Triboltingen

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Triboltingen
Wappen von Triboltingen
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Kreuzlingen
Politische Gemeinde: Ermatingeni2
Postleitzahl: 8273
Koordinaten: 725677 / 280380Koordinaten: 47° 39′ 43″ N, 9° 6′ 42″ O; CH1903: 725677 / 280380
Höhe: 416 m ü. M.
Fläche: 2,5419 km²
Einwohner: 381 (2010-12-31)
Einwohnerdichte: 150 Einw. pro km²
Östlicher Ortseingang

Östlicher Ortseingang

Karte
Triboltingen (Schweiz)
Triboltingen
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Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 1975

Triboltingen war früher eine selbständige Gemeinde im Kanton Thurgau, bis sie 1975 von Ermatingen eingemeindet wurde. Das Strassendorf liegt am Fusse des Seerückens und am Ufer des Untersees. Die zahlreichen Fachwerkbauten stammen aus dem 17. bis frühen 19. Jahrhundert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein entdeckter Brandgraben aus dem ersten Jahrhundert weist auf eine frühe römische Besiedlung hin. Das Dorf selbst wurde von den Alemannen gegründet. Zusammen mit Salenstein, Fruthwilen, Mannenbach und Ermatingen bildete Triboltingen eine Markgenossenschaft (Wald, Weide). Um 950 schenkt Herzog Hermann von Schwaben das Dorf dem Kloster Reichenau. Nach einer Chronik flüchteten sich die Triboltinger in der Hungersnot von 1146 mit Hab und Gut ins nahe Kloster Petershausen in Konstanz. Eine Urkunde erwähnt 1155 das Dorf als Triboldinga. Östlich von Triboltingen hat 1499 die Schlacht im Schwaderloh stattgefunden. Konstanz als Rechtsnachfolgerin des Klosters Reichenau hatte bis zur Gründung des Kantons Thurgau die niedere Gerichtsbarkeit über Triboltingen inne.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daten zur Bevölkerungsentwicklung sind verfügbar aus den Volkszählungen 1850 bis 1970.[1]

Rund 381 Einwohner werden laut aktuellem Ortschaften- und Siedlungsverzeichnis zum Stand 31. Dezember 2010 nachgewiesen. Diese Zahl setzt sich zusammen aus 377 für die eigentliche Siedlung Triboltingen, sowie jeweils ≤3 für die Siedlungen Birebomme und Polster.[2]

Kapelle St. Niklaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapelle St. Niklaus

Die Kapelle wurde wohl im 13. Jahrhundert erbaut, aus dieser Zeit sind noch hochgelegene Rundbogenfenster erhalten; der Chor wurde um 1500 angebaut. Hervorragendes Merkmal ist der 1602 erbaute Dachreiter mit ausladendem Spitzhelm. Das Uhrwerk wurde vom Winterthurer Andreas Liechti angefertigt. Im Inneren sind in drei Malschichten Reste von mittelalterlichen Wandmalereien zu sehen. An der Nordwand des Kirchenschiffs sind Rötelzeichnungen und Pilgerinschriften aus dem späten 15. Jahrhundert. Nach der Reformation wurde die Kapelle nicht mehr für Gottesdienste benutzt. Ab 1850 wurde sie als Spritzenhaus, im Zweiten Weltkrieg sogar als Pulvermagazin genutzt. 1957 wurde sie vom Heimatschutz renoviert. Heute finden in der Kapelle wieder gelegentlich Gottesdienste statt, sie wird auch für kleine Konzerte genutzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Knoepfli: Die Kapelle Triboltingen (Thurgau). In: Unsere Kunstdenkmäler. 8 (1957) . S. 77–78.
  • Arnold Bosshard, Peter Funk, Alfons Raimann: Ermatingen und Triboltingen TG. Bern 1988.
  • Regine Abegg, Peter Erni, Alfons Raimann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Band VIII: Rund um Kreuzlingen. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2014 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 125). ISBN 978-3-03797-116-1. S. 143–173.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistische Quellenwerke der Schweiz, Heft 511, Eidgenössische Volkszählung 1970, Band 3.20, Kanton Thurgau. Eidgenössisches Statistisches Amt, Bern 1974 (Memento des Originals vom 1. April 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch, S. 139
  2. Staatskanzlei Thurgau, Dienststelle für Statistik: Ortschaften- und Siedlungsverzeichnis, Kanton Thurgau (Memento des Originals vom 8. Oktober 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik.tg.ch