Trelleborg (Schiff, 1981)

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Trelleborg
Die Trelleborg vor Sassnitz 2013

Die Trelleborg vor Sassnitz 2013

Schiffsdaten
Flagge SchwedenSchweden Schweden (bis 2016)
PalauPalau Palau (seit 2016)
andere Schiffsnamen

Sunny (seit 2016)

Schiffstyp Eisenbahnfähre
Rufzeichen SIZM
Heimathafen Trelleborg (bis 2016)
Eigner Stena Line (bis 2016)
MH Marine Co. (seit 2016)
Bauwerft Öresundsvarvet, Landskrona
Baunummer 271
Stapellauf 19. Mai 1981
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
170,19 m (Lüa)
Breite 23,60 m
Tiefgang max. 5,80 m
Vermessung 20.028 BRZ / 6.471 NRZ
Maschine
Maschine 4 × MAN Diesel-Dieselmotor (8L40/45)
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
17.650 kW (23.997 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
20 kn (37 km/h)
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 3.800 tdw
laufende Lademeter 680 m
Zugelassene Passagierzahl 900
Fahrzeugkapazität 180 PKW
Sonstiges
Klassifizierungen

Lloyd’s Register of Shipping

Registrier-
nummern

IMO-Nr. 7925297

Die Trelleborg war ein Eisenbahnfährschiff der schwedischen Reederei Stena Line, das von 1982 bis 2014 auf der Königslinie auf der Ostsee zwischen Sassnitz auf der deutschen Insel Rügen und dem schwedischen Trelleborg eingesetzt wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 1979 gab die staatliche schwedische Fährgesellschaft Statens Järnvägars Färjedrift (SJ) den Bau dieser Fähre in Auftrag. Zum damaligen Zeitpunkt war sie die größte Eisenbahnfähre der Welt. Wegen der kritischen Lage der schwedischen Werften wurde der Auftrag früher ausgelöst als ursprünglich geplant. Im Dezember 1981 ging die Fähre auf Probefahrt nach Saßnitz, musste aber wegen verschiedener Probleme nachgebessert werden. Dies dauerte bis Mai 1982. Ab Juni 1982 kam die Trelleborg planmäßig auf der Königslinie zwischen Trelleborg und Sassnitz zum Einsatz, ab 1998 lief sie den Fährhafen Sassnitz im Ortsteil Mukran an.

Im Februar 1993 kam es zu einem Brand im Maschinenraum, der von der Besatzung gelöscht werden konnte. Wegen Maschinenproblemen wurde die Fähre im Oktober 2005 auf der Öresundsvarvet in Landskrona repariert, der Passagierbereich wurde im Juli 2006 umfassend modernisiert. Im Juni 2007 hatte die Fähre im Hafen von Trelleborg Grundberührung, dabei wurde ein Propeller beschädigt. Die Reparatur erfolgte wieder auf der Öresundsvarvet in Landskrona. Am 27. März 2008 kam es zu einem Bombenalarm im Fährhafen Sassnitz. Die zahlreichen Einsatzkräfte konnten schnell Entwarnung geben: Ein Messgerät war ohne Wissen des Kapitäns am Schiff angebracht worden.

Aufgrund geringer Auslastung wurde die Trelleborg vom Fährdienst zurückgezogen. Von Oktober 2014 bis August 2015 war das Fährschiff betriebsfähig in Rostock aufgelegt,[1] vom 19. August 2015 bis zum 5. April 2016 lag sie im Hafen von Uddevalla auf.[2] Ab Anfang April 2015 wurde das Schiff zum Verkauf angeboten.[3] Am 25. Februar 2016 wurde die Trelleborg an die MH Marine Company in Majuro verkauft. Anfang April wurde das Schiff in Sunny umbenannt, auf die Flagge von Palau umgeflaggt und der Bereederung durch die Go Shipping & Management in Piräus unterstellt. Am 6. April 2016 verließ sie Uddevalla. Seit dem 27. April 2016 liegt die Fähre in einer Werft bei Ambelakia auf der griechischen Insel Salamis unweit von Piräus.

Betreiber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fähre wurde vom Fährbetrieb der Schwedischen Staatsbahn (Statens Järnvägars Färjedrift, ab 1992 SweFerry) in Auftrag gegeben und betrieben. Ab 1997 gehörte sie zur Scandlines AB, einem Tochterunternehmen der Schwedischen Staatsbahn. Diese Gesellschaft wurde 1999 an Stena Line verkauft, die Fähre war aber weiter in den Farben der Scandlines im Einsatz. Ab Ende 2012 bis April 2016 trug sie das Farbschema der Stena Line.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Trelleborg verfügt über ein Eisenbahndeck mit fünf Gleisen und einer Gesamtgleislänge von 680 Metern, das auch für Straßenfahrzeuge genutzt wird. Auf dem Autodeck finden zusätzlich 20 Lkw und 15 Pkw Platz. Die Eisenbahnfahrzeuge fahren durch eine Heckrampe ein und aus, die Straßenfahrzeuge zusätzlich über eine Rampe am Heck und an der Steuerbordseite. Die Fähre ist für 900 Passagiere zugelassen. Angetrieben wird das Schiff von vier MAN-Dieselmotoren mit zusammen 24.000 PS, die zwei Propeller antreiben. Außerdem verfügt es über zwei Bugstrahlruder und ein Bugruder für die Rückwärtsfahrt.

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trelleborg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Kramer, Wolfgang Kramer, Horst-Dieter Foerster: Zwischen Gestern und Morgen: Die Fährverbindung Sassnitz-Trelleborg. Redieck & Schade, Rostock 2009, ISBN 978-3-934116-82-5

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fähre Trelleborg liegt auf. Im Stadthafen festgemacht – Stena reagiert auf geringe Auslastung. In: Täglicher Hafenbericht vom 14. Oktober 2014, S. 3
  2. http://uddevallare.blogspot.de/2015/08/trelleborg-anlopte-uddevalla.html
  3. www.ship-broker.eu/ropax-with-rails-1982-sweden/. Abgerufen am 15. Juli 2015.