Trichterohren

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Trichterohren
Natalus stramineus

Natalus stramineus

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Überfamilie: Trichterohrartige (Nataloidea)
Familie: Trichterohren
Wissenschaftlicher Name
Natalidae
J. E. Gray, 1866

Die Trichterohren (Natalidae) sind eine auf dem amerikanischen Kontinent lebende Fledermausfamilie. Sie umfasst drei Gattungen mit zusammen fünf Arten.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trichterohren sind in Mittel- und im nördlichen und mittleren Südamerika beheimatet, ihr Verbreitungsgebiet reicht von Mexiko bis Brasilien und schließt auch die Karibischen Inseln mit ein. Auf vielen kleineren Antilleninseln sind sie im Zuge der menschlichen Besiedlung ausgestorben.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einer Kopfrumpflänge von 35 bis 55 Millimetern und einem Gewicht von vier bis zehn Gramm sind Trichterohren eher kleinere Fledermäuse. Ihr langes, weiches Fell ist gelblich, rötlich oder bräunlich gefärbt, wobei die Unterseite meist heller ist. Ihr Körper ist dünn gebaut, die Flügel sind schlank, die Beine und der Schwanz sind relativ lang. Ihren Namen haben sie von den großen, trichterförmigen Ohren, wobei der untere Rand auf Höhe des Maules liegt. Ein kurzer, dreieckiger Tragus ist vorhanden. Der Kopf ist rundlich und die Stirn ist stark gewölbt. Männliche Tiere haben auf der Schnauze ein spezielles Sinnesorgan, das Natalidenorgan genannt wird. Es dient möglicherweise zur Sinneswahrnehmung oder hat die Funktion einer Drüse, Genaueres ist nicht bekannt. Die Schnauze ist langgestreckt, ein Nasenblatt ist jedoch nicht vorhanden.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lebensraum dieser Fledermäuse sind in erster Linie Waldgebiete bis zu einer Seehöhe von 2500 Metern. Als Schlafplätze dienen diesen Tieren Höhlen, hohle Baumstämme und Minen, oft vergesellschaften sie sich mit anderen Fledermausarten. Zum Schlafen bilden sie Gruppen von zehn bis mehreren hundert Exemplaren. In der Nacht begeben sie sich auf Nahrungssuche. Ihr Flug ist flatternd und mottenartig. Ihre Nahrung besteht fast ausschließlich aus Insekten.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Weibchen bringt einmal im Jahr nach einer langen Tragzeit (acht bis zehn Monate) ein einzelnes Jungtier zur Welt. In Mittelamerika fällt die Geburt in die Trockenzeit. Zur Geburt bilden die Weibchen oft Wochenstuben, sie sondern sich von den männlichen Tieren ab. Jungtiere sind auffallend groß, sie erreichen 50 % des Körpergewichtes der Mutter und dürften auch relativ schnell wachsen. Ansonsten ist über die Fortpflanzung dieser Tiere wenig bekannt.

Die Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fünf Arten der Trichterohren wurden in drei Untergattungen eingeteilt:

In der 3. Auflage von Mammal Species of the World (2005) wurden die bisherigen Untergattungen als eigenständige Gattungen anerkannt.[1]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Natalidae).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trichterohren (Natalus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien