Trevor Noah

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Trevor Noah (2017)

Trevor Noah (* 20. Februar 1984 in Johannesburg) ist ein südafrikanischer Kabarettist, Moderator und Schauspieler. Seit September 2015 ist er Gastgeber der Daily Show des US-amerikanischen Fernsehsenders Comedy Central als Nachfolger von Jon Stewart.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noah wurde als Sohn von Patricia Nombuyiselo Noah, einer südafrikanischen Xhosa, und Robert, einem eingewanderten Deutschschweizer, in Johannesburg geboren.[1] Die Beziehung seiner Eltern war wegen der damals in Südafrika geltenden Apartheidsgesetze verboten. Noahs Mutter arbeitete in der Stadt und sein Vater durfte nicht mit ihm gesehen werden. Als illegal geborenes Kind lebte er in den ersten Jahren für mehrere Wochen[2] bei seiner Großmutter in Orlando, einem Township in Soweto.[3] Nach der Abschaffung der Apartheid holte ihn seine Mutter zurück nach Johannesburg. Im Januar 1990 wurde er in der katholischen Maryvale Primary School eingeschult.[3]

Noah begann seine Karriere 2002 als Schauspieler der südafrikanischen Seifenoper Isidingo. Später arbeitete er als Radio- und Fernsehmoderator mit einer eigenen Late-Night-Show, bis er seine Arbeit als Komiker in den Mittelpunkt stellte. Die Hauptthemen in Noahs Auftritten waren seine Kindheitserlebnisse, das Leben im Township sowie seine interkulturellen Erfahrungen.[4]

2011 zog Noah in die USA.[5] Es folgten erste Auftritte im US-Fernsehen: 2012 in der Tonight Show with Jay Leno und 2013 in der Late Show with David Letterman. Noah war der erste südafrikanische Stand-up-Comedian, der in den beiden Formaten der US-Late-Night auftrat. Ab Ende 2014 arbeitete er als wiederkehrender Korrespondent der Daily Show with Jon Stewart.[6] Seit September 2015 moderiert er als Stewarts Nachfolger diese Sendung unter dem Namen The Daily Show with Trevor Noah.[7][8][9]

Noah spricht sieben Sprachen: Englisch, Afrikaans, Zulu, Xhosa, Tswana, Tsonga und Deutsch.[10][11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 erhielt Noah einen MTV Movie & TV Award als bester Gastgeber und einen Emmy für die Daily Show.[12] Seine Autobiografie Born a Crime: Stories from a South African Childhood wurde 2017 mit dem Thurber Prize for American Humor ausgezeichnet.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Frankreich 2018 die Fußballweltmeisterschaft gewann, behauptete Noah, dass "Afrika die Weltmeisterschaft gewonnen hat", weil die französische Mannschaft überwiegend aus dunkelhäutigen Spielern bestand, die jedoch alle französische Staatsbürger waren.[13] Dies löste in Europa Empörung aus, da Noah damit die rassistische Auffassung zu unterstützen schien, dass nur weiße Menschen Franzosen sein können. Nach Noahs Äußerungen veröffentlichten viele Spieler der französischen Nationalmannschaft, wie z. B. Benjamin Mendy, auf ihren sozialen Medien Beiträge, dass sie sich als Franzosen betrachten und stolz darauf sind, es zu sein.[14] Der französische Basketballspieler Nicolas Batum, der selbst afrikanische Wurzeln hat, sagte: "Für alle, die sagen 'Glückwunsch an Afrika für die WM', lasst euch mal untersuchen. Ich würde gerne noch viel Schlimmeres sagen, aber hier könnten Kinder mitlesen." Auch Gérard Araud, der französische Botschafter zu den Vereinigten Staaten, schrieb einen öffentlichen Brief an Noah, in dem er seine abfälligen Bemerkungen gegenüber den französischen Spielern scharf kritisierte.[14]

2022 wurde Noah von der gemeinnützigen Medienaufsicht Fairness & Accuracy in Reporting (FAIR) kritisiert, weil er in der Daily Show chinesische Investitionen in afrikanische Infrastrukturprojekte mit Kolonialismus verglichen hatte.[15] FAIR kritisierte, dass Noah unwahre Behauptungen über bereits widerlegte "chinesische Schuldenfallen" verbreite und politische Vorwürfe zu legitimierten versuche, die keine Basis in der Realität haben, während er durch das Format der Sendung gleichzeitig glaubhafte Abstreitbarkeit wahre. FAIR warf Noah vor, dass der Vergleich zwischen chinesischen Investitionen in Infrastrukturprojekte, die generell das Allgemeinwohl fördern, und den Dutzenden Millionen Menschen, die durch den Kolonialismus getötet wurden, "nur dazu dienen kann, Ignoranz und Rassismus zu fördern".[15]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Born a Crime: Stories from a South African Childhood (Autorenlesung), Audible Studios on Brilliance Audio, ISBN 978-1531865047

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Trevor Noah – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tim Walker: Trevor Noah: All the way from Soweto to the very biggest gig in comedy. In: The Independent. 3. April 2015, abgerufen am 11. Januar 2018.
  2. Trevor Noah: Farbenblind. Hrsg.: Trevor Noah. 5. Auflage. Blessing, 2020.
  3. a b Sven Behrisch: Hoi zäme! Der neue Jon Stewart ist ein Halbschweizer. In: Das Magazin. 37/2015, 12. September 2015, S. 10–19.
  4. Julia Panknin: Trevor Noah wird „The Daily Show“-Moderator. In: 20 Minuten. 30. März 2015, abgerufen am 11. August 2015.
  5. Loyiso Sidimba: Trevor Noah 'fled' to Hollywood. In: channel24. 11. März 2012, abgerufen am 11. August 2015 (englisch).
  6. Decca Aitkenhead: The Daily Show's Trevor Noah: ‘I am extremely political’. In: theguardian.com. 1. November 2016, abgerufen am 14. Dezember 2016 (englisch).
  7. Trevor Noah to replace Jon Stewart on The Daily Show. In: BBC News. 31. März 2015, abgerufen am 11. August 2015.
  8. Nina Rehfeld: FAZ: Der schießt aber scharf. 29. Oktober 2015, abgerufen am 27. Dezember 2015.
  9. The Daily Show with Trevor Noah. Comedy Central, 26. Mai 2016, abgerufen am 15. Februar 2017 (englisch, YouTube-Kanal).
  10. channel24: 5 things Americans need to know about Trevor Noah! Abgerufen am 11. August 2015.
  11. Joyce Hackel: Trevor Noah gets personal. In: PRI's The World. Public Radio International, 15. November 2016, abgerufen am 15. Februar 2017 (englisch).
  12. 69th Emmy Awards Nominees and Winners. In: outstanding short form variety series. Academy of Television Arts & Sciences, 2017, abgerufen am 16. September 2017 (englisch, Link zum Video).
  13. Marie Schulte-Bockum: Wer ist Weltmeister? Afrika-Witz löst Streit über französische Identität aus. In: FOCUS. 13. Oktober 2019, abgerufen am 5. Februar 2022.
  14. a b Yascha Mounk: Trevor Noah Doesn’t Get to Decide Who’s French. [Trevor Noah darf nicht entscheiden, wer Franzose ist]. In: Slate. 24. Juli 2018, abgerufen am 5. Februar 2022 (amerikanisches Englisch).
  15. a b Justin Podur: Why Comparing Chinese Africa Investment to Western Colonialism Is No Joke. In: FAIR.org. Fairness & Accuracy in Reporting, 31. Januar 2022, abgerufen am 5. Februar 2022 (amerikanisches Englisch).