Treuen

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der sächsischen Stadt Treuen. Ein Ortsteil der Gemeinde Sassen-Trantow in Mecklenburg-Vorpommern trägt ebenfalls den Namen Treuen.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Treuen
Treuen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Treuen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 33′ N, 12° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Treuen
Höhe: 424 m ü. NHN
Fläche: 43,72 km²
Einwohner: 8037 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 184 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08233
Vorwahl: 037468
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 430
Stadtgliederung: 12 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 7
08233 Treuen
Webpräsenz: www.treuen.de
Bürgermeisterin: Andrea Jedzig
Lage der Stadt Treuen im Vogtlandkreis
Tschechien Bayern Thüringen Erzgebirgskreis Landkreis Zwickau Adorf/Vogtl. Auerbach/Vogtl. Bad Brambach Bad Elster Bergen (Vogtland) Bösenbrunn Eichigt Ellefeld Elsterberg Falkenstein/Vogtl. Grünbach (Sachsen) Heinsdorfergrund Klingenthal Lengenfeld (Vogtland) Limbach (Vogtland) Markneukirchen Mühlental Muldenhammer Netzschkau Neuensalz Neumark (Vogtland) Neustadt/Vogtl. Oelsnitz/Vogtl. Pausa-Mühltroff Plauen Pöhl Reichenbach im Vogtland Reuth (Vogtland) Rodewisch Rosenbach/Vogtl. Schöneck/Vogtl. Steinberg (Vogtland) Triebel/Vogtl. Theuma Tirpersdorf Treuen Weischlitz WerdaKarte
Über dieses Bild

Treuen ist eine Kleinstadt im sächsischen Vogtlandkreis. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Treuen.

BW
Treuener Schloss

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden (alle im Vogtlandkreis) sind Limbach, Neuensalz, Pöhl sowie die Städte Auerbach/Vogtl., Falkenstein/Vogtl., Lengenfeld und Rodewisch.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Treuen gehören auch die Dörfer Altmannsgrün, Buch, Eich, Gospersgrün, Hartmannsgrün, Mahnbrück, Perlas, Pfaffengrün, Schreiersgrün, Veitenhäuser und Wetzelsgrün.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1214 erstmals erwähnte Waldhufendorf Treuen erhielt 1390 das Stadtrecht. Ihre Blütezeit hatte die Stadt während der Gründerzeit, als infolge der Industrialisierung die Zahl von Betrieben und Geschäften stark zunahm. Der Ort und seine heutigen Ortsteile gehörten bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Plauen.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Altmannsgrün[3] 1. April 1993
Buch[4] vor 1880 Eingemeindung nach Perlas
Eich[3] 1. Januar 1999
Gospersgrün[5][6] 1. Juli 1950
Hartmannsgrün[3] 1. Januar 1999
Mahnbrück[4] vor 1880 Eingemeindung nach Perlas
Perlas[4] 13. Juli 1931 Umbenennung in Veitenhäuser
Pfaffengrün[5][6] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Hartmannsgrün
Schreiersgrün[3] 1. Januar 1994
Veitenhäuser[4][5][6] vor 1880
13. Juli 1931
1. Juli 1950
Eingemeindung nach Perlas,
Umbenennung von Perlas in Veitenhäuser,
Eingemeindung nach Treuen
Wetzelsgrün[5][6] 1. Juli 1950

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

  • 1834: 3837
  • 1960: 10.093
  • 1971: 9277
  • 1998: 9512
  • 1999: 9526
  • 2000: 9409
  • 2001: 9355
  • 2002: 9339
  • 2004: 9144
  • 2007: 8791
  • 2008: 8740
  • 2012: 8200
  • 2013: 8115
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabstätten und ein Gedenkstein aus dem Jahre 1947 auf dem Friedhof erinnern an neun namentlich unbekannte weibliche jüdische KZ-Häftlinge, die beim Todesmarsch aus dem Außenlager Christianstadt des KZ Groß-Rosen von SS-Männern im Frühjahr 1945 in der Flur von Weißensand ermordet wurden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 48,5 % (2009: 46,5 %)
 %
40
30
20
10
0
33,2 %
26,1 %
12,1 %
9,6 %
4,1 %
6,6 %
1,7 %
6,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,9 %p
-1,1 %p
-2,4 %p
-0,3 %p
-3,2 %p
+0,6 %p
+1,7 %p
+6,6 %p
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Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 22 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Perlaser Turm

Ältestes Bauwerk von Treuen ist der Kirchturm der Stadtkirche St. Bartholomäi. Der unterste Teil des Turmes im romanischen Stil wurde Ende des 12. Jahrhunderts errichtet. 1514 wurde das Gotteshaus durch ein Kirchenschiff erweitert. Bei einem Stadtbrand 1806 wurde die gesamte Kirche bis auf Teile des Turms zerstört. Während der napoleonischen Besatzungszeit wurde die Kirche im klassizistischen Stil wieder aufgebaut.

Zur Zeit der Spätrenaissance entstand das Treuener Schloss. Es besteht aus einem massiven Erdgeschoss, zwei weiteren Etagen mit Fachwerkvorbau sowie einem Treppenturm mit Oktogon und geschweifter Haube. Nach der Wende drohte dem Gebäude der Verfall. Durch Spendengelder eines Fördervereins konnte dies vermieden und eine schrittweise Renovierung des Anwesens in die Wege geleitet werden.

An der Eicher Spange Richtung Lengenfeld wurde im November 2013 ein restaurierter Königlich-sächsischer Meilenstein in Form eines Abzweigsteines aus der Zeit von 1859-66 wieder aufgestellt.

Markanter Aussichtspunkt nahe Treuen ist der Perlaser Turm auf der Wilhelmshöhe. Von diesem 1907 erbauten 20 Meter hohen Turm kann man sowohl über Treuen als auch über weite Teile des Vogtlands blicken. Neben dem Turm befindet sich ein Stationspunkt der Königlich-Sächsischen Triangulation aus dem Jahr 1876.

Die jüdische Dresdner Schriftstellerin Auguste Lazar, setzte den ermordeten Jüdinnen (vgl. → Gedenkstätten) mit ihrem 1963 erschienenen Buch „Die Brücke von Weißensand“ ein literarisches Denkmal.

Am 30. Mai 1958 wurde das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion, die Heimstätte der BSG Fortschritt Treuen und des Treuener Leichtathletikvereins, eingeweiht.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treuen liegt an der BAB 72 (Abfahrt Treuen) und an der im Schienenpersonennahverkehr von der Vogtlandbahn betriebenen Bahnstrecke Herlasgrün–Falkenstein. Besonders in den letzten Jahren konnte die Stadt durch bedeutende Ansiedlungen von Unternehmen der Automobilzulieferindustrie ihre wirtschaftliche Stärke verbessern und entwickelte sich zu einem regionalen Wirtschaftszentrum.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Otto Naumann: Blicke in Treuens Vergangenheit. Festgabe zur Orgelweihe, den 12. August 1877. Schnalke. Treuen 1877 (Digitalisat)
  • Das östliche Vogtland (= Werte der deutschen Heimat. Band 59). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 3-7400-0938-1, S. 72–78.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Treuen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Historisches Ortsverzeichnis Sachsen
  3. a b c d Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  4. a b c d Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  5. a b c d Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  6. a b c d Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  7. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014