Trickdiebstahl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Trickdiebstahl ist ein Diebstahl, bei dem die Wegnahme durch eine Täuschung verschleiert wird, das heißt die Wegnahme ist für den Betroffenen als solche nicht erkennbar.

Methoden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Trickdieb wendet verschiedene Methoden an, um das Opfer abzulenken, zu täuschen oder in die Irre zu führen, um den Gewahrsam zu brechen. Dies kann u. a. durch Vortäuschung

  • einer Notlage mit Appell an die Hilfsbereitschaft,
  • von Hilfsbereitschaft,
  • einer Befugnis zum Betreten der Wohnung oder
  • einer persönlichen Beziehung

erfolgen.[1] Da häufig Senioren von Trickdiebstählen betroffen sind, versucht die Polizei verschiedene Präventionsmaßnahmen durch Initiativen und Beratung.[2]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Formen von Trickdiebstahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beim Trickdiebstahl verwendeten Formen sind vielfältig und können nach Region variieren. In Deutschland sind vor allem die folgenden Methoden verbreitet:

Zutritt zur Wohnung/Diebstahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zetteltrick: Der Täter bittet um einen Zettel, um etwas aufschreiben zu können. Variante 1: eine Nachricht für den Nachbarn, Variante 2: Einkäufe für die Nachbarin. Das Opfer schreibt, ist abgelenkt. Ein Komplize schleicht in die Wohnung und stiehlt Schmuckstücke.[3][4]
  • Wasserglastrick: Der Täter bittet um ein Glas Wasser. Variante 1: Das Opfer holt ein Glas Wasser. Ein Komplize schleicht in die Wohnung und stiehlt.[3] Variante 2: eine angeblich Schwangere bittet um ein Glas Wasser. Beim Eintreten in die Wohnung lässt sie die Tür angelehnt. Eine Komplizin stiehlt.
  • Tüchertrick: Der Täter präsentiert Seidentücher und lenkt ab. Ein Komplize schleicht in die Wohnung und stiehlt.[3]
  • Deponiertrick: Ein Deponierer arbeitet ohne Mittäter. Er will Geld- und Schmuckverstecke ausfindig machen. Er beobachtet, wo ältere Menschen hingehen oder am Fenster einer Wohnung stehen. Eingangsfragen sind: „Wie geht es Dir?“ „Rate mal, wer ich bin?“ Wegen Urlaubs will der Täter angeblich Geldbeträge bei seinem Opfer deponieren. Dabei stiehlt er das dort deponierte Geld oder den Schmuck.[5]
  • Heizungsablesertrick: Der angebliche Heizungsableser gibt den Opfern Anweisungen an mehreren Thermostaten der Heizkörper zu drehen. Variante 1: Der Täter durchwühlt die Schränke, weil er angeblich etwas Spitzes braucht.[5] Variante 2: Er wandert durch die Räume und stiehlt.[6]
  • Wasserwerke-/Rohrbruchtrick: Der Täter behauptet, es habe einen Rohrbruch im Haus gegeben. Er schickt sein Opfer ins Badezimmer und bittet, das Wasser zehn Minuten lang fließen zu lassen und zu beobachten. In dieser Zeit stiehlt er Wertgegenstände aus der Wohnung.[3]
  • Rauchmelderprüfer-Trick: Ein angeblicher Kontrolleur verschafft sich Zutritt zur Wohnung und stiehlt beim Rundgang.[7]
  • Pflegedienstleister-Trick: Eine angebliche Mitarbeiterin eines Pflegedienstleisters verschafft sich Zutritt zur Wohnung. Variante 1: Sie lenkt durch die Frage, ob das Opfer Geld wechseln könne, ab. Variante 2: Sie behauptet es gebe Unstimmigkeiten in der Krankenakte. Ein Komplize betritt die Wohnung unbemerkt und stiehlt Schmuck.[8][9]
  • Störungsbeseitigungstrick: Angebliche Telefontechniker, Bankmitarbeiter, Steuerfahnder, Gasableser, Prüfer für den Kabelanschluss wollen behauptete Störungen in der Wohnung/Pannen bei Girokarten oder Konten beheben/Nachzahlungen einkassieren. Geforderte Geldzahlungen oder Wertgegenstände aus der Wohnung sind verloren.[10]
  • Einbrechertrick: Täter fangen ältere Menschen vor der Wohnungstür ab und behaupten, es sei eingebrochen worden. Sie müssten dies prüfen. Wenn die Täter in die Wohnung eingelassen werden, durchsuchen sie diese und lassen Geld und Schmuck mitgehen.[11]
  • Polizistentrick: Die Täter behaupten Polizisten zu sein, sind es aber nicht. Sie täuschen ihre Opfer durch „Ausweis“ und „Polizeimütze“ über ihren Betrug hinweg. Variante 1: Sie dringen in die Wohnung ein, durchsuchen Räume und stehlen dabei. Variante 2: Zwei angebliche Polizisten unterhalten sich in der Wohnung mit dem Opfer. Einer davon bittet, die Toilette zu benutzen und durchsucht dann die Wohnung[12] Diese Trickdiebe lassen sich entlarven, indem ihr Dienstausweis geprüft und gegebenenfalls unter Tel. 110 ihre Identität geklärt wird.[13]
  • Bankmitarbeitertrick: Ein angeblicher Bankmitarbeiter gibt vor, wegen technischer Probleme die EC-Karte überprüfen zu müssen. Er lässt Kontonummer und PIN-Nummer in ein mitgebrachtes Tablet eintippen. Danach wird das Konto leergeräumt.[7]
  • Handtaschentrick: Ein Täter entwendet die Handtasche. Sein Komplize gibt sich als Polizist aus, der den Handtaschendiebstahl dokumentieren und klären soll. Der angebliche Polizist stiehlt Wertsachen aus der Wohnung.[3]
  • Taschenträgertrick: Diesem Trick fallen meist ältere Menschen zum Opfer, die nicht mehr gut tragen können. Der Täter bietet Hilfe beim Tragen von Taschen oder Gehwagen an. Variante 1: Dabei stiehlt er Wertsachen, die sich darin befinden. Variante 2: Täter geht mit in die Wohnung, Opfer wird in der Wohnung abgelenkt, Komplize stiehlt Wertgegenstände.
  • Spendensammlertrick: Spendensammler für Phantasieorganisationen sammeln Geld und behalten es.
  • Wohnungsschlüsseltrick: Unmittelbar beim Verlassen der Wohnung werden die Opfer vom Täter durch ein Gespräch abgelenkt. Währenddessen wird der Wohnungstürschlüssel unbemerkt entwendet. Danach wird die Wohnung durchsucht.[14]
  • Falsche Wunderheilerin: Durch ein Ritual mit Geld soll ein Fluch gelöst werdern, der angeblich auf dem Opfer liege. Das Geld wird während der Zeremonie geschickt entwendet.[15]
  • Schreckensbotschafter: Dem Opfer wird von einem angeblichen Rettungsdienstmitarbeiter oder Krankenpfleger mitgeteilt, der Partner (oder Freund, Verwandter, Nachbar…) sei verunglückt und schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die entstehende Verwirrung und Aufregung wird zum Diebstahl genutzt.

Ablenkung auf der Straße/Diebstahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anrempeltrick: Täter rempelt an, lenkt ab und bestiehlt das Opfer.
  • Antanztrick, auch Ronaldo-Trick: Hüpfen oder Tanzen während der für den Diebstahl nötigen Annäherung, zumeist in Gruppen von zwei oder drei Tätern und bei alkoholisiertem Opfer in Vergnügungsvierteln, im Umfeld von Diskotheken oder auf Straßenfesten etc.[16][17] Auch während der sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16 in Köln, wo es auch zu Eigentumsdelikten kam, soll dieser Trick massenhaft angewandt worden sein.
  • Beschmutzertrick: Der Täter beschmutzt scheinbar versehentlich die Kleidung des Opfers. Während er anschließend versucht, den Dreck abzuwischen, stiehlt er unbemerkt Gegenstände aus der Jacke des Opfers.
  • Blumentrick: Ein Fremder oder mehrere Fremde begrüßen das Opfer scheinbar freundschaftlich, umarmen es, stecken ihm womöglich eine Blume ans Revers. Durch die Ablenkung und freudige Überraschung merkt das Opfer nicht, dass ihm die Brieftasche entwendet wird.
  • Heilende-Hände-Trick: Der Täter spricht das behinderte Opfer an und gestikuliert mit seinen „heilenden Händen“.
  • Geldwechseltrick: Variante 1: Der Täter bittet um das Wechseln von Münzen. Während das Opfer im Kleingeldfach seiner Geldbörse kramt, stiehlt der Täter unbemerkt Scheine aus dem Portemonnaie.[10] Variante 2: Der Täter bittet um das Wechseln eines Geldscheines. Er hält den Geldschein über das Geldscheinfach und entwendet aus dem Geldscheinfach des Opfers Scheine.
  • Katzentrick: Einer der Täter macht eine in ihrem Auto wartende Frau darauf aufmerksam, dass sich unter ihrem Auto eine Katze befindet. Sobald sie aussteigt, um dem nachzugehen, entwendet ein anderer Täter die auf dem Beifahrer- oder Rücksitz liegende Handtasche der Frau.[18][19]
  • Podolski-Trick: Bei dem in Köln verbreiteten Trick wird das Opfer zum Mitspielen (Papierkugel) aufgefordert.[20]
  • Stadtplantrick: Das Opfer wird von einem angeblich ortsunkundigen Täter, der mit einem Stadtplan wedelt, nach dem Weg gefragt. Variante 1: Während sich das Opfer über den Plan beugt, stiehlt der Täter dann Dinge aus der Tasche, die unter dem Stadtplan am Arm des Opfers hängt. Variante 2: Ein Auto nähert sich und hält an. Der Beifahrer hält einen Stadtplan in der Hand und lässt sich den Weg zum nächsten Krankenhaus für den verletzten Bruder zeigen. Aus der hinteren Beifahrertür springt die angebliche Schwester des Verletzten heraus und umarmt das Opfer von hinten, bedankt sich und bestiehlt dabei das Opfer.
  • Tickettrick: Der Täter bietet dem Opfer eine nicht mehr benötigte Bahn- oder Busfahrkarte kostenlos an. Nimmt das Opfer das Ticket an, fordert der Täter plötzlich einen vermeintlich kleinen Kostenbeitrag zum Ticket. Sucht das Opfer daraufhin nach Kleingeld in seiner Geldbörse, entwendet der Täter unbemerkt größere Scheine.
  • Steuern-auf-Bankeinlagen-Trick: Der Täter spricht auf der Straße ältere Menschen an und behauptet, dass in Kürze Einlagen bei der Bank höher besteuert werden. Er bringt sein Opfer dazu, Geld bei der Bank abzuheben und bestiehlt unmittelbar danach das Opfer (sogar in dessen Wohnung).[21]

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Betteltrick: Der Täter hält dem Opfer beispielsweise in Lokalen ein Schild hin. Während das Opfer das Schild liest, stiehlt der Täter unter dem Schild liegende Wertsachen vom Tisch.
  • Supermarkttrick: Das Opfer wird im Supermarkt von Fremden gefragt, wo sich bestimmte Artikel befinden. Während es seinen Blick über die Regale schweifen lässt, greift der Täter Wertsachen aus Taschen, die über dem Einkaufswagen hängen.

Formen von Trickbetrug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund um das Haus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Handwerkertrick: Angebliche Handwerker bieten an der Haustür Reparaturen an Dach oder Wohnung gegen Vorkasse an. Nach der Vorauszahlung verschwinden sie.[10] Variante: Bei tatsächlich in der Nähe stattfindenden Bauarbeiten geben sich die Täter fälschlich als Mitarbeiter der dort tätigen (seriösen) Firma aus und behaupten, mit auf der Baustelle übrig gebliebenem Material besonders günstig Arbeiten (z. B. Teeren der Einfahrt) ausführen zu können. Anschließend verschwinden sie mit der Vorauszahlung oder verlangen nach Ausführung der Arbeit einen viel höheren Preis.
  • Notdienst-Betrug: ein angeblicher Notdienst-Mitarbeiter behauptet, die Telefonleitungen seien gestört. Er behauptet er müsse die Buchsen austauschen. Er arbeitet nur zum Schein an den Telefonbuchsen und lässt sich für die ungewollte Dienstleistung in bar entlohnen.[7]
  • Nachnahmetrick: Angebliche Paketboten wollen ein Paket gegen Nachnahme, das angeblich für den Nachbarn bestimmt ist, gegen Bezahlung abgeben. Der Inhalt ist wertlos, das gezahlte Geld verloren.[10]
  • Teppichtrick: Die Täter präsentieren einen Teppich. Sie geben an, im Zolllager noch einen Container mit wertvollen Teppichen zu haben. Diesen müssten sie für 20.000 Euro beim Zoll auslösen. Sie bitten, diesen Betrag auszulegen. Als Pfand lassen sie den wertlosen Teppich zurück und verschwinden.[3]
  • Versicherungstrick: Ein angeblicher Versicherungsmakler lässt sich die Versicherungsunterlagen zeigen. Eine angeblich sofort fällige Prämie fordert und kassiert er und verschwindet.[3]
  • Steuerprüftrick: Zwei Männer geben sich als Polizisten aus, prüfen die Bargeldbestände im Haus und geben vor, diese zur weiteren Prüfung mitnehmen zu müssen. Das Geld und die falschen Polizisten sind nicht mehr auffindbar.[22]

Rund um das Telefon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erleichtert wird das Vorgehen der Trickdiebe durch Spoofing-Dienste. Die Täter können damit im Telefondisplay des angerufenen Opfers ihre eigene Telefonnummer überschreiben und stattdessen eine amtliche Telefonnummern erscheinen lassen. Opfer der Anrufe sind Personen mit heute ungebräuchlichen Vornamen, die auf ältere Personen hinweisen.[23] Der Betrüger ruft aus dem Ausland an, der Abholer der Geldsumme/Wertgegenstände befindet sich in der Region (Landkreis, Stadtteil) des Opfers.[24]

  • Enkeltrick: Der Täter ruft Personen mit älter klingenden Vornamen an. Der Täter stellt zu Beginn des Gesprächs sinngemäß die Frage „Rate mal, wer dran ist!“. Sobald der Angerufene einen Namen nennt, beispielsweise den eines Enkels oder nahen Bekannten, fordert ihn der Täter oft unter massivem psychischem Druck auf, finanzielle Hilfe für eine wichtige persönliche Angelegenheit des Verwandten/Bekannten zu leisten. Dies kann sein für einen Wohnungskauf oder eine Notfallbehandlung im Krankenhaus. Das Opfer übergibt das zugesagte Bargeld oder die Wertsachen an einen Boten, der das Geld für den Täter abholt.
  • Kettenanruftrick: Bevorzugt in einem Altenheim wird ein Bewohner angerufen, der Ehepartner habe noch Schulden. Lautet die Auskunft, dieser sei verstorben, so ruft ein Komplize an. Er gibt sich als Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung aus und fordert Geld nach.[10]
  • Schockanruf-Trick: Der Anrufer konfrontiert den Angerufenen damit, dass ein Verwandter durch Unfall in einer Notlage sei. Nur eine Kaution von mehreren Tausenden Euro, die von vertrauenswürdigen Mitarbeitern sofort abgeholt wird, könne dies verhindern. Die Notsituation ist erfunden.[25]
  • Polizeitrick: Ein (falscher) Polizist (oder Kriminalbeamter, Bundesbankmitarbeiter, Staatsanwalt) ruft an: Variante 1: Das Geld auf der Bank sei nicht mehr sicher. Es werde ermittelt. Mit niemandem dürfe darüber gesprochen werden, auch nicht mit den Mitarbeitern der Bank. Das Geld müsse abgehoben und dem angeblichen Polizisten zur Sicherstellung übergeben werden. Variante 2: Es gebe Einbrüche in der Gegend. Auf einer Liste der Einbrecher sei auch der Name des Angerufenen und eine Liste der Wertgegenstände vermerkt. Die gefährdeten Wertsachen müssten vorübergehend zur Sicherstellung übergeben werden.[26] Variante 3: Anruf unter der gefälschten Telefonnummer 110. Das Geld sei durch einen korrupten Bankangestellten nicht mehr sicher. Es müsse abgehoben werden und zur Sicherheit an einen Boten übergeben werden. Der Bote verschwindet mit dem Geld, es ist verloren.[27]
  • Gewinnspieltrick: Ein (selbsternanntes) Notariat XY ruft an und informiert über einen angeblichen Gewinn. Variante 1: Darauf müssten im Voraus Steuern überwiesen werden auf das Konto eines echten Finanzamts Z. Danach wird der Angerufene aufgefordert, eine Bareinzahlung an ein Konto im Ausland per Direkttransfer zu leisten. Dieses Geld ist verloren.[28] Variante 2: Es müsse eine Art Versicherungssteuer im Voraus bezahlt werden per Versand von Bargeld an eine ausländische Adresse. Die Vorauszahlung ist verloren, es gibt auch keinen Gewinn.[7]

Prävention[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Polizei gibt folgende Warnhinweise:[29]

  • Telefonhörer bei Betrugsverdacht sofort auflegen
  • keine Auskunft über Bankverbindungen
  • keine Fremden in die Wohnung lassen
  • keine Übergabe von Geld/Wertgegenständen an unbekannte Personen
  • Polizei unter 110 über den Betrugsversuch informieren
  • Betrugsversuch zur Anzeige bringen

Per Post[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gefälschte Schreiben: Gefälschter Briefkopf der Staatsanwaltschaft mit der Mitteilung, eine Strafe abzusitzen oder Geld zu zahlen. Anrufe bei der dort angegebenen Telefonnummer führen durch einen technischen Trick zu hohen Kosten.[30]

Rund um das Auto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Autobahngoldtrick: Benzinmangel wird vorgetäuscht. Als Pfand für erbetenes Geld wird ein „Gold“ring gegeben. Der Ring ist wertlos.[10]
  • Testfahrertrick: Der Betrüger kommt mit Zufallsbekanntschaften ins Gespräch. Er bietet die kostenlose Nutzung eines Testautos an. Zuvor müsse im Voraus für Steuern und Fahrertraining bezahlt werden. Der Termin für die Übergabe des Autos verstreicht. Die Vorauszahlung ist verloren.[31]
  • Oldtimer-Trick: Im Internet/Zeitung wird ein Oldtimer, der sich im Ausland befinden soll, sehr günstig angeboten. Anzahlung/Vorauszahlung per Bargeldtransfer als Sicherheit oder für Speditionskosten wird zur Vorbedingung gemacht. Zeitdruck wird aufgebaut. In Wirklichkeit existiert das Auto nicht (gefälschte Dokumente), und die Vorauszahlung ist verloren.[32]
  • Autopannentrick: Ein angebliches Pannenauto steht mit hochgeklappter Motorhaube am Straßenrand. Ein Mann und eine Frau des Pannenautos bringen ein vorbeifahrendes Auto durch Winken zum Anhalten. Der Pannenautofahrer schaut mit dem hilfsbereiten Fahrer in den Motorraum. Die Pannenautobeifahrerin stiehlt währenddessen aus dem Auto des Helfers Wertgegenstände. Das Pannenauto ist auf einmal fahrbereit, und die Täter verschwinden.[33]
  • Mitleidstrick: Der Autofahrer wird auf der Autoraststätte von einer Person angesprochen, sie sei überfallen worden, mittellos und brauche Geld für die Heimreise. Das geliehene Geld ist verloren.[34]

Strafrecht in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im deutschen Strafrecht ist die Straftat des Diebstahls von Betrug und Erpressung abzugrenzen. Die Tatbestände schließen sich gegenseitig aus (Exklusivitätsverhältnis). Bei täuschungsbedingter Sacherlangung kann es zu Abgrenzungsproblemen zwischen Diebstahl und Betrug kommen. Es ist dann der Gewahrsamswechsel von der Gewahrsamslockerung zu unterscheiden. Unter Gewahrsamslockerung versteht man die kurzfristige Überlassung einer Sache aufgrund einer Absprache unter Beibehaltung der räumlichen Nähe.[35] Jemand kann daher bei einer Tat im materiellen Sinne nur wegen Diebstahls oder Betrugs oder Erpressung bestraft werden.

Abgrenzung zu anderen Delikten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennzeichnend für einen Diebstahl ist die Wegnahme, d. h. der Bruch fremden Gewahrsams. Der Betrug stellt hingegen ein Selbstschädigungsdelikt dar, d. h. das Opfer gibt eine Sache freiwillig heraus, weil es getäuscht wurde (z. B. über den Wert einer Gegenleistung). Das Opfer verfügt bewusst über einen Gegenstand (Vermögensverfügung). Bei der Erpressung wird die Weggabe durch Gewalt oder Drohung mit einem empfindlichen Übel erzwungen.

Abgrenzungsfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Beispiel für Trickdiebstahl ist das Vortäuschen einer Beschlagnahme (die nur durch entsprechend berechtigte Amtsträger erfolgen kann). Das Opfer lässt den Gewahrsamsübergang geschehen, da es glaubt, dazu verpflichtet zu sein. Diese Fallgruppe wird jedoch kontrovers in der Rechtswissenschaft diskutiert.

Ein weiteres Beispiel ist die Benutzung von anderen Personen als sog. mittelbarer Täter, die nicht wissen, dass eine Sache, die sie überreichen/übergeben/herausholen sollen, nicht dem Täter gehört, z. B. wenn sich jemand von einem Ahnungslosen einen Ball reichen lässt, der angeblich über den Zaun geflogen ist, in Wirklichkeit aber dem Eigentümer des Grundstücks gehört.

Trickdiebe bestehlen Urlauber im Ausland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ADAC berichtet jährlich über die neuesten Methoden der Trickdiebe im Ausland, denen besonders arglose Touristen zum Opfer fallen. Die Methoden werden nicht nur in Südeuropa, sondern auch in Nordeuropa angewandt.[36][37]

Vorbeugende Maßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Campingmobilen nicht auf Autobahn-Raststätten übernachten. Verschließen des Autos manuell überprüfen. Auto nach Panne verschließen. In Großstädten während der Autofahrt das Auto verschlossen halten, Gepäck nicht auf den Sitzen transportieren, Fenster nur einen Spalt weit öffnen.

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Autoknacken ohne Aufbruchspuren: Beim Abschließen des Autos mit Funkschlüssel wird durch Störsender der Schließvorgang unterbrochen. Danach Diebstahl aus dem unverschlossenen Auto. Bevorzugt beim Parken an Aussichtspunkten, im Parkhaus, am Strand.
  • Reifenstecher: Variante 1: Ein Rollerfahrer zersticht an der Ampel in der Stadt den Reifen. Er wartet, bis die Tür geöffnet wird oder folgt dem Auto, bis es anhält, und stiehlt. Variante 2: Der Dieb zersticht auf der Autobahnraststätte den Reifen und folgt dem Touristenauto, bis der Fahrer anhält. Variante 3: Beim Tanken an der Autobahntankstelle wird der Reifen zerstochen. An der nächsten Notrufsäule wartet ein angebliches „Hilfsfahrzeug“. Der Helfer lädt das Gepäck aus dem Pannenfahrzeug, ruft angeblich ein Hilfsfahrzeug. Wertsachen und Handy verschwinden dann mit dem Helfer.
  • Campingmobil-Aufbrüche: Nächtliche Einbrüche drohen auf Autobahnraststätten, auf dem Supermarkt-Parkplatz.
  • Radklau: Fahrräder werden vom Auto vom Stellplatz beim Einchecken im Hotel und gestohlen.

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Motorrad fährt unvermittelt direkt vor Touristenauto. Dieses muss stark abbremsen. Die Zentralverriegelung öffnet sich dadurch automatisch. Die Tür wird vom Täter aufgerissen, der Rucksack hinter dem Beifahrersitz entwendet.
  • Unfalltrick: Angeblich hat ein Campingwagen ein anderes Auto am Außenspiegel beschädigt. Ein hörbarer Schlag und ein schwarzer Strich (mit Filzstift gezogen) am Campingwagen sind Indizien. Eine „freiwillige Zahlung“ von 150 Euro bereichert den Betrüger.

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Autobahnraststätte: Variante 1: Camper werden bei der Übernachtung auf der Autobahnraststätte im Schlaf bestohlen. Die abends verschlossene Wohnwagentür ist morgens offen, Geld und Wertsachen fehlen. Variante 2: Der Dieb ergreift in Gegenwart der arglosen Fahrzeuginsassen die Handtasche aus dem unverschlossenen Wagen und flieht.
  • Zebrastreifen: Ein Mann mit vorgetäuschtem Gipsbein und mit Krücke nötigt ein Touristenauto am Zebrastreifen zum Anhalten. Die Autotüren werden aufgerissen, Wertgegenstände gestohlen. Danach sprintet der Mann mit dem „Gipsbein“ davon.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Trickdiebstahl – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hinweise zum Trickdiebstahl (Memento vom 14. Februar 2006 im Internet Archive) der Stadt Berlin.
  2. Münchner Initiative gegen Trickdiebstahl – M.I.T.
  3. a b c d e f g Geneviève Wood: Trickbetrug: Polizei warnt Rentner. In: Hamburger Abendblatt, 28. November 2002.
  4. Ganovenpärchen. In: Hamburger Wochenblatt, 13. April 2016, S. 2. Autorenkürzel (th).
  5. a b André Zand-Vakili: Die neuen miesen Enkeltricks. In: Hamburger Abendblatt, 26. Oktober 2015, S. 9.
  6. Seniorin bestohlen. In: Hamburger Wochenblatt, 27. Januar 2016, S. 2. Autorenkürzel (th).
  7. a b c d Marianne Höhn: So schützen Sie Ihr Geld. In: tv hören und sehen, 22/2017, S. 32–35.
  8. Trickdiebe unterwegs. In: Hamburger Wochenblatt, 29. Dezember 2015, S. 2. Autorenkürzel (th).
  9. Trickdiebe geben sich als Mitarbeiter von Pflegedienst aus. In: Hamburger Abendblatt, 10. September 2016, S. 14, Autorenkürzel (zv).
  10. a b c d e f Peter Kröger: So schützen sie sich vor Betrügern. In: TV Hören und Sehen, 30/2015, S. 27–28.
  11. Trickbetrüger fangen Senioren vor ihrer Wohnungstür ab. In: Hamburger Abendblatt, 30. Januar 2016, S. 17. Autorenkürzel (ant).
  12. Vier alte Menschen bestohlen – Polizei warnt vor Trickdieben. In: Hamburger Abendblatt, 21. Januar 2016, S. 11. Autorenkürzel (ant).
  13. Falsche Polizisten versuchen Senioren zu bestehlen. In: Hamburger Abendblatt, 20. Juli 2016, S. 11.
  14. Taschendiebe stehlen Türschlüssel älterer Damen. In: Hamburger Abendblatt, 27. Februar 2016, S. 11. Quelle: (dpa).
  15. Angebliche Heilerin erbeutet mehrere tausend Euro. In: vorsicht-trickbetrug.de
  16. Düsseldorfer Polizei warnt vor jungen Dieben und ihrem "Antanztrick". In: derwesten.de
  17. Was sich hinter dem "Antanztrick" verbirgt. In: stern.de
  18. „Katzentrick“: Schon 70 Opfer in Köln. In: Kölnische Rundschau, 1. April 2015
  19. Polizei NRW warnt: Fallen Sie nicht auf diese dreiste Betrugsmasche rein. In: Focus Online, 30. Juni 2015
  20. Landtag NRW, Drucksache 16/6857
  21. Sendung Aktenzeichen XY ungelöst. In: ZDF, 10. Februar 2016, 20:15 bis 21:45 Uhr.
  22. Trickdiebe geben sich als Polizisten aus – So reagieren Sie richtig. In: Hamburger Abendblatt, 16. März 2016, S. 14. Autorenkürzel (cia).
  23. Trickbetrüger geben sich als Polizisten aus. In: Hamburger Abendblatt, 4. April 2017, S. 11. Autorenkürzel zv.
  24. Nils Köhler: Telefonbetrüger horchen ihre Opfer aus. In: Südkurier, 24. März 2017, S. 10.
  25. 93-Jährige reingelegt. In: ADAC-Motorwelt 1/2016, S. 16.
  26. André Zand-Vakili: Polizei warnt vor Telefon-Betrügern. In: Hamburger Abendblatt, 21. November 2016, S. 13.
  27. Warnung vor Anrufen falscher Polizeibeamter in Aktenzeichen XY ... ungelöst in ZDF am 9. August 2017, 20:15–21:45 Uhr.
  28. Warnung vor Betrug mit vermeintlichem Gewinnspiel. Betrüger fordern zu Überweisungen an Hamburger Finanzamt auf. In: Wilhelmsburger Lokalbote, 30. März 2017, S. 2.
  29. Warnung vor Anrufen falscher Polizeibeamter in Aktenzeichen XY ... ungelöst in ZDF am 9. August 2017, 20:15–21:45 Uhr.
  30. Das ist besonders trickreich. „Hamburger Abendblatt“, 12. August 2017, S. 16.
  31. Als „Testfahrer“ angeheuert. In: Hamburger Wochenblatt, 27. Januar 2016, S. 2. Autorenkürzel (th).
  32. Hanne Lübbehüsen: Altes Blech, neue Tricks. In: Hamburger Abendblatt, 6. Februar 2016, S. 35.
  33. Aktenzeichen XY … ungelöst. Gezeigt in: ZDF vom 8. Februar 2017, 20:15–21:45.
  34. Andrea Steichele: Gauner, Diebe, Reifenstecher. In: ADAC motorwelt 6/2017, S. 52.
  35. Trickdiebstahl bei Gewahrsamslockerung. In: fachanwalt-strafrecht-muenchen.org
  36. Andrea Steichele: Vorsicht Urlaub. In: ADACmotorwelt 7/8 2016, S. 80–82.
  37. Andrea Steichele: Gauner, Diebe, Reifenstecher. In: ADAC motorwelt 6/2017, S. 50–52.
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!