Trechwitz

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Trechwitz
Koordinaten: 52° 21′ 54″ N, 12° 43′ 4″ O
Höhe: 34 m ü. NN
Einwohner: 310 (Okt. 2021)[1]
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 14797
Vorwahl: 03382

Trechwitz ist ein Dorf mit 310 Einwohnern, gelegen zwischen Fläming und Havelland, und gehört als Ortsteil zur Gemeinde Kloster Lehnin im Bundesland Brandenburg, Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche

Erstmals wurde Trechwitz im Jahre 1186 erwähnt und zählte zu den Klosterdörfern des Zisterzienser-Klosters Lehnin. Die Trechwitzer Kirche wurde vom Architekten und Baumeister Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff erbaut, welcher auch das Schloss Sanssouci in Potsdam errichtete. 1645 kam Trechwitz in den Besitz des Adelsgeschlechts von Pfuel.[2] Das Rittergut Trechwitz entwickelte sich dann zu einem der Hauptsitze des uradeligen Geschlechts der von Rochow. Erste Vertreter vor Ort waren der kurfürstlich brandenburgische Major Ehrenreich Adolf von Rochow (1615–1660) und seine Frau Louise von Hake-Berge. Ihnen folgte August Wilhelm von Rochow-Trechwitz, respektive zuvor sein Schwiegervater Ludolf Erdmann von Rochow-Jeserig. Trechwitz hatte dann zeitweilig den von Rochow zu Jeserig gehört. Bekannter Trechwitzer Gutsherr wurde Theodor von Rochow genannt von Briest. Er hatte mehrere Güter, war preußischer Generalleutnant und starb als Gesandter in St. Petersburg.[3] Laut dem 1879 erstmals amtlich publizierten Generaladressbuch der Rittergutsbesitzer der Provinz Brandenburg gehörte das Rittergut Trechwitz mit Vorwerk Schenkenberg samt Brennerei noch der Familie von Rochow. Es hatte einen Umfang von etwa 760 ha. Der Besitzer von Rochow wohnte in Dresden, der Besitz selbst war verpachtet an Ober-Amtmann Karbe.[4] Die große Familie Karbe stieg zeitgleich von Pächtern zu Rittergutsbesitzern auf, ihnen gehörten mehrere Güter im Oderbruch.

Anfang des 20. Jahrhunderts kam das den Ort Trechwitz prägende Rittergut in bürgerliche Hände. Kurz vor der großen Wirtschaftskrise umfasste der landwirtschaftliche Betrieb 328 ha. Eigentümer wurde Emil Marschalleck, der auch kurz Teile von Nachbargütern wie Plessow pachtete und im Gutshaus Groß Kreutz wohnte. Trechtwitz leitete der Verwalter Horstmann in Damsdorf, welches mit 420 ha zu Trechwitz gehörte.[5] Marschalleck dachte standesbewusst und gab seine beiden Söhne auf das Gymnasium der Ritterakademie zu Brandenburg. Sohn Karl-Heinrich Marschalleck promovierte und erlangte einen guten Ruf als Schriftsteller und Wissenschaftler. Nach der Bodenreform lebte er noch drei Jahre im Spreewald und gang dann nach Nordwestdeutschland.

Im Kirchturm erklingt die älteste Glocke (gegossen 1180) des Landes Brandenburg. Der in der Kirche „schwebende“ Taufengel soll der schönste der Mark Brandenburg sein.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trechwitz wurde am 26. Oktober 2003 nach Kloster Lehnin eingemeindet.[6]

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Kloster Lehnin ist für Trechwitz die Dorfkirche als einziges Baudenkmal aufgeführt.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle zwei Jahre findet am ersten Wochenende des Septembers das Trechwitzer Treckertreffen statt. Treckerfahrer aus ganz Deutschland reisen dazu an, um in sportlichen Wettkämpfen ihr fahrerisches Geschick unter Beweis zu stellen. Rekordbesucherzahlen von ca. 7000 waren schon zu verzeichnen. Gestartet wird in zwei Kategorien: Eigenbautrecker und Oldtimer.

Für das Trechwitzer Osterfeuer wird vom Freizeit- und Jugendverein e. V. ein Bauwerk errichtet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Trechwitz, in: Adolf Friedrich August von Rochow: Nachrichten zur Geschichte des Geschlechts der von Rochow und ihrer Besitzungen. Ernst & Korn, Berlin, 1861. (diglib.hab.de)
  • Rüdiger Sachtjen: Ortsfamilienbuch der Gemeinde Trechwitz, Zauche, 1726-1930. In: Genealogische Quellen Brandenburgs (GQB), Band 7, Brandenburgische Genealogische Gesellschaft "Roter Adler", BGG Verlag, Potsdam 2022. ISBN 978-3-945402-21-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Trechwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Kloster Lehnin – Trechwitz. Abgerufen am 15. Januar 2022.
  2. Leopold von Ledebur: Adelslexikon der Preussischen Monarchie. Zweiter Band. L - S.. Ludwig Rauh, Berlin, 1856, S. 196–197.
  3. Hans Friedrich v. Ehrenkrook, Erik Amburger, Elisabeth Bendler, Dick van Duijn, Carola v. Ehrenkrook geb. v. Hagen: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser / A (Uradel/ vor 1400 nobilitiert) 1966. In: Deutsches Adelsarchiv e. V. (Hrsg.): GHdA von 1951 bis 2014. Band VIII, Nr. 38. C. A. Starke, 1966, ISSN 0435-2408, S. 398–399 (d-nb.info [abgerufen am 20. November 2021]).
  4. P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen, Lfg. 1: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 232–233, doi:10.18452/377 (hu-berlin.de [abgerufen am 20. November 2021]).
  5. Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Hogrefe: Niekammer’s Landwirtschaftliches Güter-Adreßbücher. Band VII. Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg 1929. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts. In: Mit Unterstützung von Staats-und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. 4. Auflage. Letzte Ausgabe-Niekammer-Reihe Provinz Brandenburg. Verlag Niekammer’s Adreßbücher G.m.b.H., Leipzig 1929, S. 172–179 (martin-opitz-bibliothek.de [abgerufen am 20. November 2021]).
  6. Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003. StBA