Trebbiano

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Trebbiano Toscano
Synonyme Ugni Blanc – für weitere siehe Abschnitt Synonyme
Trebbiano Toscano
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe weiß
Verwendung
Herkunft Italien
VIVC-Nr. 12628
Liste von Rebsorten
Traube der Sorte Trebbiano toscano, die im Anbaugebiet Cognac Ugni Blanc genannt wird.
Rebstöcke in der italienischen Region Marken.

Trebbiano oder Trebbiano Toscano ist eine Weißweinsorte. Sie ist eine der ältesten und heute die meistangebaute Rebsorte in Italien und Frankreich und bringt große Erträge.

Eine kleinbeerigere und wertvollere Spielart der Trebbiano Toscano ist die in Umbrien angebaute Rebsorte Procanico, die vor allem im DOC-Weißwein Orvieto Verwendung findet. Es gibt zahlreiche weitere Spielarten wie zum Beispiel Trebbiano di Soave, Trebbiano Romagnolo, Trebbiano Spoletino, Trebbiano Giallo und Trebbiano d'Abruzzo.

Trauben der Trebbiano-Familie werden zur Erzeugung folgender DOC-Weine verwendet: Maremma Toscana, Romagna, Trebbiano d’Abruzzo, Aprilia, Arborea, Capriano del Colle, Romagna und Colli Piacentini. Außerdem wird die Trebbiano-Rebe in zahlreichen weißen Verschnittweinen als Hauptsorte eingesetzt, wie zum Beispiel im bereits erwähnten Orvieto sowie den bekannten Weißweinen Frascati, Lugana, Bianco di Custoza und Est! Est!! Est!!! di Montefiascone. Als Nebensorte ist sie u. a. im Soave und Gambellara sowie den Rotweinen Vino Nobile di Montepulciano und Torgiano zugelassen.

Traditionell wurden Trebbianotrauben zusammen mit der weißen Rebsorte Malvasia in geringen Mengen auch dem berühmten toskanischen Rotwein Chianti zugesetzt. Seitdem die Winzer immer mehr auf den Zusatz von Weißweintrauben im Chianti verzichteten (seit der Weinernte 2006 ist er gänzlich untersagt) wurde für den Überschuss an Trebbiano-Trauben ein neuer Wein erfunden: der IGT-Weißwein Galestro.

Außer in Italien wird die Traube noch in Frankreich angebaut, wo sie im Süden „Ugni blanc“ und im Cognac-Gebiet „Saint-Émilion“ heißt. Im Jahr 2010 wurde in Frankreich eine bestockte Rebfläche von 12.905 Hektar erhoben.[1] Wie in Spanien die Airén-Traube die Brandy-Brennereien speist, so versorgt der reichlich vorhandene dünne, säuerliche Wein der Ugni Blanc die Brennblasen des Cognac und des Armagnac-Gebiets. Ugni Blanc wurde vermutlich im 14. Jahrhundert, als sich der päpstliche Hof in Avignon niedergelassen hatte, aus Italien importiert. In einer 2008 veröffentlichten Untersuchung wurde bei der Rebsorte Trebbiano toscana eine Verwandtschaft zur Rebsorte Garganega hergestellt. Aufgrund der noch nicht ermittelten Eltern der Sorte Garganega lässt sich das genaue verwandtschaftliche Verhältnis noch nicht präzisieren.[2]

In Argentinien und Australien wird Trebbiano ebenfalls angebaut, in Australien z. B. als „White Shiraz“ oder „White Hermitage“.

In der Region um die italienische Stadt Modena wird aus den Trauben der berühmte EssigAceto Balsamico Tradizionale di Modena“ hergestellt.

Unklar ist, ob Trebbiano mit der in Portugal angebauten Rebsorte Talia identisch ist.

Synonyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind weitere 149 Namen für diese Rebsorte bekannt: Albano, Alfrocheiro Branco, Armenian, Balsamina Bianca, Beou, Beu, Bianca Botticina, Bianca di Poviglio, Biancame, Bianchello, Bianchetto, Biancone, Biancuccio, Biancuva, Blanc Auba, Blanc Bacca, Blanc de Cadillac, Blancoun, Bobiano, Bonebeou, Boriano, Botticino Bianca, Boua, Bouan, Bragrunha, Branquinha, Brocanico, Brucanico, Bubbiano, Bubiano, Buriano, Buzzetto, Cadillac, Cadillate, Castelli, Castelli Romani, Castillone, Castillonne, Chantar, Chatar, Chator, Chauche Gris, Clairette a Grains Ronds, Clairette d'Afrique, Clairette de Afrique, Clairette de Vence, Clairette Ronde, Coda di Cavallo, Coda di Volpe, Douradina Branco, Douradinha, Douradinha Dos Vinhos Verdes, Douradinho, Elba, Engana Rapazes, Espadeiro Branco, Espagnolet, Eugana Repazes, Falanchina, Francesina, Greco, Greco Bianchello, Greco Bianco, Gredelin, Hermitage White, Inji Ban, Juni Blan, Lugana, Malvasia, Malvasia Fina, Montonico, Morbidella, Morterille Blanche, Muscadet, Muscadet Aigre, Padeiro Branco, Paduro Branco, Passarena, Passerina, Pera de Bode, Perugino, Procanico, Procanico dell'Isola d'Elba, Procanico Portoferraio, Queue de Renard, Rassola, Regrat, Rogoznicka, Rolle, Romani, Rossan de Nice, Rossela Blanco, Rossetto, Rossola, Rossola Brandinca, Rossola Brandisca, Rossula, Rossula Brandinca, Rosula, Roussan, Roussane, Roussea, Rusciola, Russola, Saint Emilion, Saint Emilion Des Charentes, Saint Emillion, Santoro, Senese, Shiraz White, Sijaka, Sinese, Spoletino, St. Emilion, St. Emilion Des Charantes, Talia, Thalia, Trebbiana Fiorentina, Trebbianello, Trebbiano, Trebbiano D'empoli, Trebbiano de Toscana, Trebbiano della Fiamma, Trebbiano di Cesena, Trebbiano di Cesene, Trebbiano di Empoli, Trebbiano di Lucca, Trebbiano di Tortona, Trebbiano di Toscana, Trebbiano Fiorentino, Trebbiano Forte, Trebbiano Giallo, Trebbiano Toscano Bijeli, Trebbianollo, Trebbianone, Trebiano Toskano, Tribbiano, Tribbiano Forte, Tribiana Weiss, Turbiano, Ugni Biancu, Ugni Blanc, Uni Belyi, Unji Blan, Uva Bianca, Uva Morbidella, White Hermitage, White Shiraz, Yuni Blan.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Trebbiano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Philippe Mazaniello: Les cepages blancs dans le vignoble. (pdf, 13 kB) Office national interprofessionnel des fruits, des légumes, des vins et de l’horticulture, 20. Dezember 2010, archiviert vom Original am 23. März 2012; abgerufen am 20. Mai 2019 (französisch, Statistik zu weißen Rebsorten je Großregion).
  2. M. Crespan, A. Calò, S. Giannetto, A. Sparacio, P. Storchi, A. Costacurta: ‘Sangiovese’ and ‘Garganega’ are two key varieties of the Italian grapevine assortment evolution. (pdf, 558 kB) In: Vitis, Heft 47. 29. April 2008, S. 97–104, abgerufen am 20. Mai 2019 (englisch).
  3. Trebbiano in der Datenbank Vitis International Variety Catalogue des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof (englisch)