgericht über ein Registergericht, ein Nachlassgericht, ein Familiengericht, ein Vollstreckungsgericht sowie ein Vormundschaftsgericht.

Das Landgericht Traunstein ist zuständig für die Landkreise Traunstein, Rosenheim, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf am Inn sowie die Kreisfreie Stadt Rosenheim. Ihm unterstehen die Amtsgerichte in Altötting, Laufen, Mühldorf am Inn, Rosenheim und Traunstein.

Traunstein ist außerdem Sitz der Justizvollzugsanstalt Traunstein mit ca. 140 Insassen und 38 Beamten im Vollzugsdienst (Stand 2015). Die JVA Traunstein existiert bereits seit 1858 und wurde im Laufe ihrer Geschichte stetig erweitert und modernisiert. Die Anstalt ist heutige Zuständig für Untersuchungshaften und Strafhaften bis 12 Monate aus den Amtsgerichtbezirken Traunstein, Rosenheim, Mühldorf, Altötting und Laufen.[24]

Fernmeldeturm Traunstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fernmeldeturm Traunstein (47° 51′ 32″ N, 12° 36′ 44″ O) beim Stadtteil Einham ist ein 35 Meter hoher Stahlbetonturm der Deutschen Telekom AG in Fertigbetonbauweise, der neben dem Richtfunk und dem Mobilfunk auch zur Verbreitung der folgenden Radioprogramme im UKW-Bereich dient:

Programm Frequenz Sendeleistung (ERP) RDS PS
Deutschlandradio Kultur 88,3 MHz 0,1 kW DKULTUR
Bayernwelle SüdOst 99,4 MHz 0,3 kW BAYWELLE
Antenne Bayern 103,7 MHz 5 kW ANTENNE

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein ist ein Verkehrsknotenpunkt im östlichen Oberbayern.

Der Bahnhof Traunstein, Neubau von 1953.

Südlich von Traunstein besteht Anschluss an die Bundesautobahn 8 (E 52) von München nach Salzburg. In Traunstein zweigt die Bundesstraße 306 nach Inzell von der Bundesstraße 304 (Dachau-Freilassing) ab. Weitere überregionale Verbindungen führen unter anderem an den Chiemsee und den Waginger See.

Seit dem 7. Dezember 2012 ist mit der symbolischen Verkehrsfreigabe des „Ettendorfer Tunnels“ die sogenannte Nordostumgehung eingeweiht worden, wodurch die B304 nun an Traunstein vorbeiführt und nicht mehr durch die Innenstadt verläuft. Die neue, rund 4,5 Kilometer lange Nordostumgehung verbindet die Kreuzung der beiden Bundesstraßen B304/B306 direkt mit dem Stadtnorden.[25][26][27]

Der Bahnhof Traunstein liegt an der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg und ist Haltestelle von InterCity-Zügen. Eine Anbindung Traunsteins an die S-Bahn Salzburg wird in Betracht gezogen. Zudem beginnen hier die Nebenstrecken nach Waging, Mühldorf am Inn (die Traun-Alz-Bahn) und Ruhpolding.

Internationale Flughäfen befinden sich in München (Flughafen Franz Josef Strauß, MUC, Entfernung circa 120 km) oder Salzburg (Salzburg Airport W. A. Mozart, SZG, Entfernung circa 35 km). 21 km nördlich von Traunstein und 2 km nordöstlich von Kienberg befindet sich der Flugplatz Schönberg der Fliegergruppe Traunstein e.V. Er ist als Sonderlandeplatz eingestuft und wird überwiegend für den Luftsport mit Motorflugzeugen, Segelflugzeugen und Ultraleicht-Flugzeugen genutzt.

Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traunstein ist Sitz des kommunalen Klinikverbundes Kliniken Südostbayern und dessen zentralen Klinikums Traunstein, das mit über 2000 Mitarbeitern und 500 Betten der größte Arbeitgeber der Stadt ist.

Ehemalige Garnison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehem. Prinz-Eugen-Kaserne in Traunstein mit Gemälde des deutschen Landsknechts. (1935–2002)

Auch Traunstein war ab 1934 von der Aufrüstung der Wehrmacht betroffen. Das Gelände der neu erbauten Badenweiler-Kaserne hatte eine Größe von 15,789 ha und bot Platz für 2000 Soldaten. Im Oktober 1935 wurden Teile des Gebirgsjäger-Regiments 100 einquartiert. 1936 wurden sie vom III. Bataillon des Infanterie-Regiments 61 abgelöst.[28] Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die Bundeswehr von 1956 bis 1997 die (1964 umbenannte) Prinz-Eugen-Kaserne. Es standen Stabsgebäude, zwei Wirtschaftsgebäude und vier Unterkunftsgebäude für bis zu 1200 Soldaten zur Verfügung. Bis zur Aufgabe des Areals war in der Prinz-Eugen-Kaserne das Gebirgsflugabwehrregiments 8 stationiert, das mit M16 Halbkettenfahrzeugen, M42 Panzerflugabwehrkanonen und Gepard Flak Panzern ausgestattet war. 1997 beschloss das Bundesverteidigungsministerium die Schließung der Kaserne und die Versetzung der Soldaten nach Pocking. Die Stadt Traunstein hatte vergeblich versucht, diese Entscheidung abzuwenden, da ein gutes Verhältnis zwischen der Stadt und den Soldaten bestanden hatte. Trotzdem mussten am 14. Mai 1997 die letzten Soldaten die Prinz-Eugen-Kaserne verlassen. Die Gebäude blieben bis zum Beschluss der zukünftigen Nutzung im Jahr 2002 erhalten, woraufhin sie dann für den Gewerbepark Kaserne abgerissen wurden.[29]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Kasenbacher: Traunstein. Chronik einer Stadt in Wort und Bild, Grabenstätt 1986
  • Götz von Dobeneck: Der Jacklturm, in: Festschrift „10 Jahre Förderverein Alt-Traunstein 1983–1993“, Traunstein 1993, S. 41–61
  • Friedbert Mühldorfer: Widerstand und Verfolgung in Traunstein 1933–1945, Ingolstadt 1992
  • Rainhard Riepertinger: Die Saline Traunstein, in: Salz Macht Geschichte (Aufsätze), Augsburg 1995, S. 103–110
  • Heinrich Letzing: Der Gasthof „Sternbräu“ und das Hofbräuhaus Traunstein: zwei Brauereien unterschiedlicher Tradition in einer Hand, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für den Chiemgau zu Traunstein 9 (1997), S. 57–90
  • Gerd Evers: Traunstein 1918–1945, Ein Beitrag zur Geschichte der Stadt und des Landkreises Traunstein, Grabenstätt 1991
  • Gerd Evers: Befreiung Besatzung Erneuerung, Kreis und Stadt Traunstein 1945–1949, Ising 1996
  • Gerd Evers: Ich habe doch nichts als meine Pflicht getan, Ising 2008
  • Johann Josef Wagner: Topographische Geschichte der Stadt Traunstein. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 19, München 1858–1860, S. 167–246 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Traunstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Traunstein – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Bayerisches Landesamt für Statistik: Statistik kommunal 2017. Bayerisches Landesamt für Statistik, 31. Januar 2018, abgerufen im 12. Oktober 2018 (deutsch).
  3. Traunstein, GKSt in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 25. Juni 2018
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 602.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 593.
  6. siehe Daten der Gesellschaft für Leprakunde über Leprosorien in Bayern, abgerufen 15. Oktober 2016
  7. Adolf Hitler: Aufriß über meine Person, 1. Fortsetzung In: Der Spiegel, 9. April 1973.
  8. Freie Fahrt auf der Umgehungsstraße. OVB Online, 8. Dezember 2012, abgerufen im 20. Oktober 2018.
  9. Anton Miller, einer der geistigen Väter der 1859 als Reaktion auf den Stadtbrand ins Leben gerufenen Freiwilligen Feuerwehr Traunstein
  10. a b Franz Haselbeck: Stadtgeschichte Traunstein. Stadt Traunstein, abgerufen im 14. Oktober 2018.
  11. Mietspiegel Traunstein, Oberbay 2018 – Mietpreise für Wohnungen. Abgerufen am 12. Oktober 2018.
  12. Traunstein - statistik.arbeitsagentur.de. Abgerufen am 12. Oktober 2018.
  13. Das Wahlergebnis 2008. Abgerufen im April 2014. und Stadt Traunstein: Vorl_Ergbnis_Stadtratswahl_2014.pdf, abgerufen am 10. Juli 2014
  14. Regionales. In: Die Welt. 8. April 2008, abgerufen am 25. Juni 2018.
  15. Oberbürgermeisterneuwahl 2008. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 25. Juni 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.traunstein.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  16. Skurrile Museen in Bayer: Katzenmuseum, Traunstein. In: Süddeutsche Zeitung vom 13. Februar 2012
  17. Bayerisches Geologisches Landesamt
  18. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017
  19. Stadtkirche Traunstein: Home. Abgerufen am 16. Oktober 2018 (deutsch).
  20. Auferstehungskirche Traunstein | Kirchengemeinde Traunstein. Abgerufen am 16. Oktober 2018.
  21. Fotografien von 2002 aus dem Zyklus Heimat von Andreas Bohnenstengel
  22. FOCUS-MONEY Landkreisranking 2017. FOCUS-MONEY, 10. Januar 2017, abgerufen im 12. Oktober 2018.
  23. a b Traunstein in Zahlen | Große Kreisstadt Traunstein. Abgerufen am 12. Oktober 2018.
  24. Kurzinformation über die JVA Traunstein. In: www.justiz.bayern.de. Bayerisches Staatsministerium der Justiz, 1. Januar 2015, abgerufen im 16. Oktober 2018 (deutsch).
  25. rfo.de („Regionalfernsehen Oberbayern“) − „Symbolische Streckenfreigabe der Traunsteiner Ortsumfahrung“ (abgerufen am 9. Dezember 2012, 13:08 Uhr)
  26. br.de („Bayerischer Rundfunk“) – „Ettendorfer Tunnel − Eröffnung der Traunsteiner Umfahrung“ (Memento vom 10. Dezember 2012 im Internet Archive) (abgerufen am 9. Dezember 2012 – 13:11 Uhr).
  27. chiemgau24.de − „Ortsumfahrung Traunstein im Ettendorfer-Tunnel feierlich eingeweiht“ (abgerufen am 9. Dezember 2012, 13:13 Uhr)
  28. Das war die Kaserne in Traunstein - Chiemgau Blätter 2017 - Traunsteiner Tagblatt. (traunsteiner-tagblatt.de [abgerufen am 16. Oktober 2018]).
  29. Das war die Kaserne in Traunstein - Chiemgau Blätter 2018 - Traunsteiner Tagblatt. (traunsteiner-tagblatt.de [abgerufen am 16. Oktober 2018]).